Überlastung Jeder fünfte Klinikarzt denkt über Berufswechsel nach

Nach einer Umfrage des Marburger Bundes spielt jeder fünfte Arzt, der in einem Krankenhaus beschäftigt ist, mit dem Gedanken, seinen Beruf zu wechseln. Fast Dreiviertel fühlen sich gesundheitlich beeinträchtigt.

Ein Medizinstudent hält in der Charité in Berlin ein Stethoskop in der Hand.
Rund 20 Prozent aller Krankhausärzte spielt mit dem Gedanken, das Stethoskop an den Nagel zu hängen. Bildrechte: dpa

Jeder fünfte Arzt in Krankenhäusern fühlt sich durch seine Arbeit in seiner Lebensqualität so beeinträchtigt, dass es über einen Berufswechsel nachdenkt. Das ergab eine Umfrage der Ärztevereinigung Marburger Bund.

74 Prozent würden sich in ihrer Gesundheit beeinträchtigt fühlen, 15 Prozent wären schon einmal so stark belastet gewesen, dass sie sich einer psychischen Behandlung unterziehen mussten. Jeder zehnte stimmt der Aussage zu: "Ich gehe ständig über meine Grenzen".

Arbeitsbedingungen müssen besser werden

Gebäude des Saale-Unstrut Klinikum in Naumburg.
In Krankenhäusern nimmt die Bürokratie immer mehr Raum ein. Nach Ansicht des Marburger Bundes verschlechtert das die Arbeitsbedinungen. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, forderte deshalb eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Kliniken. Die Umfrage zeige zudem, dass der Bürokratische Aufwand für Mediziner immer mehr zugenommen habe.
Hätten 2018 acht Prozent der Klinikärzte angegeben, mindestens vier Stunden am Tag mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt gewesen zu sein, seien es in der aktuellen Umfrage schon 35 Prozent.

Überbordende Bürokratie

Der Überbürokratisierung in Krankhäusern müsse endlich Einhalt geboten werden. "Wir brauchen eine Generalinventur, bei der unnötige Vorgaben identifiziert und danach ersatzlos gestrichen werden", forderte Johna.

An der Umfrage hatten sich von September bis Oktober 2019 bundesweit rund 6500 Ärztinnen und Ärzte beteiligt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Dezember 2019 | 22:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2020, 14:14 Uhr

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