Wegen Corona-Krise Landgericht: Loveparade-Prozess soll eingestellt werden

Das Landgericht Duisburg hat vorgeschlagen, den Prozess um die Love-Parade 2010 einzustellen. Damals waren im Gedränge 21 Menschen ums Leben gekommen. Angeklagt sind drei Mitarbeiter des Veranstalters.

Rosen verwelken an der Loveparade Gedenkstätte.
21 Menschen wurden im Gedränge vor der Festivalgelände der Loveparade 2010 erdrückt. Bildrechte: dpa

Wegen der Corona-Krise soll der Prozess um die Loveparade 2010 eingestellt werden. Das hat das Landgericht in Duisburg vorgeschlagen. Wegen der aktuellen, sehr dynamischen Entwicklung der Pandemie sei nicht abzusehen, wann und wie die derzeit unterbrochene Verhandlung fortgesetzt werden könne.

Damit könnte der Prozess gegen die drei angeklagten Mitarbeiter des Veranstalters der Loveparade 2010 ohne Urteil eingestellt werden. Sie müssen sich wegen fahrlässiger Tötung beziehungsweise fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Die Prozessbeteiligten sollen sich nun bis zum 20. April zu dem Vorschlag äußern.

Kammer will Erkenntnis vortragen

Sollte es zur Einstellung kommen, will die Kammer ihre Sicht der Geschehnisse um die Loveparade 2010 schriftlich darlegen und in einer zeitlich begrenzten Hauptversammlung vortragen. Die nächste Sitzung soll am 21. April stattfinden. Noch ist unklar, ob sie wegen der Corona-Krise stattfinden wird.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg kam es am einzigen Zugang und Abgang auf das Festival-Gelände zu einem so großen Gedränge, dass 21 Menschen ums Leben kamen und mindestens 652 verletzt wurden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. April 2020 | 16:00 Uhr