Das Schiff Dunaujavaro des ungarischen Militärs beteiligt sich unter der Margaretenbrücke an der Suche nach Überlebenden
Auch zwei Tage nach dem Unglück wird noch nach Vermissten gesucht. Bildrechte: dpa

Budapest Schiffsunglück: Suche nach Opfern weiter erfolglos

Nach dem Schiffsunglück auf der Donau mit mindestens sieben Toten suchen Rettungskräfte noch immer nach den Vermissten. Ein Ausflugsschiff war am späten Mittwochabend mit einem Flusskreuzfahrtschiff kollidiert und innerhalb von Sekunden gesunken.

Das Schiff Dunaujavaro des ungarischen Militärs beteiligt sich unter der Margaretenbrücke an der Suche nach Überlebenden
Auch zwei Tage nach dem Unglück wird noch nach Vermissten gesucht. Bildrechte: dpa

In Budapest haben Rettungskräfte auch die zweite Nacht in Folge vergeblich nach Opfern der Schiffskollision auf der Donau gesucht. Die Arbeiten wurden in der Nacht zu Freitag weiter durch den hohen Pegelstand und eine starke Strömung behindert.

Das Ausflugsschiff mit 33 südkoreanischen Touristen und zwei Besatzungsmitgliedern war am Mittwoch nach einer Kollision mit einem deutlich größeren Flusskreuzfahrtschiff innerhalb von wenigen Sekunden gesunken. Nur sieben Passagieren konnten gerettet werden. Weitere Ausflugsschiffe bildetet Augenzeugeberichten zufolge eine Kette, um die Menschen aus der Strömung zu ziehen.

Strömung erschwert die Suche

Der genaue Unfallhergang konnte noch nicht ermittelt werden. Eine Webcam-Aufnahme einer Wetterstation zeigt, wie die Schiffe einige Zeit nebeneinander her fahren. Unter der Margarethen-Brücke gerät das Ausflugsschiff dann völlig unerwartet vor das Kreuzfahrtschiff. Ob das Ausflugsschiff nach links zog oder ob das Kreuzfahrtschiff das kleine Schiff rammte, ist bisher unklar.

21 Menschen werden noch vermisst, für sie gibt es kaum noch Hoffnung. Sieben Leichen wurden bislang geborgen. Wegen der starken Strömung und des hohen Wasserstands der Donau suchen die Einsatzkräfte die Donau mittlerweile nicht mehr nur in Budapest sondern bis zur serbischen Grenze ab. Die Strömung hindert derzeit auch die Taucher an ihrer Arbeit, die Suche könnte sich sogar um eine Woche verzögern.

Am Freitag wurde die südkoreanische Außenministerin Kyung Wha Kang in Budapest erwartet. Mit ihr trifft auch eine schnelle Einsatztruppe aus Südkorea ein. Auch Angehörige der Opfer sollten in Ungarn ankommen.

Budapest Tote bei Schiffsunglück auf der Donau

Bei einem Schiffsunglück auf der Donau in Budapest sind mindestens sieben Touristen aus Südkorea ums Leben gekommen. Viele Menschen werden noch vermisst.

Das Schiff Dunaujavaro des ungarischen Militärs beteiligt sich unter der Margaretenbrücke an der Suche nach Überlebenden
Zwei Tage nach dem Schiffsunglück suchen Rettungskräfte noch immer nach den mehr als 20 Vermissten. Bildrechte: dpa
Das Schiff Dunaujavaro des ungarischen Militärs beteiligt sich unter der Margaretenbrücke an der Suche nach Überlebenden
Zwei Tage nach dem Schiffsunglück suchen Rettungskräfte noch immer nach den mehr als 20 Vermissten. Bildrechte: dpa
Ein Sonargerät wird während der Suche nach Überlebenden nahe der Margaretenbrücke ins Wasser gelassen.
Sieben Passagiere konnten lebend gerettet werden, weitere sieben sind tot. Bildrechte: dpa
Rettungskräfte suchen nach dem Schiffsunglück in Budapest am Ufer der Donau nach Opfern.
Das Ausflugsschiff war am späten Mittwochabend mit einem Flusskreuzfahrtschiff kollidiert und gesunken. Bildrechte: dpa
Rettungskräfte und Polizisten inspizieren die Unfallstelle auf der Donau von einem Anlegesteg aus.
Wegen des hohen Pegelstands gestaltete sich die Rettung der Passagiere äußerst schwierig. Bildrechte: dpa
Mitglieder des ungarischen Militärs beteiligen sich auf einem Schiff an der Suche nach Überlebenden.
Auch Mitglieder des ungarischen Militärs beteiligen sich an der Suche nach Überlebenden. Bildrechte: dpa
Dieses undatierte Foto zeigt das Schiff namens «Hableany» (Nixe) auf der Donau mit dem Parlamentsgebäude im Hintergrund.
Die gesunkene "Hableany" auf einen Archivbild. 33 Passagiere aus Südkorea und zwei Crewmitglieder befanden sich bei dem Unfall an Bord. Bildrechte: dpa
Moon Jae In
Der südkoreanische Präsident Moon Jae In ordnete an, einen Krisenstab einzusetzen und zusammen mit den ungarischen Behörden "alle verfügbaren Mittel" zur Rettung der Vermissten zu ergreifen. Bildrechte: dpa
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Kapitän festgenommen

Am Donnerstagabend war der Kapitän des Donau-Kreuzfahrtschiffes festgenommen worden, das das Ausflugsschiff gerammt hatte. Ihm wird eine Gefährdung des Wassertransports mit tödlichem Ausgang vorgeworfen. Der Unfall ereignete sich auf einem bei Touristen beliebten Abschnitt der Donau, der einen Blick auf die Stadt und das in der Nacht beleuchtete Parlament bietet.

Jeden Tag tummeln sich in Budapest dutzende kleine Ausflugsdampfer auf dem Fluss. Größere Flusskreuzfahrtschiffe, die auf der Donau zwischen Deutschland und dem Schwarzen Meer verkehren, legen oft mehrere Tage in der ungarischen Hauptstadt an.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 30. Mai 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2019, 20:26 Uhr