Coronavirus Spahn weitet Meldepflicht aus

Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Meldepflicht für Fluggesellschaften und Kliniken erweitert. Piloten müssen über den Gesundheitszustand ihrer Passagiere informieren. Flugreisende müssen ebenfalls Angaben machen. Kliniken haben jeden Verdachtsfall zu melden. Spahn reagiert damit auf die erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in Deutschland.

Eine Passagiermaschinen der Fluggesellschaft Lufthansa stehen auf dem Gelände des Flughafen Frankfurt
Piloten auf Flügen aus China müssen bei der Landung den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren. Bildrechte: dpa

Als Reaktion auf die erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Meldepflicht für Krankenhäuser und Fluggesellschaften erweitert.

Reisende müssen Formular ausfüllen

Piloten auf Flügen aus China müssen bei einer Landung in Deutschland den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren. Reisende aus China werden außerdem verpflichtet, Formulare zu ihrem Gesundheitszustand auszufüllen.

Fluggesellschaften müssen die Informationen an die Behörden weiter geben. Es müssen auch Sitzpläne aus den Flugzeugen weitergegeben werden, damit nachvollziehbar ist, wer neben wem saß. Spahn widersprach zugleich Forderungen, an Flughäfen Fiebermessstellen einzurichten. Dies bringe nichts.

Krankenhäuser müssen jeden Verdacht melden

Spahn verpflichtete zudem die Krankenhäuser, jeden Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu melden. Bisher müssen nur bestätigte Fälle gemeldet werden.

Spahn sagte, er habe außerdem mit den Bundesländern abgestimmt, dass das Robert-Koch-Institut in Berlin eine größere Koordinierungsbefugnis bekommt als bisher. Das RKI entwickelte zudem ein Ablaufschema für Ärzte zur Abklärung von 2019-nCoV-Verdachtsfällen, Diagnostik, Hygienemaßnahmen, Patientenisolierung sowie Behandlung.

Der Bundesgesundheitsminister rief gleichzeitig zu Gelassenheit auf. Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland bleibe weiterhin gering. Es gebe keinen Grund, hektisch zu werden.

Erste Infektion in Deutschland

Spahn reagiet mit seiner Anordnung auf die erste Infektion mit dem Coronavirus in Deutschland. In Bayern hat sich ein 33-jähriger Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto bei einer Kollegin aus China mit dem Virus angesteckt. Dem Mann geht es nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit gut. Er sei isoliert, die Krankheitssymptome nicht schwer.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2020 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 20:03 Uhr

2 Kommentare

Dynamo vor 10 Wochen

Wenn das einzigste ist von Gesundheitsminister Herrn Spahn kundzutun, dass der Corano-Virus sich nicht in Deutschland ausbreiten wird, kann man nur sagen, Gute Nacht Deutschland. Wenn jeder Minister auf seinem "Fachgebiet" solche schlauen Sprüche abläßt, geht in naher Zukunft alles den Bach herunter. Gestern ein Fall, heute drei Fälle dazu und morgen sieben (?). Ach so, der Gesundheitsminister hat ja gesagt, Deutschland wird nicht groß betroffen sein. Wer's glaubt … 28.01.2020 22:44

Wir sind Steimle. vor 10 Wochen

Upps....vor 2 Tagen bestand laut Bundesregierung keinerlei Gefahr für Deutschland und jetzt bekommen sie auf einmal Muffensausen.
Aber anstatt keine Chinesen mehr ins Land zu lassen, sollen die Piloten über den Gesundheitszustand ihrer Passagiere Auskunft geben. Lächerlicher geht es nicht mehr.