Coronavirus-Pandemie Ticker: Haseloff für bundesweite Kontaktbeschränkungen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff spricht sich für bundesweite Kontaktbeschränkungen aus. Sein Thüringer Amtskollege Ramelow lehnt einen bundesweiten Lockdown ab. Derweil hat auch die Linke ihren Bundesparteitag verschoben. Die Gastrobranche fürchtet bei einem erneuten "Berufsverbot" den Kollaps. In Sachsen-Anhalt wurde das Beherbergungsverbot gerichtlich gekippt. Auch Leipzig verschärft die Corona-Maßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Ticker.

Reiner Haseloff
Haseloff: "Diskutiert wird ein temporärer Block eines Lockdowns." Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Unser Ticker am Dienstag, 27. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:25 Uhr | Gewaltsame Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Italien

In vielen europäischen Ländern ist die Sorge und Wut vieler Bürger wegen der verhängten Corona-Maßnahmen groß. Die Menschen fürchten um ihre Zukunft. In Italien ist es zum vierten Mal in Folge zu gewalttätigen Protesten gekommen.

21:42 Uhr | Fast 200 Soldaten in mitteldeutschen Gesundheitsämtern

ie Bundeswehrsoldaten Obergefreite Melissa Fritzenkötter und Hauptgefreiter Dennis Schlickmann arbeiten in einem Büro des Gesundheitsamtes in der Kontaktverfolgung von Covid-19-infizierten Bürgern
Soldatin der Bundeswehr bei der Kontaktverfolgung von Covid-19-infizierten Menschen. Bildrechte: dpa

In mitteldeutschen Gesundheitsämtern helfen wegen der Corona-Pandemie aktuell fast 200 Bundeswehrsoldaten aus. Das hat die Bundeswehr dem MDR auf Nachfrage mitgeteilt. Danach sind in Sachsen 107 Soldaten etwa in den Städten Leipzig, Chemnitz und Görlitz eingesetzt. In Sachsen-Anhalt sind 56 Angehörige der Bundeswehr im Einsatz, beispielsweise in Halle, Dessau-Roßlau und Stendal. In Thüringen helfen Soldaten unter anderem in den Gesundheitsämtern von Apolda, Jena oder dem Saale-Holzland-Kreis aus. Zu ihren Aufgaben zählt vor allem, die Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu ermitteln.

21:25 Uhr | Personalmangel auf Intensivstationen droht

Der Personalmangel in deutschen Krankenhäusern entwickelt sich nach Ansicht von Ärztevertretern zum zentralen Problem bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. Viele der Zusatzbetten, die geschaffen worden seien, könnten nicht belegt werden, weil das Personal zur Versorgung der Patienten fehle.

19:30 Uhr | Linken-Parteitag in Erfurt abgesagt

Nach der CDU hat auch die Linke ihren Parteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze abgesagt. Der Parteivorstand beschloss, das schon einmal von Juni auf Ende dieses Monats verschobene Treffen erneut zu verschieben. Medienberichten zufolge, wird eine Verschiebung des Parteitages in das nächste Jahr diskutiert.

18:50 Uhr | Tschechien wechselt Gesundheitsminister aus

Tschechien wechselt nach nur einem Monat erneut den Gesundheitsminister aus. Ein Sprecher von Präsident Miloš Zeman teilte mit, das Staatsoberhaupt werde Minister Roman Prymula entlassen und am Donnerstag den Arzt Jan Blatny zum Nachfolger ernennen. Blatny ist der stellvertretende Leiter eines Krankenhauses in Brno und hat bisher keine politische Erfahrung.

Roman Prymula
Muss nach wenigen Wochen wieder gehen: Gesundheitsminister Roman Prymula Bildrechte: dpa

Prymula war erst im September ins Amt gekommen und hatte sich vor allem als Verfechter harter Corona-Regeln hervorgetan. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass er gegen seine eigenen Auflagen verstoßen hatte. Ein Paparazzo hatte den Minister beim Verlassen eines Restaurants in Prag fotografiert, das wegen der Corona-Regeln eigentlich geschlossen sein sollte.

