Coronavirus-Pandemie Ticker: Gericht kippt 15-Kilometer-Regel in Bayern

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 15-Kilometer-Regel für Corona-Hotspots gekippt. Die Richter erklärten, der Geltungsbereich des Verbots sei nicht hinreichend erkennbar. Der französische Pharmariese Sanofi will 100 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer herstellen. Bundesinnenminister Seehofer will den Flugverkehr massiv einschränken. Die FDP fordert derweil eine "rasche Öffnungsperspektive" für ganz Deutschland. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Klaus Holetschek
Bayerns Gesundheitsminister Holetschek: "Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis genommen." Bildrechte: imago images/Sven Simon

Unser Ticker am Dienstag, 26. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Biontech/Pfizer arbeiten an verbessertem Impfstoff gegen Mutanten

Der US-Pharmakonzern Pfizer und das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech forschen an einer verbesserten Version ihres Impfstoffs gegen Corona-Mutationen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Pfizer-E-Mail berichtet, leisten die beiden Unternehmen bereits die Vorarbeiten, um schnell auf Corona-Mutanten reagieren zu können, falls es Hinweise darauf gebe, dass ihr derzeitiges Vakzin an Wirksamkeit einbüße.

22:05 Uhr | Russland kündigt Massenproduktion von zweitem Impfstoff an

Russland will ab Februar mit der Massenproduktion seines zweiten Impfstoffs beginnen. Ministerpräsident Michail Mischustin sagte, man habe für die Produktion des Impfstoffs Epivac-Corona umgerechnet knapp 22 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Vakzin war bereits im Oktober zugelassen worden, zwei Monate nach dem ersten Impfstoff Sputnik V. Epivac-Corona wurde in einem Labor in der Region Nowosibirsk entwickelt, das während des Kalten Kriegs an biologischen Kampfstoffen geforscht hatte. Nach Angaben der russischen Gesundheits-Aufsichtsbehörde hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von hundert Prozent.

21:27 Uhr | Haseloff verspricht coronageplagten Kommunen mehr Hilfe

Sachsen-Anhalts Landesregierung will Kommunen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen stärker unterstützen. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte in Magdeburg, darüber habe man sich mit den Landräten verständigt. Möglich sei mehr Hilfe etwa bei Polizeieinsätzen und Ordnungsmaßnahmen. Zudem könne man weitere Kräfte der Bundeswehr anfordern, die in den Alten- und Pflegeheimen aushelfen könnten. Der CDU-Politiker zeigte sich zugleich besorgt über das extrem starke Infektionsgeschehen im Süden des Landes. Dort wolle man jetzt auch gezielt nach den hochansteckenden Mutationen des Coronavirus suchen. Der am stärksten betroffene Burgenlandkreis habe beim Robert Koch-Institut bereits einen entsprechenden Antrag gestellt. Auch das Magdeburger Uniklinikum soll laut Haseloff bei den Laboranalysen helfen.

21:10 Uhr | Kliniken fordern weiteren Milliarden-Rettungsschirm

Wegen der Corona-Einschränkungen schreiben Deutschlands Krankenhäuser seit einem knappen Jahr massive Verluste. Rund elf Milliarden Euro flossen bereits an die Kliniken. Doch die fordern nun einen weiteren Rettungsschirm.

19:25 Uhr | Sanofi will Biontech/Pfizer bei Impfstoff-Produktion helfen

Der französische Pharmariese Sanofi wird dem US-Konkurrenten Pfizer und dessen deutschem Partner Biontech bei der Produktion ihres Corona-Impfstoffs helfen.

Eine Machine, im Hintergrund ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz.
Sanofi will bei der Herstellung von Konkurenz-Vakzinen helfen. Bildrechte: dpa

Wie Sanofi-Chef Paul Hudson der Zeitung "Le Figaro" sagte, sollen bis Ende 2021 mehr als 100 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins von Sanofi für die EU produziert werden. Sanofi arbeitet selbst an zwei Corona-Impfstoffen, die jedoch voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres auf den Markt kommen. Wegen des schleppenden Impfstarts in Europa hatte die französische Regierung Sanofi aufgefordert, seine Produktionsstätten für die Herstellung bestehender Konkurrenz-Impfstoffe zur Verfügung zu stellen.

