Kevin Spacey (l), Schauspieler, bei einer Vorverhandlung in einem Gerichtssaal.
Kevin Spacey bei einer Vorverhandlung im Gerichtssaal. Das Nötigungsverfahren gegen ihn wurde nun eingestellt. Bildrechte: dpa

Mutmaßliches Opfer verweigert Aussage Nötigungsverfahren gegen US-Star Kevin Spacey eingestellt

Hollywood-Star Kevin Spacey muss sich wegen angeblicher sexueller Nötigung eines jungen Mannes nicht mehr vor Gericht verantworten. Das Verfahren wurde eingestellt. Das mutmaßliche Opfer hatte die Aussage verweigert.

Kevin Spacey (l), Schauspieler, bei einer Vorverhandlung in einem Gerichtssaal.
Kevin Spacey bei einer Vorverhandlung im Gerichtssaal. Das Nötigungsverfahren gegen ihn wurde nun eingestellt. Bildrechte: dpa

Das Strafverfahren wegen sexueller Nötigung gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey ist eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts am Mittwoch mitteilte, wurden alle Vorwürfe gegen den 59-Jährigen fallen gelassen. Die Anklagebehörde begründete den Schritt damit, dass das mutmaßliche Opfer vor Gericht die Aussage verweigert hatte.

Angeblich in den Schritt gegriffen

Der heute 21-jährige William Little hatte Spacey vorgeworfen, ihn im Sommer 2016 auf Nantucket betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst zu haben. Der damals 18-jährige Sohn einer TV-Nachrichtenmoderatorin arbeitete damals als Aushilfskellner in einem Restaurant auf der beliebten Urlaubsinsel. Der zweifache Oscar-Preisträger Spacey bestreitet die Vorwürfe.

Handy angeblich verschwunden

Kevin Spacey bei der Baby Driver Film Premiere am 21.06.2017 in London.
Seit 2017 sieht sich Spacey Vorwürfen sexueller Übergriffe ausgesetzt. Bildrechte: imago/APress

Little hatte den mutmaßlichen Übergriff mit seinem Handy gefilmt und es später der Polizei übergeben. Bei einer Anhörung Anfang Juli räumten Little und seine Eltern ein, dass das Handy verschwunden ist. Ein Polizist versicherte, er habe der Familie das Handy nach Auswertung der Daten zurückgegeben, allerdings keine Empfangsbestätigung verlangt. Die Familie gibt an, das Handy nicht zurückbekommen zu haben.

Aussage über Datenlöschung verweigert

Spaceys Verteidiger hatte das Handy nochmals auf gelöschte Daten untersuchen wollen. Bei dem Gerichtstermin in der vergangenen Woche bestritt Little, mögliche Textnachrichten von der angeblichen Tatnacht auf seinem Handy gelöscht zu haben. Auf die Warnung, dass jegliche Manipulation des Handys strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, machte der junge Mann von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Unter Berufung auf das US-Verfassungsrecht kann eine Aussage verweigert werden, um sich nicht selbst zu belasten. Kurz zuvor hatte der 21-Jährige auch eine Zivilklage gleichen Inhalts gegen Spacey schnell wieder fallen gelassen.

Mehr als 30 Vorwürfe gegen Spacey

Der zweifache Oscar-Preisträger und "House of Cards"-Star Spacey sieht sich seit 2017 mehr als 30 Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe oder Belästigungen ausgesetzt. Als erstes hatte der Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery", "Rent") angegeben, als 14-Jähriger in den 80er-Jahren belästigt worden zu sein. Spacey steht seither vor den Scherben seiner Karriere.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Juli 2019 | 00:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 17:54 Uhr

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1 Kommentar

19.07.2019 05:32 frank d 1

Was ist eigentlich nun mit den ganzen Vor Verurteilern? Grade auch in den Medien? nehmen die jetzt ihre Artikel wieder zurück? Oder handelt es sich um einen Kollateral schaden der MeeToo Bewegten, und das geht dann so klar? Oder muss jetzt Mäh To den angerichteten Schaden Kompensieren? Fragen über Fragen. Sapere Aude