18:20 Uhr | Chef der Dresdner Jazztage greift Lauterbach an

Der Intendant der Dresdner Jazztage, Kilian Forster, hat dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach vorgeworfen, die Veranstaltungsbranche in den Ruin zu treiben. Lauterbach hatte ein Konzert der Jazztage mit rund 700 Teilnehmern ohne Masken und mit wenig Abstand als "unethischen Menschenversuch" bezeichnet. Der Chef der Jazztage wies das bei MDR AKTUELL als überzogen zurück. Lauterbach wolle den völligen Lockdown. Man habe sich bei den Jazztagen an die gesetzlichen Regeln und das genehmigte Hygienekonzept gehalten. Niemand sei gezwungen, an Veranstaltungen teilzunehmen. Für die weiteren Konzerte bei den Jazztagen gilt jetzt aber eine Maskenpflicht.

17:38 Uhr | Gastroverband warnt vor "Kollaps" durch Lockdown

In der Debatte über einen befristeten Corona-Lockdown warnt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga vor dem drohenden "Kollaps" der Branche. Dehoga-Präsident Guido Zöllick sagte, es könne nicht sein, "dass wir wieder die Leidtragenden sind." Hotels und Gaststätten seien "keine Pandemietreiber". Sollte die Branche mit einem "Berufsverbot" belegt werden, müssten die politisch Verantwortlichen für den Schaden aufkommen. Einem Drittel der 245.000 deutschen Betriebe drohe bei einer erneuten Schließung das Aus.

Ein halb geleertes Bier und andere benutzte Gläser stehen auf einem Tresen
Einen erneuten Lockdown würden viele Gastrobetriebe nicht überstehen. Bildrechte: dpa

Der Dehoga Bayern legte bereits einen vorbeugenden Widerspruch gegen einen erneuten Lockdown ein und warf der Bundesregierung Aktionismus vor. Landeschefin Angela Inselkammer bezeichnete die angedachten Maßnahmen als "willkürlich, nicht nachvollziehbar und vollkommen unverhältnismäßig". Ein Lockdown "light" würde allein in Bayern 447.000 Erwerbstätige vor den Ruin stellen, sagte Inselkammer.

Der Hotel- und Gaststättenverband argumentiert, dass laut einer Analyse des Robert Koch-Instituts lediglich 0,5 Prozent der Ansteckungen in der Gastronomie nachgewiesen worden seien. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat das RKI dies der Kanzlerin auch in einer geheimen Regierungsschalte mitgeteilt. Nach "Bild"-Informationen will Merkel beim Bund-Länder-Gespräch am Mittwoch dennoch für einen zweiten Lockdown für Gastronomie und Veranstaltungsbranche plädieren.

17:00 Uhr | Haseloff für bundesweite Kontaktbeschränkungen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich vor dem Bund-Länder-Gespräch am Mittwoch für bundesweite Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. Nötig sei ein "einheitliches nationales Agieren", sagte der CDU-Politiker.

"Wir wollen Advent und Weihnachten auf keinen Fall einen Ausnahmezustand erleben." Haseloff sprach von einem "temporären Block eines Lockdowns in Deutschland" von drei oder vier Wochen, bis die Maßnahmen entsprechend durchschlügen. Ziel der Einschränkungen solle es sein, die privaten Kontakte zunächst um etwa 75 Prozent zu reduzieren. Wirtschaft, Kitas und Schulen sollten möglichst von neuen Maßnahmen unberührt bleiben.

16:38 Uhr | Virologe Kekulé: Klare Regeln statt Lockdown Light

Steigende Zahlen, die Politik unter Druck: Brauchen wir einen Lockdown Light und wie könnte der aussehen? Der Virologe Alexander Kekulé hält von einem diskutierten Lockdown Light, etwa mit der Schließung von Restaurants, nichts. Vielmehr sollte man die bestehenden Regeln besser durchsetzen und Verstöße entsprechend ahnden.

16:00 Uhr | Kretschmer will Kitas und Schulen offen halten

Nach Aussagen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sollen Kitas und Schulen auch nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch offen bleiben. Sie seien kein Infektionstreiber, begründete der CDU-Politiker seine Haltung. Eingegriffen werden müsse angesichts der steigenden Fallzahlen dagegen bei größeren Veranstaltungen und Treffen, "oft auch im familiären Kontext". Das gesellschaftliche Leben solle aber weitergehen, wenn es funktionierende Hygienekonzepte gebe. Das sei für die Akzeptanz in der Bevölkerung wichtig, sagte Kretschmer.

