Coronavirus-Pandemie Ticker: Niederlande verhängen "Teil-Lockdown"

Die Niederlande verhängen einen "Teil-Lockdown". Das Eichsfeld ist Corona-Risikogebiet. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer will den Corona-Grenzwert überprüfen. Fußballstar Ronaldo und Bundesverfassungsschutzpräsident Haldenwang wurden positiv getestet. Sachsen-Anhalt verzichtet auf weitere Lockerungen der Corona-Regeln. Die aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Ticker.

Unser Ticker am Dienstag, den 13. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:07 Uhr | Tschechiens Gesundheitsminister bittet um Einhaltung der Regeln

Tschechiens Gesundheitsminister Roman Prymula hat sich mit einem persönlichen Appell an die Bevölkerung gewandt, die neuen verschärften Corona-Regeln einzuhalten. Prymula sagte in einer Fernsehansprache: "Ich bitte Sie: Helfen Sie mir bei meiner Arbeit, denn es geht um uns alle." Man stehe vor "schwierigen und trüben Wochen". Er rechne mit einer Zunahme von schweren Krankheitsverläufen und auch Todesfällen.

Die Regierung hatte gestern die Schließung von Schulen und Restaurants beschlossen. Versammlungen und Treffen mit mehr als sechs Menschen werden untersagt. Die Opposition forderte Ministerpräsident Andrej Babiš auf, nach dem Ende des Notstands am 3. November im Parlament die Vertrauensfrage zu stellen. Die Regierung habe die Vorbereitungen auf die zweite Welle auf fatale Weise versäumt.

21:00 Uhr | Frankfurter Buchmesse im Schatten von Corona

Überschattet von der Corona-Pandemie ist am Abend die Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Die Eröffnungsfeier wurde live im Internet übertragen. Ausländische Gäste wurden per Videobotschaft zugeschaltet, darunter der kanadische Premierminister Justin Trudeau. Kanada wäre in diesem Jahr Ehrengast gewesen. Das wird auf 2021 verschoben.

Deutschlands größter Branchentreff findet in diesem Jahr fast ausschließlich online statt. Angemeldet sind 4.400 digitale Aussteller aus 110 Ländern. 260 Stunden Programm mit 750 Sprechern werden online angeboten. Bereits am Montag wurde der Deutsche Buchpreis verliehen. Die Messe endet am kommenden Sonntag mit der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels.

20:47 Uhr | Bautzen sagt Weihnachtsmarkt ab

Weihnachtsmarkt Bautzen
Der Bautzener Weinachtsmarkt im Jahr 2019 Bildrechte: MDR/Tobias Koch

Als erste größere Stadt in Sachsen hat Bautzen wegen der Corona-Pandemie den Weihnachtsmarkt abgesagt. Oberbürgermeister Alexander Ahrens teilte mit, die Stadtverwaltung habe sich intensiv mit dem Gesundheitsamt über das aktuelle Infektionsgeschehen ausgetauscht. Man habe sich eingestehen müssen, dass man die verschärften Hygieneauflagen nicht erfüllen könne.

Ende September hatte Bautzen noch erklärt, der traditionelle Wenzelsmarkt könne wie geplant vom 27. November an abgehalten werden. Die Wurzeln des Bautzener Weihnachtsmarktes gehen bis ins Jahr 1384 zurück.

19:57 Uhr | Niederlande verhängen "Teil-Lockdown"

Die Niederlande haben die Corona-Vorschriften drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Abend einen "Teil-Lockdown" an. Demnach werden sämtliche Lokale geschlossen, Essen darf nur noch geliefert oder abgeholt werden. Der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Versammlungen von mehr als 30 Menschen werden verboten, ebenso wie Mannschaftssport für über 18-Jährige. Bürger dürfen in ihren eigenen Wohnungen nur noch maximal drei Gäste empfangen. Busse und Bahnen sollen nur noch in dringenden Fällen genutzt werden. Außerdem wird die bisherige Masken-Empfehlung für sämtliche öffentliche Räume in eine allgemeine Pflicht umgewandelt.