19:15 Uhr | Kekulés Corona-Kompass klärt über britische Mutation auf

Ist die britische Virus-Mutation tödlicher oder nicht? Weniger Neuinfektionen, immer mehr Geimpfte – gibt es bald Lockerungen? Und: Kann das Virus in meinem Körper mutieren und meinen Partner erneut anstecken? Der Virolege Alexander Kekulé von der Uni Halle-Wittenberg klärt auf.

18:04 Uhr | Grünen-Politikerin Schubert fordert von Politik Fehler-Eingeständnis

Die sächsische Fraktionschefin der Grünen, Franziska Schubert, hat für einen ehrlichen Umgang mit Entscheidungen in der Corona-Pandemie geworben. Schubert sagte MDR AKTUELL, man müsse Fehler eingestehen, zuhören und dazulernen. Es sei ein total überholter Politikstil, immer zu suggerieren, dass man alles richtig gemacht habe.

Die Leute im Land spürten die Auswirkungen der Corona-Entscheidungen und dass es Probleme gebe - etwa beim Homeschooling oder bei den Impfterminen. Sie persönlich habe die Situation der Krematorien stark berührt. Schon Ende Oktober sei absehbar gewesen, dass es in Sachsen eine hohe Übersterblichkeit gebe. Dennoch habe es bis Januar gedauert, bis sich eine Arbeitsgruppe diesem Thema gewidmet habe.

17:51 Uhr | Seehofer will Flugverkehr "auf nahezu Null" reduzieren

Bundesinnenminister Horst Seehofer will den Flugverkehr nach Deutschland massiv einschränken. Der CSU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, angesichts der Gefahr, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgehe, müsse man auch drastische Maßnahmen prüfen. Dazu gehöre die Reduzierung des Flugverkehrs "auf nahezu Null", so wie es Israel derzeit auch mache. Außerdem schlug Seehofer deutlich schärfere Grenzkontrollen vor, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten. Ziel sei es, eine Explosion der Infektionszahlen in Deutschland zu verhindern.

17:35 Uhr | FDP fordert "rasche Öffnungsperspektive" für Deutschland

Die FDP hat eine klar definierte Perspektive für Lockerungen der Corona-Beschränkungen gefordert. Partei- und Fraktionschef Christian Lindner forderte die Bundesregierung auf, bis spätestens Mitte Februar eine "rasche Öffnungsperspektive" zu erarbeiten. Nötig sei ein "klarer Stufenplan" mit eindeutigen "Wenn-Dann-Regeln". Lindner stellte einen Fünf-Punkte-Plan vor, der ein Leben mit dem Coronavirus ermöglichen soll. Er sieht neben einer stärkeren Parlamentsbeteiligung die zeitnahe Erarbeitung eines Stufenplans mit klaren Vorgaben für die unterschiedlich betroffenen Regionen in Deutschland vor.

16:12 Uhr | 15-Kilometer-Regel in Bayern vorläufig gekippt

In Bayern hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) die 15-Kilometer-Regel für Bewohner von Corona-Hotspots vorläufig gekippt. Das Gericht gab damit einem Eilantrag aus Passau statt. Die Richter erklärten, das Ausflugsverbot verstoße aller Voraussicht nach gegen den Grundsatz der Normenklarheit. Für die Betroffenen sei der räumliche Geltungsbereich des Verbots nicht hinreichend erkennbar. Es werde "nicht deutlich und anschaulich genug", wie weit sie sich für Tagesausflüge rund um ihren Wohnort bewegen dürften.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte nach der VGH-Entscheidung, er habe sie mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Die 15-Kilometer-Regel in Bayern war Anfang Januar für alle Bewohner von Corona-Hotspots beschlossen worden. Sie galt bisher für Menschen aus Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dies betraf zuletzt noch fünf bayerische Landkreise.