15:52 Uhr | Ramelow lehnt Zustimmung zu Lockdown ab

Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident Ramelow will keinem bundesweiten Lockdown zustimmen. Bildrechte: dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat vor Beratungen der Ministerpräsidenten mit Merkel zur Corona-Pandemie am Mittwoch eine Zustimmung zu einem möglichen Lockdown-Beschluss ausgeschlossen. Der Linke-Politiker sagte, die Ministerpräsidentenkonferenz nehme bei der Eindämmung der Corona-Pandemie eine wichtige Aufgabe wahr. Diese dürfe sie jedoch nicht "überstrapazieren". Die Konferenz müsste sich ihrer Funktion und den Grenzen ihrer Kompetenzen bewusst sein. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Ramelow bekräftigt seine seit Wochen vertretene Haltung, dass die lokale Infektionsentwicklung Grundlage für Entscheidungen sei. Auch bei einem möglichen Lockdown müsste es um eher kurze und lokal beschränkte Regelungen gehen.

15:04 Uhr | Gericht setzt Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt außer Vollzug

Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat das Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt für Gäste aus Corona-Risikogebieten gestoppt. Wie das Gericht mitteilte, setzte der 3. Senat die Regelung des Landes vorläufig außer Vollzug. Damit war der Eilantrag eines Vermieters von Ferienwohnungen erfolgreich. Aus Sicht der Richter ist das Beherbergungsverbot rechtswidrig. Es verletze das Grundrecht auf freie Berufsausübung des Vermieters. Zudem greife es in die allgemeine Handlungsfreiheit der Reisenden ein.

14:15 Uhr | Ramelow kritisiert Bundesregierung

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Kritik an der Bundesregierung wegen des Umgangs mit Pandemie-Maßnahmen geäußert. "Es ist höchste Zeit, dass wir wieder ein Verfahren bekommen, das den Grundregeln des Parlamentarismus entspricht", sagte der Linke-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich bin keine nachgeordnete Behörde des Kanzleramts," wird er zitiert: "Ich will, dass der Landtag stärker in die Entscheidungen einbezogen wird."

14:00 Uhr | "Superspeaderin" ist nicht zu überführen

Der 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, in Garmisch-Partenkirchen viele Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, kann dies nicht nachgewiesen werden. Das Landratsamt hat nach eigenen Angaben keine Personen ermitteln können, die von ihr infiziert worden seien. Die Frau hatte eine Kneipentour in der oberbayerischen Stadt gemacht, obwohl sie unter Quarantäne stand. Später erhielt sie ein positives Testergebnis. Sie war Mitte September überregional als mögliche "Superspreaderin" bekannt und kritisiert worden.

Nun sagte ein Sprecher des Kreises: "Man kann einfach nicht belegen, dass die Frau jemanden angesteckt hat." Sie habe aber trotzdem einen Fehler gemacht. Gegen sie läuft noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung, das nach Angaben der Staatsanwaltschaft München II noch nicht abgeschlossen ist.

13:10 Uhr | Bayern: Vorrang für Schulen in Kitas

Bayern will der Offenhaltung von Schulen und Kindergärten einen Vorrang einräumen. Ministerpräsident Markus Söder sagte nach einer Kabinettssitzung in München, Schulen und Kitas dürften erst zuletzt schließen und müssten auch als erste dann wieder öffnen.

13:05 Uhr | Brinkhaus fordert harte Maßnahmen

CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus hat die Regierungschefs der Länder aufgefordert, sich am Mittwoch auf harte Maßnahmen gegen die Pandemie zu einigen. "Wir haben die klare Erwartungshaltung, dass wir Kontakt- und Bewegungsbeschränkungen bekommen", sagte der CDU-Politiker. Am wichtigsten sei der Gesundheitsschutz, danach folgten gleichwertig die Wirtschaft und die Offenhaltung der Schulen.  

12:58 Uhr | Debatte um "freiwillige Infektionsgruppen"

Die Jazztage Dresden verteidigen sich gegen Kritik: "Wir haben uns eins zu eins an das von der Stadt genehmigte Hygienekonzept gehalten", sagte Intendant Kilian Forster. Bei einem Konzert am Sonntag hatten einander fremde Besucher ohne Abstand und Maske in Zehnergruppen zusammengesessen. Forster: "In den freiwilligen Infektionsgruppen saßen Besucher, die sich zuvor bereiterklärt hatten, nebenanderen zu sitzen." SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte das einen "unethischen Menschenversuch". Die Stadt erklärte jetzt, in dem Konzept seien "Infektionsgemeinschaften aus Hausständen" genehmigt worden. Der Veranstalter sei aufgefordert, sein Vorgehen zu ändern.

