Coronavirus-Pandemie Ticker: Corona-Test oder Quarantäne in der Slowakei

Die slowakische Regierung will die gesamte Bevölkerung auf Corona testen. Wer sich weigert, soll in Quarantäne. Wegen regional steigender Zahlen liegt Bayern über dem Warnwert von 50. Im Berchtesgadener Land trat ein Lockdown in Kraft. Sachsen-Anhalt verschiebt Lockerungen. In Ostdeutschland gibt es mittlerweile immer mehr Risikoregionen mit erhöhter Ansteckungsrate. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Dienstag, 20. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:10 Uhr | 300.000 Tote mehr in den USA als gewöhnlich

In den USA sind während der bisherigen Corona-Pandemie knapp 300.000 mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die US-Seuchenbehörde CDC erklärte, etwa zwei Drittel der zusätzlichen Todesfälle zwischen Ende Januar und Anfang Oktober seien wahrscheinlich auf das Coronavirus zurückzuführen. Laut CDC sind übermäßig viele Menschen mit hispanischen und afroamerikanischen Wurzeln an dem Virus gestorben. Auch in der Gruppe der 25- bis 44-Jährigen sei die Zahl der Todesfälle vergleichsweise höher gewesen als in der Vergangenheit. Die sogenannte Übersterblichkeit ist Epidemiologen zufolge die beste Möglichkeit, die tatsächliche Zahl der Toten bei einem Krankheitsausbruch zu ermitteln.

21:15 Uhr | Nationalspieler Gnabry positiv getestet

Die zweite Welle der Corona-Infektion erfasst zunehmend den Sport. Beim FC Bayern München wurde Fußballnationalspieler Serge Gnabry einen Tag vor dem Champions-League-Duell gegen Atlético Madrid positiv auf das Coronavirus getestet.

Serge Gnabry bejubelt seinen Treffer zum 4:1 für Deutschland gegen Nordirland
Serge Gnabry im Trikot der DfB-Elf. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Der 25-Jährige begab sich nach Angaben des Klubs in Quarantäne. Alle anderen Bayern-Spieler sollen am Mittwoch vor dem Spiel erneut getestet werden. So soll die Austragung der Partie in München gesichert werden. Bei Bundesligist RB Leipzig wurde Mittelfeldspieler Amadou Haidara positiv getestet. Der Nationalspieler Malis war bereits seit einem nicht eindeutigen Test am 15. Oktober isoliert. Alle anderen Spieler wurden negativ getestet.

In der Handball European League wurde das Auftaktspiel der Rhein-Neckar Löwen gegen RK Trimo Trebnje kurz vor Anwurf abgesagt. Bei einem Spieler der Slowenen war ein Test positiv ausgefallen. Abgesagt wurde auch das für Donnerstag angesetzte EuroLeague-Spiel von Basketball-Meister Alba Berlin gegen Baskonia Vitoria. Bei den Berlinern sind inzwischen sechs Spieler mit dem Coronavirus infiziert.

20:25 Uhr | Slowakei: Corona-Test oder Quarantäne

Die slowakische Regierung hat ein drastisches Vorgehen bei den geplanten Corona-Massentests angekündigt.

Igor Matovic
Igor Matovic Bildrechte: imago images/CTK Photo

Ministerpräsident Igor Matovic sagte, die Tests seien "mit sehr großer Wahrscheinlichkeit freiwillig". Wer aber keinen negativen Test vorweisen könne, müsse für zehn Tage in Quarantäne gehen. Der Regierungschef hatte am Wochenende angekündigt, dass an den kommenden drei Wochenenden alle über zehn Jahre alten Bewohner des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden sollen. Das Vorgehen sorgte für Irritation in der Slowakei. Experten äußerten rechtliche Bedenken und warnten vor der mangelnden Zuverlässigkeit der Schnelltest sowie Personalmangel.

Die Slowakei war lange Zeit kaum betroffen von der Corona-Pandemie. Seit Anfang Oktober verzeichnet das Fünf-Millionen-Einwohner-Land rasant steigende Zahlen mit bis zu 2.000 Neuinfektionen pro Tag. Bisher haben sich insgesamt 31.000 Menschen nachweislich infiziert, etwa 100 starben im Zusammenhang mit dem Virus.

