Griechenland, Kos: Touristen genießen die Sonne an einem Strand nahe der Stadt Kos auf der gleichnamigen griechischen Insel.
Urlauber auf der griechischen Insel Kos. Bildrechte: dpa

Per Charterflug nach Westeuropa Griechische Polizei zerschlägt Schleuserring

Der griechischen Polizei ist ein Schlag gegen eine internationale Schleuserbande gelungen. Die Männer – zwei Griechen und vier Nicht-Griechen – sollen im großen Stil Migranten die illegale Weiterreise nach Westeuropa ermöglicht haben. Unter den mutmaßlichen Tätern soll mindestens ein Polizist sein.

Griechenland, Kos: Touristen genießen die Sonne an einem Strand nahe der Stadt Kos auf der gleichnamigen griechischen Insel.
Urlauber auf der griechischen Insel Kos. Bildrechte: dpa

Die Polizei auf der griechischen Ferieninsel Kos hat mehrere Mitglieder einer mutmaßlichen Schleuserbande verhaftet. Die Männer sollen in den Sommermonaten Migranten zunächst per Fähre vom griechischen Festland nach Kos gebracht haben. Dort erhielten die Menschen gefälschte Reisedokumente, mit denen sie auf Charterflügen nach Westeuropa reisen konnten.

Unter den mutmaßlichen Tätern sei auch ein griechischer Polizist gewesen, der am Flughafen von Kos arbeitete und die Schleusung der Migranten erleichterte, teilte die griechische Polizei am Dienstag mit. Sie fahndet nach weiteren Mitgliedern.

Bande mindestens 15 Monate aktiv

Die kriminelle Vereinigung sei mindestens seit April 2018 aktiv gewesen. Ihre Mitglieder kassierten nach Polizeiangaben pro Kopf zwischen 4.500 Euro und 6.000 Euro für die Flüge gen Westen Europas.

Wie die Polizei weiter mitteilte, rieten die Schleuser den Migranten, sich als Touristen anzuziehen. Die Frauen sollten sich gut schminken und mit Männern auftreten, als seien sie Paare auf der Urlaubsreise.

Ermittlungen gehen weiter

Wie viele Menschen auf diese Weise nach West- und Mitteleuropa gelangt sind, ist bislang unklar. Die Ermittlungen dauern an.

In Griechenland befinden sich Zehntausende Migranten aus verschiedenen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas, die Asyl beantragt haben. Ein großer Teil von ihnen sucht immer wieder Wege, in andere EU-Staaten weiter zu reisen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juli 2019 | 05:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 07:58 Uhr