Coronavirus-Pandemie Ticker: Zuschauer dürfen in die Stadien zurückkehren

Die Bundesländer haben sich auf einheitliche Regeln zur Rückkehr der Fans in die Stadien geeinigt. Die Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen sollen wegen der Pandemie ansteigen. In Deutschland nähert sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen der Marke von 2.000 und damit den Werten vom April. Sachsen-Anhalt kündigt trotzdem weitere Lockerungen beim Infektionsschutz an. Alle weiteren aktuellen Entwicklungen zur Pandemie hier im Ticker.

Fußballstadion
Die Zeit der Geisterspiele ist vorbei. Bildrechte: imago/Fotoarena

Unser Ticker am Dienstag, 15. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:22 Uhr | Mund-Nasen-Schutz-Debakel in Griechenland

Für den Schulstart in Corona-Zeiten hat die griechische Regierung hunderttausende Masken für Schüler bestellt. Allerdings sind die Masken viel zu groß und wurden bereits "Zorro-Masken" getauft. Hunderte Schüler posteten seit Montag Fotos von sich mit das ganze Gesicht bedeckendem Mund-Nase-Schutz in sozialen Netzwerken und machen sich über ihre "Fallschirme" lustig. Die Abgeordnete und Schwester des konservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis, Dora Bakoyannis, räumte einen "katastrophalen Fehler" ein.

19:37 Uhr | Gesamte irische Regierung in Corona-Quarantäne

Die gesamte irische Regierung hat sich wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne begeben. Wie ein Parlamentssprecher mitteilte, hat Gesundheitsminister Stephen Donnelly Covid-19-Symptome gezeigt. Daraufhin seien alle Kabinettsmitglieder aufgefordert worden, sich zu isolieren. Außerdem bleibe das Parlament eine Woche lang geschlossen. Der Gesundheitsminister werde schnellstmöglich auf das Virus getestet. Er hatte zuvor bei einer Kabinettssitzung viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Außerdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben.

18:12 Uhr | Zuschauer bei allen Bundesligaspielen erlaubt

Die Zeit der Geisterspiele ist in allen Stadien der Fußball-Bundesliga nach sechs Monaten vorbei: Die Bundesländer einigten sich auf eine sechswöchige Testphase mit stark reduzierter Zuschauer-Kapazität. Bundesweit dürfen bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern nun 20 Prozent der Plätze besetzt werden. Das betrifft auch die Hallen-Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey. Ein Abstand von 1,50 Meter muss eingehalten werden, in den Stadien herrscht Alkoholverbot, Gästefans sind nicht erlaubt, die Tickets sind personalisiert. Zudem ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Einnehmen des Sitz- oder Stehplatzes Pflicht. Es werden allerdings keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer oder gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist.

17:23 Uhr | Zusatzbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie ansteigen

Die Krankenkassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr steigen. Das geht aus einem Papier von Gesundheitsministerium und Finanzministerium hervor, über das mehrere Nachrichtenagenturen berichten. Darin wird davon ausgegangen, dass den Kassen nächstes Jahr 16 Milliarden Euro fehlen, sollten die Beiträge stabil bleiben. Geplant ist deshalb eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags um 0,2 Punkte auf dann 1,3 Prozent. Das würde drei Milliarden Euro abdecken. Fünf Milliarden Euro sollen durch einen höheren Bundeszuschuss an die gesetzlichen Kassen ausgeglichen werden. Die restliche Finanzierungslücke von acht Milliarden Euro soll durch Finanzreserven der Krankenkassen geschlossen werden.

16:02 Uhr | Engpässe bei Grippe-Impfstoff wegen Corona befürchtet

Grippeimpfung
Impfung gegen Influenza Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach der Ständigen Impfkommission melden nun auch die Kassenärzte Zweifel an, dass Deutschland in diesem Jahr über genügend Grippe-Impfdosen verfügt. Zwar stünde mit voraussichtlich 25 Millionen Impfstoffdosen mehr Impfstoff als in den vergangenen Jahren zur Verfügung, dennoch sei eine Knappheit zu erwarten. Daher sollten die Arztpraxen zunächst und verstärkt Risikogruppen auf die empfohlene Impfung ansprechen und impfen. Hintergrund ist, dass Kassenärzte und Impfkommission davon ausgehen, dass sich in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ein Großteil der Deutschen gegen Grippe impfen lassen will.

14:15 Uhr | "Exponentielle Ausbreitung" in Tschechien

Die Reproduktionszahl des Coronavirus in Tschechien ist nach den Angaben des dortigen Amts für Gesundheitsstatistik (UZIS) deutlich auf 1,59 gestiegen. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel während seiner Erkrankung ansteckt. "In diesem Moment kann man vom Risiko einer flächendeckenden exponentiellen Ausbreitung sprechen", sagte eine Sprecherin der Behörde. Die Zahl der im Land aktiv Infizierten wurde jetzt mit rund 14.600 angegeben. Dabei betonte Gesundheitsminister Adam Vojtech, dass bei der aktuellen Entwicklung die Kapazitäten in den Krankenhäusern ausreichend seien.