20:00 Uhr | Lufthansa macht im Sommer 1,3 Milliarden Euro Verlust

Die Lufthansa hat wegen der Corona-Krise auch im Sommer massive Verluste gemacht. Wie der Konzern mitteilte, waren es im dritten Quartal knapp 1,3 Milliarden Euro - trotz der Ausweitung des Flugangebots im Juli und August. Im zweiten Quartal hatte das Minus bei 1,7 Milliarden Euro gelegen. Das Management zeigte sich zuversichtlich, dass die Lufthansa dank Staatshilfen auch weiter durchhalten werde.

18:55 Uhr | Lücken in der Cyber-Sicherheit durch Corona

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt wegen der Corona-Krise vor neuen Lücken bei der Cyber-Sicherheit. Im aktuellen Jahresbericht wird die Lage als angespannt bezeichnet. Im Homeoffice und bei kurzfristigen Videokonferenzen habe Datensicherheit zunächst oft eine untergeordnete Rolle gespielt. Das müsse sich ändern, sonst würden die Folgen bald zu spüren sein. BSI-Präsident Arne Schönbohm sagte, die Pandemie habe gezeigt, wie flexibel und anpassungsfähig die Angreifer seien. Er verwies dabei auf die Fälschungen bei den Seiten für Soforthilfen. Von Cyber-Attacken betroffen sind den Angaben zufolge Unternehmen und Institutionen aller Größen und Branchen, aber auch kommunale Verwaltungen, Krankenhäuser und Hochschulen.

18:30 Uhr | Berlin weitet Maskenpflicht aus

06.05.2020, Berlin: Ein Schild am Eingang eines Marktes weist die Besucher auf das Tragen von Schutzmasken hin.
Bildrechte: dpa

In Berlin muss künftig auf Märkten und in bestimmten Einkaufsstraßen ein Mund-Nase-Schutz getragen werden. Der regierende Bürgermeister Michael Müller sagte, die Maske sei künftig Pflicht auf Floh-, Wochen- und Weihnachtsmärkten und in Warteschlangen. Sie gelte auch auf zehn Berliner Straßen, in denen auf den Bürgersteigen üblicherweise Gedränge herrsche. Außerdem begrenzt Berlin die Zahl der Teilnehmer bei privaten Zusammenkünften. Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen treffen, drinnen statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen.

18:15 Uhr | Thüringen schränkt Familienfeiern ein

Ab November gelten in Thüringen schärfere Corona-Regeln für Familienfeiern. Gesundheitsministerin Heike Werner kündigte an, dass dann private Feiern in geschlossenen Räumen mit 30 und mehr Gästen von den lokalen Gesundheitsämtern zugelassen werden müssen. Bislang ist eine Anmeldung ab 50 Gästen nötig. Bei Feiern unter freiem Himmel liegt diese Obergrenze bei 75 Gästen (bislang 100). Die entsprechende Verordnung soll Ende Oktober veröffentlicht werden. Eine Sperrstunde ist bislang nicht vorgesehen. Sie soll aber in das Konzept für Kommunen zur Eindämmung regionaler Corona-Ausbrüche aufgenommen werden.

17:37 Uhr | Brandenburg führt Sperrstunde ein

In Brandenburg gilt künftig ein nächtliches Ausschankverbot in Regionen mit hohen Infektionszahlen. In Kneipen, Restaurants und Gaststätten darf dann von 23 Uhr bis 6 Uhr kein Alkohol ausgeschenkt werden. Das kündigte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher an. Die Sperrstunde gilt in Landkreisen und kreisfreien Städten mit 35 neuen Infektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Hier wird außerdem die Zahl der Gäste auf privaten Feiern beschränkt. In öffentlichen Räumen dürfen dann statt derzeit 50 Menschen nur bis zu 25 feiern, zuhause sind es 15 statt bislang 25 Menschen.

17:05 Uhr | Gericht kippt auch Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern

Seebrücke Binz
Bildrechte: dpa

Für Urlauber aus Risikogebieten gelten in Mecklenburg-Vorpommern keine Beschränkungen mehr. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald kippte bislang geltende Beherbergungsbeschränkungen. Es erklärte, die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler. Es gab damit den Eilanträgen von zwei Hotelbetreibern statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests für Urlaubsgäste geklagt hatten. Von Studenten oder Berufspendler wurde der Test nicht verlangt. Mit der Entscheidung des Gerichts sind auch die geplanten lockeren Einreisebestimmungen hinfällig, die ab morgen in Mecklenburg-Vorpommern gelten sollten.

