Online-Shopping Halle: Online-Shop für regionale Unternehmen geplant

Hand auf's Herz: Sie bestellen doch sicherlich auch hin und wieder im Internet, anstatt die Geschäfte in der Innenstadt zu besuchen. Ist ja auch viel einfacher und schneller. Für die Händlerinnen und Händler in der Stadt bedeutet das aber weniger Kundschaft und damit auch weniger Umsatz. Die Stadt Halle will deshalb einen eigenen Online-Shop für die Unternehmen aus der Region eröffnen.

Frau an einem Laptop mit leerem Bildschirm
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft soll der Online-Shop an den Start gehen. Bildrechte: imago images / Westend61

Annedore Linder verkauft Sonnenschirme, Taschen, Möbel und diverse Geräte für Haus und Garten. Ihre Produkte bietet sie im eigenen Webshop, auf Amazon und Ebay an. Ein weiterer Vertriebsweg soll bald dazukommen: Die Online City Halle – ein Marktplatz für hiesige Unternehmen.

Unternehmen freuen sich

Die Vorteile sind für Linder eindeutig: Ihr Geschäft wird in der Region bekannter und sie kann Produkte am selben Tag an die Kundschaft liefern lassen. Darüber freue sie sich natürlich. Vor allem beim Verkauf von Gartenwerkzeugen, Bohrhämmern und Akkuschraubern sieht sie Potenzial.

"Oder aber vielleicht auch ein Mietgeschäft oder sowas aufzubauen für die größeren Geräte, die ich momentan nicht mehr verschicke. Das würde ich mir gut vorstellen können, dafür habe ich jetzt keine Möglichkeiten und das würde mich innerstädtisch bereichern."

Die Zusammenarbeit sieht folgendermaßen aus: Für 30 Euro im Monat bietet die Online-Plattform Atalanda den Unternehmen einen Internetauftritt inklusive Webshop und sorgt dafür, dass die angebotenen Produkte bei Suchen im Internet besser gefunden werden.

Wie die Idee entstanden ist

Der Einfall für den regionalen Online-Marktplatz kam Inhaber René Baisch und seinem Partner, als der Versandhändler Amazon immer mehr große Warenlager vor die Städte baute. Die Stadt sei aus ökonomischer und ökologischer Sicht ein gigantisches Warenlager, das immer bunter und flexibler werde. "Was fehlt, ist eine Technik oder eine Möglichkeit, Verfügbarkeiten von Produkten, Angeboten aber auch von Dienstleistungen, Gastronomie und so weiter sichtbar zu machen."

Also haben Baisch und sein Partner diese Möglichkeit geschaffen. Auf Atalanda.de kann die Kundschaft das Angebot sehen und das gewünschte Produkt entweder online bestellen oder bestenfalls selbst im Geschäft abholen – eine Online-to-Offline-Plattform, wie Baisch es nennt. Ziel ist es, die Innenstadt zu beleben und den Einzelhandel zu stärken. In insgesamt 18 deutschen Städten funktioniert das nach Angaben von Baisch schon. Das möchte nun auch die Stadt Halle.

Noch einiges zu tun

Aufgabe der Stadt werde es sein, den gesamten organisatorischen Aufwand in Grenzen zu halten, erzählt Petra Sachse vom Dienstleistungszentrum Wirtschaft: "Wir werden nochmal einzeln mit den Händlern sprechen und vor allen Dingen auch mit Gewerbetreibenden, von denen wir glauben, dass sie dabei sein sollten und wir werden als Stadt auch selbst dabei sein: Zum Beispiel unser Stadtmarketing wird selbst Kunde in dem System sein, um eine Vorreiterrolle zu spielen."

Unterstützung bekommen die Gewerbetreibenden von Claudia Rohrbach von der Interessengemeinschaft Alter Markt. Sie hilft dabei, den Online-Auftritt optisch ansprechend zu gestalten, Produkte einzustellen und Werbetexte zu verfassen. Dass die Online City Halle ein Erfolg wird, steht für Rohrbach außer Frage:

"Wir hatten jetzt die dritte Veranstaltung zu diesem Thema und haben jetzt sehr viele Interessenten gewonnen, die werden jetzt alle persönlich angesprochen und die Verträge werden gemacht und dann starten wir das Ganze." Und zwar – wenn alles nach Plan läuft – pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Teil der Online City Halle sind neben Einzelhändlerinnen wie Annedore Linder dann auch Restaurants, Apotheken, Anwaltskanzleien und andere Dienstleistungsunternehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Oktober 2019 | 06:16 Uhr

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