Coronavirus-Ticker 5. Mai: Länder wollen Kneipen ab 9. Mai bundesweit öffnen

Die Länder wollen eine bundesweit kontrollierte Öffnung von Kneipen und Restaurants ermöglichen. Sie schlagen dafür einen Zeitraum vom 9. Mai bis 22. Mai vor. Zuvor hatten bereits einige Länder erste Lockerungen im Gastgewerbe angekündigt. Das Coronavirus gelangte offenbar schon früher nach Europa als bislang bekannt. Mehr im Ticker:

Junge Leute sitzen am Tresen und feiern mit alkoholischen Getränken.
Kneipen und Restaurants sollen bundesweit kontrolliert vom 9. Mai an wieder öffnen. Bildrechte: Colourbox.de

Unser Ticker am Montag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Mittwoch.

21:47 Uhr | Länder für Kneipen-Öffnung ab 9. Mai

Kneipen und Restaurants in Deutschland sollen bundesweit kontrolliert wieder öffnen dürfen. Die Wirtschaftsminister der Länder verständigten sich mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf einen Zeitraum vom 9. bis 22. Mai. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, sagte, der Zeitraum sei den unterschiedlichen Lagen und Interessen der einzelnen Bundesländer geschuldet. Für touristische Beherbergungen streben die Länder eine Öffnung bis Ende Mai an. Voraussetzung für die Öffnung von Restaurants und Gaststätten ist aufgrund der Corona-Pandemie die strikte Einhaltung von Hygienevorschriften, Abstandsregeln sowie die Vorlage eines Plans zum Schutz der Beschäftigten. Die Empfehlung ist als Grundlage für die Besprechung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch gedacht.

21:38 Uhr | Kultusminister-Chefin gegen gegen Masken im Unterricht

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig, hält Schutzmasken im Schulunterricht für wenig sinnvoll. Die SPD-Politikerin sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, man ziehe die Tische auseinander und lasse nur so viele Schülerinnen und Schüler in den Klassenraum, dass das Abstandsgebot eingehalten werden könne. Deshalb brauche man keine Masken. Dadurch würde zudem die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern erschwert. In den Pausen sollte allerdings ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

20:35 Uhr | Fußball-Saison in Sachsen beendet

In Sachsen ist die Fußball-Saison auf Landesebene zu Ende. Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) beschloss, den bereits ruhenden Spielbetrieb etwa in der Sachsenliga nicht wieder aufzunehmen. In der Saison 2019/20 wird es damit keine Meister und keine Absteiger geben. Aufsteiger will der SFV mit Hilfe einer Quotientenregelung ermitteln. Nur die Pokalwettbewerbe sollen, soweit möglich, beendet werden - gegebenenfalls auch noch nach dem 30. Juni. Die Regelung gilt zunächst nur für die Ligen auf Landesebene. Der SFV empfahl sie aber allen Kreis- und Stadtfußballverbänden.

19:56 Uhr | Keine weitere Infektion bei Dynamo Dresden

Bei Dynamo Dresden gibt es derzeit keine weitere Corona-Infektion. Wie der Fußball-Zweitligist mitteilte, hat das die Auswertung einer zweiten Testreihe ergeben. Am Sonnabend war ein Dynamo-Profi positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Name wurde nicht genannt. Der Spieler sei weiter ohne Symptome und befinde sich in häuslicher Quarantäne. Dort werde er medizinisch betreut.

19:36 Uhr | Willingmann: Werbung für Urlaub im eigenen Land

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann hat die angekündigten Lockerungen im Tourismus ab Mitte Mai unter anderem mit den Pfingstferien begründet. Willingmann sagte MDR AKTUELL, man wolle so für den Urlaub im eigenen Bundesland werben. Der Vorteil von Ferienhäusern oder Campingplätzen sei, dass sie das häusliche Leben wiederspiegelten. Man könne sich dort selbst versorgen. Kritik daran kommt vom Gastgewerbeverband Dehoga. Landeschef Michael Schmidt sagte, die Unterscheidung zwischen Hotels und Ferienwohnungen sei nicht plausibel. Ein Hotel könnte sein Restaurant auch geschlossen halten und den Gästen Frühstück aufs Zimmer bringen. Ebenso kritisch sieht Schmidt die Unterschiede der Regelungen in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, wo die Gaststätten schon ab kommendem Montag öffnen dürfen. Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte beschlossen, dass Ferienhäuser ab dem 15. Mai und Restaurants ab dem 22. Mai unter Auflagen wieder Gäste empfangen dürfen. Hotels sollen in einer zweiten Stufe folgen. Dafür wurde kein Termin genannt.