16:50 Uhr | Hilfsprogramm für Diskobetreiber in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann hat ein Härtefallprogramm für Disko-Betreiber und Veranstalter angekündigt. Er sagte, das Volumen könnte bei sechs bis 13 Millionen Euro liegen. Eine Richtlinie würde diese Woche erstellt. Die Landesregierung hatte heute beschlossen, dass Diskos und Klubs doch nicht ab 1. November öffnen dürfen. Club- und Diskobetreiber hatten heute in Magdeburg demonstriert. Sie stellten vor der Staatskanzlei einen Sarg mit zerstörten Diskokugeln ab. Auf einem großen Holzkreuz stand "Clubsterben 2020".

16:45 Uhr | Ermittler: Tod von Schülerin nicht durch Maske

Der Tod einer 13-jährigen rheinland-pfälzischen Schülerin Anfang September steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Landau nicht im Zusammenhang mit der geltenden Maskenpflicht. Rechtsmedizinische Sachverständige hätten zudem bestätigt, dass ein normal getragener Mund-Nasen-Schutz auch nicht zu einer übermäßigen Ansammlung von Kohlenstoffdioxid führen könne. Eine Sprecherin sagte, das Ermittlungsverfahren zum Tod des Mädchens sei noch nicht abgeschlossen, aber es gebe bislang auch keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden. Die 13-Jährige hatte in einem Schulbus das Bewusstsein verloren und war kurz darauf in einem Krankenhaus verstorben. Gegner der Corona-Maßnahmen hatten deshalb Behörden und Politikern vorgeworfen, sie seien verantwortlich für "Maskentote".

16:15 Uhr | Bayern über kritischer 50er-Marke

Die hohen Infektionszahlen in einigen bayrischen Regionen haben dafür gesorgt, dass der gesamte Freistaat inzwischen über dem bundesweit vereinbarten Warnwert von 50 liegt. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit meldete heute knapp 51,72 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen. Die Marke wird von Oberbayern, Schwaben und Niederbayern gerissen. Unter der Marke der Warnstufe liegen Unterfranken, die Oberpfalz, Mittelfranken und Oberfranken.

Spitzenreiter ist das Berchtesgadener Land. Hier trat heute der angekündigte zweiwöchige Lockdown in Kraft. Ab sofort darf niemand mehr ohne triftigen Grund Wohnung und Haus verlassen. In Hotels und Pensionen sind nur noch Geschäftsreisende erlaubt. Hunderte Urlauber mussten heute aus der oberbayerischen Region abreisen.

Das Landratsamt meldete heute 236,01 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Er ging damit leicht zurück. Am Montag hatte der Wert noch bei 272,8 gelegen.

15:05 Uhr | Keine Lockerungen zum 1. November in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt werden die Corona-Beschränkungen nicht weiter gelockert. Das gab Ministerpräsident Reiner Haseloff nach Beratungen der Landesregierung bekannt. Er sagte, es bleibe beim Status quo. Die Lockerungen, die zum 1. November geplant gewesen seien, würden zurückgestellt. Unter anderem sollten Diskotheken und Clubs wieder öffnen dürfen. Haseloff kündigte auch an, ein Hot-Spot-Management aufzubauen. Damit solle auf Ausbrüche mit erhöhten Infektionszahlen reagiert werden. Das Land wolle mit Personal aus der eigenen Verwaltung aushelfen, wenn die Gesundheitsämter ihre Arbeit nicht mehr alleine schafften.

14:50 Uhr | Eilenburger Oberbürgermeister mit Coronavirus infiziert

Der Eilenburger Oberbürgermeister Ralf Scheler ist mit Coronavirus infiziert. Er befindet sich in häuslicher Quarantäne. Das bestätigte Ordnungsdezernentin Annett Krause dem MDR. Alle rund 70 Mitarbeiter des Rathauses und des Bürgerhauses sollen sich am Mittwochvormittag auf das Coronavirus testen lassen. Ausgenommen sind jene, die verreist sind. Das Rathaus ist derzeit für den öffentlichen Besucherverkehr geschlossen.

14:05 Uhr | Sächsische Schweiz sieht sich nicht als Risikoregion

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sieht sich selbst nicht als Corona-Risikogebiet. Ein Sprecher des Landratsamtes in Pirna erklärte, in der eigenen Berechnung sei ein Seniorenheim in Freital als Hotspot herausgenommen worden. Daher gelte eine Allgemeinverfügung nach Überschreiten des Grenzwertes von 35. Nach Daten des Robert Koch-Instituts und des Risklayerpojekts der Uni Karlsruhe hat der Landkreis jedoch die kritische Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten und ist damit Risikoregion. Mehr dazu im Sachsen-Ticker.