12:33 Uhr | Auch Leipzig verschärft jetzt Maßnahmen

Wegen stark zunehmender Infektionszahlen verschärft nun auch Leipzig seine Corona-Maßnahmen. Wie die Stadt mitteilte, wird eine Maskenpflicht auf "definierten öffentlichen Plätzen" eingeführt. Für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde zwischen 23 und 5 Uhr sowie Gästrelisten. Bei privaten Feiern sind nur noch maximal 25 Gäste erlaubt. Veranstaltungen unter freiem Himmel sind mit höchstens 250 Besuchern noch möglich. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 150 Personen.

Die Stadt wird die neuen Maßnahmen unverzüglich in einer Allgemeinverfügung regeln und veröffentlichen. Die Maßnahmen gelten ab der Veröffentlichung. Am Wochenende waren in Leipzig 128 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, darunter in mehreren Pflegeheimen und Asylbewerber-Unterkünften. Dadurch stieg der Wert auf 35 registrierte Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

12:17 Uhr | Erfurter Bahn zählt Maskenverweigerer in Zügen

Die Erfurter Bahn hat innerhalb von vier Wochen rund 1.000 Maskenverweigerer in ihren Zügen festgestellt. Das sei das Ergebnis von Stichproben, sagte Geschäftsführer Michael Hecht dem MDR. Von August bis Anfang September hatte das Unternehmen in seinen Zügen der Erfurter und der Südthüringen-Bahn ein Sicherheitsunternehmen beauftragt, um die Einhaltung der Maskenpflicht durchzusetzen. In den meisten Fällen seien Fahrgäste den Aufforderungen nachgekommen. Lediglich zwei Männer seien des Zugs verwiesen worden.

12:08 Uhr | Bund der Steuerzahler warnt vor Schulden

Der Bund der Steuerzahler hat einen sorgfältigen Umgang mit Steuergeldern auch in der Corona-Pandemie angemahnt. Präsident Reiner Holznagel sagte bei der Vorlage des jährlichen "Schwarzbuchs" des Verbands, selbstverständlich müsse der Staat in der Krise helfe. Zugleich verschlechtere sich die Lage der öffentlichen Haushalte. Vor allem ein Einstieg des Staates bei Unternehmen sei riskant.

11:58 Uhr | Britische Studie: Immunität lässt nach

Eine Studie aus Großbritannien nährt Zweifel an einer möglichen dauerhaften Immunität nach Covid-19-Infektionen. Antikörper hätten in der britischen Bevölkerung im Sommer rasch abgenommen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Imperial College London hervor. Demnach sank die Verbreitung von Antikörpern bei sechs Prozent der Bevölkerung Ende Juni auf nur noch 4,4 Prozent im September. Bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen habe es weniger Veränderungen gegeben, was möglicherweise auf ihre wiederholten Kontakt mt dem Virus zurückzuführen sei.

11:32 Uhr | Luftverschmutzung erhöht Sterblichkeit

Rund 15 Prozent der Covid-19-Todesfälle weltweit könnten auf das Konto der Luftverschmutzung gehen: Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Deutschland und Zypern in einer neuen Studie. Demnach beeinflusst die Luft auch die Sterblichkeit durch das Coronavirus.

11:10 Uhr | Polen meldet neuen Tagesrekord

Mit 16.300 Infektionen hat Polen einen neuen Tagesrekord gemeldet. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki warnte in dem Zusammenhang vor einer Teilnahme an den Protesten gegen das neue Abtreibungsrecht, die eine "massive" Missachtung der Infektionsrisiken seien. Seit Tagen kommt es in Polen zu Protesten, nachdem das Verfassungsgericht ein fast vollständiges Verbot von Abtreibungen verhängt hat.

