Coronavirus-Ticker 10. März: EU legt 25-Milliarden-Fonds auf

Die EU will die Wirtschaftsfolgen der Coronavirus-Epidemie mit Milliardenhilfen lindern. Bundeskanzlerin Merkel rechnet mit 60 bis 70 Prozent Infizierter in Deutschland. Die Polizei will die Grenzkontrollen ausweiten. In Deutschland werden mehr und mehr Veranstaltungen abgesagt. Die Eishockey-Profis beendeten vorzeitig die Saison. Das Länderspiel gegen Italien findet vor leeren Rängen statt. In dem südeuropäischen Land ist die Zahl der Toten erneut sprunghaft gestiegen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, spricht bei einer Pressekonferenz über den «Green Deal».
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Bildrechte: dpa

22:55 Uhr | Ticker am Dienstag endet

Wir schließen hiermit für Dienstag den Ticker zum Coronavirus und informieren Sie wieder ab 7 Uhr zu den neuesten Entwicklungen rund um das Coronavirus. Wir danken für Ihr Interesse.

22:30 Uhr | IWH: Forderungen nach Steuerstundungen nicht zielgerichtet

Wegen der Corona-Epidemie werden Forderungen nach Steuerstundungen laut. Prof. Gropp, Präsident des Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung Halle, äußert sich zu diesen und anderen Bemühungen der Bundesregierung.

22:04 Uhr | Biden und Sanders sagen Wahlkampfauftritte ab

Bernie Sanders (l) und Joe Biden stehen nebeneinander.
Einigkeit in der Absage: Bernie Sanders (l.) und Joe Biden Bildrechte: dpa

Die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Joe Biden und Bernie Sanders, haben ihre für Dienstagabend (Ortszeit) geplanten Wahlkampfauftritte im US-Bundesstaat Ohio abgesagte. Ein Sprecher von Sanders' Wahlkampfteam sagte, damit würden Warnungen des Bundesstaates vor Großveranstaltung in geschlossenen Räumen beherzigt. Bei allen künftigen Wahlkampfveranstaltungen werde von Fall zu Fall entschieden. In den USA sind bislang 800 Coronavirus-Infektionen erfasst.

21:10 Uhr | EU will mit 25 Milliarden Euro helfen

Die EU will 25 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um gegen die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Epidemie vorzugehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Fonds an. Er solle mit Mitteln aus dem Strukturfonds gefüllt werden. Die EU wolle damit unter anderem das Gesundheitswesen, den Arbeitsmarkt sowie kleinere und mittlere Unternehmen stützen.

Von der Leyen kündigte darüber hinaus an, dass die 27 Mitgliedstaaten Unternehmen bei Bedarf auch Staatshilfen gewähren könnten. Zudem werde Brüssel Spielraum beim Stabilitätspakt geben, der die Schuldengrenzen festlegt. Sie wolle dazu beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag Vorschläge unterbreiten.

20:40 Uhr | Veranstaltungsabsagen und Wirtschaftshilfen

20:31 Uhr | Merkel rechnet mit Millionen  Infizierten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprich im Bundestag während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt 2020.
Bundeskanzlerin Angela Merkel Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass sich rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken könnten. Merkel sagte in der Unionsfraktionssitzung nach Teilnehmerangaben, 60 bis 70 Prozent könnten sich infizieren.

Ähnliche Zahlen hatte zuvor bereits der Berliner Virologe Christian Drosten genannt. Der Chef des Instituts für Virologie an der Charité betonte aber, das könne zwei Jahre oder noch länger dauern.

Laut "Bild"-Zeitung bestätigte auch Gesundheitsminister Jens Spahn die Zahlen der Kanzlerin. Spahn schränkte zugleich ein, mit bis zu 70 Prozent müsse gerechnet werden, wenn es nicht vorab gelinge, einen Impfstoff zu entwickeln. Zudem würden 80 Prozent aller Infizierten nahezu ohne Symptome durch die Epidemie kommen.

