Sommerurlaub Hohe Nachfrage nach Ferienunterkünften an der Ostsee

MDR-INFO-Hauptstadt-Korrespondention Cecilia Reible.
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Wegen des harten Lockdowns sind touristische Übernachtungen bis mindestens 31. Januar nicht möglich. Wann man ohne Einschränkungen wieder verreisen darf, kann derzeit niemand genau sagen. Dennoch buchen viele Deutsche bereits den Oster- oder Sommerurlaub, zum Beispiel an der Ostsee.

Ein Schild mit der Aufschrift 'Bitte Abstand halten' steht am Zugang zum Strand an der Ostsee. 3 min
2020 stieg die Nachfrage nach Inlandsurlaub. Das dürfte 2021 nicht anders sein. Bildrechte: dpa

Urlaubsziele an der Ostsee schon jetzt gut gebucht

MDR AKTUELL Mi 13.01.2021 09:17Uhr 03:08 min

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Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns liegt im Moment im Winterschlaf. Weil zurzeit sowieso keine Touristen kommen dürfen, haben viele große Hotels geschlossen. Auch in den regionalen Tourismusbüros sind viele der Mitarbeiter in Kurzarbeit – es sind ja keine Gäste da. Hoteliers und Gastronomen hoffen, dass sich das mit Beginn der wärmeren Jahreszeit ändern wird. Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, sagt zur aktuellen Buchungslage: "Fürs Frühjahr ist die noch sehr verhalten, weil man ja noch gar nicht weiß, wann es losgehen wird. Für den Sommer trudeln aber schon die Buchungen ein."

Hohe Nachfrage nach Feriendomizilen

So gibt es zum Beispiel im Ostseebad Kühlungsborn eine große Nachfrage nach Ferienwohnungen und -häusern für die Sommersaison. Katja Seppelt, Sprecherin der Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn, macht sich keine Sorgen, dass dann die Gäste ausbleiben könnten: "Die Familienunterkünfte für Familien mit Kindern sind für die Hauptsaison, sprich Mai bis September, nahezu ausgebucht. Und ich gehe eigentlich davon aus, dass es in den Hotels ähnlich aussehen wird."

Auch auf dem Darß sind die Unterkünfte für den Sommer schon jetzt gut gebucht. Bereits im letzten Jahr seien sehr viele Buchungen für diese Saison eingegangen, heißt es  vom Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst. Auch in den Kaiserbädern auf Usedom, Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin ist die Nachfrage nach Unterkünften für den Sommer groß. Es gebe aber noch genügend freie Betten, sagt Kurdirektor Thomas Heilmann: "Die Auswahl ist schon noch sehr ergiebig. Ich denke, dass ein Vorbuchungsstand im Sommer von ungefähr 60, 70 Prozent derzeit erreicht ist, also noch Luft, um das Passende zu finden."

Buchung "grundsätzlich zu empfehlen"

Besonders gefragt in den Kaiserbädern seien Campingplätze und Ferienwohnungen, sagt Kurdirektor Thomas Heilmann. Auf Rügen dagegen haben die Touristiker im Vergleich zum Vorjahr bisher weniger Buchungen registriert. Die Gäste würden wegen Corona noch abwarten, wie sich die Reisemöglichkeiten entwickelten, so die Begründung des Tourismusverbands der Insel.

Und tatsächlich kann man derzeit kaum einschätzen, wann man wieder ohne Einschränkungen an die Ostsee reisen kann. Schon zu Ostern? Oder doch erst ab Pfingsten? Sten Wagner, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, rät, nicht zu lange mit der Buchung zu zögern: "Es ist grundsätzlich zu empfehlen, jetzt schon zu buchen, auch für den Sommerurlaub oder für Ostern. Ganz einfach vor dem Hintergrund, das Jahr 2020 hat es gezeigt, dass es eine gesteigerte Nachfrage für Inlandsurlaub gibt. Und so wie die Situation aktuell ist, wird es für 2021 sogar noch verstärkter sein."

Auf Stornierungsbedingungen achten

Sollte dann im Urlaubsgebiet doch wieder ein Beherbergungsverbot aufgrund der Corona-Lage erlassen werden, könne man die Reise kostenlos stornieren, sagt Wagner: "Wenn es zu einem erneuten Lockdown im Urlaubsgebiet kommt, bekomme ich grundsätzlich mein Geld erstattet."

Anders ist die Sachlage, wenn ein Gast aufgrund von Corona-Beschränkungen seinen Wohnort nicht verlassen darf, wenn er selbst an Covid-19 erkrankt oder in Quarantäne muss. Dann kann der Gastgeber Gebühren für die Stornierung der Reise verlangen. Verbraucherschützer Wagner rät deshalb, vor der Buchung eines Urlaubsquartiers aufs Kleingedruckte zu achten und sich die Stornierungsbedingungen genau anzuschauen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Januar 2021 | 09:17 Uhr

5 Kommentare

Matthi vor 5 Tagen

Die Nachfrage bestimmt den Preis, das ist eben Marktwirtschaft in einen Kapitalistischen System. Mein Hotel an der Ostsee wo ich seit 3 Jahren im Sommer Urlaub mach hat auch für das gleiche Zimmer diese Saison einen ordentlichen Corona Zuschlag verlangt, mal schauen ob die Verluste der Kurtaxe letztes Jahr auf die Kurtaxe dieses Jahr aufgeschlagen wird. So langsam wird es preiswerter am Mittelmeer Urlaub zu machen mit Flug und AI als an der Ostsee wo ich Frühstück, Kurtaxe, Selbstanreise und Parkplatzgebühren habe. Ich fahre gerne an die Ostsee aber alles hat seinen Preis.

Udo vor 5 Tagen

Natürlich ist die Nachfrage groß, daran besteht kein Zweifel.
Allerdings würde ich eher auf den Urlaub verzichten, als mich auf diese große Unsicherheit einzulassen, wie sie seit Corona fast täglich größer wird.
Keiner weiß, wie die Politik weiter entscheidet, es kann durchaus von einem Tag zum anderen plötzlich wieder ein Beherbergungsverbot geben.
Bei Ferienwohnungen muss man schon einen großzügigen Vermieter erwischen, der in solchen Fällen keine Stornokosten verlangt. Und genau die wird es in gefragten Urlaubsgebieten eher selten geben.

s1959 vor 5 Tagen

Leider wird aber diese Situation auch bereits ausgenutzt und die Preise entsprechend in die Höhe getrieben. Wir haben auf einem Campingplatz Insel Usedom für die Vorsaison gebucht, mit der Bestätigung Ende Dezember 2020 habe ich die Preisliste 2021 ausgedruckt um mir eine Übersicht zu schaffen....zwei Wochen später gibt es plötzlich eine neue Preisliste und in der geht die Hauptsaison dort bereits am 01.05.2021 durchgängig bis 01.09.2021 los. Hier wird ganz eindeutig mit der Reisesituation in der Pandemiezeit Kasse gemacht. Und es wird sicher kein Einzelfall bleiben.