Maskenpflicht Hier stehen Leipziger nach Schutzmasken an

In Sachsen gibt es sie seit Montag und auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt wird es die Maskenpflicht geben. Aber gibt es denn mittlerweile wirklich ausreichend Masken zu kaufen? Und wenn ja, wo? Ein Überblick über Leipzig.

Ein Kunde steht in einem Supermarkt vor einem Regal, und trägt dabei einen Mundschutz.
Beim Gang zum Supermarkt ist das Tragen einer Maske Pflicht. Bildrechte: dpa

Der kontaktärmste Weg, um eine Mund-Nasen-Maske zu bekommen, ist das Internet. Mit wenigen Klicks findet man hier Masken in den verschiedensten Farben und Mustern. Preis zwischen zehn und 25 Euro.

Allerdings kann die Lieferzeit zwischen zwei Tagen und drei Wochen variieren. So ist das auch bei der Marke "Bewooden". In der Corona-Krise hat das Unternehmen für Holz-Accessoires auf Masken umgestellt. Und auch zahlreiche Schneidereien als Partner mit einbezogen.

Daher gebe es verschiedene Modelle und Lieferzeiten, erklärt Mitgründer Henrik Roth: "Die Masken, die wir aus den verschiedenen Manufakturen beziehen, die auch keine Designgarantie haben, die sind mittlerweile auch sofort lieferbar." Dann gebe es noch die Masken, die intern aus der Manufaktur kommen. Und da dauere es anderthalb bis zwei Wochen. Das sind dann aber auch echte Design-Stücke.

Einwegmasken in manchen Apotheken ausverkauft

Schneller kommt man da in der nächsten Apotheke zu einer Maske. Zumindest zu einer Einwegmaske. Und mit etwas Glück. Denn die Ankündigung der sächsischen Landesregierung am vergangenen Freitag habe erst Verunsicherung und dann einen neuen Verkaufsansturm ausgelöst, kritisiert Heike Senf, Inhaberin der Sonnen-Apotheke in Leipzig: "In der Praxis führt es einfach dazu, dass die Leute am Sonnabend früh losrennen, um am Montag gerüstet zu sein."

Aktuell hat die Sonnen-Apotheke noch Masken. Für zehn Euro das Stück. In anderen Apotheken sind diese schon ausverkauft. Doch selbst wer so eine ergattern konnte: Nach einmal tragen müssen OP-Masken eigentlich entsorgt werden.

Große Nachfrage auch bei waschbaren Stoffmasken

Klar im Vorteil sind da Stoffmasken. Eben solche näht die Schneiderei "Kleine Hummel" in Leipzig seit Beginn der Coronavirus-Krise, erzählt Inhaberin Tanja Weitz. Alle seien zu 100 Prozent aus Baumwolle, kochfest – bis 95 Grad waschbar. Eine Maske kostet auch hier zehn Euro. Und die Nachfrage ist groß.

Ich hätte nie gedacht, dass eines Tages so eine Schlange vor meinem Laden steht.

Tanja Weitz, Schneiderei Kleine Hummel Leipzig

Keine 300 Meter von der "Kleinen Hummel" entfernt werden in einem Laden für Lifestyle- und Mode-Produkte aus Leipzig die ersten Stoffmasken ausgepackt. Andere Läden warten noch auf Ihre Bestellungen. Doch der Einzelhandel rüstet sich, um die Nachfrage zu decken.

Viele Masken von Unternehmen und Läden gespendet

Dabei würden Stoffmasken mit Mustern und schönen Designs mehr und mehr in den Fokus rücken, erzählt Nadine Nonnenmacher aus dem Geschäft "Südseite": "Es ist ja so, wenn man jeden Tag eine Maske aufsetzen muss, dann möchte man vielleicht auch irgendwann darauf achten, dass es zum Outfit passt."

Mit dem Design steigen die Preise. Dabei dürfte schon eine einfache Stoffmaske für zehn Euro für manche Haushalte eine Herausforderung sein. Deshalb fordert Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband:

Arme Familien brauchen zusätzliche Unterstützung. Das heißt in erster Regel: mehr Geld.

Joachim Rock, Paritätischer Gesamtverband

Viele Unternehmen spenden auch Masken. Tanja Weitz von der "Kleinen Hummel" hat schon zahlreiche verschenkt. Beim Online-Anbieter "Bewooden" können Kunden für einen kleinen Aufpreis neben der eigenen Maske auch eine Maske als Spende kaufen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. April 2020 | 05:00 Uhr

2 Kommentare

Nuki vor 44 Wochen

Zum ersten Kommentar: Vollkommen richtig - jedes einzelne Wort!
Man könnte das sogar mit einem Gesetz vergleichen, welches von der Bundesregierung erlassen wurde, zur Überwachung der Lenk- & Ruhezeit der Lkw-Fahrer! Sie MÜSSEN PÜNKTLICH zur Ruhepause auf den Parkplatz fahren, welcher überhaupt nicht vorhanden ist, sonst hagelt es harte Strafen von Seitens der "Vollzugsorgane"!!!!
Die gesamte Regierung gehört abgewählt und der Ein oder Andere auf den "Prüfstand"!!
Ebenso die Aussage, Deutschland hätte eines der besten Gesundheitssysteme (!!!) - die (praktische, also greifbare und sichtbare) Wahrheit sieht ganz anders aus - man sollte nur einmal mehr "nicht-ausgesuchte" Fragen und die entsprechen dazu gehörigen Antworten der Bürger, veröffentlichen - ohne Zensur!!!!

Gerald vor 44 Wochen

Die Politik ordnet Schutzmasken an, haben aber die Voraussetzungen nicht geschaffen! Ist schon ein starkes Stück! Da hat die Politik wieder einmal Ihre Hausaufgaben nicht gemacht!