19:59 Uhr | Grenzkontrollen werden verstärkt

Grenzkontrolle durch die Polizei an der deutsch-österreichischen Grenze
Grenzkontrolle durch die Polizei an der deutsch-österreichischen Grenze. Bildrechte: IMAGO

Um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland zu bremsen, wird die Bundespolizei ihre Kontrollen an den Grenzen verstärken. Wie der Krisenstab der Bundesregierung mitteilte, wird die Polizei die Kontrollen "insbesondere an den Südgrenzen noch einmal intensivieren".

Außerdem empfahl der Krisenstab, ab dem 16. März bis auf Weiteres keine Besuchergruppen mehr in Bundesministerien und den ihnen nachgeordneten Behörden zu empfangen. Eine ähnliche Regelung hatte zuvor der Bundestag beschlossen.

Dem Krisenstab gehören Vertreter des Innenministeriums und des Gesundheitsministeriums an.

19:12 Uhr | 41 bestätigte Infektionen in Mitteldeutschland

In Sachsen-Anhalt hat sich die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bis zum Dienstagabend auf acht erhöht. Das teilte das Sozialministerium mit. Sachsen-Anhalt war am Dienstag das letzte Bundesland, in dem Infektionen mit dem Virus bestätigt wurden. In Thüringen sind bislang ebenfalls acht Menschen infiziert, in Sachsen gibt es zum jetzigen Stand 25 erfasste Fälle.

18:45 Uhr | Zahl der Toten in Italien steigt auf 631

In Italien ist die Zahl der an der Coronavirus-Infektion Gestorbenen auf  631 gestiegen. Am Vortag hatte die Zahl der Toten noch 463 betragen. Die Gesamtzahl der erfassten Infizierten übersprang die 10.000er-Marke und lag am Dienstagnachmittag bei 10.149. Experten rechnen mit einer hohen Dunkelziffer. Mehr als 1.000 Menschen sind inzwischen wieder genesen.

18:19 Uhr | Kein Eishockey-Meister in diesem Jahr

Petr Pohl erzielt gegen die Adler Mannheim das 2:1 für die Eisbären Berlin
Die Saison der DEL geht in diesem Jahr ohne Meister vorzeitig zu Ende. Bildrechte: imago/Eibner

Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga wird abgebrochen. Wie die DEL am Abend mitteilte, gibt es in diesem Jahr keine Playoff-Spiele und auch keinen Meister. Am Sonntag war die Hauptrunde beendet worden. Als deren Sieger vertritt Red Bull München die DEL zusammen mit Adler Mannheim, den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin in der Champions League. Auch die DEL2 mit den sächsischen Klubs aus Dresden, Weißwasser und Crimmitschau beendet ihre Saison vorzeitig. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke erklärte: "Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Klubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid. Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen."

18:08 Uhr | Tschechien rigoroser bei Veranstaltungs-Absagen

In Tschechien sind ab sofort Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern verboten. Das habe der Sicherheitsrat des Landes beschlossen, meldete Radio Prag. Ab Mittwoch würden zudem sämtliche Schulen geschlossen. Kindergärten sollen zunächst offen bleiben. Das Gesundheitsministerium begründete das damit, dass die Kita-Gruppen nicht so groß sind. In Tschechien wurden bislang 41 Covid-19-Erkrankungen festgestellt. 39 Fälle hängen mit Aufenthalten in Italien oder in Boston zusammen.

17:53 Uhr | Berlin sagt Theater-Aufführungen ab

Rundgang in der Staatsoper Unter den Linden vor der Wiedereröffnung am 3. Oktober 2017 in Berlin.
In der Staatsoper und in anderen großen staatslichen Kulturhäusern Berlins werden Veranstaltungen abgesagt. Bildrechte: IMAGO

Berlin sagt alle Veranstaltungen an staatlichen Theatern, Opern und Konzerthäusern ab. Kultursenator Klaus Lederer erklärte, die Absage gelte vorerst bis zum 19. April. Zugleich fügte er hinzu: "Ich empfehle auch den großen Privattheatern, so zu verfahren." Kleinere Häuser mit Sälen bis zu 500 Teilnehmern sollen laut Lederer eigenverantwortlich entscheiden.

