Mitteldeutschland Sturmtief "Yulia" fegt im Eiltempo heran

Während derzeit noch Tief "Xanthippe" mit starken Winden unterwegs ist, naht bereits die heftige "Yulia", die am Sonntag erwartet wird. Das Sturmtief soll im Eilzugtempo auch Mitteldeutschland überqueren und hat ungemütliche Böen im Gepäck. Der Sturm hat bereits im Vorfeld Auswirkungen, so wurde beispielsweise im sächsischen Strehla der Faschingsumzug abgesagt. Auch in Köln reagierten die Verantwortlichen und kürzten Karnevalsumzüge.

Starker Wind peitscht die Äste der Bäume und treibt dunkle Wolken vor sich her.
Sturmtief im Anflug Bildrechte: dpa

Noch fegt das Sturmtief "Xanthippe" durch die Straßen, da braut sich auf dem Nordatlantik schon das Tief "Yulia" zusammen. Es ist ein Tief, das Meteorologen als "Schnellläufer" bezeichnen, da die Auswirkungen meist kurz und heftig sind. Neben teils kräftigen Regengüssen muss in großen Teilen von Thüringen und Sachsen sowie in den südlichen Regionen Sachsen-Anhalts mit schweren Sturmböen gerechnet werden. Erwartet werden örtlich mehr als 100 Kilometer pro Stunde.

Kurz, aber heftig. Das sind die Fiesesten.

Thomas Globig MDR-Meteorologe

Mit dem Höhepunkt des Sturms wird am Sonntag zwischen Nachmittag und Abend gerechnet. In der Nacht zum Montag zieht "Yulia" so rasch ab, wie sie gekommen ist. Da die Böden nach den letzten Regenfällen noch gesättigt sind, besteht nach Angaben des MDR-Wetterexperten Thomas Globig die Gefahr von umstürzenden Bäumen.

Bereits am Sonnabend sorgte ein umstürzender Baum für einen Todesfall im Harz. Wie die Polizei mitteilte, wurde bei Wernigerode eine 63 Jahre alte Frau von einem umfallenden Baum getroffen und tödlich verletzt. Sie sei noch am Unfallort gestorben. Zur Zeit des Unglücks herrschten in Wernigerode starke Orkanböen.

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Auswirkungen auf Faschings- und Karnevalumzüge

Aufgrund der Wettervorhersagen fällt der für Sonntag geplante Faschingsumzug durch Strehla im Landkreis Meißen aus. Ein Sprecher des Strehlaer Carnevals Clubs sagte, es sei schlichtweg zu gefährlich, wenn während des Umzugs ein Wagen umkippe.

Auch in Köln reagierten die Verantwortlichen und verkürzten die Schull- un Veedelszöch (Schul- und Viertelszüge), die außerdem früher beginnen müssen. Zudem gab es die Anweisung, Aufbauten auf Fahrzeugen wieder abzubauen. Die Umzüge durch die Innenstadt ziehen in jedem Jahr Hunderttausende Schaulustige an.

Gelassen sehen dem Wetter dagegen die Narren am Fichtelberg entgegen. Am Fuße des Berges wird traditionell am Faschingssonntag Skifasching gefeiert - mit Eisbaden, Umzug und Skiakrobatik. Organisator Christopher Gahler sagte, man schaue, wie sich das Wetter entwickele und entscheide dann, was stattfinden könne. Gehler zufolge ist es unten oft nicht so windig wie in den oberen Kammlagen.

Gefahr durch schwere Sturmböen im Landkreis Harz

Für den Landkreis Harz wurde am Samstagnachmittag eine Gefahreninformation herausgegeben. Demnach kann es durch schwere Sturmböen zu herabfallenden Ästen und umkippenden Bäumen kommen. Das Lagezentrum der Landesregierung bittet um äußerste Vorsicht und empfiehlt, die Wälder nicht zu betreten.

Millionenschäden durch "Sabine"

Erst vor zwei Wochen hatte Orkan "Sabine" in Deutschland für Schäden in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro gesorgt. In Mitteldeutschland ist die Rede von 40 Millionen Euro Schäden, Sachsen geht von 20 Millionen Euro aus. Diese Zahlen nannte die Versicherungsberatungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) auf Anfrage des MDR-Magazins "Umschau".

Nach "Sabine": Sturmschäden in Mitteldeutschland

Ein Baum ist auf ein Auto gestürzt
In Leipzig stürzte ein Baum auf diesen Audi. Bildrechte: Eric Pannier
Ein Baum ist auf ein Auto gestürzt
In Leipzig stürzte ein Baum auf diesen Audi. Bildrechte: Eric Pannier
Ein Feuerwehrmann steht auf einer Leiter und richtet Dachziegel nach Sturmschäden.
In Eisfeld in Thüringen fegte "Sabine" die Ziegel vom Dach und die Schieferplatten von der Fassade. Bildrechte: MDR/News5/Ittig
Dachpappe und Dämmmaterial liegen vor einem Gebäude im Garten
Im sächsischen Netzschkau beschädigte der Sturm das Dach einer Kita. Bildrechte: News5
Ein Flachdach liegt neben einem Gebäude auf einer Wiese.
In Marienberg in Sachsen landete das Flachdach dieser Turnhalle auf der Wiese vor der Halle. Bildrechte: Bernd März
Feuerwehrmänner lassen Wasser in einer überfluteten Straße ablaufen.
Die Thüringer Feuerwehr hatte auch mit überfluteten Straßen zu kämpfen. Bildrechte: MDR/Feuerwehr Heilbad Heiligenstadt
Dach stürzt auf geparkten Pkw
Im Dresdner Stadtteil Großzschachwitz wurde dieses Auto unter der Dachpappe eines Flachdachs begraben. Bildrechte: Roland Halkasch
Auto durch umgefallenen Baum beschädigt
Dieses Auto wurde in Dresden durch einen umgestürzten Baum demoliert. Bildrechte: Roland Halkasch
Sturmschäden in Taucha
Im sächsischen Taucha deckte der Sturm ein Dach ab. Bildrechte: TNN
Sturmschäden in Taucha
Dieses Auto in Taucha konnte nur noch abgeschleppt werden. Bildrechte: TNN
Ein Arbeiter beseitigt mit einem Gebläse Rinde und Äste von einer Straße.
Aufräumen nach "Sabine": In Sachsen-Anhalt hatten die Arbeiter besonders viel zu tun, um die Straßen wieder freizumachen. Bildrechte: dpa
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 22. Februar 2020 | 19:30 Uhr