Neues Coronavirus Deutsche Staatsbürger auf dem Rückflug aus Wuhan

Die Zahl der Infizierten und Toten durch das neue Coronavirus steigt immer schneller. Deutsche aus der besonders betroffenen Provinz Hubei werden nun nach Hause geholt. Eine Maschine der Luftwaffe startete am Freitagmittag von Köln Richtung China und ist nun auf dem Rückflug. Zuvor gab es bereits Reisewarnungen. In Bayern ist erstmals ein Kind an dem neuartigen Virus erkrankt.

Ein Airbus A310 startet vom Flughafen Köln Bonn in Richtung Wuhan
Der Airbus A310 der Luftwaffe startet in Richtung Wuhan. Bildrechte: dpa

In Deutschland ist erstmals ein Kind an dem neuartigen Corona-Virus erkrankt. Wie die bayerischen Behörden mitteilten, handelt es sich um das Kind eines der fünf infizierten Männer aus der Firma Webasto.

Unterdessen ist der Rückholflug für Deutsche in die vom Coronavirus am stärksten betroffene chinesische Provinz Hubei auf dem Rückflug nach Deutschland. Die Maschine der Bundeswehr hob am Freitag vom Flughafen Köln-Wahn ab. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen mehr als 120 Menschen zurückgeholt werden – darunter rund 90 deutsche Staatsbürger sowie etwa 40 Angehörige mit anderer Staatsangehörigkeit.

Rückkehrer kommen zunächst in Quarantäne

Eine Krankenschwester in Schutzkleidung telefoniert in der Nähe eines Krankenwagens.
Eine chinesische Krankenschwester in Schutzkleidung. Bildrechte: dpa

Nach der Rückkehr am Flughafen Frankfurt sollen die Passagiere für die Inkubationszeit von 14 Tagen in Quarantäne kommen. Dafür gibt es dem Bundesgesundheitsministerium zufolge eine zentrale Unterbringung auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim. Laut Bundesaußenminister Heiko Maas gibt es unter den Passagieren aber weder Infizierte noch Verdachtsfälle. Die Teilnahme am Rückholflug ist freiwillig. Auf Chinas Bitten werden auf dem Hinflug 10.000 Schutzanzüge mitgenommen, die vor Ort gebraucht würden, hieß es.

Auch die USA, Japan und andere Länder haben Staatsbürger aus Wuhan geholt oder planen Rückholaktionen. In Frankreich kam am Freitag gegen Mittag die erste Maschine mit rund 200 Menschen auf dem Militärstützpunkt Istres an. Indes meldete Russland den ersten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus

Schon vor Start des Rückholflugs hatte das Auswärtige Amt von Reisen nach China abgeraten. In den aktualisierten Reisehinweisen werden Bundesbürger aufgerufen, möglichst auf Reisen nach China zu verzichten. Vor einem Besuch in der schwer betroffenen Provinz Hubei wird ausdrücklich gewarnt. Bis Freitag stieg die Zahl der Infektionen und Todesfälle am stärksten innerhalb eines Tages. Nach Angaben der Gesundheitskommission in Peking wuchs die Zahl der Patienten auf mittlerweile 11.791, die Zahl der Toten stieg um 46 auf 259 (Stand: Samstagvormittag).

Für US-Bürger gilt höchste Warnstufe

Noch deutlicher warnt die US-Regierung ihre Staatsbürger vor Reisen nach China. Das Außenministerium verschärfte seine Reisehinweise auf die höchste Stufe 4. China wird damit ähnlich gefährlich eingestuft wie der Irak, Iran und Afghanistan. Zudem verfügte US-Präsident Donald Trump ein Einreisebann für Menschen aus China, der ab Sonntag 23 (MEZ) gilt. US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen zuvor in Wuhan oder der umliegenden Provinz Hubei waren, müssen sich für bis zu zwei Wochen in Quarantäne begeben. Amerikaner, die in anderen Teilen Chinas waren, sollen sich selbst für zwei Wochen isolieren.

