Übertragungswege Können Mücken Corona übertragen?

Mücken können Viren übertragen, das wissen wir spätestens, seitdem sie das auch hier in Deutschland tun. In unserem Fall ist es das West-Nil-Virus. Aber wie sieht es mit dem neuartigen Coronavirus aus? Können Mücken auch dieses Virus übertragen? MDR-AKTUELL-Hörerin Peggy Böhme aus der Gemeinde Muldestausee fragt sich genau das.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO klärt auf ihrer Seite auf, und zwar mit einem eindeutigen "Nein". Keine Mücke könne das, egal ob Tigermücke oder gemeine Stechmücke.

Die WHO schreibt: "Das neuartige Coronavirus kann nicht über Mückenstiche übertragen werden. Bisher gibt es weder Informationen noch Beweise dafür, die nahelegen würden, dass das neuartige Coronavirus über Mückenstiche übertragen werden kann. Das neuartige Virus ist ein Virus, das auf die Atemwege geht. Es verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfchen, wenn eine infizierte Person hustet oder niest, oder durch Speicheltröpchen oder Nasensekret."

Tröpfcheninfektion bei Coronavirus

Wir halten also fest: Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen. Das ist folglich ein anderer Übertragungsweg. Mücken würden das Virus über Blut aufnehmen. Das Virus müsste sich dann auch noch in ihnen vermehren, damit die Menge reicht, um beim nächsten Stich den Gestochenen zu infizieren.

Der Weg über die Mücke sei ziemlich kompliziert und deswegen gingen ihn nur die wenigsten Viren, sagt Thomas Vahlenkamp, Direktor des Instituts für Virologie an der Leipziger Veterinärmedizinischen Fakultät. Das seien einzelne Virusinfektionen, bei denen man wisse, dass das funktioniert, sagt er. Mit Blick auf auf die Gesamtanzahl der Virusinfektionen sei das aber eine geringe Anzahl.

Und zu dieser geringen Zahl gehören die Sars-Viren nicht. Und mit ihnen eben auch nicht das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2.

Virusmenge ist entscheidend

Thomas Vahlenkamp zufolge gehört es zu all den Virusinfektionen, die von Mücken übertragen werden, dass es zu einer sehr effizienten Viremie kommt, das also hohe Virusmengen im Blut vorhanden seien. "Das ist bei den Coronaviren erstmal grundsätzlich viel eingeschränkter der Fall, sodass erstmal die Übertragung zur Mücke stattfinden müsste. Und dann müsste die Virusinfektion in der Mücke auch noch stattfinden. Allein die Temperaturunterschiede, die in einer Mücke im Vergleich zum Menschen auftreten, sind eine Barriere, die für viele Viren überhaupt keine Vermehrung stattfinden lassen. Sodass also eine Übertragung über die Mücke damit ausgeschlossen ist." Das gleiche gilt nach seinen Worten auch für eine Infektion durch Zecken.

Coronavirus-Infektion durch Tiere

Es gibt aber durchaus Tiere, die das Virus übertragen könnten. Von einem Tier ist das Virus schließlich sehr wahrscheinlich auf uns Menschen übergegangen. Doch welches Tier war es? Daran wird gerade intensiv geforscht.

Im Fokus stehen nicht nur Fledermäuse, sondern auch Marderhunde, Frettchen oder Katzen. Die Fragen, die die Forscher dabei umtreiben, sind: Wo kommt das Virus her? Und wie ist es auf uns übergegangen? Dazu braucht es am Ende nur einen fatalen Kontakt. Bei der schnellen Verbreitung unter den Menschen spielten die Tiere aber keine Rolle, sagt der Virologe Vahlenkamp: "Dass für den Fall, dass so ein Virus bei so einem Tier vorhanden ist und dann auf den Menschen übertragen wird – die Wahrscheinlichkeit halte ich einfach für sehr sehr gering".

Das heißt, das Coronavirus kann sich über Tröpfchen erfolgreich unter den Menschen ausbreiten, ganz ohne Tiere. Sei es Marderhund, Katze, Maus oder Mücke.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Mai 2020 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

Critica vor 19 Wochen

Es muss aber nun mal aufhören, dieses "krampfhafte Suchen nach Übertragungswegen". Es artet ja schon in Sport aus. Wer hat noch eine Idee??? :)
Wir sollten nun zügig anfangen, wieder Normalität in unser Leben zu bekommen. Haltet Abstand, wascht Euch die Hände und küsst keine fremden Menschen und dann genießt das Leben, die Natur, die Sonne, Eiscafés, Schwimmen im See oder im Meer, Wandern in Wald und Flur. Corona gerät in Vergessenheit und alles wird wieder gut.

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