Weltweite Ausbreitung? Robert Koch-Institut hält Corona-Pandemie für möglich

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) könnte das neue Coronavirus international in größerem Ausmaß um sich greifen. In einer Mitteilung des RKI heißt es, die globale Entwicklung lege nahe, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des Erregers, der auch Sars-CoV-2 genannt wird, im Sinne einer Pandemie kommen könne. Die Bundesregierung hat derweil beschlossen, zusätzliche Gelder im Kampf gegen das Virus bereitzustellen.

Modell des Corona-Virus
Modell des Corona-Virus Bildrechte: imago images/Science Photo Library

Das neue Coronavirus hat bislang in China mehr als 1.100 Todesfälle verursacht. Nach Einschätzung des RKI könnte der Erreger, der auch Sars-CoV-2 genannt wird, international in größerem Ausmaß um sich greifen.

In einem Bericht des RKI heißt es: "Die globale Entwicklung legt nahe, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des Virus im Sinne einer Pandemie kommen kann." Davon seien Länder mit geringen Ressourcen im Gesundheitssystem besonders stark betroffen. Aber auch in Ländern wie Deutschland könnte dies zu einer hohen Belastung der medizinischen Versorgung führen.

Pandemie Unter einer Pandemie versteht man eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen, im engeren Sinn die Ausbreitung einer Infektionskrankheit. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt.

Auf dem chinesischen Festland wurde bislang bei mehr als 44.000 Menschen eine Infektion nachgewiesen. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Weltweit wurden außerhalb Chinas mehr als 500 Infektionen bestätigt, davon 16 in Deutschland.

Regierung stellt zusätzliche Gelder bereit

Die Bundesregierung will bis zu 23 Millionen Euro zusätzlich zur Bekämpfung des Corona-Virus aufwenden. Das Gesundheits- und das Finanzministerium unterrichteten nach Angaben des Bundestages dem Haushaltsausschuss entsprechend.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Deutschland dabei derzeit gut gerüstet gegen das Coronavirus. Der CDU-Politiker sagte in einer Aktuellen Stunde des Bundestages, es sei gelungen, eine schnelle Ausbreitung zu verhindern. Gleichzeitig lehnte Spahn Forderungen nach Temperaturmessungen an Flughäfen ab. Fiebermessen mache keinen Sinn und würde nur Scheinsicherheit suggerieren. Auch Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, könnten fieberfrei sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Februar 2020 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

nasowasaberauch vor 21 Wochen

Wenn das RKI eine Pandemie für möglich hält, dann sind die bisherigen Maßnahmen zur Kontrolle der Übertragungswege unzureichend. Handzettel bei der Einreise aus China und eine Info der Flugbegleiter über mögliche Symptome von Reisenden sowie die mantraartigen Vorträge von Spahn auf alles vorbereitet zu sein, das ist alles. Wir warten auf die EU und eine konzertierte Aktion zur Bekämpfung des Virus. Andere Länder wie Frankreich und GB warten nicht auf die EU und haben selbst Maßnahmen ergriffen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben auch bei diesem Problem.