15:45 Uhr | Halle kündigt Lockerungen ab Mittwoch an

Die Stadt Halle hat angesichts sinkender Infektionszahlen Lockerungen angekündigt. Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte, ab Mittwoch werde der Lebensmittel-Wochenmarkt wieder öffnen. Mund-Nase-Bedeckung und Abstand seien aber weiter verpflichtend. Zudem solle am Freitag der Bergzoo wieder aufmachen. Es würden aber maximal 600 Besucher eingelassen, die Tierhäuser blieben geschlossen. Eine Aufhebung des 15-Kilometer-Bewegungsradius ist laut Wiegand frühestens Freitag möglich. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hatte zuvor einen Eilantrag gegen den 15-Kilometer-Radius in Sachsen-Anhalts größter Stadt abgelehnt.

15:35 Uhr | Ab Donnerstag neue Corona-Verordnung in Sachsen

In Sachsen gilt ab Donnerstag eine neue Corona-Schutzverordnung. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) sagte nach einer Kabinettssitzung, laut der Neuregelung müsse beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr, in Gesundheitseinrichtungen und Kirchen eine OP- oder FFP2-Maske getragen werden. Das gelte ebenso in Pflegeheimen und beim ambulanten Pflegedienst. In Alten- und Pflegeheimen soll künftig drei-, statt zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. Landkreise können ab einem Inzidenzwert von unter 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Corona-Beschränkungen lockern.

Kultusminister Christian Piwarz erklärte, ab 8. Februar sollten Berufsschulen für die Abschlussklassen öffnen. An Oberschulen und Gymnasien waren die Abschlussklassen bereits am 18. Januar in die Schulen zurückgekehrt.

15:18 Uhr | OVG Magdeburg weist Antrag gegen 15-Kilometer-Radius ab

Das Oberverwaltungsgericht in Magdeburg hat einen Eilantrag gegen den 15-Kilometer-Bewegungsradius in der Stadt Halle abgelehnt. Das Gericht teilte mit, die Regelung sei nicht offensichtlich rechtswidrig. Der Antragsteller hatte argumentiert, die Verordnung der Stadt Halle verletze das Grundgesetz und schränke die Freizügigkeit der Bürger ein. Die Regelung sei von Oberbürgermeister Bernd Wiegand erlassen worden, der dafür nicht zuständig gewesen sei. Die Landkreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts sind nach der Corona-Eindämmungsverordnung ermächtigt, bei der Überschreitung von Inzidenzwerten lokale Maßnahmen zu ergreifen, darunter auch eine Einschränkung des Bewegungsradius der Bürger.

13:20 Uhr | Astrazeneca bietet frühere Lieferung an

Der britische Pharmakonzern Astrazeneca bietet nach Informationen aus EU-Kreisen an, die Staatengemeinschaft eine Woche früher als bislang geplant mit seinem Impfstoff zu beliefern. Die Lieferungen sollten am 7. Februar beginnen und nicht erst am 15. Februar, sagen EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

13:10 Uhr | Virologin Pietsch: Lockdown nicht zu schnell lockern

Die Virologin Corinna Pietsch von der Uniklinik Leipzig mahnt, angesichts der Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen die Schutzmaßnahmen nicht zu schnell zu lockern. Pietsch sagte MDR AKTUELL, die Fallzahlen würden durch die ansteckenderen Virus-Mutanten wieder steigen. Die Ausbreitung könne nicht komplett verhindert werden. Aber wenn man die Infektionszahlen noch sehr viel stärker eindämme, könne man auch die neuen Varianten kontrollieren. Daher dürfe der Lockdown nicht zu schnell und stark gelockert werden.

11:55 Uhr | Hildburghausen nach der Corona-Demonstration

In der thüringischen Kleinstadt Hildburghausen wurde Ende November auf dem Marktplatz gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert, getanzt und gesungen. Ohne Maske und ohne Abstand und das, obwohl der Landkreis mit die höchsten Infektionszahlen hatte – und noch immer hat. Das mediale Echo war enorm. Wie ist die Lage heute? Reporterin Theresa Liebig berichtet.