Der Linken-Politiker forderte vom Bund, dass dieser nicht nur Hilfen für Wirtschaftsakteure, sondern auch für Kultureinrichtungen ins Auge fasst. Sie mit den finanziellen Folgen der Einschränkungen allein zu lassen, wäre unverantwortlich.

17:22 Uhr | So soll Krankschreibung via Telefon laufen

Ab sofort ist es möglich, sich bei leichten Erkrankungen vom Arzt übers Telefon krankschreiben zu lassen. Wie das ablaufen soll, erklärt Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

17:10 Uhr | RKI: Absagen wegen Coronavirus keine Panikmache

Fußballspiele werden abgesagt oder finden ohne Zuschauer statt. Messetermine werden ebenfalls gestrichen oder verlegt. Menschen müssen in häusliche Quarantäne. Das neuartige Coronavirus sorgt inzwischen für zahlreiche Einschränkungen. Panikmache? Nein, stellt der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, klar. Es gehe darum, Menschen im hohen Alter und mit Vorerkrankungen zu schützen.

16:45 Uhr | Merkel für striktes Vorgehen der Behörden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich im Bundeskanzleramt zum Anschlag in Hanau.
Bundeskanzlerin Angela Merkel Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für ein striktes Vorgehen der Behörden im Kampf gegen das neue Coronavirus ausgesprochen. Alle nicht notwendigen Veranstaltungen sollten abgesagt werden, sagte Merkel in einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Spiele vor leeren Rängen sind nicht das Schlimmste, das diesem Land passieren kann.

Angela Merkel zu Fußballspielen ohne Zuschauer

Heute wurde verfügt, auch das Länderspiel am 31. März in Nürnberg gegen Italien als Geisterspiel auszutragen.

Zugleich bedankte sich Merkel in der Sitzung bei Gesundheitsminister Jens Spahn. Der mache das "ganz toll".  Zur Lage der Wirtschaft, die teilweise unter zusammengebrochenen Lieferketten aus Asien leidet, sagte Merkel, man brauche "keine klassischen Konjunkturprogramme, sondern Liquiditätszufuhr". Nach den Worten von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus wird es dazu in der kommenden Woche ein Spitzengespräch mit der Wirtschaft geben.

16:35 Uhr | Fridays for Future sagen Demos ab

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat auch Auswirkung auf die Klimaschutzbewegung Fridays for Future. Diese sagte die für Freitag geplanten großen Demonstrationen vor den bayerischen Kommunalwahlen ab. Statt auf den Straßen wolle man online "umso lauter" protestieren, schrieben die Klimaschützer am Dienstag auf Twitter.

15:38 Uhr | Sachsen-Anhalt untersagt Klassenfahrten

Sachsen-Anhalt setzt alle mehrtägigen Klassen-, Studienfahrten und Schüleraustausche bis zum 31. Mai aus. Ausgenommen sind laut einer Pressemitteilung des Bildungsministeriums eintägige Fahrten innerhalb Sachsen-Anhalts. Die Kosten für Stornierungen übernehme das Land.

Unterdessen hat  sich die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle auf fünf erhöht. Das teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums mit.  

15:28 Uhr | Spanien verbietet alle Italien-Flüge

Spanien verbietet bis zum 25. März alle Flüge von und nach Italien. Ausgenommen sind Flüge von Staats- oder Gütertransport-Maschinen sowie für humanitäre Zwecke. Die in Spanien von der Ausbreitung des Virus besonders betroffenen Regionen von Madrid, Vitoria und Labastida sowie La Rioja teilten mit, dass ab Mittwoch alle Kitas, Schulen und Universitäten für mindestens 15 Tage geschlossen bleiben. Die spanische Fußball-Liga beschloss "Geisterspiele"  für die kommenden zwei Wochenenden.

