Coronavirus-Pandemie Atemschutzmasken richtig tragen

Im Kampf gegen das Coronavirus können Masken helfen, weil sie verhindern, dass beim Sprechen Tröpfchen umherfliegen oder den Träger selbst schützen. Deshalb empfehlen Bund und Länder mittlerweile auch, dass die Menschen diese Masken tragen – zumindest in der Bahn oder beim Einkaufen.

Kassiererin und Kunden eines Supermarktes tragen Mundschutzmaske
Bund und Länder empfehlen das Einkaufen mit Mundschutz. Doch wie trägt man die Masken richtig? Bildrechte: dpa

Im Internet tauchen derzeit überall Anzeigen für handgemachte Mund- und Nasen-Masken auf: aus bunter Baumwolle, hübsch gemustert oder mit einem aufgedruckten lachenden Mund.

Bundeskanzlerin Angela Merkel prägte dafür diesen Begriff: "Alltagsmasken". Und für genau diese Masken spricht sich die Bundesregierung nun aus. "Wir sprechen uns dafür aus, dass es empfehlenswert und geboten ist, diese Alltagsmasken zu tragen im Nahverkehr und beim Einkaufen", erklärte die Bundeskanzlerin.

Richtiges Aufsetzen und Tragen wichtig

Diese Alltagsmasken (oder auch "Community-Masken") sollten im besten Fall aus fest gewebtem Baumwollstoff und mehreren Lagen bestehen.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, vor dem Aufsetzen des Mundschutzes gründlich die Hände zu waschen und die Innenseite der Maske nicht zu berühren. Sie sollte Mund, Nase und Wangen bedecken und an den Rändern eng anliegen. Ist die Maske vom eigenen Atem durchfeuchtet, muss sie gereinigt werden.

So wäscht man die Stoffmasken

Desinfizieren sei allerdings nicht nötig, sagt der Virologe Alexander Kekulé: "Das Waschen reicht auf jeden Fall aus, alles andere ist überflüssig." Dabei sollte man Waschmittel verwenden. Die Bundeszentrale empfiehlt überdies eine Temperatur von mindestens 60 Grad.

Wer keinen speziellen Mundschutz besitzt, kann sich übrigens auch anderweitig behelfen, sagt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping: "Das kann eben auch ein Schal oder ein Tuch sein. Das muss nicht immer eine Maske sein. Aber das ist uns außerordentlich wichtig."

Masken schützen nur Gegenüber

Wichtig ist aber auch: Alltagsmasken schützen nicht die Trägerin oder den Träger, sondern nur das Gegenüber. Denn der Stoff verhindert, dass sich Atemtröpfchen in der Luft verteilen. Wenn also jeder eine trägt, sind auch alle einigermaßen sicher.

Für den Eigenschutz helfen ansonsten spezielle Atemmasken, sogenannte FFP-2- oder FFP-3-Modelle. Die filtern die meisten Erreger heraus, mit ihnen fällt aber auch das Atmen schwerer. Deswegen gibt es Masken mit einem Ausatemventil.

Gefahr bei Ausatemventilen

Das kann aber für das Gegenüber riskant sein, weiß Virologe Kekulé - denn das Ausatemventil (ist ein kleiner Plastikkasten auf der Maske) ist dafür da, damit die ausgeatmete Luft raus geht - und das komplett ungefiltert.

Im Gegensatz zu einem normalen Mundschutz erklärt Kekulé, "ist es so, dass die FFP-2- oder FFP-3-Masken den anderen gar nicht schützen. Man bläst dem im Zweifelsfall die Viren direkt ins Gesicht."

Im Bus oder beim Einkaufen tragen

Deshalb lieber Modelle ohne Ventil verwenden. Und wo sollte man die tragen? Bund und Länder empfehlen sie für Bus, Bahn und Einkauf.

Aber auch im voll besetzten Auto könnten sie sinnvoll sein. Allerdings schreibt das Verkehrsrecht vor, dass die wesentlichen Gesichtszüge des Fahrers erkennbar bleiben müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. April 2020 | 16:00 Uhr