13:30 Uhr | Steinmeier will mit Bürgern über Corona reden

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will mit Bürgern über die Beschränkungen in der Coronavirus-Pandemie sprechen. Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, hat er für Dienstag nächster Woche zu einer Kaffeetafel ins Schloss Bellevue in Berlin eingeladen. Thema der Runde sei "Beschränkungen in der Corona-Krise: notwendig oder unangemessen?". Gäste seien eine Schuldnerberaterin, ein Arzt, eine Schülerin, ein Kinderbuchautor und der Chef eines Kulturfestivals.

13:15 Uhr | Förderung für deutsche Impfstoff-Entwicklung

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) erwartet nicht vor Mitte 2021 einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus für breite Teile der Bevölkerung. Sie sagte heute dazu, man sei noch nicht am Ziel und "riskante Abkürzungen werden wir hier nicht nehmen". Dabei unterstützte die Bundesregierung drei deutsche Pharmaunternehmen. Mit zwei Firmen seien die Verhandlungen mit einer Förderzusage jetzt abgeschlossen: Das Mainzer Unternehmen BioNTech solle 375 Millionen Euro erhalten und CureVac aus Tübingen 230 Millionen. Auch das in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt ansässige Unternehmen IDT Biologika solle gefördert werden. Die Verhandlungen laufen aber noch.

12:05 Uhr | Neue Lockerungen in Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt hat heute weitere Lockerungen bei Coronavirus-Schutzmaßnahmen beschlossen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, sind ab Donnerstag fachkundig organisierte Veranstaltungen in Räumen mit bis zu 500 Gästen erlaubt. Ab November dürften dann bis zu 1.000 Menschen teilnehmen. Kommunen könnten für noch größere Veranstaltungen auch Ausnahmen beantragen. Ab November sollen, mit maximal 60 Prozent Auslastung, auch wieder Diskotheken öffnen.

11:55 Uhr | Bill Gates erwartet Millionen Todesopfer

Bill Gates erwartet Millionen Todesopfer durch Covid-19, viele jedoch nicht in den offiziellen Opferzahlen. Wie der Microsoft-Gründer in einem "Spiegel"-Gespräch sagte, dürften viele Menschen an Unterernährung und Armut sterben, als Folge der Wirtschaftskrise durch die Pandemie. Diese habe viele Erfolge bei der Bekämpfung von Armut und Krankheit schon zunichte gemacht. Seine Stiftung könne die Lücke nicht füllen, die etwa der Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation reiße. Der 64 Jahre Gates hatte vor 20 Jahren die Globale Impfallianz (Gavi) ins Leben gerufen, eine öffentlich-private Partnerschaft von Regierungen und Pharmakonzernen, privaten Gebern wie der Bill & Melinda Gates Foundation, von Unicef, WHO und Weltbank. Sie will kostengünstige Impfstoffe bereitstellen und Gesundheitssysteme unterstützen.

11:41 Uhr | Umfrage: Die Mehrheit hat Vertrauen

Das Vertrauen in das Gesundheitswesen und die Politik ist stark von politischen Einstellungen abhängig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Konstanz mit einer Berliner "Denkfabrik" namens "Das progressive Zentrum". Demnach ist es falsch, Reaktionen etwa auf die Corona-Politik als Riss quer durch die Gesellschaft zu sehen. Es gebe eher eine "misstrauisch unzufriedene Minderheit" gegenüber einer Mehrheit der Bevölkerung. In der Befragung unter 3.200 Menschen gaben mehr als zwei Drittel an, Vertrauen in das Gesundheitswesen zu haben, auch im Fall einer Covid-19-Erkrankung. Unter AfD-Anhängern waren es 44 Prozent, unter Grünen-Wählern fast doppelt so viele.

Insgesamt zeigt sich laut der Studie trotzdem Skepsis gegenüber staatlichen Informationen. So fühle sich insgesamt nur die Hälfte wahrheitsgetreu informiert. Bei Grünen- wie CDU-Wählern lag die Zustimmung bei etwa 70, unter AfD-Wählern allerdings nur bei 11,9 Prozent. Der Rest fühle sich von der Regierung falsch informiert.

10:43 Uhr | Chinesische Stadt im Lockdown

Nach drei Coronavirus-Infektionen haben chinesische Behörden am Dienstag eine Stadt mit mehr als 210.000 Einwohnern abgeriegelt. In dem an der Grenze zu Myanmar liegenden Ruili in der Provinz Yunnan soll nun die gesamte Bevölerung getestet werden. Seit Montagabend darf niemand mehr hinein oder heraus. Die Bewohner sollen zu Hause zu bleiben. Abgesehen von Lebensmittelläden und Apotheken mussten alle Geschäfte schließen. In der Mitteilung der Behörden hieß es auch, das Virus sei aus Myanmar eingeschleppt worden, weshalb jetzt verstärkt gegen illegale Einwanderer vorgegangen werde.

