Coronavirus-Ticker 2. Juni: DPD-Paketzentrum testet Hunderte Beschäftigte

Ein weiteres DPD-Zentrum in NRW lässt nach mehreren Corona-Infizierten die Belegschaft testen. In Deutschland gibt es seit der Krise deutlich mehr Hartz-IV-Aufstocker. Die GroKo verhandelt über ein Konjunkturpaket. Diese und andere Informationen im Ticker.

Blick auf die die Einfahrt zum Gelände des Paketzustellers DPD.
Auch im Kreis Heinsberg hatten sich in einem DPD-Paketzentrum Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie ab dem Morgen in unserem Ticker vom Mittwoch.

23:54 Uhr | Lettland öffnet Grenzen wieder für europäische Reisende

Reisende aus mehr als 20 europäischen Staaten dürfen ab Mittwoch wieder in Lettland einreisen, ohne sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben zu müssen, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins am Dienstag in Riga. Staaten, in denen die Corona-Infektionsrate weiterhin hoch ist, sind von der Lockerung ausgenommen. Dazu gehören Großbritannien und Schweden. Auch die Grenzen nach Russland und Belarus bleiben für den Reiseverkehr noch geschlossen.

22:00 Uhr | Weiteres DPD-Paketzentrum testet Belegschaft

Nach mehreren Corona-Fällen in einem Duisburger DPD-Paketzentrum sind rund 400 Beschäftigte des Unternehmens auf das Virus getestet worden. Die Ergebnisse stehen noch aus. Ein Sprecher sagte, zuvor seien bei sieben Mitarbeitern Corona-Infektionen bestätigt worden. Es soll sich dabei nicht um Paketzusteller handeln, sondern um Mitarbeiter im Paketumschlag, die im Sortierzentrum arbeiten. Insgesamt hat DPD am Standort Duisburg-Hüttenheim den Angaben nach etwa 1.000 Beschäftigte. In der Vergangenheit hatten sich bereits in einem DPD-Depot im Kreis Heinsberg Dutzende Mitarbeiter infiziert.

21:30 Uhr | Göttingen schließt alle Schulen

In Göttingen haben sich inzwischen 80 Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Infektionswelle hätten mehrere Beteiligte verursacht, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. So hätten einige Großfamilien im privaten Kreis das Zuckerfest gefeiert. Mit dem Fest beenden Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan. Weil auch 24 Kinder unter den Infizierten sind, will die Stadt alle Göttinger Schulen und einige im Landkreis diese Woche schließen. Auch vier Kitas bleiben zu. Zudem plant die Stadt in der betreffenden Wohnanlage alle Bewohner zu testen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um bis zu 700 Personen.

21:00 Uhr | Kretschmer: Sachsen hält an Mundschutz fest

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will trotz aller Lockerungen der Corona-Beschränkungen vorerst weiter am Mundschutz und Mindestabstand festhalten. Man werde diese Regeln mit der neuen Corona-Schutzverordnung am 6. Juni nicht ändern, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend bei einem Bürgergespräch in Grimma. "Es ist klar, dass dieser Mundschutz eine Belastung ist", sagte Kretschmer. Dennoch gebe ein Mund- und Nasenschutz etwas mehr Schutz beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Seit zwei Tagen wurden den Behörden in Sachsen keine Corona-Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt liegt die Zahl der nachweislich Erkrankten in Sachsen damit bei 5.304.

20:00 Uhr | Türkei will per TÜV Vertrauen schaffen

Die türkische Regierung und der TÜV Süd haben sich auf eine Zusammenarbeit zur Sicherung von Hotels und Restaurants gegen das Coronavirus geeinigt. Mitarbeiter von TÜV Süd sollen ausgewählte Unternehmen regelmäßig überprüfen und damit einen "wichtigen Beitrag zur Hygiene" leisten, sagte eine TÜV-Sprecherin. An dem Programm der türkischen Regierung können sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen und so bei Urlaubern um Vertrauen werben. Weiter hieß es vom TÜV, die Hotels müssten bereits ein Qualitätsmanagement-System haben und sollten internationalen Ketten angehören. Deutsche machen einen Löwenanteil der Touristen in der Türkei aus.