11:00 Uhr | Thüringen: Neue Regeln nicht nur in Erfurt

Seit Dienstag gelten in Erfurt verschärfte Schutzregeln bei Maskenpflichten, Feiern und Veranstaltungen und dem Verkauf alkoholischer Getränke. Die Gebäude der Stadtverwaltung Eisenberg sind ab Dienstag für Besucher geschlossen. Sondershausen sagt den Weihnachtsmarkt ab und auch der Kreis Hildburghausen verschärft seine Bestimmungen. Zudem sollen in Thüringen seit dieser Woche mehr Coronavirus-Tests ausgewertet werden können.

10:30 Uhr | Sachsen: Regierung und Kommunen beraten

Thema in Sachsen sind heute Beratungen der Landesregierung mit Vertretern der Städte und Gemeinden über Pandemie-Maßnahmen. Plauen sagt den Weihnachtsmarkt ab. Dresden hat die Maskenpflicht erweitert und der Kreis Meißen Betriebs- und Vereinsfeiern verboten. Nur private mit maximal zehn Leuten sind noch erlaubt. Auch in Meißen und dem Landkreis wurden die Maskenpflichten ausgeweitet sowie Sperrstunden von 22 bis 5 Uhr für Restaurants verhängt.

10:10 Uhr | Tschechien meldet 10.273 Neuinfektionen

Tschechien hat mehr als 10.000 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 164 auf 2.365, womit sich die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 seit dem 13. Oktober etwa verdoppelt hat. Das südöstliche Nachbarland der Bundesrepublik hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

09:31 Uhr | Altmaier: Längere staatliche Hilfen nötig

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt längere staatliche Hilfen für Unternehmen in Aussicht. Viele seien darauf angewiesen, weil das Wiederaufleben des Coronavirus die Konjunktur-Erholung wieder erschwere. Wahrscheinlich, sagte Altmaier, werde Deutschland bereits Ende dieser Woche 20.000 tägliche Neuinfektionen haben.

09:20 Uhr | Hongkong lockert Einschränkungen

In Hongkong werden die im Juli eingeführten Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie wieder gelockert. Nachdem in der chinesischen Finanzmetropole kaum noch neue Infektionen gemeldet wurden, werden die Strände wieder zugänglich und ab Freitag dürfen auch wieder mehr Menschen in Bars und Restaurants.

09:15 Uhr | Keine Verschiebung der Bundestagswahl

Bundeswahlleiter Georg Thiel erwartet keine Verschiebung der Bundestagswahl 2021. Er sagte bei RTL/ntv: "Ich glaube, wenn wir die Erfahrungen aus den Kommunalwahlen nehmen, dass wir gut unter Corona-Bedingungen Wahlen in Deutschland durchführen können."

09:00 Uhr | Debatte um Beteiligung des Parlaments

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus will den Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu einer stärkeren Beteiligung des Parlaments in der Krise angehen – allerdings erst für die nächste Pandemie. Er sagte im ARD-"Morgenmagazin", Schäuble habe zu Recht gefragt, ob denn durch ein Gesetz ordentlich abgebildet sei, dass Grundrechte so lange eingeschränkt werden können und ob nicht der Bundestag zwischenzeitlich auch darüber entscheiden müsse.

Laut Brinkhaus werde "jetzt in Ruhe" überlegt, "wie wir es bei der nächsten Pandemie dann auch so machen können, dass die Bedenken des Bundestagspräsidenten berücksichtigt werden". Zu einer stärkeren Beteiligung des Bundestags in der aktuellen Pandemie sagte er:

Wo es exekutiv schneller Entscheidungen bedarf, müssen wir das den Ministerpräsidenten und der Bundesregierung überlassen.

Er räumte ein, dass das Infektionsschutzgesetz auf kürzere wie lokale Masern-Infektionen ausgelegt sei. Auch hatte der Bundestag selbst im Frühjahr mit der Feststellung einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" der Regierung erlaubt, Entscheidungen allein zu treffen.

08:30 Uhr | Wieder mehr als 12.000 neue Infektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Montag 12.160 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts in Karlsruhe hervor. Der Sieben-Tage-Durchschnitt lag demnach bei 10.921 täglich neu registrierten Fällen. In Sachsen kamen am Montag insgesamt 484 hinzu. Dort haben alle Kreise die Zahl von 50 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten – mit Ausnahme der Stadt Leipzig. Für Sachsen-Anhalt wurden 181 neue Fälle gemeldet, wo seit Montag auch die Hauptstadt Magdeburg als Risikogebiet gilt. Aus Thüringen wurden insgesamt 81 Fälle neu bekannt.

