Coronavirus-Pandemie Ticker: Berliner müssen Masken in Bürogebäuden tragen

Berlin führt eine Maskenpflicht in Bürogebäuden ein. In einem Pflegeheim im sächsischen Markneukirchen sind etwa 60 Bewohner und Pfleger mit dem Coronavirus infiziert. Bei privaten Feiern in gemieteten und öffentlichen Räumen wird die Zahl der Gäste bei Corona-Ausbrüchen begrenzt. Der Corona-Verdacht auf dem Tui-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" hat sich nicht bestätigt. Schnelltests fielen negativ aus. Alle Entwicklungen im Ticker.

Ein Hinweis zur Maskenpflicht hängt am Landratsamt Garmisch Partenkirchen.
In Berliner Büro- und Verwaltungsgebäuden muss künftig eine Maske getragen werden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag, den 29. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:45 Uhr | Berlin beschließt Maskenpflicht in Bürogebäuden

In Berliner Büro- und Verwaltungsgebäuden gilt künftig eine Maskenpflicht. Wirtschaftssenatorin Ramona Popp teilte nach einer Sondersitzung des Senats mit, wer sich in den Gebäuden bewege, müsse eine Mund-Nase-Maske tragen. Am eigenen Schreibtisch könne die Maske abgenommen werden.

Außerdem begrenzt Berlin die Zahl der Gäste bei einer privaten Feier. Der Senat beschloss, dass bei Feiern in Räumen nur 25 Gäste teilnehmen dürfen, im Freien 50. Die Bundeshauptstadt geht damit über die Beschlüsse des Bund-Länder-Corona-Gipfels hinaus. Dabei hatten die Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel beschlossen, dass die Gästezahl bei privaten Feiern erst dann regional begrenzt wird, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen 35 überschreitet.

21:15 Uhr | Corona-Hilfen für ThSV Eisenach

Handball-Zweitligist ThSV Eisenach bekommt Corona-Nothilfe vom Land Thüringen. Manager René Witte sagte, das Sportministerium habe einen entsprechenden Antrag bewilligt. Demnach erhält der Verein rund 400.000 Euro. Mit dem Geld sollen die Einnahmeausfälle von März bis August ausgeglichen werden. Der ThSV kündigte zudem an, in den kommenden Tagen mit dem Verkauf von Dauerkarten zu beginnen. Rund 450 Karten soll unter anderem an Sponsoren und Dauerkarteninhaber der vergangenen Saison verkauft werden.

20:30 Uhr | Frühere Sperrstunde in Nordirland

In Nordirland müssen Pubs wegen wieder steigender Corona-Infektionszahlen künftig früher schließen. Regierungschefin Arlene Foster kündigte an, dass ab Donnerstag für Pubs, Bars, Restaurants und Cafés eine Sperrstunde ab 23 Uhr gilt. Essen oder Getränke dürfen nur noch bis höchstens 22.30 Uhr serviert werden. Foster erklärte, abendliche Geselligkeit gelte als Risikofaktor bei der Verbreitung des Coronavirus. Die Sperrstunde soll auch für Hochzeitsfeiern oder ähnliche Veranstaltungen gelten.

20:10 Uhr | Besuchsverbot in Kamenzer Krankenhaus

Das Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz hat ein weitgehendes Besuchsverbot verhängt. Eine Sprecherin sagte, die Entscheidung habe man vorsorglich getroffen. Die zunehmenden Infektionszahlen im Landkreis Bautzen seien ausschlaggebend gewesen. Im Krankenhaus selbst gebe es bislang keine Corona-Infektionen. Ausgenommen von der Regelung ist den Angaben zufolge die Palliativstation. Auch die Geburtsklinik darf von Vätern betreten werden. Begleitpersonen bei Untersuchungen oder ambulanten Operationen seien allerdings nur noch bei gehbehinderten, dementen und schlecht gestellten Personen möglich, teilte das Krankenhaus mit.