19:50 Uhr | Meck-Pom will wieder Urlaubsland sein

Wegen der Corona-Pandemie mussten Betreiber in Mecklenburg-Vorpommern zahlreichen Gästen absagen. Doch nun wirbt das Bundesland bei der eigenen Bevölkerung, dass die sich wieder dem Tourismus öffnet.

18:20 Uhr | Dresdner Philharmonie empfängt wieder Publikum

Die Dresdner Philharmonie spielt ab dem 18. Juni wieder vor Publikum. Über ein entsprechendes Hygienekonzept informierte das Orchester am Dienstag. So werden nur knapp 500 der insgesamt 1.800 Plätze während eines Konzerts besetzt sein. Die Aufführungen sollen keine Pause haben und gut eine Stunde dauern. Ein spezielles Einlasssystem, zusätzliche Raumbelüftung, Reinigung und Desinfektion sollen vor Ansteckung schützen. Bis zu ihrem Sitzplatz müssen Besucher auch einen Mundschutz tragen.

Mitte April hatte die Philharmonie wegen der Pandemie alle Konzerte bis Saisonende abgesagt. Seither war das renommierte Orchester nur im Internet präsent.

17:50 Uhr | Opel produziert ab Mittwoch wieder in Eisenach

Opel fährt nach gut zwei Monaten coronabedingter Pause die Produktion wieder hoch. Ein Sprecher sagte, im Werk Eisenach soll die Produktion am morgigen Mittwoch wieder aufgenommen werden, das Stammwerk Rüsselsheim folgt am kommenden Montag. Der Standort Kaiserslautern, wo Komponenten und Motoren gefertigt werden, hatte die Corona-Pause bereits Mitte Mai beendet. Opel-Chef Michael Lohscheller  sagte, der Wiederanlauf sei ein starkes Signal. Allerdings werde die Nachfrage den Takt vorgeben. Bis zu den Werksferien sollen wichtige Kundenaufträge abgearbeitet werden.

Auto-Produktion bei Opel in Eisenach
Blick in die Produktion im Eisenacher Opel-Werk Bildrechte: imago/Bild13

17:30 Uhr | Deutlicher weniger Corona-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Laut dem DIVI-Intensivregister wurden mit Stand am Dienstag 689 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen betreut, etwa die Hälfte von ihnen wurde beatmet. Mitte April waren es zeitweise mehr als 2.900 Patienten gewesen.

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten ist auf über 183.920 gestiegen. Das geht aus der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor, die Angaben werden regelmäßig aktualisiert:

So verteilen sich die Fälle auf die Landkreise:


Die Zahl der Neuinfektionen verharrt weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Sachsen meldet seit Montag, Sachsen-Anhalt seit Sonntag keine Neuinfektionen.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

17:00 Uhr | Studie: Mehr häusliche Gewalt in Corona-Krise

Insbesondere bei Familien in Quarantäne hat die Gewalt gegen Frauen während der Corona-Krise zugenommen. Das geht aus einer Studie hervor, an der die Technische Universität München beteiligt war. Drei Prozent der Frauen gaben demnach an, in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen mindestens eine körperliche Auseinandersetzung erlebt zu haben, etwa Schläge. Weitere 3,6 Prozent berichteten davon, von ihrem Partner vergewaltigt worden zu sein.

Befanden sich die Frauen zu Hause in Quarantäne, stiegen die Zahlen stark: Dann berichteten knapp sieben Prozent von körperlicher Gewalt. Auch finanzielle Engpässe erhöhten die Gewalt in den Familien. Überdurchschnittlich betroffen waren Familien mit Kindern bis zehn Jahre. Die Experten erklärten, Eltern seien durch Arbeit und die Betreuung bei Schul- und Kitaschließungen doppelt belastet.