10:00 Uhr | Deutlicher Anstieg der Fallzahlen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb von 24 Stunden so viele neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden wie seit April nicht mehr. Nach den Daten des Projekts Risklayer am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sind jetzt 1.923 neue Fälle innerhalb eines Tages gemeldet worden. Mehr waren es zuletzt am 23. April.

09:30 Uhr | Garmisch-Partenkirchen wartet auf Testergebnisse

Nach dem starken Coronavirus-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich viele Menschen dort testen lassen. Erste Ergebnisse der rund 1.000 von Freitag bis Montag vorgenommenen Test werden ab heute Nachmittag erwartet. Eine 26 Jahre alte US-Amerikanerin, die in der Stadt in Bayern lebt, soll trotz Krankheitssymptomen und Quarantäne-Auflage in Kneipen gewesen sein und könnte Menschen angesteckt haben. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen die Frau. Wie die Justiz mitteilte, geht es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung und um die mutmaßliche Verletzung von Quarantänevorschriften.

09:12 Uhr | Weitere Infektionen auf der Insel Lesbos

Weitere 21 Flüchtlinge und Migranten auf Lesbos sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der staatliche griechische Rundfunk ERT unter Berufung auf die Regierung berichtete, sind die Menschen isoliert worden. Die Aufnahme im neuen provisorischen Zeltlager kommt derweil nur langsam voran. Bis Dienstagmorgen sind nur rund 800 Menschen in das Camp "Kara Tepe" wenige Kilometer nördlich des Insel-Hauptorts Mytilini gegangen. Das vorherige Camp Moria war vor einer Woche bei einem Großbrand zerstört worden. In dem Lager hatten mehr als 12.000 Menschen gelebt, die nun in der Umgebung verstreut sind. Am Wochenende gab es Zusammenstöße mit der Polizei.

08:22 Uhr | Thüringer Hochschulen weiter im "Homeoffice"

Auch im kommenden Wintersemester können etwa drei Viertel der Studierenden in Thüringen an Vorlesungen und Seminaren nur online teilnehmen. Der Vorsitzende der Hochschulpräsidentenkonferenz, Walter Rosenthal, sagte dem MDR, die Räume könnten wegen der Schutzvorschriften nur zu einem Viertel belegt werden, also nur rund 25 Prozent der Studierenden an Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Sie soll es demnach vor allem für die Erstsemester geben.

07:10 Uhr | Forderung nach weiter niedriger Mehwertsteuer

Der Handelsverband Sachsen hat sich für eine Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung ausgesprochen. Geschäftsführer René Glaser sagte MDR AKTUELL, der private Konsum und der Umsatz in einigen Branchen entwickelten sich bisher eher schwach. Deshalb sehe man eine Verlängerung über das Jahresende hinaus als geboten an. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle sprach sich dagegen aus. Vizepräsident Oliver Holtemöller sagte, die reduzierte Mehrwertsteuer sei eine wenig zielgenaue Maßnahme und koste den Staat viele Milliarden. Sie nütze auch denen, bei denen das Geschäft boome. Bis Ende des Jahres gesenkt wurde die Mehrwertsteuer, um gegen die wirtschaftliche Flaute in der Coronavirus-Pandemie einen Anreiz für Konsum zu schaffen.

06:30 Uhr | Superspreaderin muss Konsequenzen fürchten

Die mutmaßliche Verursacherin der vielen Infektionen in Garmisch-Partenkirchen hat bundesweit für Empörung gesorgt. Forderungen nach Konsequenzen wurden laut. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die 26-Jährige eingeleitet. Doch eine juristische Bewertung ist nach Ansicht von Experten schwierig. Es handele sich immer um eine situationsbezogene Entscheidung, sagt Henning Rosenau, Professor für Strafrecht und Medizinrecht von der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg im Gespräch mit MDR AKTUELL. Wenn eine Person aber trotz eindeutiger Erkältungssymptome und einer Quarantäne-Anordnung auf Kneipentour geht, seien auch Strafen über ein Bußgeld hinaus möglich. Je nach den genauen Umständen käme insbesondere fahrlässige oder sogar vorsätzliche Körperverletzung in Betracht.

06:00 Uhr | Urlauber müssen Tests wieder selbst zahlen

Reiserückkehrer aus einem Nicht-Risikogebiet haben keinen Anspruch mehr auf kostenlose Coronavirus-Tests. Die entsprechende Verordnung ist seit heute in Kraft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte dazu, für die große Urlaubszeit im Sommer sei es wichtig gewesen, möglichst alle Reisenden zu testen. Mit Blick auf Herbst und Winter konzentrierten sich die Tests nun aber wieder stärker auf das Inland. Für Rückkehrer aus Risikogebieten, für die Testpflicht besteht, bleiben die Tests erst einmal noch kostenlos.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. September 2020 | 06:00 Uhr