19:24 Uhr | Experten bezweifeln Rechtmäßigkeit von Ausreisesperren

Experten des Bundestags zweifeln an der Rechtmäßigkeit der verhängten Ausreise-Beschränkungen. In einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags heißt es, es gebe Bedenken, dass sich das Verbot von Auslandsreisen mit der Corona-Krise begründen lasse. Ein kollabierendes Gesundheitssystem würde zwar dramatische Folgen haben. Von einer Ausreise aus Deutschland gehe aber keine unmittelbare Gefahr für das Gesundheitssystem aus. Das Bundesinnenministerium hatte seine Anordnung mit dem Schutz der Bevölkerung vor einer Pandemie begründet.

18:30 Uhr | Weimar lässt Gastronomie im Freien zu

In Weimar sollen ab Mittwoch Getränke und Speise wieder im Freien vor Lokalen genossen werden können. Der Innenstadt-Verein einigte sich nach eigenen Angaben mit der Stadt auf ein Konzept, das es Bar-, Kneipen- und Restaurantbesitzern erlaubt, Tische und Stühle auf Plätzen und Straßen aufzustellen. Eine Bedienung am Platz ist aber weiterhin nicht möglich.

18:14 Uhr | Kekulé warnt vor Neurosen bei Kita-Kindern

Der Virologe Alexander Kekulé ist bei den Corona-Konzepten für die Kitas skeptisch. Im Podcast von MDR AKTUELL warnt er vor einer "Generation C" mit tiefen Neurosen. Außerdem beantwortet er die Frage, ob das Virus im Sommer von selbst verschwinden könnte.

18:06 Uhr | Gericht kippt Maskenpflicht in Jenaer Schulen

Jenaer Schüler müssen im Unterricht keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Das Verwaltungsgericht Gera erklärte die Vorschrift in der jüngsten Coronavirus-Verordnung der Stadt für rechtswidrig. Das Gericht hält aufgrund der aktuell geringen Infektionszahlen in der Stadt eine solch verschärfte Hygienevorkehrung im Unterricht für unnötig. Jena hatte mit der seit Wochenbeginn geltenden Maskenpflicht im Unterricht einen Sonderweg beschritten. Dagegen hatte sich die Freie Waldorfschule Jena juristisch gewehrt.

17:39 Uhr | Bahn fährt Regionalverkehr hoch

Bei der Deutschen Bahn fahren fast alle Regionalzüge wieder nach Plan. Wie der Konzern mitteilte, gilt das für rund 90 Prozent des üblichen Umfangs. Vorstand Berthold Huber sagte, das Angebot werde parallel zum wieder einsetzenden öffentlichen Leben weiter hochgefahren. Wegen der Corona-Pandemie fuhren in den vergangenen Wochen nur etwa zwei Drittel der Züge. Der Regionalverkehr wird von den Ländern finanziert und von ihnen, den Verkehrsverbünden oder kommunalen Verbänden bestellt.

17:23 Uhr | RKI-Chef Wieler: Regionale Lockerungen gerechtfertigt

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hält ein regionales Vorgehen bei der Lockerung der Anti-Coronavirus-Maßnahmen für gerechtfertigt. Er sagte, die Gegebenheiten seien regional unterschiedlich - dem müsse man Rechnung tragen.

Lothar Wieler
RKI-Präsident Lothar Wieler Bildrechte: dpa

Natürlich sei ein gemeinsamer Plan wünschenswert, aber Variationen in Anbetracht der jeweiligen Situation vor Ort halte er für normal und selbstverständlich. Wieler riet, das lokale Entscheider bestimmte Parameter im Blick behalten sollten. Wenn diese Parameter Signale geben, dann müsse man die Lockerungen wieder zurücknehmen - und zwar lokal. Als Parameter nannte er die Übertragbarkeit, die Gesamtzahl der nachgewiesenen Fälle, die Krankheitsschwere oder die Zahl der freien Intensivbetten und die Testkapazitäten.

