Schale beschmiert Erneut Vandalismus auf Berliner Museumsinsel

Auf der Berliner Museumsinsel ist es erneut zu einem Fall von Vandalismus gekommen. Dabei wurde eine große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum beschmiert. Bereits vor drei Wochen hatten Unbekannte in drei Berliner Museen zahlreiche Ausstellungsstücke beschädigt.

Eine große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum in Berlin ist beschmiert.
Die große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum in Berlin wurde beschmiert. Bildrechte: dpa

Bei dem neuerlichen Fall von Vandalismus wurde die große Granitschale im Lustgarten vor dem Alten Museum beschmiert, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Samstag mitteilte. Nach Angaben der Polizei wurden Personalien von einem 17- und einem 21-jährigen Verdächtigen aufgenommen. Die beiden sollen das Kunstwerk über und über mit Graffiti und vulgären Sprüchen beschmiert haben.

Die Granitschale ist die größte aus einem einzigen Stein gefertigte Schale der Welt. Das 75 Tonnen schwere Kunstwerk wird auch als Biedermeierweltwunder bezeichnet. Friedrich Wilhelm III. ließ sie 1831 aufstellen. Ursprünglich sollte sie in der Rotunde des Museums stehen, dafür war sie jedoch zu groß.

Erster Angriff auf Museumsinsel bereits am 3. Oktober

Die neue Vandalismusattacke erfolgte nur wenige Tag, nachdem öffentlich wurde, dass Unbekannte in drei Berliner Museen am 3. Oktober mehrere Ausstellungsstücke mit einer Flüssigkeit beschädigt hatten. Betroffen sind insgesamt 63 Objekte in der Alten Nationalgalerie, dem Pergamonmuseum und im Neuen Museum, etwa ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen sowie Bilderrahmen von Gemälden.

Das zuständige Fachkommissariat für Kunstdelikte im Landeskriminalamt Berlin ermittelt. Die Polizei bittet Zeugen weiterhin, sich mit Hinweisen zu melden. Die Schäden an den Kunstobjekten waren aus ermittlungstaktischen Gründen erst am Mittwoch öffentlich gemacht worden.

Museen fordern Unterstützung

Inzwischen äußerte sich auch der Deutsche Museumsbund, der mehr Hilfe von den Trägern die Einrichtungen anmahnt. Wenn es etwa Bedrohungslagen gebe und Museen heutzutage auch verbal bedroht würden, müsse man sie besser schützen, sagte Museumsbund Präsident Eckart Köhne.

Auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger sprach sich bereits für stärkere Sicherheitsvorkehrungen aus. Mehr Personal und mehr Geld für moderne Sicherheitstechnik seien zwar notwendig. Hundertprozentige Sicherheit sei aber nicht zu gewährleisten.

Es ist jetzt nicht mehr zu leugnen: Die Kultur wird angegriffen.

Hermann Parzinger Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Daher forderte Parzinger auch: "Wir brauchen jetzt nicht nur verstärkten Schutz für unsere Schätze, wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir unsere kulturellen Werte verteidigen."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2020 | 13:39 Uhr