15:20 Uhr | Sachsen richtet Krisenstab ein

Das sächsische Gesundheitsministerium hat einen Krisenstab "Corona" eingerichtet. Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte: "Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir feste Krisenstrukturen brauchen." In dem Krisenstab sollen alle Ministerien vertreten sein, sowie bei Bedarf auch Ärzte, Apotheker sowie Vertreter von Krankenhäusern, Landkreisen und Städten. Bis zum Dienstagnachmittag gab es im Freistaat 18 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, darunter zwei neue in Chemnitz. Zwei Betroffene werden im Krankenhaus behandelt, die anderen befinden sich in häuslicher Isolation.

15:03 Uhr | Nordrhein-Westfalen und Bremen sagen Großveranstaltungen ab

Mit Nordrhein-Westfalen und Bremen sagen weitere Bundesländer Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen ab. Ein Erlass der Landesregierung NRW weist die Kommunen an, derartige Veranstaltungen entweder abzusagen oder ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. In Bremen sind ebenfalls Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern untersagt. Solche mit mehr als 250 Zuschauern sind nur unter Auflagen zulässig.

14:30 Uhr | Kurzarbeiterregelung im Eilverfahren

Die Bundesregierung hat im Schnellverfahren einen Gesetzentwurf für Kurzarbeit auf den Weg gebracht. Arbeitsminister Hubertus Heil sprach von einem "Schutzschirm für Arbeitsplätze". Das Gesetz soll von Bundestag und Bundesrat bis zur ersten April-Hälfte umgesetzt werden. Damit soll Unternehmen Kurzarbeit ermöglicht werden, wenn ein Zehntel der Belegschaft von Auswirkungen der Epidemie betroffen ist. Derzeit liegt die Schwelle bei einem Drittel. Zudem soll die Bundesagentur für Arbeit die Sozialabgaben für Kurzarbeiter übernehmen.

14:15 Uhr | Auch Thüringen verbietet Großveranstaltungen

Auch Thüringen hat Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmer vorerst untersagt. Eine entsprechende Weisung ging laut Gesundheitsministerin Heike Werner an alle Kommunen. Zudem sollten Veranstaltungen mit 500 bis 1.000 Teilnehmern nur im Ausnahmefall erlaubt werden. Infolge wurde die für Anfang April geplante zentrale Gedenkfeier zur Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora abgesagt. Zuvor hatten bereits Bayern und Schleswig-Holstein Großveranstaltungen ausgesetzt.

14:05 Uhr | Lit.Cologne abgesagt

Die Stadt Köln hat das renommierte Literaturfestival Lit.Cologne wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Das teilte die Festivalleitung mit.

13:51 Uhr | Flugverkehr nach Italien massiv eingeschränkt

Ryanair setzt alle Italien-Flüge bis 8. April aus. Auch Air France und Norwegian Air stoppten den Linienverkehr nach Italien. Viele weitere Fluglinien strichen ihre Verbindungen zusammen. Österreich, Malta und Serbien verhängten einen Einreisestopp für Personen aus Italien. Auch Israel verschärfte die Einreisebestimmungen wegen der Epidemie. Touristen wurden aufgerufen, Israel zu verlassen.

13:45 Uhr | Österreich verbietet größere Veranstaltungen

Österreich hat im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie alle Outdoor-Veranstaltungen mit mehr als 500 Zuschauern bis vorerst Anfang April ausgesetzt. Bei Hallen-Events gilt sogar eine Obergrenze von 100 Besuchern.