Es liegt nun an uns allen selbst. Seien Sie realistische Niederländer und übernehmen Sie Verantwortung.

Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande

In der vergangenen Woche wurden in den Niederlanden fast 44.000 neue Corona-Infektionen nachgewiesen. Das waren 60 Prozent mehr als in der Vorwoche. Der sogenannte Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner stieg auf 252. Heute wurde mit rund 7.400 Neu-Infektionen erstmals die 7.000er-Marke überschritten. Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen steigt den Angaben zufolge schnell an.

19:30 Uhr | Bundespolizei ermahnt 71.000 Maskenmuffel

Mitarbeiter der DB Sicherheit und Beamte der Bundespolizei gehen durch einen Zug und kontrollieren, ob die Maskenpflicht eingehalten wird
Mitarbeiter der DB Sicherheit und Beamte der Bundespolizei kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht Bildrechte: dpa

Die Bundespolizei hat innerhalb eines Monats mehr als 71.000 Bahnreisende wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bahnhöfen und Zügen ermahnt. Das teilte die Behörde heute mit. Der überwiegende Teil der Reisenden habe sich einsichtig gezeigt. In 1.124 Fällen seien die örtlichen Gesundheitsämter informiert worden, damit diese Bußgelder verhängen, teilte die Polizeibehörde am Dienstag in Potsdam mit. In 200 Fällen seien Reisende von der Weiterfahrt mit dem Zug ausgeschlossen oder eines Bahnhofs verwiesen worden.

19:23 Uhr | 600 Infizierte an belgischer Uni

An der Universität der belgischen Stadt Ottignies-Louvain-la-Neuve haben sich Medienberichten zufolge 600 Studierende mit dem Coronavirus infiziert. Vize-Direktor Philippe Hiligsmann sagte dem Sender VRT: "Wir haben viel getan, um die Studierenden für die Folgen ihres Verhaltens zu sensibilisieren, aber dennoch hat es nicht geholfen." Eine Mitarbeiterin erklärte, dass sich die Studierenden in den Hörsälen an Abstandsregeln und Maskenpflicht hielten. Sie vermutet, dass sie sich vor allem in der Freizeit angesteckt hätten.

19:10 Uhr | Kretschmer fordert Überprüfung des Corona-Grenzwerts

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Zweifel am gegenwärtigen Corona-Grenzwert geäußert. Kretschmer sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir brauchen eine Überprüfung, ob die Zahl 50 auf 100.000 Einwohner richtig ist." Kretschmer ergänzte zugleich: "Das müssen diejenigen sagen, die in der Kontaktnachverfolgung sind." Derzeit gelten 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner als Schwelle, ab der ein Kreis bzw. eine kreisfreie Stadt als Risikogebiet gilt.

Mit Blick auf das morgige Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Kretschmer, grundsätzlich gebe es Gesprächsbedarf über die Kriterien zur Verhängung von Beherbergungsverboten. Gerade in der Urlaubszeit müsse jeder wissen, woran er sei.

18:26 Uhr | Trumps Antikörpercocktail bewährt sich in Tierversuchen

Der durch US-Präsident Donald Trump bekannt gewordene Antikorpercocktail Regn-CoV-2 der US-Firma Regeneron hat offenbar ein großes Potenzial – sowohl als Schutz vor einer Corona-Infektion als auch als Medikament bei einer Covid-19-Erkrankung. Das geht aus einer Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin "Science" hervor. Danach war der Antikörper-Cocktail bei Tests an Rhesus-Affen und Goldhamstern erfolgreich.

Inzwischen wurde Regn-CoV-2 bereits an Menschen getestet. Auch Trump wurde damit behandelt. Auf seiner Internetseite teilt das Unternehmen Regeneron mit, bereits Dosen für etwa 50.000 Patienten an die US-Regierung geliefert zu haben, die diese nun den US-Amerikanern kostenlos zugänglich machen wolle.

