Corona-Pandemie Moderna beantragt Impfstoff-Zulassung  

Das US-Unternehmen Moderna hat am Montag die Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der EU und den USA beantragt. Der Moderna-Impfstoff besitzt einen großen Vorteil gegenüber dem Impfstoff-Konkurrenten des deutschen Herstellers Biontech: Er muss nicht so tief gekühlt werden.

Der Schriftzug «moderna» ist am Eingang eines Gebäudes des Unternehmens zu sehen.
Das junge Biotechunternehmen Moderna hat seinen Sitz in Cambridge, im US-Bundesstaat Massachussets. Bildrechte: dpa

Der US-Pharmakonzern Moderna hat als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Ein entsprechender Antrag sei am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema eingereicht worden, bestätigte eine Moderna-Sprecherin in New York.

Parallel dazu wurde auch eine Notfallzulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Die entsprechenden Daten seien der FDA übermittelt worden, teilte das Unternehmen mit.

Zulassung noch in diesem Jahr?

Das US-Unternehmen hatte Mitte November mitgeteilt, dass sein Impfstoff-Kandidat eine Wirksamkeit von über 94 Prozent besitze. Die USA haben bei Moderna 100 Millionen Dosen im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar bestellt. Die EU-Kommission hat Verträge über zunächst 80 Millionen Impfstoffdosen abgeschlossen und weitere 80 Millionen bei Bedarf.

Auch der Mainzer Impfstoffentwickler Biontech und sein US-Partner Pfizer haben bereits eine Notfallzulassung ihres Corona-Impfstoffs in den USA beantragt. Sie hoffen auf eine Zulassung und erste Impfungen vor Jahresende. In Europa steht dieser Schritt noch aus.

Bei einer bedingten Zulassung kann ein Arzneimittel auch vor Abschluss aller notwendigen Prüfverfahren und Daten zugelassen werden, wenn es dringend gebraucht wird.

Neuartiger Impfstoff

Beide Impfstoffe basieren auf einer neuen Technologie mit einer sogenannten Boten-RNA. Sie enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper dann ein Viruseiweiß zur Bekämpfung der Krankheitserreger bilden soll. Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff dieser Art. Bei der klassischen Impfung wird dagegen das Antigen verimpft, auf das das Immunsystem reagieren soll.

Moderna-Impfstoff muss nicht ultratief gekühlt werden

Das Moderna-Vakzin bietet laut Unternehmensangaben einen großen logistischen Vorteil gegenüber der Impfung von Biontech, da es keine ultrakalte Lagerung benötigt und damit einfacher ausgeliefert werden kann.

Moderna hat bisher noch kein Produkt auf den Markt gebracht. Das 2010 gegründete Unternehmen hatte im Frühjahr die erste Corona-Impfstoffstudie in den USA gestartet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2020 | 14:00 Uhr