Ein Feldjäger steht auf einer abgesperrte Straßen in der Nähe der Absturzstellen eines Eurofighters in der Nähe von Jabel.
Die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen ist in der Nacht fortgesetzt worden. Bildrechte: dpa

Eurofighter-Absturz Luftwaffe übernimmt Ermittlungen

Nach dem Absturz der beiden Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern hat das Luftfahrtamt der Bundeswehr die Untersuchung der Unfallursache übernommen. Die Linke fordert das Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie seien eine Gefahr für Mensch und Umwelt.

Ein Feldjäger steht auf einer abgesperrte Straßen in der Nähe der Absturzstellen eines Eurofighters in der Nähe von Jabel.
Die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen ist in der Nacht fortgesetzt worden. Bildrechte: dpa

Am Tag nach dem Absturz der beiden Eurofighter mit einem Toten in Mecklenburg-Vorpommern hat der General für Flugsicherheit der Bundeswehr, Peter Klement, die Untersuchung der Unfallursache übernommen. Ein Sprecher der Luftwaffe teilte am Dienstagmorgen mit, dass die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen auch in der Nacht fortgesetzt worden sei.

Auch die Flugdatenschreiber sollen ausgewertet werden. Der überlebende Pilot werde derzeit in einer Universitätsklinik behandelt.

300 Soldaten bei Bergung im Einsatz

"Jetzt geht es darum, den ganzen Vorgang lückenlos aufzuklären, um eine Erklärung für den Unfallhergang zu finden", so der Sprecher. Der General für Flugsicherheit ist eine Position mit eigener Abteilung im Luftfahrtamt der Bundeswehr.

Insgesamt sei die Zahl der beteiligten Bundeswehrangehörigen auf mehr als 300 erhöht worden. Sie ersetzen die gut 200 Polizeibeamten, die am Montagnachmittag unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe mit der Suche nach den Piloten und der Sicherung der Unglücksorte begonnen hatten, am späten Abend dann aber abgezogen wurden.

Linke fordert Ende von Luftkampfübungen

Die Linke forderte als Konsequenz ein Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie seien nicht nötig und stellten eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt dar, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Peter Ritter, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir erwarten eine zügige Aufklärung der Ursachen für das Unglück, damit ähnliche Vorfälle verhindert und weitere Gefahren für die Bevölkerung ausgeschlossen werden können."

Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte hat am Dienstagmorgen sein Unverständnis zur Forderung der Linken geäußert und die Luftkampfübungen verteidigt. "Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschlandfunk.

Längere Einschränkungen für Anwohner

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) stimmte die in der Absturzregion lebenden Menschen auf längere Einschränkungen und Absperrungen ein. Das sei nötig, um alle Teile der abgestürzten Maschinen bergen und die Absturzursache ermitteln zu können, sagte er. Caffier forderte die Bevölkerung auf, sich von den kilometerweit verstreuten Wrackteilen fernzuhalten. Bei der Sicherung der Unfallstelle seien wegen giftigen Rauchs bereits zwei Feuerwehrleute verletzt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 08:51 Uhr

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23 Kommentare

25.06.2019 18:34 reiner202 23

@19 Noch ein Hinweis Ich habe da gedient wo der Unfall war

25.06.2019 18:31 reiner202 22

@19 Hier scheint jemand dummes zu zu schreibe,der nie Gedient hat. Klar habe ich bei der Luftverteidigung gedient,die auch eine Armee war. wenn du etwas davon verstehen würdest,dann wüstest du auch das die Piloten bei den hohen Geschwindigkeiten nie alleine fliegen.Es sind keine Zivilflugzeuge mit dem man nach Malle fliegt.Bevor sie hier noch mal schreiben informieren sie sich bitte.Nach ihren Kommentar sind sie irgend ein billiger,der sich wichtig tuen will

25.06.2019 16:13 Mustermann 21

@lobbyregister: Sie waren wohl auch vor Ort in Lychen? Dann würden Sie nicht solche heiße Luft von sich geben und von sich auf andere schließen. Und das war ein erfahrener Fluglehrer? Umso so schlimmer...Jemand der derart leichtsinnig mit anderen Menschen umgeht kann kaum zurechnungsfähig sein.

25.06.2019 14:36 Werner 20

Mein Beileid den Angehörigen. "Der Tagesspiegel": "UPDATE 02.05.2018, 15:03 Uhr Bundeswehr
Nur vier von 128 Eurofighter-Kampfjets einsatzbereit." Damit hat die BW gleich 50%, die Hälfte ihrer Jet´s verloren.
"FOCUS" 03.05.2018: "Seit Jahresbeginn sollen bislang sieben, demnächst sogar neun erfahrene Eurofighter-Piloten sich aus der Luftwaffe zurückgezogen und den Dienst quittiert haben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Thomas Wassmann vom Verband der Besatzungen strahlgetriebener Kampfflugzeuge der Bundeswehr benennt vor allem Frust als Grund: "Derzeit kommen die Piloten auf gerade mal 60 bis 80 Flugstunden im Jahr. Früher waren es 160 bis 180.""

