Jade-Mine Mehr als 100 Tote bei Erdrutsch in Myanmar

Starker Regen hat im südostasiatischen Land Myanmar einen Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk ausgelöst. Über hundert Leichen wurden bisher geborgen.

Myanmar, Hpakant: Rettungskräfte sind nach einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im Einsatz. Mindestens 110 Arbeiter sind daei gestorben.
Rettungskräfte nach dem Erdrutsch in Myanmar. Bildrechte: dpa

Bei einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im südostasiatischen Myanmar sind mindestens 110 Arbeiter ums Leben gekommen. Die Feuerwehr des Landes schrieb bei Facebook, es seien 113 Leichen gefunden worden. Der Erdrutsch ereignete sich der Feuerwehr zufolge am Donnerstagmorgen in der Ortschaft Hpakant nahe der chinesischen Grenze.

Die Schlammlawine sei durch heftige Regenfälle ausgelöst worden. Nach Angaben eines örtlichen Polizeibeamten sind die Rettungsmaßnahmen wegen weiteren Niederschläge vorerst gestoppt worden.

Khin Maung Myint, Parlamentsabgeordnete in der Region Hpakant, sagte der Deutschen Presse-Agentur, weitere Arbeiter seien nach dem Unfall am frühen Donnerstagmorgen in der Jade-Mine eingeschlossen und mindestens 23 weitere verletzt worden.

Rettungskräfte sind nach einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im Einsatz.
Mindestens 110 Menschen kamen bei dem Erdrutsch ums Leben. Bildrechte: Feuerwehr Myanmar/dpa

Jade-Handel wichtig für Myanmar

Myanmar ist einer der größten Lieferanten der Schmucksteine. Der Jade-Handel in dem südostasiatischen Land macht nach einer Schätzung der Organisation Global Witness 28 Milliarden Euro aus - und damit knapp die Hälfte des Bruttoinlandprodukts Myanmars. Viel davon wird auf dem Schwarzmarkt erzielt.

In der Region Hpakant, in der es zum dem Unfall kam, gibt es viele Jade-Bergwerke, die oft unsicher und wenig reguliert sind. Tödliche Erdrutsche kommen dort immer wieder vor. Bei einem Vorfall vor fünf Jahren etwa starben 116 Menschen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juli 2020 | 09:30 Uhr