Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot.
Ex-Rennfahrer Niki Lauda ist gestorben. Bildrechte: dpa

Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda gestorben

Der frühere Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren. Lauda hatte 1976 einen schweren Unfall auf dem Nürburgring überlebt und war nach nur sechs Wochen in den Rennzirkus zurückgekehrt. Zudem machte er sich als Luftfahrt-Unternehmer einen Namen.

Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot.
Ex-Rennfahrer Niki Lauda ist gestorben. Bildrechte: dpa

Niki Lauda ist tot. Wie seine Familie mitteilte, starb die österreichische Formel-1-Legende gestern im Alter von 70 Jahren in der Universitätsklinik in Zürich. Lauda sei im Kreise seiner Angehörigen friedlich eingeschlafen.

In der Erklärung der Familie heißt es weiter: "Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich. Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle. Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen."

Laudas Arzt Walter Klepetko aus Wien sagte, der Tod der Formel-1-Legende sei nicht ganz überraschend gekommen. Es sei seit einiger Zeit klar gewesen, "dass wir ihn nicht mehr auf die Rennstrecke zurückbringen können". Es gebe keine Todesursache. Es sei ein langer Prozess gewesen.

Drei Weltmeistertitel und ein schwerer Unfall

Lauda hatte drei Mal den Formel-1-Weltmeistertitel geholt. 1976 überlebte er einen schweren Unfall auf dem Nürburgring. Er hatte auf der Nordschleife die Kontrolle über seinen Ferrari verloren und war in eine Felswand gekracht. Das Auto fing Feuer. Es dauerte fast eine Minute, ehe Lauda aus dem Rennauto gezogen werden konnte. Während dieser Zeit atmete er giftige Dämpfe ein, die seine Lunge schädigten.

Trotz schwerer Verbrennungen kehrte er nur sechs Wochen nach dem Unfall auf die Rennstrecke zurück. Wegen der Spätfolgen des Unfalls musste sich Lauda im Sommer vorigen Jahres einer Lungentransplantation unterziehen. Bereits in den Jahren 1997 und 2005 hatte er sich einer Nierentransplantation unterziehen müssen.

Als Unternehmer erfolgreich

Der Formel 1 blieb er zeitlebens verbunden, zuletzt als Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams und TV-Experte. Neben seiner Rennsport-Karriere war der begeisterte Hobby-Pilot auch ein erfolgreicher Luftfahrtunternehmer.

So hatte er nach seinem ersten Ausstieg aus dem Rennzirkus im Jahr 1979 die Fluggesellschaft "Lauda Air" gegründet. 2002 verkaufte er sie gewinnbringend an Austria Airlines. 2004 gründete Lauda die Billigfluglinie "Niki", die 2011 an Air Berlin ging. Nach der Insolvenz der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft und der Tochter "Niki" übernahm die von Lauda gegründete Fluggesellschaft "Laudamotion" die Start- und Landerechte von "Niki" ebenso wie das Personal, allerdings nicht die Namensrechte.

Große Trauer in Österreich

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Andreas Nikolaus "Niki" Lauda als Idol und Kämpfer. Lauda habe wie kein anderer das Bild vom Rennsport, von der Formel 1, geprägt. Zudem habe er nie aufgegeben.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz twitterte, mit Niki Lauda verliere Österreich eine seiner herausragendsten Persönlichkeiten. Lauda sei ein Vorbild für Mut, Disziplin und Geradlinigkeit.

Auf dem Twitter-Kanal der Motorsport-Königsklasse "Formel 1" war von einem "verheerenden Verlust" die Rede. Lauda sei eine "wahre Legende" und "für immer unsterblich in unserer Geschichte".