Die Fraktionschefs von CDU/CSU, SPD und Grünen im Bundestag hatten das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer bei der Lockerung von Corona-Auflagen scharf kritisiert. So sagte etwa Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, die großen Unterschiede seien für die Bevölkerung mittlerweile nur noch schwer verständlich. Er forderte von den Ministerpräsidenten der Länder eine einheitliche Linie.

16:54 Uhr | Coronavirus offenbar schon früher in Europa

Das neuartige Coronavirus hat sich möglicherweise viel früher in Europa ausgebreitet, als bislang angenommen. In Frankreich wurde bereits Ende Dezember ein Mann behandelt, der an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt war. Das ergab ein erneuter Test alter Proben einer Klinikgruppe in der Nähe von Paris. Sie hatte Proben von Patienten diesmal auf das Virus Sars-CoV-2 untersuchen lassen, die im Dezember mit schweren Atemwegsinfektionen behandelt wurden, bei denen damals keine gesicherte Ursache gefunden wurde.

Bislang wurde davon ausgegangen, dass sich die neue Lungenkrankheit erst ab Januar in Europa ausgebreitet hat. Die chinesischen Behörden hatten die WHO am 31. Dezember erstmals über sie unterrichtet. Aus Frankreich wurde die erste offizielle Coronavirus-Infektion am 24. Januar gemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation rief nun die Länder dazu auf, ältere Lungenentzündungsfälle zu überprüfen. WHO-Sprecher Christian Lindmeier erklärte, es sei möglich, dass sich einige Erkrankungen als frühe Corona-Fälle entpuppten. Sie zu entdecken, würde zu einem neuen und klareren Bild des Ausbruchs führen.

16:32 Uhr | Berlin zahlt einmalige Dankes-Prämie

Das Land Berlin würdigt mit einer einmaligen Prämie den Einsatz von rund 25.000 Landesbediensteten in der Corona-Krise. Das kündigten der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Finanzsenator Matthias Kollatz an. Die Dankes-Prämie von bis zu 1.000 Euro sei für Beschäftigte gedacht, die in der Corona-Krise außergewöhnliche Leistungen erbracht hätten und einer erhöhten gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt gewesen seien. Als Beispiele wurden Polizisten im Außendienst, Kita- und Hort-Erzieherinnen in der Notbetreuung, Mitarbeiter in den Corona-Bereichen von Kliniken, Rettungskräfte oder Mitarbeiter der Gesundheitsämter genannt. Die jeweiligen Dienststellen sollen die Mitarbeiter auswählen, die prämiert werden sollen, und die Höhe der Zuwendung festlegen.

16:11 Uhr | Schutzschirm für sächsische Kommunen

Sächsische Städte und Gemeinden sollen wegen den Folgen der Corona-Pandemie einen Schutzschirm erhalten. Das haben die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände vereinbart. Insgesamt stünden gut 750 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld dient dazu, den erwarteten Einbrüchen bei Steuereinnahmen sowie Aufwendungen für zusätzliche Aufgaben in der Pandemie zu begegnen. Die Kommunen rechnen allein für dieses Jahr mit Steuerausfällen von rund einer Milliarde Euro - hauptsächlich bei der Gewerbesteuer. Der Landtag muss dem Schutzschirm noch zustimmen.

16:02 Uhr | NRW erlaubt Besuche in Altenheimen

Nordrhein-Westfalen erlaubt wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen. Das NRW-Gesundheitsministerium teilte mit, ab Sonntag dürften Familienangehörige und Freunde die Heimbewohner wieder besuchen. Es sind aber strenge Auflagen für die Besuche vorgesehen. Wegen der Corona-Epidemie galt seit Mitte März ein Besuchsverbot in den Alten- und Pflegeheimen.