Häusliche Gewalt
Ein Symbolbild für häusliche Gewalt gegen Frauen. Bildrechte: colourbox.com

16:30 Uhr | Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Daten in Ischgl

In Österreich hat die Staatsanwaltschaft im Ski-Ort Ischgl zahlreiche Unterlagen und Daten beschlagnahmt. Dabei geht es um Ermittlungen zur Coronavirus-Verbreitung im beliebten Urlaubsort. Den Behörden wird vorgeworfen, Lokale und Skilifte noch weiterbetrieben zu haben, obwohl bereits Infektionsfälle bekannt waren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Über 1.000 geschädigte Urlauber sollen sich inzwischen der Klage eines Verbraucherschützers angeschlossen haben. In Ischgl hatten sich zu Beginn der Pandemie zahlreiche Urlauber infiziert und das Virus in andere europäische Länder getragen.

16:00 Uhr | Beratungen über Konjunkturpaket

Die Beratungen der GroKo über ein milliardenschweres Konjunkturpaket haben im Kanzleramt begonnen. Warum in dem Treffen viel Musik liegt, berichtet Sabine Müller aus Berlin:

15:50 Uhr | Frankreich gewährt Autokonzern Renault Kredit

Der französische Staat will dem Autobauer Renault einen staatlichen Kredit von fünf Milliarden Euro gewähren. Das teilte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag in Paris mit. Der Autokonzern hatte vergangene Woche den weltweiten Abbau von rund 15.000 Stellen angekündigt, um einer schweren Krise zu entrinnen.

Präsident Emmanuel Macron hatte vor Tagen im Gegenzug für den Kredit den Erhalt zweier Renault-Werke in Nordfrankreich gefordert. Sie sollen laut Renault zu einem Zentrum für Elektroautos und leichte Nutzfahrzeuge werden. Der französische Staat ist mit einem Anteil von 15 Prozent ein wichtiger Akteur bei Renault.

15:20 Uhr | Deutlich mehr müssen mit Hartz-IV aufstocken

Zehntausende Arbeitnehmer und Selbstständige haben in der Corona-Krise wegen fehlender Einnahmen zusätzliche Unterstützung beim Jobcenter beantragt. Wie die Linkspartei unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit mitteilte, gab es im April rund 51.000 Arbeitnehmer und 33.000 Selbstständige, die neu in der Statistik der Hartz-IV-Aufstocker auftauchten. Üblicherweise zählt die Bundesagentur in diesem Bereich bei den Selbstständigen weniger als 2.000 und bei den Arbeitnehmern höchstens 10.000 bis 13.000 Neuzugänge pro Monat.

Besonders viele Menschen kamen laut der Statistik aus dem Bereich "personenbezogene Dienstleistungsberufe", wie Gastronomie oder Kunst und Kultur. Von der Linkspartei hieß es, die Zahlen würden in Zukunft mit Sicherheit weiter steigen. Menschen, deren Einkommen nicht für den Lebensunterhalt reicht, können dieses durch Hartz-IV-Leistungen aufstocken.

15:00 Uhr | Berlin: Protest gegen Kaufanreiz für Autos

Vor dem Koalitionsgipfel in Berlin haben Umweltschützer am Mittag vor dem Kanzleramt gegen eine Autoprämie für Neuwagen demonstriert. Zur Protestaktion hatten Verkehrs- und Umweltverbände aufgerufen. Vom Hauptsitz des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in Berlin führte eine über zwei Kilometer lange Menschenkette bis zum Kanzleramt. Fridays for Future sprach von über 2.000 Demonstranten. Wegen der Corona-Pandemie waren sie durch Bänder und Fahrräder voneinander getrennt.

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte statt einer reinen Kaufprämie für Autos eine Prämie für umweltfreundliche Mobilität mit Bus, Bahn und Fahrrad. Es sei skandalös, wie die Autoindustrie mit allen Mitteln versuche, eine Auto-Kaufprämie durchzudrücken, sagte VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann.

