Coronavirus-Ticker 30. April: Thüringen und MeckPomm schaffen 800-Quadratmeter-Regel ab

Als erste Bundesländer schaffen Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die 800-Quadratmeter-Beschränkung im Einzelhandel komplett ab. Sachsen erlaubt künftig wieder Versammlungen bis 50 Teilnehmer und öffnet seine Spielplätze. Zuvor hatten sich Bund und Länder auf eine weitere Lockerung der Corona-Maßnahmen geeinigt. Wichtige Entscheidungen – etwa zur Öffnung von Kitas und Schulen – wurden aber vertagt. Mehr dazu im Corona-Ticker.

Fast menschenleer ist der Anger mit dem Kaufhaus "Anger 1" zur Mittagszeit.
In Thüringen dürfen Kaufhäuser mit Verkaufsflächen über 800 Quadratmetern ab Montag wieder öffnen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Donnerstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie in Kürze im Ticker am Freitag.

23:20 Uhr | Guterres kritsiert mangelnde Solidarität mit afrikanischen Ländern

UN-Generalsekretär António Guterres hat vor den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den afrikanischen Kontinent gewarnt. Es mangele an internationaler Solidarität, die es armen Ländern im globalen Süden ermögliche, sich ausreichend vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen, sagte Guterres in den ARD-Tagesthemen. "Die Pandemie wird wie ein Buschfeuer um sich greifen, mit tragischen Konsequenzen für die Menschen und diese besonders verwundbaren Volkswirtschaften", sagte der UN-Generalsekretär.

Als Folge dessen bestünde die Gefahr, dass die Pandemie in den Norden der Welt zurückkehre. "Es ist also im eigenen Interesse aller Staaten, dem Süden zu helfen. Das ist keine Frage von Großzügigkeit." Guterres beklagte zudem eine "Dysfunktionalität in den internationalen Beziehungen", die sich im Gegeneinander der größten Mächte manifestiere.

22:30 Uhr | Kliniken sollen weniger Intensivbetten freihalten

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass Krankenhäuser künftig wieder mehr Operationen und andere wichtige Behandlungen durchführen sollen. Wegen der Corona-Krise waren die Kliniken Mitte März aufgefordert worden, alle planbaren OPs und Aufnahmen auszusetzen. Außerdem waren 40 Prozent der Intensivbetten für Corona-Fälle freigehalten worden. Wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet mitteilte, ermöglicht die aktuelle Entwicklung der Corona-Infektionszahlen, einen großen Teil der Intensivbetten wieder für Operationen in den Krankenhäusern einzusetzen.

21:25 Uhr | Sachsens Spielplätze dürfen wieder öffnen

Sachsen will ab Montag die seit Wochen gesperrten Spielplätze unter strengen Hygiene-Auflagen wieder öffnen. Das gab Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach einer Sitzung des Kabinetts bekannt. Zuvor hatten sich Bund und Länder in einer Schaltkonferenz darüber verständigt.

21:20 Uhr | Sachsen erlaubt Versammlungen bis 50 Teilnehmer

In Sachsen sind ab Montag wieder Demonstrationen mit bis zu 50 Teilnehmern möglich. Das hat das Kabinett in Dresden beschlossen. Justizministerin Katja Meier wies zwar darauf hin, dass Versammlungen wegen des Schutzes vor dem Corona-Virus auch weiterhin Einschränkungen unterliegen würden. Allerdings sei die Versammlungsfreiheit auch in Krisenzeiten besonders wichtig, betonte die Grünen-Politikerin. In Sachsen waren in den vergangenen Wochen Versammlungen aus Gründen des Infektionsschutzes stark eingeschränkt. Nur per Ausnahmegenehmigung waren sie mit einer Zahl von bis zu 15 Teilnehmern erlaubt.

