Gerhard Richter
War beim Prozess selbst nicht zugegen: der 87-jährige Gerhard Richter. Bildrechte: dpa

Aus Altpapier gefischt Geldstrafe für Diebstahl von Richter-Skizzen

Weil er Skizzen des weltberühmten Malers Gerhard Richter aus dem Müll geholt hatte, muss ein Mann nun eine Geldstrafe zahlen. Ein Gericht in Köln hat das Handeln als Diebstahl bewertet.

Gerhard Richter
War beim Prozess selbst nicht zugegen: der 87-jährige Gerhard Richter. Bildrechte: dpa

Weil er verworfene Skizzen des Künstlers Gerhard Richter aus dessen Alpapier gefischt hat, muss ein Mann eine Geldstrafe zahlen. Das Kölner Amtsgericht verurteilte den 49-Jährigen am Mittwoch zur Zahlung von 3.150 Euro.

Richter selbst hielt die vier Bilder für misslungen und warf sie in die Altpapiertonne vor seinem Haus. Das Gericht sah es nun als erwiesen an, dass der Angeklagte die Skizzen im Juli 2016 mitgenommen hatte und verkaufen wollte.

Angeklagter: Container war umgefallen

Zwar seien die unsignierten Bilder auf dem legalen Kunstmarkt nach Angaben von Experten nicht verkäuflich, dennoch seien sie nicht wertlos, sagte die Richterin. Laut Anklage liege der Wert bei geschätzt rund 60.000 Euro.

Der 49-Jährige hatte bei der Polizei ausgesagt, der Papiercontainer sei bei einem Sturm umgefallen. Die Bilder hätten deshalb nicht in der Tonne, sondern auf der Straße gelegen. Nach Auffassung des Gerichts waren die Skizzen dennoch nach wie vor Eigentum des Künstlers. Und: Richter habe nunmal den Willen gehabt, die Bilder zu entsorgen, hob die Richterin hervor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. April 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2019, 18:06 Uhr

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5 Kommentare

25.04.2019 10:15 berni 5

in den usa gilt, was im müll liegt ist öffentliches eigentum, also auch zu geld zu machen oder kriminellen das handwerk zu legen, weil beweismittel sichergestellt worden sind. aber einer cateringmitarbeiterin, die ein paar weintrauebn nascht fristlos kündigen, irre.
deutschland ist auf dem wege zur bedeutungslosigkeit, formular, formaular, von der wiege bis zur bahre.
aufgeblähte bürokratie. mindestens 20% ist überflüssig, und schon wären arbeitskräfte für die wirtschaft frei. kein zuzug, keine migranten. und wer sich von denen nicht einordnen kann oder will fliegt raus, ende im gelände.

25.04.2019 08:44 Bingo 4

Seltsame künstler gibt esim Lande. Es wäre warscheinlich besser man befaßt sich mit wirklich kriminellen, als mit "Mülldieben" oder mit "Dieben" die z.B.weggeworfene Lebensmittel stehlen. Der Künstler G.Richter kann sich sicher keinen Papierschredder leisten,"der Arme"....PS.Wenn sein Müll wertvoll ist, ist es besser er produziert mehr davon...

25.04.2019 07:26 Bernd 3

„Laut Anklage liege der Wert bei geschätzt rund 60.000 Euro.“
Die Skizzen hat der Maler in den Papiercontainer entsorgt, weil er sich derer entledigen wollte. Damit haben die Skizzen die Eigenschaft Abfall erlangt. Im Regelfall wird die unrechtmäßige Entnahme von Abfällen aus Abfallbehältern der Kommunen oder kreisfreien Städte als Ordnungswidrigkeit geahndet. Hier dürfte lediglich der Recyclingwert des Papiers herangezogen werden.
Nasenpolitik???

25.04.2019 07:06 Carolus Nappus 2

Eigentlich nichts Neues. Das war doch auch schon vor dem Urteil so. Nicht mal die Polizei darf einfach so in meiner Mülltonne rumkrabbeln. Wieso sollte da für Langfinger etwas anderes gelten?

24.04.2019 21:55 Gerd Müller 1

Also, wenn ich Müll in die Tonne werfe und dieser abgeholt wird, ist er immer noch mir? Was für eine Logik.
Müll in der Tonne gehört dem Entsorgungsunternehmen, weil ich dafür bezahle und ich ihn los werden will.
Absurdistan ist Deutschland geworden.