08:06 Uhr | Hohlmeier: "Das Virus ist tückisch"

Die EU-Abgeordnete der CSU, Monika Hohlmeier, hat ihre Coronavirus-Infektion überstanden. "Es geht mir wieder gut", sagte die Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß der "Bild"-Zeitung: "Das Virus ist tückisch. Obwohl ich kein Fieber und keinen Husten hatte, packte es meinen ganzen Körper an. Ich war einfach fertig." Nach der Quarantäne passe sie nun "höllisch auf", trage immer eine FFP2-Maske und nehme Verpflegung mit, um nicht einkaufen zu müssen: "Ich will das Ding auf keinen Fall nochmal bekommen."

08:00 Uhr | Krisentreffen in Deutschland morgen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will schon morgen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über neue Einschränkungen des Alltagslebens beraten. Das Treffen ist angesichts der aktuellen Entwicklungen von Freitag auf Mittwoch vorgezogen worden. Worum es dabei geht, können Sie hier im Beitrag von MDR AKTUELL hören:

07:20 Uhr | Nächtliche Ausgangssperre in Tschechien

Die tschechische Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt. Die erhoffte Eindämmung des Coronavirus sei durch die bisherigen Maßnahmen nicht eingetreten, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula zur Begründung. Die Ausgangssperre soll demnach morgen in Kraft treten und zunächst bis 3. November jeweils von 21 Uhr bis 04:59 Uhr gelten. Die Menschen dürfen in dieser Zeit nur noch das Haus verlassen, um zur Arbeit oder mit dem Hund rauszugehen. Geschäfte müssen um 20 Uhr und an den Sonntagen schließen.

07:00 Uhr | Wieder Proteste gegen Auflagen in Italien

Auch gestern Abend und in der vergangenen Nacht ist in mehreren Städten in Italien gegen die verschärften Auflagen protestiert worden. In Mailand randalierten Demonstranten in Straßenbahnen und zündeten Mülleimer an. Die Polizei setzte Tränengas gegen eine Gruppe junger Leute ein. Ähnliches spielte sich in Turin und Neapel ab. Regierungschef Giuseppe Conte hatte weitere Beschränkungen angekündigt, darunter eine einmonatige Schließung von Kinos, Theatern und Fitnessstudios. Restaurants und Bars müssen seit Montag um 18 Uhr schließen.

06:54 Uhr | Papst ohne Gläubige

Papst Franziskus
Solche Bilder wird es in der Weihnachtszeit im Vatikan in diesem Jahr wohl nicht geben können. Bildrechte: dpa

Papst Franziskus wird die diesjährigen Weihnachtsmessen wohl ohne Gläubige feiern. Die katholische Nachrichtenagentur CNA meldet, zu den Messen sei kein Publikum zugelassen. Die ausländischen Vertretungen im Vatikan seien informiert, dass Gottesdienste "in privater Form" stattfinden, aber online übertragen werden - wie bereits die Ostermesse im Frühjahr.

06:35 Uhr | Massentest in der Slowakei am Wochenende

Nach den Pilot-Tests am vergangenen Wochenende soll ab dem kommenden Wochenende in der Slowakei fast die gesamte Bevölkerung auf das Coronavirus getestet werden. Das teilte Regierungschef Igor Matovič von der Wahlplattform "Gewöhnliche Leute" mit. Fast fünf Millionen Bürger ab einem Alter von zehn Jahren sollen sich an den nächsten beiden Wochenenden einem Antigen-Schnelltest unterziehen. Matovič sieht das Vorhaben als Beispiel für Europa an. Auch Kanzlerin Angela Merkel habe sich im Gespräch sehr interessiert gezeigt.

06:10 Uhr | Intensivstationen fehlt das Pflegepersonal

Der Mangel an Pflegepersonal ist ein zentrales Problem bei der Versorgung von Covid-19-Patienten in Deutschland. Wie der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte, können viele Betten "nicht belegt werden, weil das Personal zur Versorgung der Patienten fehlt". Demnach fehlen bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte, man werde sich auf Wartezeiten bei der Regelversorgung und auf die Verlegung von Patienten in entferntere Krankenhäuser einstellen müssen.

06:00 Uhr | Der Ticker am 27. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Oktober 2020 | 06:00 Uhr