Ein zerstörter Pkw steht zwischen Trümmern auf einem Grundstück.
Bei dem SUV-Unfall am 6. September wurden vier Menschen an einer Ampel getötet. Bildrechte: dpa

Berlin Unfall mit vier Toten: SUV-Fahrer hatte "Krampfanfall"

Nach dem SUV-Unfall mit vier Toten in Berlin gehen die Ermittler von einem "Krampfanfall" des Fahrers aus. Laut RBB führte ein Beinkrampf wegen eines epileptischen Anfalls dazu, dass der Mann das Gaspedal durchdrückte.

Ein zerstörter Pkw steht zwischen Trümmern auf einem Grundstück.
Bei dem SUV-Unfall am 6. September wurden vier Menschen an einer Ampel getötet. Bildrechte: dpa

Rund fünf Wochen nach dem SUV-Unfall in Berlin mit vier Toten hat die Staatsanwaltschaft die Unfallursache ermittelt. Wie die Anklagebehörde am Mittwoch via Twitter mitteilte, geht sie davon aus, dass der Fahrer des Stadtgeländewagens wegen eines "Krampfanfalls" ungebremst in eine Fußgängergruppe raste. Der Wagen soll dabei durchgehend auf 104 Kilometer pro Stunde beschleunigt worden sein.

Außerdem geht die Generalstaatsanwaltschaft Berlin davon aus, dass der Fahrer des SUV (Sport Utility Vehicle – Sportnutzfahrzeug) regelmäßig Medikamente einnahm. Einen technischen Defekt an seinem Fahrzeug schloss die Behörde nach derzeitigen Erkenntnissen aus. Die Ermittlungen würden aber andauern.

Wegen Krampf Gaspedal durchgedrückt

Zuvor hatte der RBB unter Verweis auf Ermittlerkreise berichtet, dass der Unfallfahrer einen epileptischen Anfall erlitten und die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hatte. Dem Bericht zufolge soll der 42-Jährige durch den Anfall einen Krampf im Bein bekommen haben. Dies habe dazu geführt, dass er das Gaspedal durchdrückte.

Ein zerstörter SUV wird auf einen Abschleppwagen gehoben. Im Stadtteil Mitte waren bei einem schweren Verkehrsunfall vier Menschen getötet worden
Der zerstörte Porsche-SUV wird nach dem Unfall von einem Abschleppwagen geborgen. Bildrechte: dpa

Der SUV-Fahrer hatte am 6. September in der Berliner Innenstadt auf der Invalidenstraße/Ecke Ackerstraße an einer roten Ampel eine haltende Fahrzeugkolonne in hohem Tempo auf der Gegenfahrbahn überholt. Er raste über die Kreuzung und krachte an der gegenüberliegenden Ampel ungebremst in eine wartende Fußgängergruppe. Dabei wurden vier Menschen getötet, unter ihnen ein dreijähriger Junge.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen den SUV-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Wie ein Behördensprecher sagte, ist dabei die Frage zu klären, ob gesundheitliche Probleme oder eine Grunderkrankung vorhersehbar gewesen seien. Dann wäre der Unfall von strafrechtlicher Relevanz.

Der Anwalt des Autofahrers hatte Mitte September in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft auf eine "akute gesundheitliche Notlage" seines Mandanten hingewiesen. Die Beifahrerin hatte laut Ermittlern direkt nach dem Unfall von einem epileptischen Anfall gesprochen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 19:34 Uhr