Busunglück auf Madeira
Noch ist die Ursache für das Busunglück auf Madeira unklar. Bildrechte: Reuters

Nach Busunglück Maas fliegt nach Madeira

Bei einem Busunglück auf Madeira sind mehrere Deutsche ums Leben gekommen. Außenminister Maas fliegt noch am Donnerstag auf die Insel, um mit Überlebenden zu sprechen. Zudem wird der Einsatz eines fliegenden Lazaretts der Bundeswehr geprüft.

Busunglück auf Madeira
Noch ist die Ursache für das Busunglück auf Madeira unklar. Bildrechte: Reuters

Nach dem schweren Busunglück auf Madeira mit vermutlich mehreren deutschen Todesopfern fliegt Außenminister Heiko Maas auf die portugiesische Insel. Wie Maas in Berlin sagte, wird er von einem Team aus Ärzten, Psychologen und konsularischen Betreuern begleitet. Er wolle mit Überlebenden sprechen und den portugiesischen Helfern für ihren Einsatz danken.

Maas zufolge gibt es nach wie vor keine Gewissheit über die Zahl der deutschen Opfer. Die deutsche Botschaft in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon bemühe sich gemeinsam mit den Behörden auf Madeira um Aufklärung. Der deutsche Botschafter sei bereits auf dem Flughafen in Funchal gelandet. Sowohl auf Madeira als auch in Berlin sei ein Krisenstab eingerichtet worden.

Es ist erschütternd, dass aus dem Osterurlaub für so viele Menschen eine Tragödie geworden ist.

Außenminister Heiko Maas

Rettungsflieger der Bundeswehr steht bereit

Das Innere eines Airbus A310 MRTT MedEvac. Die umgebauten Airbus A310 MRT (Multi Role Transport Tanker) der deutschen Bundeswehr gehören zu den modernsten MedEvac-Flugzeugen der Welt
Ein Blick ins Innere eines fliegenden Lazaretts der Bundeswehr. Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Nach Angaben von Kanzleramtsminister Helge Braun will sich die Bundesregierung erst zu den ums Leben gekommenen Deutschen äußern, wenn alle Angehörigen informiert sind. Er sagte, es sei eine Reisegruppe von vorwiegend deutschen Urlaubern betroffen.

Braun zufolge wird derzeit geprüft, ob ein Rettungsflugzeug der Luftwaffe nach Madeira geschickt werden soll, um die verletzten Deutschen nach Hause zu holen. Eine Entscheidung solle noch am Donnerstag fallen. Der Airbus sei bereits in Bereitschaft.

Bei der Maschine handelt es sich um eine fliegende Intensivstation der Bundeswehr. An Bord können bis zu sechs Menschen intensivmedizinisch betreut werden. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, bei einigen von ihnen ist eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich.

Merkel bekundet Anteilnahme

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte bestürzt auf die Meldungen aus Madeira und sprach den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus. Merkel sagte, sie denke mit Trauer und Bestürzung an "unsere Landsleute und alle anderen Menschen, die von dem fürchterlichen Busunglück auf Madeira betroffen sind".

Reiseunternehmen melden sich

Am Mittwochabend war in Caniço in der Gemeinde Santa Cruz ein Bus von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. Dabei kamen mindestens 29 Menschen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt. Die Ursache für das Unglück ist noch unklar.

Die meisten Opfer hatte ihre Reise beim hessischen Unternehmen Trendtours Touristik aus Frankfurt am Main gebucht. Die Firma erklärte, dass die Gruppe mit einem gecharterten Bus auf dem Weg zu einer Abendveranstaltung in die Insel-Hauptstadt Funchal war. Zwei weitere Betroffene waren Kunden des Duisburger Anbieters Schauinsland-Reisen.

Hotel: Alle Opfer sind Deutsche

Nach Angaben des portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa sollen alle Opfer aus Deutschland stammen. Auch das Hotel der Urlauber in Caniço erklärte, bei den Opfern handele es sich um Deutsche aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. April 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 16:57 Uhr