13:25 Uhr | Altmaier verspricht Ländern Milliardenhilfe

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat den von der Coronavirus-Epidemie stark betroffenen Bundesländern Hilfe versprochen. Der CDU-Politiker sagte nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den 16 Bundesländern, es stünden mehrere Milliarden Euro zur Verfügung, um die ökonomischen Folgen abzufedern.

13:05 Uhr | Bayern und Schleswig-Holstein verbieten Großveranstaltungen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen. Wie Ministerpräsident Markus Söder mitteilte, gilt das etwa für alle Sport- und Kulturveranstaltungen. Zugleich rät die Staatsregierung, Veranstaltungen mit 500 bis 1.000 Personen abzusagen. Außerdem werden in Risikoregionen mehr als 50 Schulen vorerst geschlossen. Wenig später verbot auch in Schleswig-Holstein die Landesregierung Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern.

12:35 Uhr | BVB-Schalke ohne Publikum

Auch das Revierderby in der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 an diesem Samstag soll ohne Zuschauer stattfinden. Das entschied die Stadt Dortmund. Wenig später wurde bekannt, dass auch die Partie Werder Bremen gegen Leverkusen als Geisterspiel ohne Zuschauer ausgetragen wird. Im spanischen Fußball-Oberhaus Primera Division werden alle Spiele in den nächsten beiden Wochen komplett vor leeren Rängen ausgetragen.

12:05 Uhr | China meldet "Wende" im Kampf gegen die Epidemie

Die Coronavirus-Epidemie ist in der stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei nach Worten von Chinas Staatschef Xi "im Wesentlichen eingedämmt". Xi sagte bei einem Besuch der Provinzhauptstadt Wuhan, es gebe "Anfangserfolge" bei der Stabilisierung der Lage.

Xi Jinping, Präsident von China, besucht ein Krankenhaus.
Chinas Präsident Xi beim Besuch in einem Krankenhaus in der Provinz Hubei. Bildrechte: dpa

Die Nachrichtenagentur Xinhua sprach von einer Wende im Kampf gegen die Epidemie. Die strengen Quarantäne-Auflagen für 56 Millionen Menschen in der Region wurden etwas gelockert. In der Millionen-Metropole Wuhan war das neuartige Coronavirus im Dezember erstmals bei Menschen aufgetreten. Seitdem wurden in Festlandchina mehr als 80.000 Infektionen sowie mehr als 3.100 Todesfälle registriert. Seit einigen Tagen sinkt die Zahl der Neuansteckungen.

12:21 Uhr | Pharmakonzern schickt Mitarbeiter in Heimarbeit

Der Schweizer Pharmakonzern Roche schickt in Spanien alle 1.200 Mitarbeiter nach Hause. Sie sollten ab Mittwoch im home office arbeiten. Die Maßnahme erfolgt, nachdem die Schließung aller Schulen und Universitäten in der Region Madrid angeordnet wurde. Roche hat in Spanien Büros in Madrid und nahe Barcelona.

11:50 Uhr | Vier neue Infektionen in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen seit Montagabend um vier auf 16 gestiegen. Nach Behördenangaben handelt es sich um zwei Personen aus Leipzig und je eine aus Dresden und dem Landkreis Görlitz. Alle seien in häuslicher Isolation und zuletzt in Italien und Österreich gewesen.

11:35 Uhr | 30 Tote in Frankreich

In Frankreich sind mittlerweile 30 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Gesundheitsbehörden registrierten landesweit bislang 1.412 Infektionen. Kasachstan lässt ab Donnerstag aus Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien niemanden mehr einreisen. Das an China grenzende Land hat als einer von ganz wenigen Staaten bislang keine Infektionen gemeldet.

11:06 Uhr | Erstes "Geisterspiel" in der Bundesliga

Das Bundesliga-Nachholspiel Mönchengladbach gegen Köln am Mittwoch darf wegen der Coronavirus-Epidemie nur ohne Zuschauer stattfinden. Das hat die Stadt Mönchengladbach entschieden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte mehrfach zur Absage von Großveranstaltungen aufgerufen.

