Ein wegen Mordes angeklagter Mann betritt zu Prozessbeginn den Sitzungssaal im Landgericht Bayreuth.
Im Prozess um den Mord an der Tramperin Sophia hat ein Rechtsmediziner die Version des Angeklagten gestützt. Er erklärte, er habe keine Spermaspuren gefunden. Bildrechte: dpa

Prozess Keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch im Mordfall Sophia

Ein Rechtsmediziner hat keine Spuren dafür gefunden, dass die erschlagene Tramperin Sophia vergewaltigt wurde. Dem Anklagten wird vorgeworfen, die junge Frau getötet zu haben, um eine sexuelle Straftat zu verdecken.

Ein wegen Mordes angeklagter Mann betritt zu Prozessbeginn den Sitzungssaal im Landgericht Bayreuth.
Im Prozess um den Mord an der Tramperin Sophia hat ein Rechtsmediziner die Version des Angeklagten gestützt. Er erklärte, er habe keine Spermaspuren gefunden. Bildrechte: dpa

Im Mordprozess um die erschlagene Tramperin Sophia gibt es bislang keine Hinweise, dass die Studentin aus Leipzig missbraucht wurde. Das erklärte ein Rechtsmediziner vor dem Landgericht Bayreuth.

Keine Spermaspuren gefunden

Er sagte, die Untersuchung der Leiche habe keine Spermaspuren ergeben, obwohl diese auch an einem verwesten Körper nachweisbar wären. Ein Obduktionsbericht aus Spanien war zu demselben Ergebnis gekommen.

Unterschiedliche Ergebnisse gibt es beim Todeszeitpunkt. Der Rechtsmediziner von der Universität Erlangen erklärte, anders als seine spanischen Kollegen, gehe er davon aus, dass Sophia wenige Stunden nach der Abfahrt oder einen Tag später ums Leben kam. Nach seiner Einschätzung wurde die Frau erst nach ihrem Tod gefesselt.

Aussage des Angeklagten gestützt

Der Gerichtsmediziner stützt damit die Angaben des Angeklagten. Der 42-Jährige Fernfahrer hatte zum Prozessauftakt zugegeben, die junge Frau vor gut einem Jahr mitgenommen zu haben. Er gab an, sie noch am Abend der Abfahrt im Streit mit einer Eisenstange versehentlich erschlagen zu haben.

Anklage spricht von Absicht

Die Anklage dagegen wirft ihm vor, Sophia ermordet zu haben, um eine sexuelle Straftat zu vertuschen. Er habe sie gefesselt und zu einem späteren Zeitpunkt mit vollen Absicht getötet.

Sophia wollte nach Nürnberg trampen

Sophia hatte vor gut einem Jahr von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen wollen, um anschließend mit der S-Bahn zu ihrer Familie in die Oberpfalz weiterfahren zu wollen. Dort war sie nie angekommen. Ihre Leiche wurde später in Spanien entdeckt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. August 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 17:42 Uhr