Illegale Geschäfte BKA sprengt neun kriminelle Telegram-Chats

Tausende Menschen sollen den Messengerdienst Telegram genutzt haben, um darüber kriminelle Geschäfte abzuwickeln. Ermittler haben nun neun solcher Chatgruppen identifiziert.

Smartphone mit geöffneter App "Telegram" vor PC-Bildschirm mit Telegram-Schriftzug.
Über den Messenger wurden laut BKA kriminelle Geschäfte abgewickelt. Bildrechte: dpa

Beim Messengerdienst Telegram sind mehrere kriminelle Chatgruppen mit Tausenden Mitgliedern identifiziert worden. Das teilten das Bundeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main als Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität mit. Den Angaben zufolge wurden insgesamt neun Chatgruppen mit rund 8.000 Mitgliedern "übernommen und sichergestellt". In den Gruppen soll unter anderem mit Drogen, gefälschten Dokumenten und illegal erlangten Daten gehandelt worden sein.

Die Ermittler erklärten, bislang seien 28 Beschuldigte identifiziert worden. Es habe an mehreren Orten Durchsuchungen gegeben. Dabei seien Drogen, Waffen und größere Mengen Bargeld sichergestellt worden. An der Aktion in sechs Bundesländern war auch die Staatsanwaltschaft Chemnitz beteiligt.

BKA und Generalstaatsanwaltschaft zufolge wird Telegram beim Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen oft als Alternative zu Handelsplattformen im Darknet genutzt. In teilweise öffentlich zugänglichen Kanälen und Chatgruppen erfolge die Anbahnung der illegalen Geschäfte, die Abwicklung danach in separaten Chats zwischen einzelnen Nutzern.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30. Oktober 2020 | 11:00 Uhr