Aktivisten demonstrieren mit einer Menschenkette und Plakaten vor dem Bundeskanzleramt gegen eine mögliche Abwrackprämie und für das Klima, während die Spitzen der großen Koalition über ein Konjunkturpaket und weitere Strategien im Kampf gegen das Coronavirus beraten.
Die über zwei Kilometer lange Menschenkette zog sich vom Sitz des Verbands der Automobilbranche bis zum Kanzleramt. Bildrechte: dpa

14:00 Uhr | Turkish Airlines will wieder internationale Ziele anfliegen

Die türkische Fluggesellschaft will ab dem 10. Juni wieder internationale Flüge ab Istanbul anbieten. Ab dem 18. Juni sollen auch Direktflüge zwischen 16 europäischen Städten in sechs Ländern – unter anderem in Deutschland und Österreich – und 14 Städten in Anatolien auf dem Flugplan stehen, wie Turkish Airlines mitteilte.

13:55 Uhr | Mangelnde Versorgung von Schmerzpatienten

Die Versorgung von Schmerzpatienten hat sich stark verschlechtert. Zu dieser Einschätzung kommt die Deutsche Schmerzgesellschaft. Präsidentin Claudia Sommer sagte zum bundesweiten "Aktionstag gegen den Schmerz", notwendige Therapien fänden wegen der Corona-Krise seit mehr als zwei Monaten nicht statt. Auch Selbsthilfegruppen oder Reha-Maßnahmen seien nicht oder nur eingeschränkt möglich. Laut Sommer haben bundesweit rund 22 Millionen Menschen chronische Schmerzen.

13:45 Uhr | Theater Altenburg-Gera plant Freiluft-Aufführungen

Mit 30 Aufführungen unter freiem Himmel meldet sich das Theater Altenburg-Gera vorzeitig aus der Corona-Zwangspause zurück. Start ist am 12. Juni auf zwei Bühnen neben dem Theaterzelt in Altenburg und dem Theater Gera. Auf dem Spielplan stehen fünf verschiedene Programme, wie eine Sommerrevue des Schauspiels und ein Serenadenkonzert mit Stücken von Haydn, Strawinsky und Tschaikowski.

13:30 Uhr | Krisenstab beendet seine Arbeit

Thüringen hat seinen Corona-Krisenstab aufgelöst. Das gab Ministerpräsident Ramelow auf Twitter bekannt. Die Steuerung mit einem zentralen Krisenstab des Innenministeriums sei damit formell beendet. Weitere Maßnahmen werde das Gesundheitsministerium koordinieren. Ramelow hatte bundesweit für Diskussionen gesorgt, weil er darauf drängt, Anti-Corona-Maßnahmen in Thüringen bald weitgehend zu lockern.

13:10 Uhr | Unterricht nach bestätigten Corona-Fällen

Nach zwei bestätigten Corona-Infektionen an einer Grundschule in Suhl findet der Unterricht wie geplant statt. Wie der Südthüringer Schulamtsleiter Michael Kaufmann MDR THÜRINGEN sagte, haben jedoch einige Eltern ihre Kinder entschuldigt. Den Angaben nach wurden Kontaktpersonen ermittelt und getestet. Am Montag hatte die Stadtverwaltung vorerst Entwarnung gegeben. Bei den jüngsten Tests seien keine weiteren Infektionen bestätigt worden, hieß es.

12:25 Uhr | Die Corona-Lage in Mitteldeutschland

Unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Landesfunkhäusern Sachsen und Thüringen informieren Sie über die aktuelle Corona-Lage in Mitteldeutschland:

11:45 Uhr | Angaben zu Todeszahlen in Großbritannien gehen auseinander

Die Zahl der Todesfälle in Großbritannien im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus liegt nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters bei 49.646. Damit nähert sie sich der Marke von 50.000 an, die die Regierung Insidern zufolge im April als schlechtesten anzunehmenden Verlauf vorhergesagt hatte. Nach neusten Angaben des britischen Statistikamts sind in diesem Jahr bislang 62.000 Menschen mehr gestorben, als ohne die Pandemie erwartet worden wäre. Die amerikanische Johns-Hopkins-Universität gibt die Zahl der am Virus Sars-CoV-2 Gestorbenen in Großbritannien hingegen mit 39.045 an.

Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens bringen einen neu gelieferten Sarg in ein Geschäft in Queens.
Zählungen der Nachrichtenagentur Reuters verzeichnet Großbritannien fast 50.000 Corona-Tote. Bildrechte: dpa

11:33 Uhr | Weitere Lockerungen in Frankreich

Frankreich lockert seine Corona-Auflagen weiter. Seit Dienstag können die Bürger wieder im ganzen Land reisen. Bisher waren in der Regel nur Fahrten im Radius von 100 Kilometern um den Wohnort erlaubt. Auch Restaurants, Bars und Cafés können wieder öffnen. Im Pariser Großraum sind zudem Parks und öffentliche Gärten wieder zugänglich. Die französische Hauptstadt und ihr Umland bleiben aber unter erhöhter Beobachtung der Behörden, weil es dort besonders viele Infektionen gab. Eine Corona-Warn-App für Handys begleitet die zweite Phase der Lockerungen. Mit mehr als 28.800 Todesfällen ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

10:20 Uhr | Karliczek will Impfstoffentwicklung stärken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will die Medikamenten- und Impfstoffentwicklung in Deutschland stärken. Ziel sei es, die Erforschung neuer Arzneien und Impfstoffe hierzulande deutlich auszuweiten und von Drittstaaten unabhängig zu werden, sagte Karliczek den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Dazu soll eine Agentur für pharmazeutische Neuerungen gegründet werden. Der Grundstein dafür sollte möglichst noch im Koalitionsausschuss am Dienstag gelegt werden, so Karliczek. Aufgabe der Agentur könne es sein, den Erkenntnistransfer zwischen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu fördern und bei Ausbrüchen unbekannter Erkrankungen frühzeitig die Entwicklung von Impfstoffen anzustoßen.

09:30 Uhr | Tschechien öffnet Grenzen für deutsche Touristen

Tschechien öffnet seine Grenze ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland. Damit entfallen auch die bisherigen Einschränkungen für grenzüberschreitende Berufspendler. Das Land hatte Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp verhängt und mit strengen Regeln die Ausbreitung des Coronavirus im Land eingeschränkt. Grundlage für schrittweise Öffnungen ist nun ein Ampel-Modell, das Länder nach Risikogruppen einteilt. Grünes Licht bekommen neben Deutschland und allen anderen Nachbarstaaten Tschechiens unter anderem auch die Schweiz und Kroatien. Wer aus rot und orange gekennzeichneten Ländern einreisen möchte, muss einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorlegen. Dazu zählen unter anderem Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden.

09:05 Uhr | Tullner: Keine tägliche Gesundheitsbestätigung

In Sachsen-Anhalts Schulen sollen Eltern künftig nicht mehr täglich bestätigen müssen, dass ihre Kinder gesund sind.

Bildungsminister Marco Tullner sagte MDR AKTUELL, angedacht sei zunächst ein wöchentlicher Rhythmus. Später solle dann mit aktiven Krankmeldungen gearbeitet werden, anstatt täglich Bürokratie zu produzieren. Diesen Weg wolle man in den nächsten Tagen umsetzen. Tullner zufolge soll im neuen Schuljahr der Regelbetrieb beginnen. Spätestens dann werde es auch eine Strategie zu Tests in den Schulen geben.

08:50 Uhr | Viele Studierende haben Job verloren

40 Prozent der Studierenden haben einer Umfrage zufolge durch die Corona-Krise einen Job verloren. Jeder Dritte gab an, aufgrund der aktuellen finanziellen Situation sehr große Sorgen zu haben. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage mit 1.837 Befragten des Personaldienstleisters Zenjob, die den Zeitungen vorliegt. 22 Prozent der Befragten waren demnach nicht mehr in der Lage, ihre Miete und Rechnungen wie gewohnt zu zahlen und mussten sich Geld bei ihrer Familie oder ihren Freunden leihen. Allerdings sind die meisten Studierenden laut Umfrage zuversichtlich, nach der Krise schnell wieder einen Studentenjob finden zu können. Nur jeder Fünfte rechnet damit, dass die Suche schwieriger wird.