17:25 Uhr | Eichsfeld ist Corona-Risikogebiet

Das Rathaus von Heiligenstadt im Eichsfeld
Das Rathaus von Heiligenstadt Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Nach dem Erzgebirgskreis in Sachsen hat nun auch das Eichsfeld in Thüringen die Schwelle zum Corona-Risikogebiet überschritten. Wie das Landratsamt in Heiligenstadt mitteilte, wurden heute 18 Neuinfektionen gemeldet. Dadurch sei der Sieben-Tage-Wert pro 100.000 Einwohner auf 54 gestiegen.

Ursache sei eine Familienfeier. Dadurch seien Infektionsketten entstanden, die man bisher aber noch nachverfolgen könne. Der Landkreis plane unter anderem, die Maskenpflicht auf Ansammlungen im Freien auszuweiten. In den Schulen des Kreises wird ab morgen der Präsenzunterricht eingeschränkt.

17:15 Uhr | Kinderbetreuung auch in Corona-Zeit von Müttern geschultert

Während des Lockdowns mit geschlossenen Kindergärten und Schulen haben vor allem die Mütter zu Hause die Kinderbetreuung geschultert. Das belegt eine aktuelle Studie des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Dies war den Ergebnissen zufolge auch dann der Fall, wenn die beruflichen Bedingungen und Belastungen beider Eltern ähnlich waren, also etwa beide im Homeoffice arbeiten konnten. Die Väter beteiligten sich zwar auch an der Kinderbetreuung - häufig aber nur gemeinsam mit der Mutter oder unterstützt von Dritten.

Die Studie zeigt außerdem, dass fast ein Drittel der älteren Schulkinder um die 14 Jahre sich in dieser Zeit überwiegend selbst überlassen blieb.

17:08 Uhr | WHO: Zahl der Corona-Infektionen beim Gesundheitspersonal sinkt

Während in vielen Ländern weltweit die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen, gehen sie beim Gesundheitspersonal seit einiger Zeit zurück. Das teilte WHO-Epidemiologin Anne Perrocheau mit. Zu Beginn der Pandemie hätten sich deutlich mehr Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger mit dem neuartigen Coronavirus infiziert als normale Bürger. Damals habe ihr Anteil bei den gemeldeten Infektionen bei durchschnittlich 14 Prozent gelegen, in einigen Ländern sogar bei einem Drittel. Inzwischen entspreche der Anteil fast wieder den drei Prozent, die die Beschäftigten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung ausmachen.

Als Grund dafür nannte die WHO u.a. eine bessere persönliche Schutzausrüstung. Zudem habe das Gesundheitspersonal inzwischen gelernt, wie es sich besser vor einer Ansteckung schützen könne.

16:40 Uhr | Cristiano Ronaldo positiv getestet

Christiano Ronaldo
Bildrechte: imago images / Pro Shots

Der portugiesische Fußballspieler Cristiano Ronaldo ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der portugiesische Fußballverband auf seiner Internetseite mit. Der 35-Jährige zeige keine Krankheitssymptome und ihm gehe es gut. Beim Nations-League-Spiel Portugals gegen Schweden am Mittwoch werde er aber nicht dabei sein. Ronaldo war bislang fünfmal Weltfußballer des Jahres. Derzeit ist er bei Juventus Turin unter Vertrag.

15:44 Uhr | IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft an

Die Weltwirtschaft wird einer Prognose des Internationalen Währungsfonds zufolge in diesem Jahr weniger stark einbrechen als noch im Frühsommer erwartet. Der IWF sagt ein Minus von 4,4 Prozent voraus. Das wäre noch immer der stärkste Einbruch seit Jahrzehnten, aber 0,8 Punkte besser als bei der Prognose im Juni.

15:17 Uhr | Keine weitere Öffnung in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird es vorerst keine weitere Lockerung der Corona-Bestimmungen geben. Das teilte Ministerpräsident Haseloff auf einer Pressekonferenz mit. Damit dürfen zu Veranstaltungen in geschlossenen Räumen weiterhin nur maximal 500 Personen zusammenkommen. Ursprünglich war geplant, diese Grenze ab dem 1. November auf 1.000 Personen anzuheben. Auch das Beherbergungsverbot bleibt bestehen. Momentan dürfen Touristen aus Risikogebieten in Sachsen-Anhalt nicht untergebracht werden. Für Geschäftsreisende und Familienzusammenführungen gilt das Beherbergungsverbot nicht.