Sein Leben in Bildern Niki Lauda - Formel-1-Legende und Unternehmer

Niki Lauda
Niki Lauda bleibt als Formel-1-Legende mit der roten Kappe und den Narben am Kopf in Erinnerung. Laudas Leben hatte neben vielen unternehmerischen und sportlichen Erfolgen auch Schattenseiten. Bildrechte: dpa
Niki Lauda
Niki Lauda bleibt als Formel-1-Legende mit der roten Kappe und den Narben am Kopf in Erinnerung. Laudas Leben hatte neben vielen unternehmerischen und sportlichen Erfolgen auch Schattenseiten. Bildrechte: dpa
Niki Lauda feiert seinen Weltmeistertitel 1975
Seinen ersten Titel holt der langjährige Ferrari-Star im Jahr 1975. Bildrechte: imago images/WEREK
Niki Lauda ist im Alter von 70 Jahren gestorben
Die darauffolgende Formel-1-Saison wird zu einem Schicksalsjahr für Lauda. Bildrechte: imago images / Sven Simon
Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring brennt am 01.08.1976 der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda.
Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring brennt am 1. August 1976 der Ferrari des Weltmeisters. Es dauert fast eine Minute, bis Niki Lauda aus dem Fahrzeug gezogen werden kann. Er atmet giftige Dämpfe ein. Bildrechte: dpa
Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring brennt am 01.08.1976 der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda.
Das Ferrari-Wrack wird von der Rennstrecke abtransportiert. Bildrechte: dpa
Der österreichische Formel-1 Fahrer Niki Lauda bei der Einlieferung in eine Ludwigshafener Spezialklinik für Verbrennungen.
Der Österreicher wird in eine Ludwigshafener Spezialklinik für Verbrennungen gebracht. Bildrechte: dpa
Der österreichische Formel-1 Fahrer Niki Lauda mit vernarbtem Gesicht, Kopfbandage und Brandwunden während einer Pressekonferenz in Salzburg am 8. September 1976.
Der Formel-1-Fahrer verkündet gut einen Monat nach dem Unglück in Salzburg, er werde wieder fahren. Bildrechte: dpa
Der österreichische Formel-1 Fahrer Niki Lauda mit vernarbtem Gesicht, Kopfbandage und Brandwunden während einer Pressekonferenz in Salzburg am 8. September 1976.
Sein Gesicht ist vernarbt, die Brandwunden werden später zu seinem Markenzeichen. Bildrechte: dpa
Niki Lauda und Cyril Levan
Für sein Formel-1-Comeback bekommt er 1977 von Cyril Levan in der Guildhall in London den Internationalen Preis für Tapferkeit im Sport - ausgelobt vom Victoria Sporting Club. Bildrechte: dpa
Zwei Hostessen neben dem Ferrari, mit dem Niki Lauda 1977 Formel 1-Weltmeister wurde
Und Niki Lauda holt im Jahr 1977 mit diesem Ferrari seinen zweiten Titel. Bildrechte: dpa
Der Österreicher Niki Lauda am 21. Oktober 1984 auf dem Siegerpodest. Links am Bildrand der Franzose Alain Prost.
Es dauert bis 1984, da wird Lauda zum dritten Mal Weltmeister. Am 21. Oktober steht er auf dem Siegerpodest neben dem Franzosen Alain Prost. Bildrechte: dpa
Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sitzt im Cockpit eines Airbus A319.
Lauda wird nach seinem Karriereende Unternehmer und Formel-1-Kommentator. Doch auch dieses Leben nach der Sportlerkarriere hat Tiefpunkte. Bildrechte: dpa
Niki Lauda, der Besitzer der Fluggesellschaft, besichtigt nach der Katastrophe die Absturzstelle nördlich von Bangkok, Thailand, an der eine Boeing 767 der Lauda Air abstürzte.
1991: In Thailand stürzt eine Boeing 767 der "Lauda Air" ab. Alle 223 Menschen an Bord kommen ums Leben. Unglücksursache: ein technischer Defekt. Bildrechte: dpa
Die Schauspieler Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Ex-Rennfahrer Niki Lauda und Regisseur Ron Howard (l-r) kommen am 28.09.2013 zur Deutschlandpremiere des Kinofilms Rush in Köln.
2013 wird Niki Laudas Leben verfilmt. Der Film "Rush" feiert im September Deutschlandpremiere. Daniel Brühl spielt darin die Hauptrolle - Niki Lauda. Bildrechte: imago/Horst Galuschka
Filmszene - Daniel Brühl als Niki Lauda.
Daniel Brühl als Niki Lauda, eine Filmszene aus "Rush". Bildrechte: imago/Prod.DB
Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot.
Bis zuletzt hatte er mit den Folgen seines Unfalls im Jahr 1976 zu kämpfen. Ihm wurde noch im Jahr 2018 eine Spenderlunge transplantiert. Am Montag, dem 20. Mai 2019, ist Formel-1-Legende Niki Lauda im Alter von 70 Jahren in Zürich gestorben. Bildrechte: dpa
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Mai 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 14:19 Uhr