15:50 Uhr | Thüringen will Zahl der Coronavirus-Tests verdoppeln

Thüringen will die Zahl der Coronavirus-Tests verdoppeln. Sozialministerin Heike Werner sagte, wegen der vergleichsweise geringen Zahl an Infizierten im Land seien die Laborkapazitäten bisher nur etwa zur Hälfte genutzt worden. Daher solle der Personenkreis, der auf das Virus getestet werde, über den bisher vom Robert-Koch-Institut empfohlenen hinaus ausgeweitet werden. Vorgesehen seien etwa regelmäßige Tests in medizinischen und Pflegeeinrichtungen, um Personal mit leichten Symptomen oder ohne Symptomatik festzustellen. Damit sollen Infektionsketten erkannt und unterbrochen werden. Werner sagte, ihr Ministerium habe aus dem Sondervermögen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für die Umsetzung der Tests einen Bedarf von 25 Millionen Euro angemeldet.

15:25 Uhr | Sachsen-Anhalt startet wieder Tourismus

In Sachsen-Anhalt soll der Tourismus langsam wieder anlaufen. Das teilte die Staatskanzlei nach einer Sitzung der Regierung mit. Danach dürfen ab dem 15. Mai Ferienhäuser und Ferienwohnungen wieder vermietet werden, zunächst aber nur an Einheimische. In weiteren Schritten sollen Hotels für Touristen und später alle touristischen Betriebe und Angebote geöffnet werden. Termine dafür wurden zunächst nicht genannt. Ab dem 22. Mai können auch Restaurants wieder öffnen. Unterschiede zwischen Außen- und Innengastronomie werden nicht gemacht. Es müssen aber Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. So dürfen beispielsweise nicht mehr als fünf Personen an einem Tisch sitzen. Außerdem müssen Anschriften der Kunden hinterlegt werden. Tanzlokale und Diskotheken bleiben geschlossen. Weitere Öffnungen kündigte die Staatskanzlei für Juni an. Dabei soll jedoch das Infektionsgeschehen in den anderen Bundesländern eine Rolle spielen.

14:58 Uhr | Autogipfel ohne Beschlüsse beendet

Die Gespräche zwischen der Bundesregierung und Vertretern der Automobilindustrie sind ohne Entscheidungen über Hilfen für die Branche in der Corona-Krise zu Ende gegangen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, beide Seiten wollten Anfang Juni erneut über mögliche Kaufanreize beraten. Bis dahin wolle man sich in einer Arbeitsgruppe über konjunkturbelebende Maßnahmen austauschen. Die Maßnahmen sollten einen "Modernisierungsbeitrag in Richtung innovativer Fahrzeugtechnologien" darstellen. An der Schaltkonferenz nahmen neben Kanzlerin Angela Merkel und mehreren Bundesministern auch die Vorstandschefs der deutschen Autobauer und die IG Metall teil. Die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen hatten eine Kaufprämie für Autos von bis zu 4.000 Euro vorgeschlagen.

Parallel zum Autogipfel protestierten Umweltschützer gegen pauschale Staatshilfen für die Autobranche. Greenpeace ließ vor dem Reichstag einen SUV über mehrere übereinandergestapelte Fahrräder rollen. Ein Verkehrsexperte der Umweltorganisation erklärte, Kanzlerin Merkel sollte den klimafreundlichen Umbau der Autoindustrie ankurbeln, statt Motoren aus dem letzten Jahrhundert zu retten. Mitglieder der Initiative Campact forderten vor dem Kanzleramt ein Ende der Debatte über Abwrackprämien.

14:46 Uhr | Großbritannien überholt Italien bei Coronavirus-Toten

Großbritannien hat Italien als Land mit den meisten gemeldeten Corona-Toten in Europa abgelöst. Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde ONS starben im Vereinigten Königreich inzwischen mehr als 32.300 Menschen mutmaßlich an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. In Italien wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität zuletzt etwas mehr als 29.000 Tote gemeldet. In der Statistik sind noch nicht die Todesfälle der vergangenen Tage erfasst. Außerdem rechnet die Behörde mit einer hohen Dunkelziffer bei den Todesopfern.

13:55 Uhr | Vorsichtige Lockerungen in Hamburg

Der Hamburger Senat hat weitere Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen. So dürfen Spielplätze am Mittwoch unter Auflagen wieder öffnen, Kinder unter sieben Jahren aber nur in Begleitung Erwachsener spielen. Auch Gottesdienste und Besuche in Museen, Zoos und botanischen Gärten sind wieder möglich. Die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben bleiben vorerst bestehen, Restaurants und Kneipen bleiben dicht. Am Mittwoch werden Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über Lockerungen der Corona-Einschränkungen beraten, unter anderem über eine schrittweise Öffnung von Schulen und Kitas.