15:09 Uhr | Johnson & Johnson unterbricht Impfstoff-Tests

Der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson hat seine Corona-Impfstoffstudie wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Probanden gestoppt. Der Vorfall solle nun von einem unabhängigen Kontrollgremium und Experten geprüft werden, teilte das Unternehmen mit. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Johnson & Johnson hatte seine Phase-3-Wirksamkeitsstudie, an der rund 60.000 Menschen teilnehmen sollen, Ende September gestartet. Der Finanzchef des Unternehmens, Joseph Wolk, sagte im Interview mit dem Sender CNBC, es sei noch nicht klar, wie lange die Studie auf Eis liege. "Es könnte nur ein paar Tage dauern", aber es sei schwer vorherzusagen, so lange die nötigen Informationen nicht vorlägen. Der US-Pharmakonzern ist nach dem schwedisch-britischen Konzern AstraZeneca das zweite Unternehmen, das seine Corona-Impfstofftests unterbrechen muss.

13:45 Uhr | Verfassungsschutzchef Haldenwang infiziert

Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bestätigte entsprechende Medienberichte. Haldenwang führe die Amtsgeschäfte von zu Hause weiter. Die Arbeitsfähigkeit des BfV ist dem Amt zufolge in vollem Umfang sichergestellt. Der 60-jährige Haldenwang führt seit rund zwei Jahren den Inlandsnachrichtendienst.

12:50 Uhr | Leopoldina verlangt Weichenstellung für den Winter

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, hat Bund und Länder zu klaren und einheitlichen Anti-Corona-Maßnahmen aufgefordert. Nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München sagte Haug, beim Treffen der Ministerpräsidenten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel müssten Weichen gestellt werden, um die "Zahl der Neuinfektionen unter 20.000" halten zu können. Der Leopoldina-Chef mahnte, in Nachbarländern sei die Entwicklung schon "unkontrolliert weggelaufen". Daher gebe es die große Bitte der Wissenschaft, mit einheitlichen Regeln verantwortlich durch Herbst und Winter zu kommen.

Nachrichten

Der Hauptsitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopldina in Halle/S. 6 min
Bildrechte: Markus Scholz für die Leopoldina

12:15 Uhr | EU bekommt Corona-Ampel

Eine digitale Ampelkarte soll Bürger in der Europäischen Union künftig besser über die Corona-Lage in allen Regionen informieren. Darauf verständigten sich die Europa-Minister der Mitgliedsländer nach wochenlangen Verhandlungen. Je nach Gefährdungslage werden Gebiete in Grün, Orange oder Rot gekennzeichnet. Kriterien sind die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen, die Anzahl der Tests und die Quote positiver Ergebnisse. Die Karte zu Risikoregionen soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und aktualisiert werden. Einheitliche Reiseregeln wird es in der EU aber weiter nicht geben, jedes Land entscheidet selbst.

12:00 Uhr | Polnischer Premier in Quarantäne

Der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki befindet sich in Quarantäne. Wie ein Sprecher mitteilte, hatte Morawiecki Kontakt zu einer Person, die positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet wurde. Der Premierminister sei bislang negativ. Er werde seinen Regierungsaufgaben weiterhin nachgehen, sagte Morawiecki in einer Videobotschaft.

11:40 Uhr | Studie: Mit Empathie steigt AHA-Bereitschaft

Die Bereitschaft zum Einhalten von Abstandsregeln und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hängt einer Studie zufolge auch vom Einfühlungsvermögen ab. Das beschreiben Forscher der Universität im dänischen Aarhus nach Befragungen in Deutschland, den USA und Großbritannien. Bei den Teilnehmern wurden Empathie und ihre Haltung zu Infektionsschutzregeln in Beziehung gesetzt. Dem Bericht im Fachblatt "Psychological Science" zufolge zeigte sich deutlich, je höher der Grad an Einfühlung ist, desto stärker wurden die sozialen Kontakte verringert. Außerdem stieg die Bereitschaft zum Befolgen der AHA-Regeln, wenn Teilnehmer mit Covid-19-Patienten konfrontiert wurden.

