Fleischindustrie Protestaktion vor Tönnies-Werk

Am Standort Rheda-Wiedenbrück des Fleischverarbeiters Tönnies hat es eine Protestaktion gegeben. Demonstrierende bockierten die Zufahrt. Auf dem Dach des Werks brachten sie ein Transparent an.

Vier Aktivisten vom Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie haben ein Dach der Firma Tönnies besetzt und hängen dort ein Transparent mit der Aufschrift SHUT DOWN TIERINDUSTRIE auf
Mehrere Demonstrierende sind auf das Dach des Tönnies-Werks gelangt und haben dort ein Transparent enthüllt. Bildrechte: dpa

In Rheda-Wiedenbrück haben rund 30 Tierschützer und Tierschützerinnen das Tönnies-Werk besetzt. Ein Polizeisprecher erklärte, sie forderten auf Plakaten "Schluss mit der Ausbeutung von Mensch und Tier".

Reaktion auf Infektionsgeschehen in Fleischindustrie

Auf Twitter schrieb das Bündnis "Gemeinsam gegen die Tierindustrie", dass mehrere Mitglieder auf das Dach des Schlachthofes gelangt und dort ein entsprechendes Transparent enthüllt hätten.

Weitere Demonstrierende hätten in der Einfahrt des Werkes Zelte aufgebaut und diese dadurch blockiert. Eine Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtet, dass sich einige von ihnen mit Fahrradschlössern zusammengekettet hätten.

In dem Tönnies-Standort hatte sich das Coronavirus so weit verbreitet, dass regional strenge Beschränkungen für die Bevölkerung der Kreise Gütersloh und Warendorf verhängt wurden. Die Fälle von Infektionen in Schlachtbetrieben rückten die Arbeitsbedingungen und Werkverträge der Branche in den Fokus der Öffentlichkeit.

Nach Angaben der Stadt Rheda-Wiedenbrück waren bei einer Reihenuntersuchung unter den 6139 Betriebsangehörigen von Tönnies etwa 23 Prozent positiv auf Corona getestet worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juli 2020 | 09:00 Uhr

2 Kommentare

Ludwig vor 5 Wochen

"Am Standort Rheda-Wiedenbrück des Fleischverarbeiters Tönnies hat es eine Protestaktion gegeben. Demonstrierende bockierten die Zufahrt."
Sehr bockig eben, diese Besetzerszene. War die "Protestaktion der Demonstrierenden" eigentlich angemeldet und behördlich genehmigt? Anderenfalls wäre es wohl Hausfriedensbruch, der in einem funktionierenden Rechtsstaat strafrechtlich zu verfolgen wäre. Selbst wenn Tönnies Unrecht gehandelt haben sollte, legitimiert das niemanden dazu mit Unrecht zu reagieren. Vielleicht könnten die 30 Demonstrierenden darüber nachdenken, Land zu pachten und einen Biohof zu betreiben, wo Tiere ordentlich nach den Regeln des Tierschutzes aufgezogen, geschlachtet/verarbeitet werden?

aus Sachsen und denkt vor 5 Wochen

Der Zusammenhang "Hoher Fleischverbrauch = hoher Lebensstandard" ist nicht so schnell aus den Köpfen herauszubekommen, aber es kommt Stück für Stück an. Protestaktionen wie die im Artikel beschriebene sind wohl nötig.
Die Zeit, wo ich 3 Schnitzel am Stück oder beim Rostern (für Nicht-Ossis: "Grillen") 2 Steaks und 2 Roster verdrückt habe, die gab es, und die ist vorbei. Heute holen wir uns überwiegend Bio-Fleisch, oder zumindest regionales vom Fleischer, der seinen liefernden Bauern und Jäger kennt. Und nein, es muss unterm Strich nicht teurer sein, denn mal ehrlich, das 2. und das 3. Schnitzel hat genauso geschmeckt wie das erste. Bio-Suppenhuhn bekommt man für unter 4 Euro das Kilo, und es ist so ergiebig. Wir Sachsen kochen ja viel mit Fleisch- oder Knochenbrühe, da wird nichts verschwendet. Es ginge also auch mit weniger Fleisch und ergo weniger Tieren, und es ist auch kein Verzicht, sondern bewussterer Genuss, weil man im Bauch nun auch noch Platz für andere leckere Sachen hat.