Unwetterwarnung Sturmtief "Yulia" bringt viel Regen und heftige Sturmböen

Mit Sturmböen und Regen fegt Sturmtief "Yulia" über Deutschland. Auch Mitteldeutschland ist betroffen. In den Höhenlagen von Harz, Thüringer Wald und Erzgebirge drohen Orkanböen. Einige Faschingsumzüge wurden abgesagt.

Wettertafel 21 Uhr
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In Mitteldeutschland behindern umgestürzte Bäume und herabfallende Äste den Verkehr. In Thüringen ist laut Polizei vor allem der Süden vom Sturmtief Yulia betroffen. In Steinach im Landkreis Sonneberg sei eine Straße gesperrt worden, weil gleich mehrere Bäume umgestürzt seien. Die Bergungsarbeiten seien derzeit zu gefährlich. Auch in der Dübener Heide und im Harz sind Straßen gesperrt. Die Deutsche Bahn meldete Behinderungen auf mehreren Strecken. Für Sachsen, Thüringen sowie den Süden und Westen Sachsen-Anhalts gelten Unwetterwarnungen.

Wie MDR-Meteorologe Thomas Globig mitteilte, lag das Zentrum des Tiefs um 12 Uhr über dem Ijsselmeer in den Niederlanden und erreicht am frühen Abend bereits Westpolen. Dabei kommt es vor allem südlich des Tiefs zu Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde. Auf den Berggipfeln sind auch zu Orkanböen über 150 Kilometer pro Stunde zu erwarten, insbesondere im Bereich einer durchziehenden Kaltfront.

Auch Mitteldeutschland betroffen

Weniger stürmisch bleibt es nach Angaben von Globig nur im Norden Sachsen-Anhalts, etwa zwischen Salzwedel, Arendsee und Havelberg. Beim Aufenthalt im Freien sollte man entsprechend vorsichtig sein. Spaziergänge in Wäldern sollten aufgrund der Gefahr umstürzender Bäume vermieden werden. Am späten Abend und in der Nacht lässt der stürmische Wind von Sachsen-Anhalt und Westthüringen her mehr und mehr nach, die neue Wochen beginnt somit deutlich ruhiger.

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Zahlreiche Karnevalsumzüge abgesagt

Wegen Sturmtief "Yulia" wurden bundesweit am Sonntag mehrere Karnevalsumzüge abgesagt, so unter anderem in den Hochburgen Köln und Düsseldorf. Auch in Sachsen und Thüringen gab es zahlreiche Absagen. So wurde etwa der traditionelle Straßenumzug in Heiligenstadt im Eichsfeld gestrichen. Auch in Ilmenau und Diedorf im Unstrut-Hainich-Kreis wurden die Paraden abgesagt. Das gleiche galt für den kleinen Kinderumzug im ostthüringischen Gera.

In Sachsen wurden die Faschingsumzüge in Strehla bei Riesa und Groitzsch bei Leipzig abgesagt. Der Weiberfaschingsumzug in Wittichenau fand hingegen wie geplant statt. Auch der Radeburger Karnevalsumzug sollte am Nachmittag wie geplant starten. Auch im anhaltischen Dessau-Roßlau ließen sich die Narren trotz Wind und Regen nicht von ihrer Parade abhalten. Das gleiche galt für den Umzug in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2020 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2020, 21:54 Uhr