08:20 Uhr | Kritik an Schutzschirm für Kommunen

Der von Bundesfinanzminister Olaf Scholz geplante Corona-Schutzschirm für Kommunen stößt in Ostdeutschland auf Kritik. Widerspruch gibt es vor allem gegen das Vorhaben des Bundes, Altschulden der Kommunen zu übernehmen. Der Vize-Chef des Dresdner Ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, sagte MDR AKTUELL, es sei verfehlt, Corona-Hilfen mit Altschulden-Entlastung zu verknüpfen. Damit würden die Länder bestraft, die ihre Kommunen schon in der Vergangenheit entlastet hätten. Profitieren würde vor allem der Westen Deutschlands. In Ostdeutschland gebe es weniger verschuldete Städte. Das Angebot von Scholz, sich stärker an den Kosten für DDR-Zusatzrenten zu beteiligen, nannte der Gemeinde- und Städtebund Thüringen nicht ausreichend.

07:30 Uhr | 7,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit

Im Mai sind in Deutschland nach Berechnungen des Ifo-Instituts 7,3 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen. "Diese Zahl war noch nie so hoch", sagt Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. Während der Finanzkrise 2009 seien es knapp 1,5 Millionen Menschen gewesen. Von der Corona-Krise besonders betroffen seien Beschäftigte in den wirtschaftsnahen Dienstleistungen, in der Industrie und im Handel.

07:00 Uhr | Zahnärzte klagen über fehlende Unterstützung

Zahnärzte in Mitteldeutschland beklagen, dass sie bei Corona-Hilfen benachteiligt würden. Der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Jochen Schmidt, sagte MDR AKTUELL, für Zahnärzte gebe es zwar eine Liquiditätshilfe, die aber vollständig zurückgezahlt werden müsse. Alle anderen Ärzte bekommen Ausfälle fast vollständig von den Krankenkassen erstattet. Schmidt zufolge sind Zahnmediziner aber stärker vom Patienten-Rückgang in der Corona-Krise betroffen. So sei bei 17 Prozent der Zahnärzte in Sachsen-Anhalt das Arbeitsaufkommen um 75 Prozent gesunken, bei einem Drittel um 50 Prozent. Aus Thüringen meldet die Kassenzahnärztliche Vereinigung zehn Prozent weniger Honorar-Einnahmen im ersten Quartal.

06:30 Uhr | WHO warnt vor übermäßigem Antibiotika-Einsatz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einem übermäßigen Einsatz von Antibiotika gewarnt. Die stark gestiegene Verabreichung von Antibiotika werde zu zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegen diese Mittel führen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dadurch würden während der Pandemie und danach die Erkrankungen und Todesfälle durch bakterielle Infektionen zunehmen. Nach WHO-Angaben braucht nur ein geringer Anteil der Covid-19-Patienten Antibiotika, um bakterielle Begleitinfektionen der Erkrankung zu behandeln.

06:00 Uhr | GroKo will Konjunkturpaket beschließen

Die Spitzen der Großen Koalition wollen am Dienstag über ein Milliardenpaket zur Ankurbelung der Konjunktur in der Corona-Krise beraten. Mit Ergebnissen wird frühestens am Mittwoch gerechnet. Bei dem Treffen im Kanzleramt geht es um Maßnahmen für Unternehmen, Familien und Kommunen. Im Gespräch war zuletzt unter anderem eine Einmalzahlung an Familien von 300 Euro pro Kind. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Serpil Midyatli sagte MDR AKTUELL, ihre Partei wolle, dass alle Kinder diesen Bonus jetzt bekämen. Familien bräuchten die Möglichkeit, gut aus der Krise zu kommen, damit Deutschland gestärkt daraus hervorgehe. Auch Kaufprämien für Autos, Steuerentlastungen und eine frühere Abschaffung des Solidaritätszuschlags stehen zur Diskussion.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil fordert einen Familienbonus von 600 Euro pro Kind. Der SPD-Politiker sagte, es ist offenbar technisch nicht möglich, den Solidaritätszuschlag noch in diesem Jahr abzuschaffen. Umso wichtiger sei es, auf anderen Wegen für mehr Kaufkraft zu sorgen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juni 2020 | 22:00 Uhr