11:45 Uhr | Impfeinladungen per Post in Berlin

Je nach Bundesland sieht die Vergabe für Corona-Impftermine anders aus. In Berlin werden Briefe verschickt. Eine MDR AKTUELL-Hörerin aus der Hauptstadt fragt sich, wer dafür zuständig ist und welche Daten vorliegen. Details hören Sie im Radiobeitrag:

11:35 Uhr | Von der Leyen: Hersteller von Corona-Impfstoffen "müssen liefern"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen aufgefordert, ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Europa habe "Milliarden investiert, um die Entwicklung der weltweit ersten Covid-19-Impfstoffe zu unterstützen", sagte von der Leyen am Dienstag in ihrer per Video übertragenen Rede für das Weltwirtschaftsforum. "Und jetzt müssen die Firmen liefern, sie müssen ihre Verpflichtungen einhalten."

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca hatte am Freitag massive Probleme mit den angekündigten Liefermengen für die EU bekannt gegeben. Die EU hat bei dem Unternehmen insgesamt bis zu 400 Millionen Dosen bestellt. Brüssel äußerte den Verdacht, dass das Unternehmen andere Abnehmer wie Großbritannien außerhalb der EU mit ungekürzten Mengen beliefert. Von der Leyen bekräftigte nun, dass die Kommission einen "Transparenzmechanismus für den Export von Impfstoff" in Länder außerhalb der EU plant.

Zuvor hatten auch Biontech und Pfizer vorübergehend geringere Lieferungen wegen Problemen in einem belgischen Werk angekündigt.

10:40 Uhr | Knapp 7.000 Neuinfektionen am Montag

Das "Risklayer"-Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat am Montag 6.997 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Eine Woche zuvor waren es noch rund 9.000 gemeldete Fälle. Damit sinkt der Wert der Neuinfektionen im Schnitt der letzten sieben Tage weiter auf bundesweit 13.623. Zuletzt lag dieser Wert Ende Oktober unter 14.000.

Auch die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter: Im Bundesdurchschnitt liegt sie laut "Risklayer" inzwischen bei 115 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche, in Sachsen bei 183, in Thüringen bei 212 und in Sachsen-Anhalt bei 220.

10:25 Uhr | Linke veranstaltet Parteitag mit strengem Hygienekonzept

Trotz verschärfter Corona-Regeln hält die Linke in Sachsen-Anhalt daran fest, am Wochenende ihre Kandidatenliste für die Landtagswahl aufzustellen. Landesvorsitzender Rico Gebhardt sagte, der Parteitag werde am Samstag mit maximal 120 Delegierten veranstaltet. Es werde keine Gastredner geben und ein strenges Hygienekonzept. Die Landeswahlleiterin habe schriftlich ihre Zustimmung für das Treffen gegeben. Auch die CDU wollte am Wochenende einen Listenparteitag abhalten. Sie verschob das Treffen jedoch bis mindestens Ende Februar und verwies auf die aktuelle Corona-Verordnung.

10:05 Uhr | Corona sorgt für Unsicherheit bei der Urlaubsplanung

Einer neuen Studie zufolge haben die Deutschen viel Unsicherheit und viele Bedenken beim Thema Reisen. So planen laut der "Reiseanalyse 2021" lediglich 16 Prozent im Frühjahr oder Sommer definitiv keine Urlaubsreise. Feste Absichten und schon ein klares Ziel vor Augen haben aber auch nur 22 Prozent, heißt es in der am Dienstag zum Auftakt der Stuttgarter Reisemesse CMT vorgestellten Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Der Rest schwankt noch, ob er wirklich verreisen soll – oder will es zwar, weiß aber nicht, wohin.

09:30 Uhr | Spahn mahnt faire Impfstoff-Verteilung an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine faire Verteilung des in der EU hergestellten Impfstoffes angemahnt. Der CDU-Politiker sagte im ZDF-Morgenmagazin, die Impfstoff-Produktion sei komplex und es könne auch zu Problemen kommen. Das müsse dann aber alle gleich betreffen. Hintergrund ist die Ankündigung des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca, bis Ende März weniger Impfdosen zu liefern als vereinbart. Großbritannien ist davon aber nicht betroffen. Spahn erinnerte daran, dass die EU 330 Millionen Euro investiert habe, damit Astrazeneca Produktionskapazitäten in Europa aufbaue.

