Neuseeland Bergungsteam erreicht Vulkaninsel für riskante Rettung

Der Vulkan Whaakari könnte jederzeit erneut ausbrechen. Deshalb scheuen sich Retter, auf die Vulkaninsel zu gehen, um Vermisste zu bergen. Trotzdem kam nun ein Bergungsteam auf die Insel - wohl auf Druck der Angehörigen.

Zwei Retter auf der neuseeländischen Insel White Island nach dem Vulkanausbruch im Dezember.
Retter wollen einen neuen Versuch starten, die Vermissten zu bergen. Bildrechte: picture alliance/-/XinHua/dpa

Vier Tage nach dem Vulkanausbruch ist am Freitag ein Bergungsteam auf der neuseeländischen Insel White Island eingetroffen. Ein Team von Elitesoldaten versuche, die Leichen zu bergen, erklärte Vize-Polizeichef John Tims. Ziel sei es, die Vermissten nach dem Vulkanausbruch am Montag zu bergen.

Auf der Vulkaninsel werden noch acht Menschen vermutet. Die Polizei geht davon aus, dass sie tot sind. Drohnen und Hubschrauber hatten kurz nach dem Vulkanausbruch Bilder von der Insel gemacht. Die Aufnahmen sollen helfen, die Leichen zu finden.

Angehörige der Vermissten machen Druck

Noch am Mittwoch hatte der für die Polizei zuständige neuseeländische Minister Stuart Nash erklärt, es könnten vorerst keine Rettungstrupps nach White Island geschickt werden. Die Situation sei zu gefährlich. So hätten Vulkanforscher vor einem weiteren Ausbruch des Whaakari gewarnt. Die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Ausbruch liege mittlerweile zwischen 50 und 60 Prozent. Zudem lägen giftige Dämpfe in der Luft. Nash sagte wörtlich, es wäre Wahnsinn, Männer und Frauen nach White Island zu schicken, wenn sie dort nicht sicher seien. Allerdings hatten Angehörige der Vermissten zuletzt zunehmend Druck auf die Behörden gemacht, mit der Suche auf der Insel zu beginnen.

Viele Verletzte weiter in kritischem Zustand

Unterdessen ist die Zahl der bestätigten Toten auf acht gestiegen. Nach Angaben der Polizei erlagen zwei Menschen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, werden weiterhin mehr als 20 Menschen mit teils schwersten Verbrennungen in Spezialkliniken behandelt. 16 von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Zum Zeitpunkt des Vulkanausbruchs hielten sich 47 Menschen auf White Island auf, der Großteil von ihnen Touristen, die Tagestouren gebucht hatten. Dem Auswärtigen Amt in Berlin zufolge befanden sich auch vier Deutsche auf der Insel. Sie seien verletzt worden. Die anderen Ausflugstouristen und Reiseleiter kamen aus Australien, Großbritannien, China, Malaysia, den USA und Neuseeland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Dezember 2019 | 06:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2019, 21:56 Uhr