13:45 Uhr | Lage in Russland bleibt angespannt

Russland hat erneut eine Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen gemeldet. Mit 16.319 neuen Ansteckungen erhöhte sich die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie auf 1,43 Millionen. Allein in der Hauptstadt Moskau wurden nach offiziellen Angaben etwa 5.000 neue Fälle bekannt. Die Zahl der amtlich gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 kletterte landesweit um 269 auf 24.635.

12:30 Uhr | Erste Hilfe ohne Beatmung

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, hat die Bürger trotz Corona-Pandemie zu lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen in Notfällen aufgerufen. Bei Herz-Kreislauf-Stillstand komme es auf jede Minute an. Schmidtke verwies auf die aktuellen Handlungsempfehlungen für Rettungsmaßnahmen durch medizinische Laien. Demnach soll bei Bewusstlosen ohne Atmung durchgängig eine Herzdruckmassage durchgeführt werden, aus Infektionsschutzgründen ohne Beatmung.

11:44 Uhr | Corona-Ausbruch in Pflegeheimen im Erzgebirge

In zwei Pflegeheimen im Erzgebirge hat es einen schweren Corona-Ausbruch gegeben. Insgesamt sind mehr als 90 Bewohner und Mitarbeiter infiziert. Es wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet.

10:55 Uhr | Lombardei verhängt Ausgangssperre

Die norditalienische Region Lombardei verhängt wegen hoher Corona-Fallzahlen eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Donnerstag müssen die Menschen von 23 bis 5 Uhr zu Hause bleiben. Ausnahmen sind nur aus medizinischen oder beruflichen Gründen möglich. Die Beschränkungen sollen vorerst bis 13. November dauern. Bei der Ausgangssperre handelt sich um die strikteste Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie seit dem landesweiten Lockdown im Frühjahr. Zuletzt waren in Italien wieder mehr als 10.000 neue Ansteckungen täglich registriert worden, ein Hotspot ist wie schon zu Beginn der Pandemie die Lombardei.

10:23 Uhr | Chinesischer Impfstoff an Zehntausenden getestet

Das chinesische Pharmaunternehmen Sinopharm hat nach eigenen Angaben seinen potenziellen Corona-Impfstoff bislang an rund 60.000 Menschen getestet. In der abschließenden Phase-III-Studie seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt worden. Im kommenden Jahr könnte Sinopharm demnach in der Lage sein, mehr als eine Milliarde Dosen Impfstoff herzustellen.

09:45 Uhr | Mehr als 6.000 Neuinfektionen pro Tag

Die Gesundheitsbehörden in Deutschland haben seit gestern 6.827 Neuinfektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet. Der Sieben-Tage-Schnitt erhöhte sich damit nach der Risklayer-Statistik der Uni Karlsruhe auf etwa 6.100 Ansteckungen täglich. In Mitteldeutschland wurden mehr als 600 neue Infektionen bekannt, davon gut zwei Drittel in Sachsen.

Bundesweit gibt es derzeit 62.424 aktive Fälle, bei insgesamt 374.000 erfassten Infektionen. In Mitteldeutschland sind mehr als 4.230 Ansteckungen akut von insgesamt bislang knapp 19.000 Fällen: knapp 3.000 in Sachsen, mehr als 650 in Thüringen und etwa 630 in Sachsen-Anhalt. Risikogebiete mit mehr als 50 Ansteckungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind in Mitteldeutschland die Kreise Görlitz, Erzgebirge und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge sowie Chemnitz und in Thüringen die Landkreise Eichsfeld und Sömmerda.

09:05 Uhr | Spahn: "Maßnahmen sind keine Willkür"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pläne verteidigt, seine Sonderbefugnisse in der Corona-Pandemie zu verlängern. Der CDU-Politiker sagte im ZDF, die Regelung sei nicht willkürlich. Sie beruhe auf gesetzlichen Grundlagen, die der Bundestag beschlossen habe. Spahn zeigte sich zugleich offen für eine breitere Debatte im Parlament, denn es handle sich um die größten Freiheitseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Bundestag hatte im März dem Gesundheitsministerium Sonderrechte für ein Jahr eingeräumt. Spahn möchte sie verlängern. Zuletzt waren in einigen Fraktionen Forderungen nach mehr Mitsprache laut geworden.

