Hochhäuser in Riad
Für die Hauptstadt Riad erhofft sich Saudi-Arabien einen Zustrom an Touristen. Bildrechte: dpa

Urlaub Saudi-Arabien erlässt Verhaltenskatalog für Touristen

Damit sich künftige Touristen an die strengkonservativen muslimischen Regeln halten, hat Saudi-Arabien einen Katalog mit "Benimmregeln" aufgestellt. Bei Zuwiderhandlung drohen teils hohe Geldstrafen.

Hochhäuser in Riad
Für die Hauptstadt Riad erhofft sich Saudi-Arabien einen Zustrom an Touristen. Bildrechte: dpa

Nicht spucken, vordrängeln oder Müll auf die Straße werfen - das sind drei der 19 Vorschriften, die Saudi-Arabien für Touristen aufgestellt hat. Diese Regeln sollen für ein für saudische Begriffe angemessenes Verhalten von Urlaubern in der Öffentlichkeit sorgen. Laut der offiziellen saudischen Tourismus-Webseite sollen mit den Regeln des Landes den Respekt für andere, gutes Benehmen in der Öffentlichkeit und für den Schutz der Privatsphäre sichergestellt werden.

So darf zum Beispiel keine "unanständige Kleidung" getragen werden, also keine zu eng anliegenden Sachen oder Kleidung mit anstößigen Bildern oder Sprüchen. Frauen sollten in der Öffentlichkeit Schultern und Knie bedeckt halten. Touristinnen müssten sich aber nicht an die strengen Vorschriften für Einheimische halten. Auch die Zurschaustellung von Zuneigung in der Öffentlichkeit ist verboten sowie der Gebrauch von Schimpfwörtern oder unhöflichen Gesten.

Frauen tragen den Nikab-Schleier
Touristinnen sollten auf ihre Kleidung achten. Ein Kopftuch oder das traditionelle lange Gewand der Frauen in Saudi-Arabien brauchen sie aber nicht tragen. Bildrechte: dpa

Fotos und Videos von Menschen dürfen nicht ohne Erlaubnis gemacht werden. Zu Gebetszeiten, fünfmal am Tag, darf keine Musik gespielt werden. Alkohol bleibt illegal. Ob unverheiratete Paare zusammen ein Hotelzimmer beziehen dürfen, bleibt unklar. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss ein Bußgeld zahlen. Das kann von umgerechnet etwa zwölf bis 1.500 Euro reichen.

Hoffnung auf mehr Einnahmen

Saudi-Arabien hatte am Freitag ein neues Visa-System bekannt gegeben. Das soll Reisenden aus den EU-Staaten, den USA und anderen Ländern unter anderem ermöglichen, ein Touristenvisum online zu beantragen. Das streng muslimische Königreich will seinen Tourismus ankurbeln und sich damit unabhängiger von Öl-Einnahmen machen. Bis 2030 soll der Beitrag des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt von derzeit drei auf zehn Prozent steigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. September 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2019, 17:41 Uhr

14 Kommentare

Kritiker vor 7 Wochen

Aber sicher nicht im Sinne der dt. Bürger welche ihre eigenen Traditionen treu bleiben und im Gegensatz zu Saudi-Arabien in der Gegenwart leben um diese zu gestalten! Nur dann sollten wir als Bürger alle samt zufrieden sein wenn diese Regierung nicht mehr all zu lange an der Macht sein dürfte. Aber in 2 Jahren kann sich ja noch viel zu viel ändern!

Kritiker vor 7 Wochen

Ihr Punkt 1 ist das was in der heutigen Zeit geschieht nur hier in Saudi-Arabien wo man selbst für Touristen Richtlinien erlassen will oder es auch macht geht es um traditionelle Rituale die nicht bei vielen Touristen ankommen werden. Ich würde auch nicht in ein Land fahren wo man solche oder ähnliche Richtlinien zu beachten hat. Wenn ich schon lese: Während der zahlreichen Gebetszeiten keine Musik dann kann daraus nur eines geschlussfolgert werden. NICHT FÜR VIELE den auch abends hört man gern Musik nicht nur in der Heimat! Ich staune nur das für Touristen nicht noch eine Art Verschleierung (möglichst Ganzkörper) gefordert wird, die einzuhalten sei! So will Saudi-Arabien modern sein und dann so etwas? NAJA: Jedem Tierchen sein Pläsierchen und den Regierungen die Macht über alles und jeden.

kennemich vor 7 Wochen

Zitat: Saudi-Arabien erlässt Verhaltenskatalog für Touristen

Ist das nicht eine gute Sache was die Saudis da machen ?

Da weiß man wie man sich verhalten sollte.