19:20 Uhr | Sachsen sieht keinen Änderungsbedarf

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht bei den geltenden Corona-Beschränkungen keinen Änderungsbedarf für den Freistaat. Er sagte nach der Videokonferenz der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel, man habe in Sachsen alle notwendigen rechtlichen Voraussetzungen für die Eindämmung der Pandemie und nutze sie gemeinsam mit den Städten und Landkreisen bereits sehr verantwortungsvoll.  

18:50 Uhr | Thüringen will Beschlagnahmung von Kontaktlisten verhindern

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will verhindern, dass Gerichte die Beschlagnahmung von Kontaktlisten von Restaurantbesuchern anordnen können. Ramelow sagte, bei den Bürgern dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass es nicht um Corona gehe, sondern darum herauszufinden, ob und wann sie zum Beispiel ein Restaurant besuchten. Nach Ramelows Ansicht muss dass Infektionsschutzgesetz so geändert werden, dass die Kontaktdaten nicht für andere Zwecke benutzt werden können. Er erklärte, die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten bei ihrem Treffen ebenfalls Klärungsbedarf bei diesem Aspekt festgestellt.

18:25 Uhr | Keine Regel-Änderungen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sollen die Corona-Maßnahmen zunächst nicht geändert werden. Das teilte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach Beratungen der Länder mit dem Bund mit. Der CDU-Politiker sagte, die geltende Verordnung sei eine stabile Grundlage, mit der das Land weiter arbeiten könne. Sachsen-Anhalt habe alle verabredeten Regeln bereits und sei dabei mitunter sensibler. Haseloff betonte, deswegen brauche sich momentan nichts zu ändern.

17:55 Uhr | Bußgeld für falsche Kontaktdaten in Restaurants

Wer bei einem Restaurantbesuch falsche Kontaktdaten hinterlässt, muss künftig mit einem Bußgeld rechnen. Es soll mindestens 50 Euro betragen. Das haben die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vereinbart.

Eine Angestellte in einer Pizzeria hat einen Mundschutz an, während eine Kollegin auf der Theke ein Zettel zur Besucherregistrierung vorausfüllt.
Bei falschen Kontaktdaten droht künftig ein Bußgeld. Bildrechte: dpa

Für die Umsetzung des Bußgeldes sind die Länder verantwortlich. In Sachsen-Anhalt wird es keine Bußgelder für falsche Angaben geben. Ministerpräsident Reiner Haseloff verwies darauf, dass das Land die Listen gerade erst abgeschafft habe. Bund und Länder hätten aber beschlossen, dass das Bußgeld nur dort fällig werde, wo es Kontaktlisten gebe.

In Schleswig-Holstein soll das Bußgeld sogar 1.000 Euro betragen. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther an. In Nordrhein-Westfalen soll das Bußgeld mehr als 150 Euro betragen, kündigte Ministerpräsident Armin Laschet an.

Offen blieb, wie das Bußgeld durchgesetzt werden soll, wenn ein falscher Name angegeben wurde. Die Wirte wurden aufgefordert, durch Kontrollen dazu beizutragen, dass die Gästelisten richtig ausgefüllt werden.

17:35 Uhr | Zahl der Gäste bei privaten Feiern beschränkt

Die Zahl der Gäste bei privaten Feiern in angemieteten und öffentlichen Räumen soll wegen der Corona-Pandemie begrenzt werden. Das haben die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Videokonferenz vereinbart. Gibt es in einem Landkreis mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, soll die Zahl der Gäste auf maximal 50 begrenzt werden. Überschreitet der 7-Tage-Wert die Zahl von 50 Neuinfektionen soll die Teilnehmerzahl auf höchstens 25 begrenzt werden.

Für Feiern in privaten Räumen soll es keine vorgeschriebene Begrenzung der Teilnehmerzahl geben. Merkel sagte aber, private Feiern seien einer der Hauptgründe für das hohe Infektionsgeschehen. In privaten Räumen werde empfohlen, dass sich nicht mehr als 25 Menschen träfen.

