Nach weiteren afrikanischen Ländern Tansania verbietet Plastiktüten

Als weiteres afrikanisches Land hat Tansania am Samstag Plastiktüten verboten. Das ostafrikanische Land folgt damit Staaten wie Ruanda und Kenia. Kritiker bemängeln eine zu geringe Vorbereitungszeit.

Verschiedene Waren werden 2016 in Lusaka in Sambia auf einem Markt angeboten.
Tansania folgt mit dem Plastiktütenverbot anderen afrikanischen Saaten wie Ruanda und Kenia. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Seit Samstag sind in Tansania Plastiktüten verboten. Nach Angaben der Regierung des ostafrikanischen Landes dürfen dort keine Tüten mehr importiert, exportiert, hergestellt, verkauft oder genutzt werden. Herstellern droht eine hohe Geldstrafe von bis zu einer Milliarde Tansania-Schillinge (ca. 390.000 Euro) oder zwei Jahre Haft. Nutzer von Plastiktüten droht eine Strafe von 30.000 Schillingen (12 Euro) oder zwei Wochen Gefängnis. Plastik für den medizinischen Gebrauch, in der Landwirtschaft und der Bauindustrie sind von dem Verbot ausgenommen.

Das Verbot war erst im April angekündigt worden. Einige Bürger Tansanias beschwerten sich deswegen, dass es vor der Einführung nicht genügend Zeit gegeben habe, sich umzustellen. Alternative Tragetaschen seien schwer zu bekommen.

Tansania als weiterer afrikanischer Staat gegen Plastik

Tansania folgt mit dem Verbot weiteren afrikanischen Ländern wie Ruanda und Kenia, die bereits ein Plastiktütenverbot eingeführt haben. Auch in der ägyptischen Touristenregion Bahr Al-Ahmar gilt seit Samstag ein Verbot von Einwegplastik. Nach Angaben des UN-Umweltprogramms haben weltweit 61 Staaten die Herstellung und den Import von Plastiktüten verboten, 83 Staaten untersagen den kostenlosen Vertrieb.

Plastikalternativen nicht immer umweltfreundlich

Verschiedene Umweltexperten mahnen allerdings, dass ein Verbot von Plastiktüten nicht unbedingt zielführend sei. So seien Alternativen nicht zwingend umweltfreundlicher. Zudem würden Plastiktüten nur einen kleinen Teil des Plastikmülls ausmachen. In Deutschland sind es nach Angaben des Bundesumweltministeriums weniger als ein Prozent des Verpackungsaufkommens aus Kunststoff. Hier gibt es eine mit dem Handel vereinbarte Bezahlpflicht, wodurch Händler freiwillig Geld für die Tragetaschen verlangen. Jüngst hatte allerdings Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) auch ein Plastiktüten-Verbot gefordert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juni 2019 | 11:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2019, 17:17 Uhr