11:02 Uhr | Corona-Chaos beim Giro

Die Italien-Radrundfahrt steht nach weiteren acht positiven Tests in fünf Teams vor dem Abbruch. Demnach gibt es Coronainfektionen bei den Teams Sunweb, Jumbo-Visma, Mitchelton-Scott, AG2R-La Mondiale und Ineos Grenadiers. Betroffen sind zwei Fahrer und sechs Teammitglieder. Das Team Mitchelton-Scott, in dem bereits Mitfavorit Simon Yates positiv getestet worden war, zog sich nach weiteren Fällen bei den Betreuern vom Giro d'Italia zurück.

10:35 Uhr | Sachsen: Massentest an Grundschule

In Taucha bei Leipzig werden nach der Corona-Infektion einer Zehnjährigen alle 450 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer auf das Virus Sars-Cov-2 getestet. Eine vierte Klasse ist in Quarantäne. Nach dem positiven Test der Grundschülerin ordnete das Gesundheitsamt des Landkreises Nordsachsen Testungen für die komplette Regenbogenschule an. Das Mädchen ist bereits seit Mittwoch isoliert, da sie mit einer positiv getesteten Person im Sportverein Kontakt hatte. Am Sonntag kam dann auch ihr positiver Befund. Mehr im Sachsen-Ticker.

10:10 Uhr | Warnstufe Gelb für Schulen im Eichsfeld

Wegen erhöhter Corona-Infektionszahlen haben die Schulen im Eichsfeld in Thüringen ihren Betrieb eingeschränkt. Alle 57 Schulen würden ab Mittwoch vom Regelbetrieb in die "Stufe Gelb" wechseln, teilte das Bildungsministerium mit. Demnach sind Einschränkungen des Präsenzunterrichts möglich. Mit der Maßnahme sollen vor allem Menschen mit Risikomerkmalen vor einer Covid-19-Erkrankung geschützt werden. Im Landkreis gelten wegen gestiegener Fallzahlen seit Montag schärfere Corona-Regeln, aktuell sind mehr als 300 Menschen in Quarantäne.

10:00 Uhr | Italien verkürzt Quarantäne und verschärft Kontaktbeschränkungen

Italien senkt die Dauer der Corona-Quarantäne von 14 auf zehn Tage. Dann dürfen sich Infizierte nach einem negativen Test wieder frei bewegen. Die Neuregelung gilt für Patienten ohne oder mit moderaten Covid-19-Symptomen. Zugleich verschärfte die Regierung die Corona-Auflagen vor allem für private Feiern. Demnach dürfen Privatpersonen höchstens zehn Gäste auf einmal zu Hause empfangen.

09:50 Uhr | Russland meldet neue Corona-Höchstwerte

In Russland ist die Zahl der Positivtests um den Rekordwert von 13.868 auf insgesamt mehr als 1,32 Millionen gestiegen. Nach offiziellen Angaben starben in den vergangenen 24 Stunden 244 Infizierte. Auch das ist ein Höchstwert seit Beginn der Zählung. Insgesamt sind damit knapp 23.000 Todefälle im Zusammenhang mit Covid-19 bestätigt.

09:30 Uhr | Erneut deutlich mehr als 4.000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter haben bundesweit am Montag 4.802 Neuansteckungen registriert. Nach Daten des Risklayer-Projekts der Universität Karlsruhe kletterte der 7-Tage-Schnitt auf knapp 3.800, was einem Plus um 2.500 binnen einer Woche entspricht. Aktuell gibt es knapp 39.200 aktive Infektionen in Deutschland. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 331.000 Ansteckungen und etwa 9.700 Todesfälle erfasst. Etwas mehr als 282.000 Menschen gelten als genesen.

