Niki Lauda
Als Team-Chef und TV-Experte blieb Niki Lauda der Formel 1 zeitlebens verbunden. Bildrechte: dpa

Zum Tod von Niki Lauda Seinen Unfall nannte er "mein Barbecue"

Niki Lauda gehörte zu den Großen der Formel-1-Geschichte. Nach seinem schweren Unfall 1976 wurde die rote Kappe zu seinem Markenzeichen. Neben der Formel 1 war das Fliegen seine Leidenschaft. Mit seiner Unternehmerkarriere erfüllte Lauda den Wunschtraum seines Großvaters. Lauda ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

Niki Lauda
Als Team-Chef und TV-Experte blieb Niki Lauda der Formel 1 zeitlebens verbunden. Bildrechte: dpa

Niki Lauda war bis zuletzt eng mit Motorsport verbunden. Mit 19 Jahren startete er bei einem Bergrennen und wurde in einem Mini Cooper auf Anhieb Zweiter. Seinen Weg in die Formel 1 finanzierte er sich über Bankkredite, die er dank seines renommierten Namens bekam: Lauda stammte aus einer einflussreichen Wiener Industriellen-Familie, die von seiner Liebe zum Motorsport keineswegs begeistert war.

Lebensgefährlicher Crash

Niki Lauda ist im Alter von 70 Jahren gestorben
Niki Lauda vor seinem Unfall Anfang 1976. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Elf Jahre lang (1975 bis 1984) fuhr Lauda in der Formel 1 und wurde dreimal Weltmeister. In seiner Sportkarriere überlebte er spektakuläre Unfälle. Wer mit Autorennen anfange, sagte er in mehreren Interviews, müsse sich fragen, ob er in einem Rennauto sterben wolle. Wie durch ein Wunder überlebte er am 1. August 1976 einen schweren Unfall auf dem Nürburgring: Auf der Nordschleife verlor er die Kontrolle über seinen Ferrari, raste in eine Felswand, sein Fahrzeug fing Feuer. Eine Minute später wurde er von anderen Fahrern aus dem Wrack gezogen.

Stoff für Hollywoodfilm

Im Rückblick sprach Lauda immer von "meinem Barbecue". Er trug schwerste Verletzungen davon, seine Lunge war seither stark beeinträchtigt, ein Ohr verbrannte. Um seine Narben zu verdecken, trug er eine rote Kappe, die zeitlebens zu seinem Markenzeichen wurde. Schon sechs Wochen nach dem Unfall trat er wieder beim nächsten Autorennen an. Der lebensgefährliche Chrash von 1976 wurde von Hollywood im Streifen "Rush" verfilmt.

Mehrfacher Airline-Besitzer

Der Formel 1 blieb Lauda zeitlebens verbunden: als Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams sowie als TV-Experte. Parallel zum Rennsport gründete Lauda als gelernter Pilot eine eigene Charter-Airline, die "Lauda Air".

Flugzeug der Airline Laudamotion
Sein Großvater wollte Niki Lauda auch als erfolgreichen Unternehmer sehen. Bildrechte: dpa

Seinen schwärzesten Tag als Unternehmer erlebte er am 26. Mai 1991, als eine Boeing seiner Fluggesellschaft im Westen Thailands abstürzte, alle 223 Insassen kamen ums Leben. Die Anteilseigner für die Fluggesellschaft wechselten später mehrfach, Lauda gründete weitere Airlines. Im März 2018 verkaufte er die Mehrheit seiner neuesten Fluggesellschaft "Laudamotion" an den irischen Billigflieger Ryanair. Mit seiner Unternehmerkarriere erfüllte er den Wunschtraum seines vermögenden Großvaters. Der hatte als Zielmarke ausgegeben: "Der Niki soll nicht auf der Sportseite der Zeitung, sondern im Wirtschaftsteil der Presse stehen".

Lauda war zweimal verheiratet, aus seiner ersten Ehe stammen zwei Söhne. Als 60-Jähriger wurde er 2009 noch einmal Vater von Zwillingen mit seiner 30 Jahre jüngeren Ehefrau.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Mai 2019 | 09:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 10:59 Uhr