Merkel und die Länderchefs betonten, dass sie einen neuen Shutdown auf jeden Fall verhindern wollen. Merkel sagte, deshalb werde man regional und lokal zielgenau auf Ausbrüche reagieren.

16:50 Uhr | Brandenburg verlängert Regelstudienzeit

Brandenburger Hochschulen können wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie die Regelstudienzeit und Prüfungsfristen für Studenten verlängern. Der Wissenschaftsausschuss des Landtags stimmte einer entsprechenden Hochschul-Pandemieverordnung zu. Studenten können so mit einem formlosen Antrag ihre Regelstudienzeit um ein Semester verlängern.

15:37 Uhr | Polen schränkt Gastronomie in "roten Zonen" ein

Polen schränkt die Öffnungszeiten von Gastronomiebetrieben in besonders vom Coronavirus betroffenen Regionen ein. Gesundheitsminister Adam Niedzielski sagte, in den sogenannten "roten Zonen" mit hohem Infektionsgeschehen müssten Bars und Restaurants künftig um 22 Uhr schließen. In den stark betroffenen Gebieten wird zudem das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit obligatorisch sein. Polen hatte am vergangenen Freitag mit rund 1.600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden seinen bisherigen Höchstwert seit Beginn der Pandemie registriert. Fast 90.000 Polen haben sich bislang mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 2.500 Menschen starben. Das Land wird vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft.

14:45 Uhr | Keine einheitlichen Regeln für Weihnachtsmärkte in Sachsen

Weihnachtsmarkt Annaberg-Buchholz
Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz Bildrechte: BUR

In Sachsen wird es keine einheitliche Corona-Regelung für Weihnachtsmärkte in diesem Jahr geben. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte, grundsätzlich könne es die Märkte bei Genehmigung entsprechender Hygienekonzepte im Freistaat bis zum 6. Januar 2021 geben. Konkrete Maßnahmen wie die Maskenpflicht sollen die Städte und Landkreise mit ihren Gesundheitsämtern vereinbaren. Der Freistaat wolle lediglich Empfehlungen geben. Köpping begründete die Regelung mit dem unterschiedlichen Infektionsgeschehen in den Regionen. Sie verwies zudem darauf, sollte es binnen einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geben, seien Großveranstaltungen ohnehin verboten. Die sächsische Corona-Verordnung speziell zu den Weihnachtsmärkten tritt am 1. Oktober in Kraft.

13:19 Uhr | Viele Fälle in Heim in Markneukirchen

In einem Pflegeheim im sächsischen Vogtland ist die Lage durch viele Corona-Infektionen äußerst angespannt. Der Bürgermeister von Markneukirchen, Andreas Rubner, sagte MDR AKTUELL, in dem Heim gebe es aktuell rund 20 Fälle innerhalb des Pflegeteams und knapp 40 unter den Bewohnern. Die verbliebenen Pflegekräfte arbeiteten weit über das Übliche hinaus und müssten dringend entlastet werden. Man versuche derzeit ein Lösung zu organisieren, etwa einen Teil der Bewohner in ein anderes Heim zu verlegen. Die Ursache des Ausbruchs konnte Rubner zufolge bislang nicht geklärt werden. Vermutlich seien die Infektionen aber auf mehrere Quellen zurückzuführen.

11:49 Uhr | Update: "Mein Schiff 6" - Crew-Mitglieder negativ getestet

Der Corona-Verdacht auf dem Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" von Tui Cruises hat sich nicht bestätigt. Die deutsche Reederei teilte mit, ein PCR-Test bei den zwölf betroffenen Crew-Mitgliedern und zwei Tests durch die griechischen Behörden seien negativ gewesen. Tui hatte gestern mitgeteilt, dass zwölf Besatzungsmitglieder positiv getestet worden seien. Offenbar handelte es sich dabei um eine Fehldiagnose. Das Kreuzfahrtschiff war am Morgen im Hafen von Piräus eingelaufen. Wann es wieder ablegt, ist noch nicht bekannt.