13:40 Uhr | Update: Bayern lockert Schutzmaßnahmen

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden teilweise aufgehoben. Die Landesregierung erlaubt ab Mittwoch wieder Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Hausstands, auch Familienbesuche sind wieder möglich. Ministerpräsident Markus Söder kündigte an, dass ab kommender Woche auch alle Geschäfte öffnen dürfen, unabhängig von der Größe. Gaststätten und Hotels nehmen schrittweise wieder den Betrieb auf: Außenbereiche von Gaststätten am 18. Mai, im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai. Die Schulen in Bayern sollen ab kommender Woche schrittweise für immer mehr Jahrgänge geöffnet werden. Nach den Pfingstferien Mitte Juni soll es dann wieder Präsenzunterricht für alle Schüler und alle Altersklassen geben. Größere Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber auch in Bayern vorerst untersagt.

12:25 Uhr | Weltweit mehr als 100 Impfprojekte

Die Zahl der Covid-19-Impfstoffprojekte ist auf weltweit 115 gestiegen. Nach Angaben des Verbands forschender Pharmaunternehmen (VFA) werden sieben davon maßgeblich in Deutschland vorangetrieben. Dabei handele es sich um Forschungen der Biotechunternehmen BioNTech, CureVac, Prime Vector Technologies, Artes Biotechnology sowie zwei Projekte des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Zehn Impfstoffkandidaten würden weltweit bereits in klinischen Studienprogrammen mit Freiwilligen getestet. In Deutschland hat Biontech die erste klinische Studie gestartet.

12:10 Uhr | Charité: Sprunghafter Anstieg der Gewalt gegen Frauen

Die Gewaltschutzambulanz der Berliner Charité verzeichnet in der Corona-Krise mehr Fälle schwerer häuslicher Gewalt. Vizechefin Saskia Etzold sagte der "Berliner Zeitung", seit Beginn der Kontaktbeschränkungen Mitte März gebe es fast nur noch schwere Fälle, und nach Ostern habe es noch einmal einen sprunghaften Anstieg gegeben. Überwiegend seien Frauen die Opfer. Sie hätten häufig Verletzungen wie Würgemale oder Mittelgesichtsbrüche, oft potenziell lebensgefährlich.

11:30 Uhr | Drittligisten: Hygienekonzept nicht umsetzbar

Das Hygienekonzept des Deutschen Fußball-Bundes zur Fortsetzung der Saison ist für einige Drittligisten offenbar nicht umsetzbar. Entsprechend äußerten sich Vertreter des 1. FC Magdeburg und von Carl Zeiss Jena. Laut dem Hygienekonzept müssen die Clubs neben diversen infrastrukturellen Veränderungen einen Hygienebeauftragten benennen, der Mediziner ist und die Verantwortung zur Umsetzung des Konzepts trägt. Dr. Stefan Wiegand, nebenberuflicher Mannschaftsarzt des 1. FCM, sagte der "Volksstimme", damit seien die Teamärzte für alles verantwortlich. "Diese Verantwortung können und wollen wir ( ... ) nicht übernehmen."

Jenas Geschäftsführer Chris Förster hält die Auflagen ebenfalls für unrealistisch. Er sagte dem MDR: Mehrere Kabinen, Einzelduschen, einen Mannschaftskoch und seperate Menüs, einen Arzt als Hygienebeauftragten - "den haben wir auch nicht". Am Mittwoch wollen Bundesregierung und Länder über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Profifußball beraten.

10:55 Uhr | Erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen in Russland

In Russland sind in den vergangenen 24 Stunden 10.102 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, nach 10.581 am Vortag. Wie das Corona-Krisenzentrum miteilte, sind damit landesweit mehr als 155.000 Ansteckungen mit Sars-CoV-2 bestätigt. Die Zahl der Todesopfer wird offiziell mit 1.451 angegeben.