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11 Kommentare

21.05.2019 14:07 Sr.Raul 11

Auch mein Mitgefühl den Hinterbliebenen Angehörigen, Freunden und welche ihm noch nahe standen. Zwar nicht meine bevorzugte Sportart, aber war ein großer seines Fachs!
@9 (Lilly), dass "Ich weiß was", absolut deplatziert und zudem noch falsch. Die F1 wird hier als Organisation zitiert und somit passt es.

21.05.2019 13:59 Jörg 10

Eine sehr erfolgreiche Persönlichkeit, als Rennfahrer wie auch als Geschäftsmann. Schade, dass das erfolgreiche Leben so früh ein Ende nahm. Trotzdem sollte uns das die Sinnlosigkeit einer Lungentransplantation vor Augen führen. August 2018 erfolgte diese, bis Ende Oktober war er im Krankenhaus. Zu Weihnachten dann kurz zu Hause, dann wieder ins KH wegen einer Grippe. Seit März lag er dann auf der Intensivstation, wo wer nun auch starb. In der Zeit mußte er ständig zur Dialyse. Wieviel Tage nutzbare Lebenszeit hat er nun dazugewonnen?

21.05.2019 13:07 Lilly 9

mein aufrichtiges Beileid an die Hinterbliebenen.

@MDR
"Die Formel 1 sprach von einem "verheerenden Verlust". Lauda sei eine "wahre Legende" und "für immer unsterblich in unserer Geschichte"."

die Formel 1 kann nicht sprechen, was soll der Quatsch?

21.05.2019 11:35 Jale 8

Mir tun nur die 10-jährigen Zwillinge leid, der er als Vater zurücklässt...

21.05.2019 10:55 Fragender Rentner 7

War das nicht toll, dass er nach seinem schweren Unfall solange noch leben konnte?

Er hatte ja auch in der Zeit danach so einige Probleme mit seiner Gesundheit meistern müssen.

21.05.2019 10:22 Mirco 6

Niki Du standest diesmal nicht auf der Poleposition.... das war zu früh.... Ruhe in Frieden mein Freund R.I.P
Allen Angehörigen und Bekannten Mein Aufrichtiges Beileid...

21.05.2019 10:16 Südharzer 5

Als Formel 1 Experte war er große Spitze, Ehrlich und Sachlich. Ein großes Idol. Danke Nicki

21.05.2019 09:13 Bingo 4

Ein ganz großer Kämpfer, ist von uns gegangen... Mein Beileid.

21.05.2019 09:01 Manfred Faust 3

Ruhe in Frieden lieber Niki. Du warst für viele Sportler ein Vorbild und immer (zu) Ehrlich zu deinen Mitmenschen. Das war es, was dich sehr sympathisch und authentisch gemacht hat.
Mein Beileid an die Angehörigen

21.05.2019 08:46 Norbert NRW 2

Schade, er war nie einer der anderen nach dem Mund geredet hat sondern ein echter Kämpfer auch wenn nicht immer nett zu seiner Umwelt. Aber wer so ein leben geführt hat wird wenig Verständnis für Jammerbolzen haben.