11:37 Uhr | Update: Schulden auf neuem Rekordhoch

Die Corona-Krise hat die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung auf einen Höchststand steigen lassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug die Schulden-Summe Ende Juni 2,1 Billionen Euro. Das sei der höchste ermittelte Stand in der Statistik seit Umstellung der Berechnungsmethode im Jahr 2010. Der Schuldenberg wuchs demnach im Vergleich zum Jahresende 2019 um rund elf Prozent oder 210 Milliarden Euro. Der Anstieg sei im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte hohe finanzielle Ausgaben für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise hatten.

Bei der ersten Lesung des Haushalts für das kommende Jahr verteidigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Aufnahme neuer Schulden. Er sagte, Nicht-Handeln wäre in der Corona-Krise viel teurer als Handeln. Wenn der Staat nicht noch einmal rund 100 Milliarden Euro an neuen Krediten aufnehme, riskiere er, später noch viel mehr Geld auszugeben. Damit würde die Zukunft des Landes aufs Spiel gesetzt.

08:34 Uhr | Weihnachtsmarkt auf der Wartburg abgesagt

Der Historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg fällt in diesem Jahr aus. Die Wartburg-Stiftung nannte bei MDR THÜRINGEN die Corona-Einschränkungen als Grund. Sie machten es nahezu unmöglich, einen Markt zu gestalten, der den bisherigen Ansprüchen gerecht werde. Zur besonderen Atmosphäre gehöre, dass jeder Winkel der Burg einbezogen werde. Die Fläche könne aber nicht erweitert werden. Der Historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg ist ein Besuchermagnet. Trotz Corona sollen in den Thüringer Städten Weihnachtsmärkte stattfinden, allerdings unter strengen Auflagen.

08:10 Uhr | "Mein Schiff 6" in Piräus angekommen

Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" mit mehreren Corona-Infizierten an Bord hat in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Wie das griechische Staatsfernsehen berichtet, gingen bereits Experten der Gesundheitsbehörde an Bord. Alle Reisenden und Crewmitglieder sollen einen Coronavirus-Test machen. Erste Schnelltests seien negativ gewesen. Die 922 Urlauber und die 666 Besatzungsmitglieder müssen bis auf Weiteres an Bord bleiben.

Gestern war bekannt geworden, dass zwölf Crewmitglieder der "Mein Schiff 6" an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Nach Angaben der deutschen Reederei Tui Cruises wurden sie auf dem Schiff isoliert.

06:54 Uhr | Tschechien will Ausnahmezustand verhängen

In Tschechien soll wegen Corona wieder der Ausnahmezustand verhängt werden. Ministerpräsident Andrej Babis kündigte für morgen einen Kabinettsbeschluss an. In Tschechien galt der Ausnahmezustand bereits im Frühjahr für zwei Monate. Er ermöglicht es, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Außerdem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Tschechien hatte in den vergangenen zwei Wochen die höchste Zahl an Neu-Infektionen je 100.000 Einwohner in Europa nach Spanien und Frankreich.

06:45 Uhr | Bund plant weitere Corona-Beschränkungen

Der Bund will angesichts steigender Infektionszahlen strengere Corona-Regeln durchsetzen. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und mehrere Zeitungen unter Berufung auf die Beschlussvorlage für die heutigen Gespräche zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten. Demnach sollen sich bei Feiern in privaten Räumen nur noch maximal 25 Personen treffen dürfen, in öffentlichen Räumen 50. Wer falsche Angaben im Restaurant macht, soll mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro belegt werden können. In besonders betroffenen Regionen sollen auch zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote erlassen werden können.

06:41 Uhr | Weltweit mehr als eine Million Tote

Seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang des Jahres sind weltweit mehr als eine Million Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Das geht aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Die meisten Todesfälle gab es demnach in den USA. Danach folgen Brasilien und Indien.

06:30 Uhr | Der Ticker vom Dienstag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. September 2020 | 06:00 Uhr