Weggeworfene Kippen Pfand auf Zigaretten: Petition hat mittlerweile 65.000 Unterstützer

Seit Juni läuft eine Petition, die Pfand auf Zigaretten fordert. 65.000 Unterstützer hat sie mittlerweile. Ihr Anliegen: Gerauchte Zigaretten sollen nicht länger auf dem Boden landen. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge passiert das aktuell mit 340 bis 680 Millionen Kilo Zigaretten. Über 7.000 verschiedene Gifte landen so in der Umwelt.

Ein Zigarettenstummel
Ein Zigarettenfilter braucht zehn bis 15 Jahre, um sich zu zersetzen. Bildrechte: IMAGO

Blei, Chrom, Formaldehyd, Kupfer und natürlich Nikotin: Das sind nur einige wenige der zahlreichen Giftstoffe in Zigarettenstummeln. Im Boden und in Gewässern können die Gifte die Gene von Organismen und Lebewesen ändern, sie gar töten.

Wohin mit der Kippe?

Trotzdem gestehen die meisten Raucher auf die Frage, wie sie ihre aufgerauchten Zigaretten entsorgen: auf der Straße. Die wenigsten behalten ihre Zigarette nach dem Rauchen so lange in der Hand, bis sie einen Mülleimer finden.

Zigaretten einfach auf die Straße zu schmeißen, das ist eine Ordnungswidrigkeit. Doch nur wenige Städte gehen aktiv dagegen vor. Nur vier von zehn mitteldeutschen Städten, die MDR AKTUELL angefragt hat, führen überhaupt eine Statistik darüber.

In Jena wurde in den vergangenen fünf Jahren kein einziges Bußgeld wegen des Wegschnippens von Zigarettenstummeln verhängt, in Chemnitz wurden in zwei Jahren 35 Anzeigen gezählt. Die meisten statistisch erfassten Bußgelder verhängten Gera und Halle. In Halle etwa waren es in diesem Jahr 90. Zwischen fünf und 55 Euro Bußgeld werden meist fällig.

Pfand auf Zigaretten

Ein Raucher ascht in einen transportablen Aschenbecher
Zum Pfandsystem soll auch ein Taschenaschenbecher gehören. Bildrechte: imago/Fernando Baptista

Stephan von Orlow geht das alles nicht weit genug. Der 49-jährige Prozessmanager aus Berlin hat eine Petition gestartet. Er fordert Pfand auf Zigaretten: "Wenn man 20 Cent pro Kippe und damit vier Euro pro Schachtel auf den Boden wirft, dann weiß man schon, was man getan hat. Da muss man schon sehr überzeugt sein, sein Geld aus dem Fenster zu werfen." Von Orlow glaubt, Pfand würde da ganz gut funktionieren: "Direkt, wirksam und es kostet nicht die Allgemeinheit, sondern insbesondere denjenigen, der den Müll wegwirft." Mit jeder Schachtel soll ein Taschenaschenbecher erworben werden. Den soll man überall dort zurückgeben können, wo man Zigaretten kaufen kann.

Kritik an der Idee

Über 65.000 Unterstützer hat die im Juni gestartete Petition bereits. Beim Deutschen Zigarettenverband dagegen hält man nichts von der Idee: Zu kostspielig und zu aufwendig sei ein Pfandsystem. Schließlich würde so kein Rohstoff dem Recycling zugeführt, sondern Müll eben nur dem Müll. Stattdessen wolle man eine höhere Sensibilisierung der Raucher.

Die Raucher, die gerade noch ihre Zigarettenstummel auf den Boden geworfen haben, würden sie für Pfand aber durchaus zurückbringen. Ein Raucher sagt zum Beispiel: "Ich glaube, dann wären die ganzen Straßen sauber."

Doch auch im Bundesumweltministerium findet man die Pfandidee zu kompliziert. Lieber sollten die Hersteller einen Teil der Reinigungskosten und das Aufstellen von Aschenbechern mitfinanzieren, heißt es aus dem Ministerium.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Oktober 2019 | 05:00 Uhr

7 Kommentare

der Vielfaltige vor 50 Wochen

Ach ja nochwas... solange es ein Zeichen von funktionierender Demokratie ist, sämtliche Häuser mit Graffiti zu beschmieren und zu plakatieren, können Sie den Kippenschwachsinn weglassen.

kennemich vor 51 Wochen

Diese Idee ist gut nur muß der Fand darauf mindestens einen Euro betragen.

Oder wie in so manchen Land in Südostasien, wo es sehr harte Strafen gibt wer da was auf die Straßen usw. wirft.

Lisa vor 51 Wochen

Der Mensch rennt dem Hund hinter her und sammelt auf was er fallen lässt,

Aber eine Kippe kann er nicht in den Mülleimer werfen, das überlastet ihn

😂😂😂🤔🤭🤭🤭🤭🤭