Fußball-Bundesliga Leipziger Gesundheitsamt prüft Hygienekonzepte für Stadion

Eine Entscheidung zur Fortsetzung der Fußball-Bundesliga ist noch immer nicht getroffen. Städte warten ebenso auf Ansagen wie Gastronomen, Fans und Vereine. In Leipzig bereitet man sich auf Tag X zumindest bereits vor.

Red Bull Arena in Leipzig
Es wird diskutiert, ob die Fußball-Bundesliga vor leeren Rängen fortgesetzt wird. Bildrechte: dpa

Olaf Winkler sitzt auf einer Bierbank im Freisitz seines "Joseph Pub" in Leipzig-Lindenau. Eigentlich sitzen hier Gäste und oft auch Fußballfans zum gemeinsamen Mitfiebern. Winkler ist nicht nur Pub-Inhaber, sondern auch Aufsichtsratsvorsitzender beim Viertligisten Lok Leipzig. Er ist sich sicher:

Die 1. und 2. Liga, die müssen spielen und die werden auch spielen, da geht es ja um diese letzte TV-Tranche von diesen Pay-TV-Sendern, die auch vorfristig geflossen ist.

Olaf Winkler Aufsichtsratsvorsitzender 1. FC Lok Leipzig

Damit meint Olaf Winkler, dass Fernsehgelder an die DFL, für Spiele, die noch ausstehen, schon gezahlt wurden. Er glaubt deshalb: Ende Mai rollt der Ball wieder, wenn auch in leeren Stadien.

Spielbetrieb hat Auswirkungen auf Gastronomie

Dass der Pub von Olaf Winkler bis dahin vielleicht wenigstens den Freisitz wieder öffnen darf, kann er nur hoffen: "Natürlich spielt uns das dann in die Karten. Auf der anderen Seite muss man sehen, wir haben dann wieder die Kosten an der Backe, sage ich mal ganz salopp. Wir haben die Leute aus der Kurzarbeit wieder. Also im Prinzip brauchen wir das dann, dass die Leute zum Fußball schauen in den Laden kommen, ob dann mit Abstand oder ohne – wahrscheinlich mit Abstand – und klar wäre das dann gut, das ist für das Geschäft auf jeden Fall gut."

Beim Sächsischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA will man sich zur möglichen Fortsetzung der Bundesliga lieber nicht äußern: Man wolle als Verband neutral bleiben. Die Menschen auf der Straße sind da meinungsfreudiger.

Die befragten Passanten sehen wenig Sinn in der Wiederaufnahme der Bundesliga. Die vielen Tests, die benötigt würden, könnten an anderer Stelle fehlen. Eine andere Person fragt sich, warum es gerade für den Fußball Ausnahmeregeln geben solle, wo doch auch die kleinen Selbstständigen Probleme haben. Wieder ein anderer Passant ist für Spiele in der 1. und 2. Bundesliga. Die Vereine aus diesen Ligen sollen dann aber auch die kleineren Vereine unterstützen.

Unterschiedliche Gegebenheiten in Stadien

Bei der Stadt Leipzig wartet man unterdessen auf die Entscheidung der Liga, sagt Sprecher Matthias Hasberg. Das Gesundheitsamt bereite sich aber schon darauf vor, Hygienekonzepte für Stadien zu prüfen. Während Städte wie Dresden im Falle einer Ligafortsetzung auf bundeseinheitliche Regeln hoffen, geht Hasberg in Leipzig davon aus, dass unterschiedliche bauliche Gegebenheiten von Stadien mal wieder zu einem Flickenteppich führen könnten.

Das heißt, im ganz blöden Ausnahmefall kann es passieren, dass wir an einem Spieltag acht Spiele haben und das neunte findet nicht statt.

Matthias Hasberg Pressesprecher der Stadt Leipzig

Weil unter den gegebenen Umständen das örtliche Gesundheitsamt sage: So könnt ihr nicht spielen. Das könne passieren. Hauptkriterium für Profi-Fußballspiele werde aber sein, dass jeder Spieler vor jedem Spiel getestet wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. April 2020 | 05:00 Uhr

19 Kommentare

Peter vor 29 Wochen

Eigentlich ist es mir vollkommen egal, ob die Bundesligen wieder spielen.
Allerdings stört mich der Unfug, den Sie schreiben. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Vorstände und Aufsichtsräte der mitteldeutschen Profivereine der 1. und 2. Bundesliga anzusehen.
Bei RB Leipzig, Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue findet man keine Stadtoberhäupter oder andere hochrangige Politiker.
Es ist schon hahnebüchen, den Verantwortlichen in den Vereinen zu unterstellen, sie würden sich nur bereichern wollen.

UliBla vor 29 Wochen

Es ist doch sehr verwunderlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung als „Fussballhasser“ bezeichnet wird. Hier geht es ganz klar um bestehende Gesetze und gleiches Recht für Alle. Aber es wird vor allem von der Politik unterstützt, dass wir wieder glücklich sind, wenn der Fußball wieder da ist, eben „Brot und Spiele“. A

Critica vor 29 Wochen

Doch, es ist zu erklären, warum Profifußball eine Sonderregelung erhält. Schauen Sie mal, wer in Vorständen und Aufsichtsräten sitzt und hierfür "fettes Geld" bekommt... in der Regel Stadtoberhäupter und andere Politiker. Die werden sich doch ihre "Aufwandsentschädigungen" nicht entgehen lassen.