In Sachsen gab es seit gestern knapp 300 neue Infektionen, damit sind jetzt 1.500 Ansteckungen aktiv bei insgesamt knapp 8.700 erfassten Infektionen. In Sachsen-Anhalt kamen 41 Neuinfektionen dazu. Mit nun 400 aktiven Fällen bei knapp 3.000 Gesamtansteckungen liegt die Rate der Neuinfektionen ebenfalls über zehn Prozent. In Thüringen erhöhte sich die Zahl der aktiven Fälle um 35  auf 348, bei insgesamt knapp 4.500 Ansteckungen.

Hotspots in Ostdeutschland sind weiter Berlin und seit Montag der Erzgebirgskreis. Die meisten anderen Risikogebiete mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegen in Nordrhein-Westfalen, in Niedersachsen im Raum Bremen sowie in den Ballungsräumen Frankfurt am Main, Stuttgart und München.

08:45 Uhr | Schwesig verteidigt Beherbergungsregelung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verteidigt die Vereinbarungen zu sogenannten Beherbergungsverboten. Sie verwies im Deutschlandfunk darauf, dass ihr Bundesland mit den strengen Regeln im Tourismus großen Erfolg habe. Es gehe nicht darum, die Menschen auszuschließen. Doch es sei wichtig, für Menschen aus Risikogebieten höhere Anforderungen geltend zu machen. In den meisten Bundesländern gilt die Regel, dass Menschen aus Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen binnen einer Woche nur im Hotel beherbergt werden können, wenn sie einen aktuellen Corona-Test mit negativem Ergebnis vorweisen können.

08:28 Uhr | Opposition: Beherbergungsverbote rechtlich fragwürdig

Vertreter der Opposition im Bundestag haben verfassungsrechtliche Zweifel am Beherbergungsverbot. Die Grünen-Rechtspolitikerin Katja Keul sagte dem "Handelsblatt", innerdeutsche Beherbergungsverbote seien verfassungsrechtlich bedenklich, weil in gewisser Weise willkürlich. Sie betonte: "Wir können und wollen den innerdeutschen Aufenthalt der Bürgerinnen und Bürger nicht flächendeckend kontrollieren und sind schlicht auf Akzeptanz und eine gewisse Freiwilligkeit angewiesen." FDP-Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann sagt der Zeitung, es lägen kaum Argumente für die Wirksamkeit von Beherbergungsverboten vor. Zudem greife die Maßnahme tief in die Freiheit der potenziellen Gäste und der Beherbergungsbetriebe ein.

08:00 Uhr | In Peru gestrandeter Japaner darf Machu Picchhu sehen

Ein japanischer Tourist in Peru hat in der Corona-Krise als alleiniger Besucher die weltberühmte Inka-Ruinenstadt Machu Picchu betreten dürfen. Die Tourismusbehörde hatte dem jungen Mann, der wegen der Pandemie seit Monaten in Peru festsitzt, eine Sondergenehmigung erteilt – nur ihm allein. Machu Picchhu ist bereits seit sieben Monaten geschlossen. Der 26-jährige Boxlehrer Jesse Katayama schrieb auf Facebook: "Die erste Person auf der Erde, die seit dem Lockdown nach Machu Picchu gegangen ist, bin iiiiiiich". Sein Ticket hatte er im März kurz vor der Schließung der Inka-Stadt gekauft (siehe Foto auf Facebookseite von Katayama).

07:20 Uhr | Sicherheitsbranche: Würden Corona-Kontrollen übernehmen

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft hat sich offen für den Vorschlag gezeigt, die Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu überwachen. Geschäftsführer Harald Olschok sagte MDR AKTUELL, die privaten Sicherheitsdienste könnten das Personal stellen. Es müsse aber entsprechend qualifiziert werden. Kritisch äußerte sich dagegen das Bundesinnenministerium. Von dort hieß es, private Firmen sollten keine hoheitlichen Befugnisse erhalten. Der Städte- und Gemeindebund hatte vorgeschlagen, private Sicherheitsdienste einzusetzen, weil den Ordnungsämtern das Personal fehle.

ältere Frau mit Mundschutzmaske, sitzt in S-Bahn,
Ob beispielsweise die Maskenpflicht auch wirklich eingehalten wird, muss kontrolliert werden. Dafür braucht es Personal. Könnten private Sicherheitsfirmen helfen? Bildrechte: imago images/imagebroker

07:00 Uhr | Längere Winterferien – kürzere Sommerpause?