08:25 Uhr | Sächsische Schweiz ist jetzt Risikoregion

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die kritische Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten und gilt damit als Risikogebiet. Die Inzidenz liegt nach Daten des Risklayer-Projekts der Uni Karlsruhe bei etwa 56. Weitere Risikoregionen in Sachsen sind neben dem Erzgebirgskreis der Landkreis Görlitz und die Stadt Chemnitz. Mehr regionale Corona-News im Sachsen-Ticker.

07:50 Uhr | Mehrere Ansteckungen in Jenaer Restaurant

Jena meldet seit dem Wochenende mindestens zehn Neuinfektionen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind allein sechs Fälle auf einer Feier im Restaurant Poseidon im Stadtteil Winzerla zurückzuführen. Alle Personen auf der Meldeliste seien informiert worden. Wer seine Kontaktdaten nicht korrekt hinterlassen habe, aber am Samstagabend im Restaurant gewesen sei, solle unbedingt seine Gesundheit überwachen. Mehr regionale Corona-News im Thüringen-Ticker.

07:25 Uhr | Lehrer pochen bei Risikolage auf halbe Klassen

Der Deutsche Lehrerverband wirft Ländern und Kommunen einen verantwortungslosen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vor. Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung", man versuche, die Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten. Obwohl immer häufiger der Warnwert bei Neuinfektionen überschritten werde, laufe der Regelbetrieb vielerorts weiter. Meidinger fordert bei kritischer Infektionslage eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen.

07:00 Uhr | Weil: "Wir sind hier nicht in China"

Nach der bayerischen Regierung hat auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil trotz steigender Corona-Zahlen eine Abriegelung von Risikogebieten abgelehnt. Der SPD-Politiker der "Bild"-Zeitung: "Wir sind nicht in China und haben es auch bis jetzt im Rahmen unseres offenen Systems geschafft, die Pandemie in Grenzen zu halten." Zuvor hatte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, eine Sperre für Risikogebiete ins Spiel gebracht.

06:40 Uhr | Vorkehrungen für die zweite Welle

Sachsen-Anhalt und Thüringen sehen sich für die zweite Corona-Welle gut ausgestattet mit Schutzartikeln. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Sachsen-Anhalt sagte MDR AKTUELL, das Land habe etwa zehn Millionen Mundschutzmasken auf Lager. Zusätzlich gebe es dreieinhalb Millionen FFP-2-Masken mit Filter und spezielle Schutzanzüge. Außerdem habe man in den vergangenen Monaten große Bestände an Visieren und Desinfektionsmitteln zugelegt. Auch vom Thüringer Gesundheitsministerium hieß es, man verfüge über große Mengen Schutzmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel.

06:25 Uhr | Irland zurück im Lockdown

Irland hat als erstes EU-Land einen zweiten Corona-Lockdown angeordnet. Ministerpräsident Micheál Martin teilte mit, die Menschen dürften sich nur noch im Umkreis von fünf Kilometern von ihrem Wohnort bewegen. Der Besuch fremder Haushalte sei verboten. Geschäfte, Restaurants und Bars dürften nur noch einen Lieferservice anbieten. Schulen und Kitas bleiben laut Martin aber geöffnet. Die Maßnahmen sollen am Mittwoch in Kraft treten und bis zum 1. Dezember gelten. Zuletzt meldete das irische Gesundheitsministerium mehr als 1.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Hier die EU-Ampelkarte zur Corona-Lage.

06:15 Uhr | Diskotheken offen für Maskenlösung

Deutsche Diskotheken-Betreiber haben sich offen für eine Maskenpflicht auf Tanzflächen gezeigt. Der Geschäftsführer des Bundesverbands, Stephan Büttner, sagte der "Osnabrücker Zeitung", das sei eine Option. Außerdem diskutiere man mit der Politik über Wege- und Lüftungskonzepte. Die Clubs bräuchten eine klare Öffnungsperspektive für die Clubs. Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, dann werde privat gefeiert. Das sei für das Infektionsgeschehen viel gefährlicher.

06:10 Uhr | WHO: Impfungen starten im Sommer

Die Weltgesundheitsorganisation erwartet, dass mit den Corona-Impfungen Mitte des kommenden Jahres begonnen werden kann. Die WHO erwartet die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien im Januar. Anschließend fielen die Entscheidungen zum Impfstart. Die beteiligten Firmen produzierten bereits vorsorglich Millionen von Dosen. Die bisherigen Studienergebnisse seien ermutigend. Das gelte vor allem für die Wirksamkeit bei älteren Menschen.

06:00 Uhr | Der Ticker am 20. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2020 | 06:00 Uhr