10:51 Uhr | Niedersachsen lockert Sonntagsfahrverbot für Lkw

Nach Nordrhein-Westfalen setzt auch Niedersachsen das Sonntagsfahrverbot für den Transport von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln auf. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann zufolge gilt die Lockerung des Lkw-Fahrverbots zunächst bis Ende März.

10:20 Uhr | RKI ruft zur Aktivierung der Krisenpläne auf

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Kommunen, Kliniken und Ärzte in Deutschland aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus ihre Krisenpläne zu aktivieren. RKI-Chef Lothar Wieler zufolge muss sichergestellt werden, dass mehr erkrankte Menschen behandelt werden können. Krankenhäuser sollten nicht akut notwendige Operationen und Behandlungen verschieben, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen. Wieler rief die Bevölkerung auf, ihr Verhalten an die Gefahrenlage anzupassen. Besonders schutzbedürftig seien ältere und chronisch kranke Menschen. Aus seiner Sicht kann man auch auf den Besuch bei Fußballspielen verzichten.

Zwei Menschen mit Mundschutz 3 min
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10:05 Uhr | Vier Fälle in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind vier Männer positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte das Sozialministerium in Magdeburg mit. Es handele sich neben einem jungen Mann aus Halle um zwei 39 und 42 Jahre alte Männer aus dem Bördekreis sowie um einen 36-Jährigen aus dem Salzlandkreis. Alle Infizierten waren zuvor in Südtirol. Zunächst war von einem Fall in Halle die Rede.

09:50 Uhr | Tschechien schließt Schulen

In Tschechien sind ab Dienstagabend Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern untersagt. Wie Ministerpräsident Andrej Babis mitteilte, werden zudem ab Mittwoch alle Schulen geschlossen. Universitäten seien nicht betroffen.

09:45 Uhr | China lockert Auflagen in Hubei

Anderthalb Monate nach Verhängung der Quarantäne über die gesamte chinesische Provinz Hubei lockern die Behörden die Auflagen. Wie die Provinzregierung mitteilte, dürfen gesunde Menschen wieder innerhalb der zentralchinesischen Region reisen. Das neuartige Coronavirus war im Dezember in Hubei erstmals bei Menschen aufgetreten, Ende Januar riegelten die Behörden die komplette Provinz mit rund 56 Millionen Einwohnern ab.

09:33 Uhr | Erste Infektion in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es den ersten bestätigten Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Das bestätigte ein Sprecher der Diakonie Halle MDR SACHSEN-ANHALT. Demnach handelt es sich um einen Mann in Halle, er befindet sich in häuslicher Quarantäne. Der Mann ist Mitte 20, er war kürzlich von einer Reise aus Norditalien zurückgekehrt. Sachsen-Anhalt war bislang das einzige Bundesland ohne bestätigte Infektion.

09:15 Uhr | Italien - Milliardenpaket gegen die Epidemie

Die italienische Regierung will rund rund zehn Milliarden Euro für den Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie bereitstellen. Industrieminister Stefano Patuanelli sagte, dadurch werde die staatliche Neuverschuldung in diesem Jahr wahrscheinlich bis auf knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung steigen werde. Eigentlich wollte die Regierung die Neuverschuldung auf 2,2 Prozent drücken.

08:52 Uhr | Universität Innsbruck wird zur Fern-Uni

Die Universität Innsbruck hat alle Vorlesungen und Seminare abgesagt. Wie die Tiroler Landesregierung mitteilte, wird der Betrieb wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis auf Weiteres auf Fernlehre umgestellt. Nach Angaben des Sozialministeriums stieg die Zahl der Infizierten in Österreich bis Dienstagvormittag auf 157.