Chinas Außenamtssprecherin kritisierte den Einreisebann. "Es ist mit Sicherheit keine Geste des guten Willens", sagte sie. Während die Weltgesundheitsorganisation von Reisebeschränkungen abrate, gingen die USA in die entgegengesetzte Richtung und setzten ein "schlechtes Beispiel". "In der Not erkennt man seine Freunde", sagte die Sprecherin. Was die USA täten, basiere nicht auf Fakten und sei nicht hilfreich

Viele Airlines wie auch die Lufthansa haben ihre Flüge nach China bereits ausgesetzt. Aus diesem Grund kündigte Peking eine Rückholaktion für im Ausland gestrandete Landsleute an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief wegen einer drohenden Pandemie den internationalen Gesundheitsnotstand aus.

Weiterer Webasto-Mitarbeiter infiziert

In Bayern hat sich ein fünfter Patient mit dem neuartigen Coronavirus aus China infiziert. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums handelt es sich um einen fünften Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg.

Dort arbeiteten auch die vier anderen Infizierten. Sie hatten sich offenbar bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die zu Besuch in der Unternehmenszentrale in Bayern war. Etwa 110 Kontaktpersonen aus der Firma werden laut Behörden nun auf das neue Virus getestet. Ergebnisse werden im Laufe des Freitags erwartet.

Pandemie Die WHO unterscheidet zwischen sechs Pandemie-Phasen:

Phase 1 – geringes Risiko: Es wurde ein neuer Virus-Subtyp in Tieren entdeckt,
ohne dass Gefahr für Menschen besteht.

Phase 2 – höheres Risiko: Ein im Tierreich zirkulierender Subtyp birgt ein möglichweise höheres Krankheitsrisiko für den Menschen.

Phase 3 – Beginn der Alarmphase: Die Tierkrankheit breitet sich auf andere Länder und Kontinente aus. Menschen stecken sich zwar an, aber nur im Ursprungsland und nur bei sehr engem Kontakt.

Phase 4 – Im Ursprungsland und außerhalb werden kleinere Herde von Mensch-zu-Mensch-Übertragungen festgestellt. Noch ist das Virus nicht sehr gut an den Menschen angepasst.

Phase 5 – erhebliches Pandemie-Risiko: Es kommt zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen in größerer Zahl, auch außerhalb des Ursprungslands oder Ursprungskontinents. In dieser Phase ist das Virus bereits besser an den Menschen angepasst.

Phase 6 – Pandemie-Periode: Ein Virus wird weltweit in der gesamten Bevölkerung von Mensch zu Mensch übertragen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Januar 2020 | 06:00 Uhr

9 Kommentare

jochen1 vor 22 Wochen

Und trotz der neuen Seuche dürfen Chinesen immer noch in Deutschland einreisen..
Die mangelnde Kompetenz mancher Parteigenossen mit Ministeramt ist nicht zu verstehen

CrizzleMyNizzle vor 22 Wochen

es bleibt weiterhin menschenverachtend.
Zusätzlich hat das nichts mit Realität zu tun (ja ich weiß Sie sehen öfter mal Realitäten, die gar keine sind):
"Die Erde hat ein Gegenmittel gefunden"
bei einer Sterblichkeitsrate im unteren 1-stelligen %-Bereich, wo ist also der Bezug zur Realität in "wer auch immer"s Text?
Wenn das bei 70%+ liegt, dann könnte man darüber nachdenken das als als Realität anzusehen.

Arbeitende Rentnerin vor 22 Wochen

Konsequent wäre, wenn der Flugverkehr von und nach China eingestellt würde, außerdem besser fürs Klima, wenn wir schon mal dabei sind, mit halbherzigen Maßnahmen wird das nichts, unser Gesundheitswesen ist auch so ausgelastet oder etwa nicht?