Dresdner Badesee bedroht Stauseebad Cossebaude: Wie steht es um die Rettungspläne?

Bei den heißen Temperaturen suchen viele Menschen Zuflucht am Badesee. Denn nichts hilft besser gegen die Hitze als ein Sprung ins kühle Nass. Auch im Dresdner Stausee Cossebaude vergnügen sich gerade jeden Tag Hunderte Menschen, es könnte aber der letzte Sommer sein, in dem das möglich ist. Denn wie es für das Stauseebad weitergeht, ist unklar.

Das Naturbad Stauseebad Cossebaude in Cossebaude (Sachsen).
Dieser Sommer könnte die letzte Badesaison am Stauseebad Cossebaude gewesen sein. Grund ist, dass das Pumpspeicherkraftwerk von Vattenfall nicht weiter betrieben wird. Bildrechte: dpa

Gleich hinter dem Deich am Stausee Cossebaude steht die Windsurfschule von Gerald Gebbensleben. Auf dem Boden liegen bunte Segel und weiße Surfbretter. Gebbensleben steht auf dem Deich und schaut auf den See. "Es herrscht hier eine super Atmosphäre und das wäre natürlich eine Riesenkatastrophe, wenn das jetzt hier den Dresdnern quasi weggenommen würde."

Das Problem: Der Stausee gehört zu einem Pumpspeicherkraftwerk. Der Betreiber Vattenfall will es stilllegen. Das würde allerdings dazu führen, dass der Wasserpegel im See so stark sinkt, dass danach weder Baden noch Surfen möglich wären.

80.000 Besucher im letzten Jahr

Rund 80.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr ins Stauseebad. Die große Liegewiese ist auch heute gut gefüllt. Ortsvorsteher Lutz Kusche von der CDU will das Bad deshalb unbedingt erhalten, "weil es das schönste und meistbesuchte Bad von Dresden ist, ganz klar."

Eine mögliche Lösung: Weiter Wasser in den See pumpen, auch ohne Kraftwerk. Die Technik dafür sei ja da, sagt Lutz Kusche. Eine Schätzung der Stadtwerke geht von Kosten zwischen 100.000 und 150.000 Euro aus, pro Jahr. Lutz Kusche sagt: "Das muss sicherlich bezahlt werden und Vattenfall wird nach der Stilllegung die Kosten nicht selber übernehmen wollen, das heißt also, Dresden muss gucken, wie viel es kosten soll und woher das Geld kommt."

Erhaltung könnte teuer werden

Das Bad müsse unbedingt erhalten werden, sagt auch Linken-Stadtrat André Schollbach. Auch er ist für die Lösung mit den Pumpen: "Genau diese Option, die wird gegenwärtig sehr intensiv geprüft. Die Kosten werden geprüft, die Realisierung wird geprüft und mein Eindruck ist, dass da durchaus das Problem verstanden worden ist innerhalb der Stadtverwaltung und ich hoffe, dass diese Lösung auch kommt."

Die Stadt teilt auf Anfrage mit, die Gespräche dazu liefen gerade, "aufgrund der Komplexität" sei mit einem Ergebnis aber nicht vor dem Herbst zu rechnen. Auch Vattenfall versichert, man sei sich der Bedeutung des Sees für die Region bewusst. Surflehrer Gerald Gebbensleben wünscht sich bald eine Perspektive von der Stadt, schließlich ist bereits seit Anfang des Jahres bekannt, dass Vattenfall das Kraftwerk stilllegen will.

Gerald Gebbensleben sagt: "Weil es ist im Moment ein Zustand, dass man wirklich nicht weiß, wie geht das für mich persönlich auch weiter, und insofern würde ich mir schon wünschen, dass da ein bisschen mehr Kommunikation stattfinden würde zwischen den Beteiligten."Eine Petition an den Stadtrat soll helfen, das Thema noch mal auf den Tisch zu bringen. Sie läuft noch bis Mitte September. Bislang haben laut Gerald Gebbensleben gut 8.000 Menschen unterschrieben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. August 2020 | 06:58 Uhr

2 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 14 Wochen

so muss für den Klimawandel jeder ein wenig zurückstecken.

und aus dem ehemaligen See kann ja ein Biotop entstehen.

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 14 Wochen

"Bei den heißen Temperaturen suchen viele Menschen Zuflucht am Badesee."

die Temperaturen sind nicht heiß, die sind hoch!