'Kreißsaal' steht auf der Tür in einem Krankenhaus
In Gelsenkirchen sind innerhalb relativ kurzer Zeit drei Kinder mit einer deformierten Hand geboren worden. Bildrechte: dpa

In kurzem Zeitraum Drei Kinder ohne Hand in Gelsenkirchen geboren

In einem Krankenhaus in Gelsenkirchen sind innerhalb weniger Wochen drei Kinder ohne Hand geboren worden. Eine auffällige Häufung, so die Klinik. Und es könnte noch mehr Betroffene geben. Auch in Frankreich war es zu einer Häufung von Fehlbildungen gekommen.

'Kreißsaal' steht auf der Tür in einem Krankenhaus
In Gelsenkirchen sind innerhalb relativ kurzer Zeit drei Kinder mit einer deformierten Hand geboren worden. Bildrechte: dpa

In einer Klinik in Nordrhein-Westfalen sind innerhalb weniger Wochen drei Kinder mit Handfehlbildung auf die Welt gekommen. Nach Angaben des Krankenhauses waren bei normalem Unterarm die Handteller und Finger kaum angelegt. "Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig", teilte die Klinik in Gelsenkirchen mit.

Toxikologie der Charité eingeschaltet

Fehlbildungen dieser Art habe man in der Klinik viele Jahre nicht gesehen. Um die Fälle besser abklären zu können, hat die Klinik inzwischen Kontakt mit einer Spezialistin für Embryonal-Toxikologie an der Berliner Charité aufgenommen. Zuvor hatten Hebammenvertreterinnen in unterschiedlichen Medien auf die Fälle aufmerksam gemacht. Seither haben sich laut "Bild"-Zeitung bei einer der Hebammen 20 weitere Familien gemeldet.

Infektionen und Gifte mögliche Ursachen

Der betroffenen Klinik zufolge werden etwa ein bis zwei Prozent aller Neugeborenen mit einer Fehlbildung unterschiedlicher Ausprägung geboren. Fehlbildungen von oder an Armen und Beinen seien insgesamt sehr selten. Sie könnten unter anderem durch Infektionen entstehen, durch das Abschnüren durch die Nabelschnur aber auch Gifte.

Mehrere ähnliche Fälle in Frankreich

In den vergangenen Monaten hatte es ähnliche Fälle in Frankreich gegeben, wo Kinder ohne Hände, Unterarme oder Arme geboren wurden. Die Leiterin des französischen Registers für vorgeburtliche Fehlbildung der Region Lyon wertete die, wie sie sagte, äußerst seltenen Fehlbildungen im Deutschlandfunk als klares Zeichen von äußeren Einflüssen auf den Fötus. Ähnliche Fehlbildungen seien auch bei Tieren in den betroffenen Regionen beobachtet worden.

Umweltschützer geben Pestiziden Schuld

In Frankreich wird vermutet, dass die Mütter während der Schwangerschaft etwas Schädliches gegessen oder eingeatmet haben. Einige Umweltschützer vermuteten Pestizide als mögliche Ursache, weil die Mütter in der Nähe von Feldern gewohnt haben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. April 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 11:24 Uhr

5 Kommentare

part vor 6 Tagen

Gelsenkirchen und Umgebung ist ehemaliges Bergbaugebiet, das ständig am Absaufen unter Tage ist, da wird manchmal viel freigespült. Wenn dann noch eine US- Air- Base in der Nähe ist um so schlimmer und Remscheid als ehemaliger Absturzort einer A 10 Thunderbold liegt auch nicht weit entfernt. Der ganze Ruhrpott insgesamt ist keine Region, wohin man zur Kur fahren würde.

Strafrechts-Profit-eur vor 6 Tagen

Auf Welt-Online erwähnt eine Leser

"Gelsenkirchen ist digitale Modellstadt fuer 5G. Haben die "Verschwoerungstheoretiker" Recht mit der extrem schaedlichen Strahlung?"

Quelle: Mehrere Babys mit Handfehlbildungen in Gelsenkirchen geboren. Welt (Online), heute 15:01

Gerhard Wisnewski bzw. die Zeitschrift ExpressZeitung haben sich bereits im Mai ebenfalls mit dem Thema 5G und dessen gesundheitlichen Folgen auseinandergesetzt. 5G = 800.000 Antennen in Deutschland, also etwa 1 Antenne je 100 Einwohnern.

Im Film "5G: Unsere Zukunft im Mikrowellenherd", zitiert er Prof. Dr. Igor Belyaev, Institut für Genetische Toxikologie, Universität Stockholm:

"Mobilfunkwellen führen zur Verklumpung und Zerstörung des Erbmaterials in Roten Blutkörperchen und zum vorzeitigen Zelltod."

und weiter:

"Mobilfunkwellen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Mißbildungen, viele Krebsarten (...) und Todesfälle ansteigen lassen."

Zitat Ende

Chemnitzer vor 6 Tagen

Auf jeden Fall muss geprüft werden, was die eigentliche Ursache ist. Kontergan vor 50/60 Jahren wurde auch herausgefunden. Hoffentlich passiert das nicht noch öfter.

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