Lungenkrankheit Weitere Fälle von neuem Coronavirus in China

In China sind inzwischen mindestens 45 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert, das in der Großstadt Wuhan seinen Ursprung hat. Es gibt zwei Tote. Forscher gehen allerdings schon von mehr als 1.700 Infizierten aus.

Coronavirus in China
Reisende mit Atemmaske am Flughfen von Wuhan. Bildrechte: imago images/Kyodo News

In China sind weitere Fälle des neuen Coronavirus nachgewiesen worden. Wie die Behörden mitteilten, gibt es vier neue bestätigte Fälle. Insgesamt seien damit inzwischen 45 Fälle im Land bekannt. Mindestens fünf der Erkrankten befänden sich in einem kritischen Zustand.

Fälle auch im Ausland

Zwei Menschen sind bereits an dem Virus gestorben. Auch Japan und Thailand haben drei Fälle von erkrankten Bürgern aus China gemeldet. In Hongkong, Singapur und Südkorea gibt es Verdachtsfälle, die aber nicht bestätigt sind.

Neues Virus ähnelt gefährlichem Sars-Erreger

Coronaviren lösen meist nur harmlose Erkrankungen wie Erkältungen aus, allerdings gehören auch die Erreger von gefährlichen Atemwegserkrankungen wie Sars und Mers zu dieser Virenfamilie.

Das neue Virus ähnelt Experten zufolge dem Sars-Virus. Sars steht für Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom. Bei einer Sars-Pandemie, die 2002/2003 in China ausbrach, waren rund 8.000 Menschen weltweit erkrankt. Fast 800 von ihnen starben. Sars wird überwiegend durch Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel durch Husten oder Niesen.

Ausgangspunkt wohl Fischmarkt 

Das neue Virus trat den chinesischen Behörden zufolge zum ersten Mal im Dezember auf einem Fischmarkt in der chinesischen Großstadt Wuhan auf. Man gehe derzeit davon aus, dass die Übertragung von Tier zu Mensch erfolgt. Für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es laut Weltgesundheitsorganisation WHO bislang "keine klaren Beweise".

Forscher gehen von weit mehr Infizierten aus

Forscher haben daran allerdings Zweifel und gehen auch von einer weit höheren Zahl von Infizierten aus.

Der Wissenschaftler Neil Ferguson vom Zentrum für die Analyse globaler Viruserkrankungen in London sagte der BBC, die Wahrscheinlichkeit von Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sollten ernster genommen werden als bislang. Es sei unwahrscheinlich, dass allein die Übertragung vom Tier auf den Menschen Ursache der Infektionen sei.

Dass die Krankheit von Wuhan aus auch ins Ausland gelangt sei, setze zudem voraus, "dass es viel mehr Fälle gibt als gemeldet worden sind". Der Foscher sagte: "Ich bin deutlich besorgter als noch vor einer Woche." Es sei jedoch zu früh, um Alarm zu schlagen.

Fiebermessen am Flughafen

Eine besondere Herausforderung dürfte das anstehende chinesische Neujahrsfest werden - dann werden Millionen Chinesen in Zügen, Bussen und Flugzeugen unterwegs sein, um ihre Angehörigen zu besuchen.

Die Behörden haben bisher keine Reisebeschränkungen erlassen. Allerdings gibt es Vorsichtsmaßnahmen. So hat Hongkong zum Beispiel Fiebermess-Stationen für ankommende Reisende eingerichtet.

Auch asiatische Nachbarländer und die USA haben vorsorglich Fieberkontrollen bei der Einreise an den Flughäfen eingeführt.

RKI: Gefahr für Deutschland sehr gering

Das Robert Koch-Institut schätzt das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland zurzeit als sehr gering ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Januar 2020 | 14:30 Uhr

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