08:25 Uhr | Hamsterkäufe in italienischen Großstädten

Die drastischen Maßnahmen gegen Covid-19 in Italien haben zu Hamsterkäufen geführt. In Supermärkten in Rom und Neapel, die auch nachts geöffnet haben, deckten sich Verbraucher mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln ein. Es bildeten sich lange Schlagen vor den Märkten. Die italienische Regierung hatte am Montagabend das gesamte Land zur "Schutzzone" erklärt. Die Menschen sollen ihr Haus nur verlassen, wenn sie zur Arbeit müssen, für Einkäufe, Arztbesuche oder bei Hilfe für Alte oder Kranke. In Italien gibt es bislang 9.200 Infektionen und mehr als 460 Todesopfer.

08:03 Uhr | Vier neue Fälle in Thüringen

In Thüringen gibt es vier weitere bestätigte Corona-Infektionen. Betroffen sind ein 19-Jähriger und eine 43 Jahre alte Frau im Saale-Orla-Kreis sowie zwei Männer im Kyffhäuserkreis. Das teilten die Landratsämter in Schleiz und Sondershausen am Montagabend mit. Damit steigt die Zahl der Infizierten in Thüringen auf sechs.

07:22 Uhr | Infektion in EZB-Zentrale

Bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main gibt es eine erste bestätigte Coronavirus-Infektion. Nach EZB-Angaben wurde ein Mitarbeiter positiv getestet. Rund 100 enge Kollegen sollen als Vorsichtsmaßnahme von zu Hause aus arbeiten. Die EZB hatte erst am Montag den Notfall getestet und für ihre rund 3.700 Beschäftigten Heimarbeit geprobt. Auch die Deutsche Bank in Frankfurt meldete, dass ein Mitarbeiter infiziert sei.

07:05 Uhr | Spahn ruft zu Zusammenhalt auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Deutschen im Kampf gegen die Sars-CoV-2-Epidemie zur Solidarität aufgerufen. Spahn sagte "Bild": "Wir werden diese Situation bewältigen. Wenn wir alle mithelfen, zusammenhalten und einander auch unter Stress vertrauen." Der Höhepunkt der Epidemie sei noch nicht erreicht, mahnte Spahn. Es werde weitere Einschränkungen geben. In Deutschland waren am Montag die ersten beiden Todesfälle bekannt geworden.

07:00 Uhr | Angst in Altenheimen

06:45 Uhr | Präsident Xi besucht Epizentrum Wuhan

Erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Epidemie ist Chinas Staatschef Xi in die Millionenmetropole Wuhan gereist, von welcher der Erreger seinen Ausgang genommen hatte. Er will staatlichen Medienberichten zufolge die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie inspizieren. Xi hatte in der Krise die Öffentlichkeit gemieden und Regierungschef Li vorgeschickt. Am Dienstag wurden landesweit lediglich 19 neue Ansteckungen bestätigt. Insgesamt gab es nach offiziellen Daten knapp 81.000 Infektionen und landesweit 3.136 Todesopfer.

06:30 Uhr | Jugendweihen sollen stattfinden

Einen Monat vor Beginn der Jugendweihen haben die Veranstalter eigenen Angaben zufolge auch das neuartige Coronavirus im Blick. Der Interessenvereinigung Jugendweihe Thüringen zufolge ist eine Absage der landesweit 158 Feiern derzeit kein Thema.

06:20 Uhr | DRK ruft zum Blutspenden auf

Das Deutsche Rote Kreuz appelliert an Blutspender, nicht aus Furcht vor dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. "Blutspenden ist weiter wichtig", betonte der Leiter der Transfusionsmedizin am Uni-Klinikum Hamburg Eppendorf. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Spender um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen.

06:10 Uhr | Preisexplosion in China

Infolge der Sars-CoV-2-Epidemie sind die Nahrungsmittelpreise in China im Februar um knapp 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Das Statistikamt in Peking führt das auf Beschränkungen im Transportsystem sowie die Schließung von Geschäften zurück, sowie die gestiegene Nachfrage durch Hamsterkäufe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. März 2020 | 07:30 Uhr