09:00 Uhr | Drogenbeauftragte warnt vor digitaler Mediensucht

Die Corona-Krise verstärkt nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, insbesondere unter Jugendlichen die problematische Nutzung von Smartphones, Computerspielen und Internet. "Corona macht es natürlich nicht leichter – es zwingt Kinder, Jugendliche, eigentlich alle dazu, mehr denn je Zeit vorm Bildschirm zu verbringen", sagte Ludwig der "Augsburger Allgemeinen" vom Dienstag. "Fürs Homeschooling und Homeoffice sind die digitalen Medien natürlich ein Gewinn, aber irgendwann muss man schlichtweg auch mal den Stecker ziehen und einfach mal etwas anders machen", sagte Ludwig. Unter Jugendlichen habe sich der Anteil eines "ungesunden Umgangs" binnen vier Jahren von 21,7 Prozent auf zuletzt 30,4 Prozent erhöht. Chatten, Surfen und Spielen könne süchtig machen.

08:30 Uhr | Braun will Schuldenbremse vorübergehend aussetzen

Kanzleramtschef Helge Braun will die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse für die kommenden Jahre aussetzen. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" schreibt er, die Schuldenbremse sei auch bei strenger Ausgabendisziplin vorläufig nicht einzuhalten. "Um eine schnelle Erholung und einen verlässlichen Rahmen für Investitionen zu haben, ist es sinnvoll, die Sozialabgaben bis Ende 2023 zu stabilisieren und auch auf Steuererhöhungen zu verzichten", so der CDU-Politiker. Deshalb fordere er eine Grundgesetzänderung. Allerdings müsse dabei zugleich ein Datum festgelegt werden, ab dem die Schuldenregel wieder gelte. Derzeit fehle ein solcher Mechanismus.

In Deutschland gilt derzeit, dass der Bund nur in geringem Maße neue Kredite aufnehmen darf, nämlich maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für 2020 und 2021 hatte der Bundestag wegen der massiv gestiegenen Neuverschuldung in der Corona-Krise die Schuldenbremse ausgesetzt.

08:25 Uhr | Krankenhäuser fordern Test-Offensive

Patienten und Personal in den deutschen Krankenhäusern sollten aus Sicht der Träger häufiger auf Mutationen des Coronavirus getestet werden. "Wir müssen, vielleicht auch mit Hilfe des Robert Koch-Instituts, die Teststrategie in den Krankenhäusern offensiver gestalten, weiter aufmachen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, am Dienstag im RBB. Eine Schließung von Krankenhäusern wie im Fall des Berliner Humboldt-Klinikums müsse die Ausnahme bleiben, damit die medizinische Versorgung nicht zusammenbreche, warnte Baum. Die Prävention durch Tests müsse gestärkt werden.

Im Humboldt-Krankenhaus in Berlin-Reinickendorf gilt seit Samstag ein Aufnahmestopp, weil dort eine Mutation des Coronavirus festgestellt wurde.

07:35 Uhr | Verschärft Corona die soziale Ungleichheit?

Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat in ihrem internationalen Bericht "das Ungleichheitsvirus" festgestellt: Die Pandemie verschärfe die sozialen Unterschiede auf dem Globus. Wer vorher arm war, sei jetzt noch ärmer, wer vorher reich war, sei möglicherweise sogar noch reicher geworden. Trifft das auch auf den Sozialstaat Deutschland zu? Reporterin Raja Kraus ist der Frage nachgegangen.

07:30 Uhr | MDRfragt: Stimmung so schlecht wie nie

Die Stimmung in Mitteldeutschland hat in der Corona-Krise einen Tiefstand erreicht. Knapp ein Jahr nach den ersten Fällen in Deutschland geht es den Menschen so schlecht wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Das ist das Ergebnis der aktuellen Befragung durch das Meinungsbarometer MDRfragt. Demnach gab ein Drittel der mehr als 25.000 Teilnehmenden an, dass es ihnen schlecht bis sehr schlecht gehe. Zu Beginn der Pandemie waren es rund 20 Prozent, im Sommer sogar nur knapp 10 Prozent. Das Meinungsbarometer hat die Frage zur Stimmung seit März immer wieder gestellt.