25.06.2019 13:48 Wo ist das Lobbyregister? 19

@25.06.2019 13:24 reiner202

(Ich war bei den Luftstreitkräften und werde schon jetzt sagen der tote Pilot war schuld.)

Na, dann verraten sie uns noch, WO "bei den Luftstreitkräften" sie waren - da bin ich aber gespannt.

Der Gefechtsstand führt die Maschine an den Feind heran - das Gefecht selbst führt die Besatzung selbstverständlich autonom, sie Spezialist. Es werden also, auch für sie, bei Zielkontakt keine Formulare ausgefüllt ...

Der Unfall ist bei einer Übung geschehen - es ist das Wesen von Übungen, dass Fehler seitens der Übenden begangen werden. Auch solche. Man kann Luftkämpfe nicht mit Versicherungsmentalität trainieren. Man sollte das auch gar nicht erst versuchen. Gehen sie davon aus, dass niemand fahrlässig und wie sie beim Autofahren agiert hat.

25.06.2019 13:40 Wo ist das Lobbyregister? 18

@25.06.2019 11:10 Leyder

(Brauchen wir den Eurofighter?)

Der EF ist ein Auslaufmodell und hat längst einen, noch im Frühstadium der Entwicklung befindlichen Nachfolger. Soviel dazu.

Und, ja, wir brauchen tatsächlich solche Geräte. Dafür reicht ein einziger Blick auf die potentiellen Konfliktherde allein in der Nähe Mitteleuropas. Selbst die Schweiz und Schweden, beide strikt neutral, unterhalten aus gutem Grund aufwändige Luft- und andere Teilstreitkräfte. #10 trifft den Nagel auf den Kopf mit dem "si vis pacem para bellum". GERADE der neoliberalen Politik der letzten 20 Jahre wegen, die alle latenten globalen Verteilungskonflikte hat eskalieren lassen und das auch weiterhin tut. Bedanken sie sich u. v. a. bei der Merkelei dafür.

Was die LINKE hier mal wieder ablässt, ist so unfassbar lächerlich und ohne jede Sachkenntnis, dass man daraus Rückschlüsse auf das Weltbild dieser Partei ziehen kann. Nicht zuletzt auf anderen politischen Gebieten.

25.06.2019 13:30 Wo ist das Lobbyregister? - corrected copy 17

Was möchten sie sagen? Wir (...) leisten uns ein "Verkehrssystem", dass ganz andere Unfall- und vor allem Opferzahlen aus ganz anderen Motiven am laufenden Band generiert - was genau möchten sie also mit ihrem kindischen Kleine-Leute-Moralismus genau aussagen?

Wie ein anderer Kommentator schon schrieb: Das Fliegen eines Kampfflugzeuges, wie der Eurofighter, erfordert unaufhörliches Training. Die reduzierten Flugstunden aufgrund der "Sparpolitik" der Knechte des Kapitals hatte bereits nachhaltige Folgen für den Trainingsstand der deutschen Piloten - und ja, ich kann das beurteilen. Sie nicht.

Wer Luftstreitkräfte unterhält, MUSS das berücksichtigen oder er kann den Laden zumachen. Was ein paar Ideologen und Parteisesselpupsern im Lande natürlich in ihrer öffentlich finanzierten Kinderwelt zu passe käme. Das ist aber völlig verantwortungsloses Geschwätz und kein Jota mehr.

25.06.2019 13:24 reiner202 16

Ich war bei den Luftstreitkräften und werde schon jetzt sagen der tote Pilot war schuld. So wird es das Verteidigungsministerium sage.!!!!! Leider kann es so nicht sein.Jagdflugzeuge werden vom Boden,aus dem Gefechtsstand an den sogenannten Feind herangeführt und erst nach Sicht Kontakt fliegen sie alleine und sind immer unter Beobachtung . Für mich hat der Gefechtsstand versagt.

25.06.2019 12:48 Pittiplatsch, der Liebe 15

Am Morgen nach dem Unfall wurde in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens ein Wrackteil gefunden. Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte entdeckte das etwa einen halben Meter lange Bauteil auf einem Sportplatz, der an das Kindergartengelände grenzt. "Wir können von Glück reden, dass wir so davon gekommen sind", sagte die Leiterin des Kindergartens [Quelle: SPON]. So sieht also das Einsatzgebiet der BW aus. Da hilft natürlich nur noch trainieren, trainieren und nochmals hart trainieren ! Denn, nur die Harten kommen in den Kindergarten. Dialektik verstanden ?

25.06.2019 12:20 Saxe 14

Brauchen wir diesen Schrott überhaupt noch ? Noch dazu solche Kriegsspiele im uraubsgebiet