Nach Schulbusunfall Thüringer Landeselternsprecher plädiert für Begleiter im Schulbus

Nach dem tödlichen Busunfall in Thüringen spricht sich die Thüringer Landeselternvertretung für Begleitpersonen in Schulbussen aus. Sie könnten dafür sorgen, dass sich Schüler hinsetzen und anschnallen und so die Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen.

von Henry Rieck

Verunglückter Bus in Berka vor dem Hainich
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Nach dem Busunfall vom 24. Januar 2020, bei dem in Berka in Thüringen zwei Schulkinder gestorben sind und 21 verletzt wurden, sprechen sich Eltern für Begleitpersonen in Schulbussen aus. Die Schule sollte eine Schülerbegleitung für die Busfahrt zur Bildungseinrichtung organisieren und Verantwortung beim Schülertransport übernehmen, sagte Landeselternsprecher Roul Rommeiß gegenüber dem MDR-Magazin "Umschau".

Roul Rommeiß hält eine Bröschure mit dem Titel "Verkehrsunfälle".
Roul Rommeiß Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Der Weg zur Schule liegt derzeit im Verantwortungsbereich der Eltern und Schüler. Für die Ordnung im Bus ist allein der Busfahrer verantwortlich. Der soll sich aber primär auf den Straßenverkehr konzentrieren. Es sollte unbedingt darüber nachgedacht werden, ob das zeitgemäß ist", sagte Rommeiß. Nach seiner Vorstellung sind für die Schülerbegleitung verschiedene Lösungen denkbar. "Das können ausgebildete Schüler wie Streitschlichter sein oder erwachsene Begleitpersonen wie bei Klassenfahrten. Sie können dafür sorgen, dass entsprechende Situationen nicht eskalieren. Zudem sollen sie dafür sorgen, dass sich die Schüler hinsetzen und anschnallen. All diese Sachen müssen ja dann auch durchgesetzt werden."

Busbetreiber wollen "das sicherste Verkehrsmittel noch sicherer machen"

Tilman Wagenknecht vor Zeitschriftenfächern
Tilman Wagenknecht Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu der von Bundesverkehrsminister Scheuer angeregten Verschärfung der Anschnallpflicht in Bussen signalisierte der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmer Gesprächsbereitschaft. Geschäftsführer Tilman Wagenknecht sagte dem MDR-Magazin "Umschau": "Um das sicherste Verkehrsmittel noch sicherer zu machen, brauchen die Omnibusunternehmen einen Auftrag, unter anderem von den Kreistagen." Bei der Umsetzung gibt es nach Auffassung von Wagenknecht einige Optionen. Er gleichzeitig gibt er zu bedenken: "Der Omnibus ist bereits das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel. Und es wird schwer sein und viel Geld kosten, dieses Sicherheitsniveau nochmals zu erhöhen." Nach dem tödlichen Busunfall in Thüringen hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Bundesländern vorgeschlagen, die seit 2005 geltenden Empfehlungen für die Schülerbeförderung zu aktualisieren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 28. Januar 2020 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 16:48 Uhr