Ein Polizist steht vor einem Einsatzwagen.
Razzia am 10. Juli 2019 in Leipzig gegen bandenmäßige Scheinehen Bildrechte: MDR/Ole Hilgert

Großraum Leipzig Razzia gegen bandenmäßig organisierte Scheinehen

Mit einem Großeinsatz ist die Bundespolizei am Mittwoch in mehreren Bundesländern gegen eine Bande Schleuser vorgegangen. Schwerpunkt des Einsatzes war die Region Leipzig. Dem Ring wird vorgeworfen, für Inder und Pakistanis Ehen mit osteuropäischen Frauen vermittelt zu haben.

Ein Polizist steht vor einem Einsatzwagen.
Razzia am 10. Juli 2019 in Leipzig gegen bandenmäßige Scheinehen Bildrechte: MDR/Ole Hilgert

Die Bundespolizei ist bei einer groß angelegten Aktion am Mittwoch gegen eine Bande vorgegangen, die mit Scheinehen zahlreiche Menschen nach Deutschland eingeschleust haben soll. Mehr als 500 Einsatzkräfte durchsuchten in Sachsen, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz insgesamt 39 Objekte.

Die Razzien richteten sich nach Angaben der Bundespolizei Leipzig gegen mehr als 60 Beschuldigte. Schwerpunkt war der Großraum Leipzig. Weitere Durchsuchungen gab es unter anderem in Altenburg in Thüringen. Die Polizeioperation fand im Auftrag der Staatsanwaltschaft Leipzig statt.

Viele Festnahmen in Leipzig

Bis zum Mittag meldete die Polizei 28 vorläufige Festnahmen, die meisten in Leipzig. Als Hauptverdächtige gelten zwei Personen, denen banden- und gewerbemäßige Einschleusung von Ausländern vorgeworfen wird. Die anderen mehr als 60 Verdächtigen sollen mittels Scheinehen unerlaubt eingereist sein, beziehungsweise in Deutschland leben. Ihnen werden unterschiedliche Straftaten vorgeworfen.

Einsatzzentrum am Flughafen Leipzig-Halle

Bearbeitungsstraße der Bundespolizei am Flughafen Leipzig/Halle
Eine "Bearbeitungsstraße" der Bundespolizei am Flughafen Leipzig/Halle. Bildrechte: Ole Hilgert/MDR

Wegen der großen Anzahl von Beschuldigten hat die Bundespolizei nach MDR-Informationen am Flughafen Leipzig-Halle Räumlichkeiten zu sogenannten Bearbeitungsstraßen umfunktioniert. Alle Verdächtigen werden dort zentral zugeführt und erkennungsdienstlich erfasst.

Den Hauptbeschuldigen wird vorgeworfen, vornehmlich für Inder und Pakistanis Ehen mit osteuropäischen Frauen vermittelt zu haben. Die Personen konnten dadurch dauerhaft in Deutschland bleiben. Für die Vermittlung von Scheinehen wurden der Polizei zufolge pro Person zwischen 15.000 Euro und 22.000 Euro verlangt.

Der Leiter der ermittlungsführenden Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle, Polizeidirektor Markus Pfau, sagte:

Die Beschuldigten haben unseren Rechts- und Sozialstaat gezielt getäuscht; auf Kosten der Allgemeinheit. Dies konnten wir heute vereiteln.

Polizeidirektor Markus Pfau Bundespolizei Halle

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 17:41 Uhr