10:40 Uhr | RKI verteidigt deutschen Kurs

Das Robert Koch-Institut hat seine Arbeit und den deutschen Kurs in der Coronavirus-Pandemie verteidigt. RKI-Chef Lothar Wieler zufolge ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf unter 1.000 täglich gesunken. Die Reproduktionsrate werde aktuell auf 0,7 geschätzt und liege damit unter dem kritischen Wert von 1. Deutschlandweit hat es laut Wieler inzwischen 2,4 Millionen Coronavirus-Tests gegeben, davon seien 7,2 Prozent positiv ausgefallen. Pro 100.000 Einwohner seien in Deutschland 8,2 Todesfälle erfasst. Zum Vergleich führte Wieler unter anderem Großbritannien an, mit mehr als 40 Toten pro 100.000 Einwohner. Aktuell gebe es ausreichend Intensivbetten in Deutschland. Im internationalen Vergleich stehe man mit diesen Daten sehr gut da.

Teils geänderte Empfehlungen des RKI während der letzten Wochen erklärte Wieler mit der dynamischen Entwicklung und stetig neuen Erkenntnissen zu Covid-19. Die Wissenschaft sammle Daten und analysiere sie. Dann würden Thesen aufgestellt und Handlungsempfehlungen gegeben. Das seien Momentaufnahmen. Mit der Zeit änderten sich gegebenenfalls Einschätzungen und Empfehlungen an die Politik.

Sogenannte Alleingänge der Bundesländer bei der Lockerung von Infektionsschutzmaßnahmen hält Wieler für vertretbar, da es große regionale Unterschiede gebe. Bei einer Zunahme von Infektionen müssten Auflagen dann aber auch wieder verschärft werden. Die viel diskutierte Handy-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten sieht Wieler als sinnvolles Instrument.

Laut der Risklayer-Datenbank der Uni Karlsruhe wurden am Montag deutschlandweit etwa 500 Neuinfektionen erfasst.

09:45 Uhr | RB Leipzig wieder im Mannschaftstraining

Fußball-Bundesligist RB Leipzig darf das Mannschaftstraining wieder aufnehmen. Das teilte das sächsische Innenministerium mit. Demnach können gemäß der neuen Corona-Schutz-Verordnung in Sachsen Athleten ihren Sport wieder ausüben, wenn ein Arbeitsvertrag besteht. Dabei gelten Hygiene-Sonderregelungen für das Training und Wettkämpfe entsprechend den Vorgaben der Bundesfachverbände. RB hatte der Stadt Leipzig ein Hygienekonzept vorgelegt. Die Stadt überließ die Entscheidung zum Mannschaftstraining dem Land.

09:17 Uhr | Alte Meister in Dresden wieder zu sehen

Nach siebenwöchiger Zwangspause hat die weltberühmte Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden wieder für Besucher geöffnet. Die Sempergalerie gilt als Besuchermagnet der Staatlichen Kunstsammlungen. Gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung in Sachsen wird der Zugang beschränkt. Außerdem müssen Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen und 1,50 Meter Mindestabstand halten.

08:45 Uhr | Politikwissenschaftler: Stimmung kippt

Nach Ansicht des Berliner Politikwissenschaftlers Wolfgang Merkel kippt im Zuge der Corona-Krise zusehends die Stimmung in Deutschland. Merkel sagte MDR AKTUELL, es sei klar, dass nach sieben Wochen Shutdown und teilweiser Suspendierung von Grundrechten sich die Menschen wieder regten. Es gehe um ihre wirtschaftliche Existenz und um ihre Interessen. Laut Merkel hat die Bundesregierung die Pflicht, den Menschen einen Plan vorzulegen. Es reiche nicht zu sagen, man fahre Woche für Woche auf Sicht. Dann verliere man das Recht auf Rechtfertigung der Einschnitte. Die Bundesregierung erkläre zu wenig, das gehe nicht nur mit Infektionsziffern.

08:25 Uhr | Erneut "Massen-Spaziergänge"

Die Polizei in Südthüringen untersucht anhaltende sogenannte Massen-Spaziergänge. Wie die Beamten MDR THÜRINGEN sagten, treffen sich seit Tagen teilweise mehr als 100 Menschen zu stummen Rundgängen, zuletzt am Montagabend in Sonneberg, Schmalkalden und Schalkau. Demnach zogen allein in Sonneberg etwa 120 Menschen durch die Innenstadt. Die Treffen werden demnach über soziale Medien organisiert. Sie werden laut Polizei bei den Behörden nicht als Versammlungen angemeldet. Es gebe auch keine Redner-Beiträge. Motiv sei offenbar Protest gegen die Corona-Beschränkungen.