Unions-Politiker haben als Schutzmaßnahme gegen Corona-Infektionen in der kalten Jahreszeit eine Verlängerung der Weihnachts- oder Winterferien vorgeschlagen. Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß sagte der "Bild"-Zeitung, die Ferien im Winter könnten um zwei bis drei Wochen verlängert und im Sommer entsprechend gekürzt werden. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger sprach sich für bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien und Kürzung der Oster- und Sommerferien aus. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), wies den Vorschlag zurück. Das verunsichere nur die Bürger. Über das Thema könnten auch die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch beraten. Schulschließungen zu vermeiden, gilt als eines der wichtigsten Ziele der Corona-Maßnahmen.

06:45 Uhr | Impfstoff-Studie in den USA ausgesetzt

Der US-Pharamakonzern Johnson&Johnson hat seine Studie für einen künftigen Corona-Impfstoff unterbrochen. Grund ist nach Angaben des Unternehmens eine unerklärliche Erkrankung eines Probanden. Der Fall werde jetzt von einer unabhängigen Expertengruppe geprüft und bewertet. Weitere Informationen gab es zunächst nicht.  Der Konzern hatte Ende September die entscheidende Phase 3 der klinischen Tests gestartet. Dabei sollen in einer Studie mit bis zu 60.000 Freiwilligen Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten überprüft werden.

06:30 Uhr | Streit um Beherbergungsverbot – Düsseldorf ist Hotspot

Das Beherbergungsverbot vieler Länder zum Schutz vor Corona-Infektionen steht weiter in der Kritik. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten warnte vor existenziellen Risiken der Branche. Ein wochenlanges Beherbergungsverbot würden viele Betriebe nicht überleben. Verschiedene Unions-Politiker stellten die Wirksamkeit der Maßnahme infrage und mahnten, uneinheitliche Corona-Regelungen trügen zu Verunsicherung und Akzeptanzproblemen bei. Der Städte- und Gemeindebund forderte die Politik auf, die getroffenen Beherbergungsregeln zu vereinheitlichen. Derweil werden immer mehr Städte in Deutschland zu Corona-Hotspots, am Montagabend überschritt auch Düsseldorf die Warnstufe.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am Mittwoch beraten. Dazu drängt Merkel offenbar auf ein persönliches Treffen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung haben sich die Staatskanzleien mit Kanzleramtschef Helge Braun auf ein solches Treffen geeinigt. Braun sagte dem Blatt, angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen stelle sich die Frage, ob die getroffenen Maßnahmen noch ausreichten.

06:25 Uhr | Trump wieder auf Wahlkampftour

US-Präsident Donald Trump hat nach überstandener Covid-19-Erkrankung seinen ersten Wahlkampfauftritt absolviert. In Sanford im US-Staat Florida sagte er vor Anhängern: "Ich bin in so toller Form. Ich fühle mich so stark." Trump bekräftigte, er sei nun immun. Er scherzte: "Ich werde jeden in diesem Publikum küssen." Trump hatte am 2. Oktober seine Corona-Infektion bekanntgegeben und war dann drei Tage lang in einer Militärklinik behandelt worden. Am Samstag erklärte sein Leibarzt, der Präsident sei nicht mehr ansteckend. Trumps Auftritt dauerte rund eine Stunde.

06:20 Uhr | Reichsbürger im Aufwind

Die Bundesregierung sieht die Reichsbürger-Szene in der Corona-Krise im Aufwind. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, aus der die Funke-Medien zitieren. Demnach sorgen die staatlichen Maßnahmen gegen die Pandemie für eine erhöhte Dynamik und Aktivität der Szene. Außerdem zeige die Szene eine große Nähe zu Verschwörungstheorien, etwa zur sogenannten Qanon-Bewegung in den USA. Ihre Anhänger behaupten, die USA würden von einer satanistischen Organisation beherrscht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Oktober 2020 | 06:00 Uhr