Influenza-Saison Spahn: Grippe-Impfung hilft in der Corona-Pandemie

Gesundheitsminister Spahn hat zur Grippeschutzimpfung aufgerufen, um in der Corona-Pandemie eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Er und auch RKI-Chef Wieler betonen: Die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) helfen gegen das Coronavirus und gegen Influenza.

Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Bundespressekonferenz. Bildrechte: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts der nahenden Grippesaison vor einer Doppelbelastung des Gesundheitssystems wegen der Corona-Pandemie gewarnt. Spahn rief die Bevölkerung zur Grippeschutzimpfung auf. Es stünden für diesen Winter 26 Millionen Impfdosen bereit, so viele wie noch nie.

Spahn: Es gibt ausreichend Grippeimpfstoff

Spahn betonte, es gebe keine Versorgungslücke mit Grippeimpfstoff. Der Impfstoff werde in den kommenden Wochen nach und nach ausgeliefert. Bei kurzzeitiger starker Nachfrage seien allerdings Lieferengpässe möglich. Dass es derzeit lokal vereinzelt zu wenig Impfstoff gebe, wertete Spahn als gutes Zeichen, weil es für eine hohe Nachfrage spreche.

Spahn zufolge mussten in den vergangenen Jahren stets mehrere Millionen Dosen Grippeimpfstoff entsorgt werden. In der vergangenen Saison hätten sich 14 Millionen Menschen gegen Influenza immunisieren lassen, 20 Millionen Dosen seien bestellt worden.

Der Präsident des Kinderärzteverbandes, Thomas Fischbach, hatte zuvor kritisiert, die vorgesehene Menge an Impfdosen reiche nicht einmal für alle Risikogruppen. Dabei müssten gerade auch Kinder und Jugendliche gegen Grippe geimpft werden. Als Risikogruppen gelten Menschen über 60, chronisch Kranke, medizinisches Personal und Schwangere.

Spahn: "Wir wollen alle Weihnachten in Familie feiern"

Spahn und auch der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, äußerten die Hoffnung, dass die Grippewelle in dieser Saison schwächer ausfallen könnte als in den letzten Jahren. Spahn betonte, die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) im Kampf gegen Covid-19 seien auch im Kampf gegen die Influenza hilfreich.

Zugleich appellierte er an die Solidarität: Die steigenden Corona-Zahlen bereiteten allen Sorge, "aber wir sind dem Virus nicht machtlos ausgeliefert. Wir wollen Weihnachten für und mit der Familie möglich machen." Deswegen müsse man jetzt auf einige Freiheiten verzichten, damit dann morgen alle wieder mehr Freiheiten zurückerhielten.

Wieler: AHA-Regeln wirksam gegen die Grippe

RKI-Präsident Wieler informierte auf der gemeinsamen Bundespressekonferenz über die parallele Coronavirus-Pandemie und Grippe-Saison. Bei gleichzeitigem starken Ausbruch im Winter drohe eine Überlastung der Krankenhäuser. Das RKI beobachte die Grippewellen sehr genau, um sie jedes Jahr beurteilen zu können.

Wichtig ist laut Wieler, dass sich in diesem Winter insbesondere die Risikogruppen gegen Influenza impfen lassen. Durch die Schutzimpfung würden jedes Jahr in Deutschland etwa 400.000 Grippe-Erkrankungen verhindert. Außerdem schützten die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften) im Kampf gegen Sars-CoV-2 auch gegen Grippeviren. Auf der Südhalbkugel habe es dadurch in diesem Jahr praktisch keine Grippe-Welle gegeben.

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