Serie Mitteldeutschland von unten

Mitteldeutschland hat nicht nur über der Erde viel zu bieten, auch darunter existieren faszinierende Orte und viele davon sind für Besucher zugänglich. Wir stellen in unserer Serie fünf geheimnisvolle Orte vor.

Im Schoß der Erde
Die Bilderfolge zeigt nacheinander wo wir waren. Das Schloss Colditz, der Kalimandscharo, Nordhusia, die Schachtanlage Reiche Zeche und die Saalfelder Feengrotten. Bildrechte: IMAGO/Schöning/Rainer Weisflog/Hoch Zwei Stock/Angerer/Harald Lange

Unterirdische Entdeckungen

Hier kommen wir normalerweise nicht so leicht hin: an den tiefsten Punkt Sachsen Anhalts, in unterirdische Flucht-Tunnel oder internationale Forschungslabore. In Mitteldeutschland gibt es jede Menge unter der Erdoberfläche zu entdecken. Wir haben uns in die Tiefe begeben – teilweise bis zu 1.200 Meter tiefe und mit 50 Grad heiß wie in der Sauna. Und auch unter Wasser gab es faszinierendes zu entdecken: Zum Beispiel die Stadt "Nordhusia" im Südharz.


Fluchttunnel unter Schloss Colditz

Das Schloss Colditz im sächsischen Muldental thront als imposantes Gebäude über der malerischen Stadt. Im massiven Fels unter dem Gemäuer aber gibt es ebenfalls viel zu entdecken. Während des Zweiten Weltkriegs waren hier im Schloss hochrangigen Offiziere und Soldaten der Alliierten untergebracht. Schließlich galt das Gefängnis als ausbruchsicher. Doch weit gefehlt. Unsere Wochenserie "Im Schoß der Erde: Mitteldeutschland von unten" zeigt, mit welchen Geschick sich die Gefangenen in ihrem Freiheitsdrang bis ins Erdreich gruben.


Unter dem Kalimandscharo von Zielitz

Das "Weiße Gold" machte seine Entdecker reich. "Kalimandscharo" wird die Halde in Zielitz bei Magdeburg liebevoll genannt. Ein riesiger Berg, der aus Kalisalz-Abraum entstand. Deshalb das leuchtende Weiß. Und wie viele Berge ist auch dieses Massiv nur die Spitze eines noch viel größeren Gebietes, das sich tief in der Erde befindet. Die "Kali plus Salz"- Fabrik erstreckt sich auf einer Fläche so groß wie Magdeburg. In der Breite bis zu 24 Kilometer lang und für Besucher normalerweise tabu.


Unterwasserstadt Nordhusia im Sundhäuser See

In den 60er-Jahren war hier noch ein Kies-Tagebau. Durch die reichlich vorhandene Kieselsäure, die immer noch wirkt, feasziniert der See mit glasklarem, bläulichen Wasser. Ideal für eine deutschlandweit einmalige Attraktion: eine Unterwasserstadt.


Schachtanlage Reiche Zeche in Freiberg

Der Bergbau hat Zukunft. Das klingt für Laien erst mal seltsam, wenn man zum Beispiel an die Schließung des Braunkohletagebaus in der Region denkt. Aber weit gefehlt. Im stillgelegten Silberbergwerk "Reiche Zeche" in Freiberg wird an neuen Verfahren zur Energiegewinnung getüftelt. Selbst stillgelegte Gruben erhalten hier neue Aufgaben. 33 international besetzte Untertagelabore entwickeln Konzepte für die Zukunft.


Saalfelder Feengrotten

Eine grüne Fee steht unter Tage in den Feengrotten und lächelt
Bildrechte: MDR/Anna Pruggmayer

Wegen ihres Farbenreichtums sind sie sogar im Guinness-Buch der Rekorde verewigt: Die Saalfelder Feengrotten. Es gibt aber noch jede Menge andere Gründe, sie zu besuchen. Die schillernden Tropfsteingebilde erinnerten ihre Entdecker an Feenhaare, die in den Berg hineinwachsen. Und so entstand der Name Feengrotten. Die Luft ist hier ganz besonders. In dieser reinen Luft verbessert sich die Atemfunktion, das Immunsystem wird gestärkt, die Ruhe tut ihr Übriges. Diese gesundheitsfördernde Wirkung ist inzwischen auch amtlich anerkannt. Seit 2018 heißen die Grotten "Heilstollenkurbetrieb".

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 09. März 2020 | 16:00 Uhr