08:20 Uhr | Regionale Corona-News aus Mitteldeutschland

Die Kollegen der MDR-Landesfunkhäuser berichten ebenfalls über die aktuelle Lage zur Coronavirus-Pandemie. Hier finden sie regionale und lokale Informationen:

07:47 Uhr | Lehrer: Neustart an Schulen hat "sehr gut" geklappt

Der Deutsche Lehrerverband zieht ein positives Fazit nach der Wiedereröffnung vieler Schulen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Passauer Neuen Presse", die Einhaltung der Regeln zum Infektionsschutz habe an den meisten Grundschulen "sehr gut geklappt". Das zeige, dass auch Zehnjährige sehr wohl Schutzregeln einhalten können. Seit Montag sind in den meisten Bundesländern die Abschlussklassen sowie die vierten Klassen der Grundschulen wieder geöffnet. Meidinger nannte als Ziel, in allen Jahrgangsstufen "noch einen ordentlichen Jahresabschluss mit Zeugnissen" hinzubekommen. Allerdings werde es nicht mehr gelingen, den versäumten Stoff komplett aufzuholen. Das Ziel, alle Schüler vor den Sommerferien noch einmal in die Schule zurückzuholen, werde für die Schulen eine Mammutaufgabe.

07:12 Uhr | Shutdown macht es Einbrechern schwerer

Infolge der Corona-Pandemie ist laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur DPA bundesweit die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser gesunken. Nach vorläufigen amtlichen Angaben gingen die Einbruchszahlen deutlich zurück. So wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen im März und April 40 Prozent weniger Wohnungseinbrüche registriert.

Das sächsische Innenministerium bestätigte den rückläufigen Trend bei  Wohnungseinbrüchen und auch bei Autodiebstählen. Ein Grund dafür sei, dass sich die Menschen wegen der Kontaktbeschränkungen mehr als sonst in ihren Wohnungen oder dem unmittelbaren Wohnumfeld aufhielten. Auch sei Diebesgut derzeit schwer außer Landes zu bringen. Zugenommen haben der Polizei zufolge dafür aber Einbrüche in Geschäfte und Büros.

06:45 Uhr | Lauterbach gegen Immunitätsausweis

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab, einen Corona-Immunitätsausweis einzuführen. Das könne dazu führen, dass sich Menschen etwa aus wirtschaftlicher Not absichtlich infizierten und damit gefährdeten, um immun gegen das Virus zu werden. Lauterbach sagte der "Passauer Neuen Presse", erst wenn es einen Impfstoff gebe, sei ein Immunitätsausweis sinnvoll.

Spahn war gestern bereits davon abgerückt, einen Immunitätsausweis nach einer überstandenen Corona-Infektion gesetzlich vorzuschreiben, ebenso eine Impfpflicht gegen Sars-CoV-2. Stattdessen bat er den Deutschen Ethikrat um eine Einschätzung. "Die Frage, ob im Falle von Corona zusätzlich ein Immunitätsausweis sinnvoll ist, sollten wir als Gesellschaft in Ruhe abwägen und debattieren, sagte der CDU-Minister.

06:15 Uhr | Ost-Autobauer stellen Bedingungen für Prämie

Die ostdeutsche Autobranche knüpft mögliche Kaufprämien für Neuwagen an eine Produktion in Europa. Der Geschäftsführer des Automobilclusters Ostdeutschland, Jens Katzek, sagte MDR AKTUELL, eine staatliche Unterstützung sollte es nur geben, wenn das Auto in Deutschland oder einem anderen EU-Land hergestellt worden sei. Zudem sollten E-Autos stärker gefördert werden als Autos mit Verbrennungsmotor. Die Grünen gehen noch einen Schritt weiter. Der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Kühn, fordert, ausschließlich den Kauf von Elektroautos oder Plugin-In-Hybriden zu unterstützen.