07:00 Uhr | Karliczek fordert zusätzliche Bildungsangebote

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat an die Bundesländer appelliert, Schülern wegen des Unterrichtsausfalls zusätzliche Lernangebote zu machen. Die CDU-Politikerin sagte den Funke-Medien, es sei damit zu rechnen, dass während der Schulschließungen Rückstände aufgebaut würden. Deshalb müssten alle Länder Programme vorbereiten, wie Kinder das Versäumte nachholen könnten. Das betreffe vor allem diejenigen, die unter schwierigen sozialen und finanziellen Bedingungen aufwüchsen. Konkret schlug Karliczek Lernangebote in den Ferien vor. Sie sagte den Ländern dafür finanzielle Hilfe zu.

06:50 Uhr | Brief an Kulturverantwortliche: Kunstmuseen fordern Öffnung

Die Kunstmuseen in Deutschland wollen schneller raus aus dem Lockdown. Mit einem Brief an die Kulturverantwortlichen von Bund und Ländern haben sich die Leitungen führender Häuser für eine Öffnung der Museen stark gemacht. "Unsere Sorge gilt der Eindämmung der Pandemie, zugleich aber auch einer dem jeweiligen Verlauf von Corona angepassten Wiedereröffnung der Museen", heißt es in dem Schreiben an Kulturstaatsministerin Monika Grütters sowie ihre Länderkolleginnen und -kollegen.

Museen seien sichere Orte, in denen Hygienemaßnahmen strikt befolgt und überwacht würden. Das Schreiben wurde deutschlandweit von mehr als 50 Museumsdirektorinnen und -direktoren unterzeichnet.

06:45 Uhr | Neue Corona-Schutzverordnung in Thüringen

In Thüringen gilt seit heute eine neue Corona-Schutzverordnung. Ab sofort müssen in Bussen und Bahnen, beim Einkaufen, bei Versammlungen und in Arztpraxen medizinische Masken getragen werden. Das Pflegepersonal in Altenheimen soll jetzt dreimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. Eine Erleichterung gibt es für Familien mit Kindern bis sechs Jahren. Sie dürfen die Betreuung zusammen mit einer anderen Familie organisieren. Der Lockdown wurde bis zum 14. Februar verlängert. In Sachsen-Anhalt gilt seit gestern eine neue Corona-Schutzverordnung. In Sachsen will die Regierung heute eine neue Verordnung beschließen.

06:30 Uhr | Medienberichte: Astranzeneca-Impstoff zeigt nur geringe Wirksamkeit bei Senioren

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat Medienberichten zufolge Probleme mit der Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll er deshalb in der EU nur eine Zulassung für Menschen unter 65 Jahren erhalten. Das Präparat habe bei älteren Menschen eine Wirksamkeit von weniger als zehn Prozent. Über ähnliche Zahlen berichtet das "Handelsblatt". Beide Zeitungen berufen sich auf Regierungskreise. Eine Sprecherin von Astrazeneca wies die Berichte als völlig falsch zurück. Die Entscheidung über die Zulassung des Impfstoffs in der EU wird in dieser Woche erwartet. Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in dieser Studie auch, dass es wegen geringer Fallzahlen noch zu wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

06:15 Uhr | Erneut Ausschreitungen in den Niederlanden

In den Niederlanden ist es am Montag den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Auslöser sind die neuen nächtlichen Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Nach Polizeiangaben kam es unter anderem in Amsterdam, Den Haag und Rotterdam zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Gewaltbereite Jugendliche hätten randaliert und Polizisten angegriffen. Nach Medienberichten wurden auch Geschäfte geplündert. Die Sicherheitskräfte setzten nach eigenen Angaben Wasserwerfer ein. Mehr als 150 Menschen seien festgenommen worden. In den Niederlanden gilt bis zum 9. Februar eine nächtliche Ausgangssperre.

06:00 Uhr | Der Ticker am Dienstag, 26. Januar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Januar 2021 | 06:00 Uhr