Zwei Todesfälle Coronavirus: Italienische Städte schließen öffentliche Gebäude

In Italien gibt es offenbar den zweiten Toten durch das neuartige Coronavirus. Nach einem 78 Jahre alten Mann erlag nun Medienberichten zufolge eine 75 Jahre alte Frau den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19. Die Behörden in Italien reagieren mit drastischen Maßnahmen. Im Norden des Landes wurden öffentliche Gebäude für mindestens eine Woche geschlossen.

Italien, Codogno: Menschen mit Mundschutz stehen vor der Kirche San Biagio.
Codogno in Italien: Nahezu leergefegter Platz, Menschen mit Mundschutz. Bildrechte: dpa

In Italien gibt es offenbar den zweiten Toten durch das neuartige Coronavirus. Ein Sprecher des Zivilschutzes teilte mit, es handele es sich um eine Frau in der nördlichen Region Lombardei. Sie gelte als Verdachtsfall. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Ansa wurde die Frau positiv auf das neuartige Coronavirus getestet.

Zuvor hatten die Behörden bereits den Tod eines Mannes in Venetien gemeldet. Gesundheitsminister Roberto Speranza erklärte, der 78-Jährige sei positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Der Mann sei seit etwa zehn Tage wegen einer anderen Krankheit in einem Krankenhaus in der Region Venetien in Norditalien behandelt worden. Er ist der erste Europäer, der an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben ist.

Kleinstadt Codogno besonders betroffen

Aus Sorge vor einem Ausbreiten des Virus haben die Behörden in mindestens zehn norditalienischen Städten die sofortige Schließung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Behörden angeordnet. Auch Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren sollten in den betroffenen Orten mindestens für eine Woche geschlossen bleiben.

In der Region sind mindestens 20 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Allein in der Kleinstadt Codogno sind bislang 14 Menschen infiziert. Alle hatten offenbar zuvor die selbe Bar besucht. Betroffen sind den Behörden zufolge auch fünf Angestellte eines Krankenhauses.

Am Samstagabend wurde eine Ansteckung in der Region Piemont gemeldet, die mit dem Ausbruch in der Lombardei in Verbindung steht. Insgesamt waren am Sonnabend mehr als 60 Nachweise im Land erfasst. Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten.

Kommunion nur noch mit den Händen

Auch die italienische Kirche reagierte. So verfügte das Erzbistum Mailand, dass bei Gottesdiensten die Kommunion nur noch auf der Hand empfangen werden darf und nicht mehr direkt mit dem Mund. Im Bistum Lodi südöstlich von Mailand können keine öffentlichen Gottesdienste mehr abgehalten haben, weil die Behörden eine Art Ausgangssperre verhängt haben.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte berief eine Krisensitzung des Zivilschutzes ein, warnte aber zugleich vor Alarmismus.

Deutsche von der "Diamond Princess" zurück

In Deutschland sind unterdessen sechs deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Diamond Princess" wieder zurück. Sie landeten am Samstagmorgen nach zweiwöchiger Quarantäne auf dem Schiff auf dem militärischen Teil des Berliner Flughafens Tegel. Sie werden zunächst ärztlich untersucht. Sollte kein Verdacht auf eine Infektion bestehen, werden sie zunächst für zwei Wochen zu Hause isoliert.

Auf der "Diamond Princess", die derzeit vor Yokohama in Japan liegt, waren bei mehr als 600 von insgesamt 3.700 Passagieren Infektionen festgestellt worden. Zwei japanische Passagiere starben.

Mehr als 75.000 Infektionen in chinesischer Region Wuhan

In China fielen nach offiziellen Angaben weitere 109 Menschen dem Virus zum Opfer. In der besonders betroffenen Region Wuhan sind Behördenangaben zufolge mehr als 75.000 Infektionen und mehr als 2.200 Tote erfasst. Außerhalb des chinesischen Festlands gibt es bislang 15 Tote und mehr als 1.300 Infektionen, 16 davon in Deutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Februar 2020 | 02:30 Uhr