05:55 Uhr | SPD: Gutscheinregelung kommt nicht

Die von der Bundesregierung angestrebte Gutscheinlösung für ausgefallene Reisen infolge der Coronakrise steht vor dem Aus. Nach der Union rückt nun auch die SPD von dem Vorschlag ab. Der rechtspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, sagte dem "Handelsblatt", die Zwangsgutscheine würden nicht kommen, weil man keinen nationalen Alleingang mache. Er plädiere nun wie die Union für eine staatlich finanzierte Fonds-Lösung. Am Montagabend hatte die EU-Kommission noch einmal eine Gutscheinregelung abgelehnt. Kein Fluggast könne gezwungen werden, einen Gutschein anstelle einer Rückerstattung anzunehmen.

05:31 Uhr | Opposition in Sachsen-Anhalt begrüßt Corona-Lockerungen

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat die Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Land begrüßt. Parteichef Stefan Gebhardt sagte MDR AKTUELL, auf Grund der positiven Entwicklung der Infektionszahlen sei es durchaus gestattet, andere Wege zu gehen. Auch die AfD hält die Lockerungen für richtig, ihr gehen sie aber nicht weit genug. Die Landtagsfraktion teilte schriftlich mit, man fordere auch die Öffnung für Gastronomiebetriebe und Touristikgewerbe. Es sei unverständlich, warum diese Branchen unter den notwendigen Hygieneregeln nicht wieder hochgefahren werden könnten.

03:02 Uhr | Ethikrat skeptisch gegenüber Fortsetzung der Fußball-Bundesliga

Im Deutschen Ethikrat gibt es Skepsis hinsichtlich einer schnellen Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga. Ethikrat-Mitglied Steffen Augsberg sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass in die Debatte um die Bundesliga "so viel Energie" gesteckt werde, sei ein Beispiel für geschicktes Lobbying. Augsberg erklärte, er halte es für sinnvoller, Kindern das gemeinsame Spielen wieder zu ermöglichen und die Gastronomie schnellstmöglich wieder in die Gänge zu bekommen. Der Fußball werde in der Planung für die Lockerung der Corona-Einschränkungen "doch sehr gehätschelt", kritisierte der Rechtsprofessor. Für die Gesamtbevölkerung sei die Bundesliga nicht sonderlich relevant, ihre wirtschaftliche Bedeutung überschaubar. Der Deutsche Ethikrat berät Bundesregierung und Bundestag.

00:30 Uhr | Seehofer verlängert Grenzkontrollen

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die wegen der Corona-Pandemie eingeführten Grenzkontrollen verlängert. Das Ministerium teilte mit, an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark werde nun bis zum 15. Mai kontrolliert. Die Verlängerung gelte auch für Flüge aus Spanien und Italien. Die Kontrollen waren Mitte März angeordnet worden. Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen seither nur noch aus einem triftigen Grund nach Deutschland kommen.

00:18 Uhr | Esken: Normaler Unterricht womöglich erst mit Impfstoff möglich

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hält normalen Unterricht auch im neuen Schuljahr für undenkbar. Sie sagte der "Süddeutschen Zeitung", voraussichtlich könnten die Schulen wegen des Abstandsgebotes auch nach den Sommerferien nur Schichtunterricht in kleinen Gruppen anbieten. Wie lange das so bleibe, hänge womöglich davon ab, wann ein Impfstoff komme. Esken forderte, Eltern bräuchten jetzt dennoch klare Strukturen, mit denen sie planen könnten. Sie schlug vor, auch Samstags zu unterrichten. Dann könnten alle Schüler an drei Tagen pro Woche in die Schule kommen. So hätten auch Eltern einen brauchbaren Rhythmus.

00:06 Uhr | NY Times: US-Experten warnen vor steigenden Todeszahlen

In den USA warnen Behörden vor einem starken Anstieg der Corona-Todesfälle. Das geht laut "New York Times" aus einem internen Papier der Gesundheitsbehörde CDC hervor. Demnach werden Anfang Juni etwa 3.000 Tote pro Tag befürchtet, doppelt soviele wie zuletzt. Außerdem erwarten die Experten, dass die Zahl der Neuinfektionen pro Tag auf rund 200.000 steigen könnte. Zuletzt waren es täglich knapp 30.000. Das Weiße Haus wies die Prognosen zurück. Sie spiegelten nicht die Modelle der Coronavirus-Arbeitsgruppe wider. Laut den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität sind den in USA mehr als 1,7 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Mai 2020 | 06:00 Uhr