21:09 Uhr | Thüringen hebt Flächen-Beschränkung auf

In Thüringen sollen Geschäfte ab Montag wieder ohne eine Beschränkung der Verkaufsfläche öffnen können. Darauf hat sich das Landeskabinett nach der Telefonschalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Merkel verständigt. Bisher mussten auch im Freistaat Geschäfte ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen. Auch Mecklenburg-Vorpommern hebt die Flächenbeschränkung für Warenhäuser, Technikmärkte und andere große Geschäfte in der Corona-Krise auf. Hier sollen Geschäfte schon ab Samstag wieder ihre gesamte Verkaufsfläche unter Einhaltung der entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln für die Kunden nutzen können.

20:50 Uhr | Alkohol erschwert Corona-Lockerungen

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident aus Bayern trinkt beim Politischen Aschermittwoch der CSU ein Bier
Beim "Politischen Aschermittwoch" Ende Februar war die Welt in Bayern noch in Ordnung. In Corona-Zeiten wird Alkohol-Ausschank nach Ansicht von Bayerns MP Söder zum Problem. Bildrechte: dpa

Der Ausschank von Alkohol macht nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Corona-Lockerungen in der Gastronomie besonders schwierig. "Wo Alkohol ausgeschenkt wird, ist das Abstandsgebot schnell vergessen", warnte der CSU-Politiker. Trotz kluger Konzepte, bleibe dieser Bereich die größte Herausforderung. Söder begründete das damit, dass in der Gastronomie ein Mundschutz der Gäste wenig Sinn mache und das Distanzgebot angesichts von Alkohol "schwerer konsequent umsetzbar" sei.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hatte angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Lage auf baldige Erleichterungen auch für die Gastronomie gedrängt. Allerdings dämpfte auch der CDU-Politiker die Erwartungen. Zwar solle bei den nächsten Bund-Länder-Gesprächen am 6. Mai über eine "konkretere Perspektive" für die Gastronomie gesprochen werden, ein Öffnen der Betriebe schon im Mai könne man aber nicht in Aussicht stellen.

20:05 Uhr | Statistisches Bundesamt meldet höhere Sterbezahlen

Seit der letzten März-Woche sind laut Statistischem Bundesamt in Deutschland vergleichsweise viele Menschen gestorben. Wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte, liegen die Sterbezahlen "tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019". Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gelte, sei es naheliegend, "dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen". Basis der jüngeren Daten in der Sonderauswertung ist eine vorläufige Auszählung von Sterbefallmeldungen der Standesämter bis zum 5. April.

19:29 Uhr | Russlands Regierungschef mit Corona-Diagnose

Michail Mischustin
Russlands Regierungschef Mischustin ist mit dem Coronavirus infiziert. Bildrechte: dpa

Russlands Ministerpräsident Michail Mischustin ist nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. Bei einer im Fernsehen übertragenen virtuellen Sitzung schlug er Präsident Wladimir Putin vor, der Erste Vizeministerpräsident Andrej Belusow solle die Amtsgeschäfte während seiner Abwesenheit übernehmen. Putin unterstützte dies. In Russland sind bislang 106.498 Infektionen und 1.073 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion bekannt.

19:08 Uhr | Entscheidung zu Bundesliga auf 6. Mai vertagt

18:44 Uhr | Alexander Kekulé: Nacheinander und kontrolliert öffnen

Im täglichen Podcast warnt Alexander Kekulé davor, die Corona-Maßnahmen zu schnell zu lockern. Er hätte Lockerungen "nacheinander und kontrolliert" befürwortet. Außerdem fragt er, warum es in TV-Talkshows keine Maskenpflicht gibt und wie ein Auslandsurlaub aussehen könnte.

18:33 Uhr | Ramelow kündigt Umsetzung der Lockerungen an

Als erster Regierungschef der drei mitteldeutschen Länder hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow nach der Schalte mit seinen Amtskollegen und Bundeskanzlerin Merkel angekündigt, in den kommenden Wochen "mehr öffentliches Leben" zu ermöglichen. So soll individueller Sport wie etwa Reiten oder Rudern ab nächster Woche wieder möglich sein. Außerdem werde das Kabinett am Abend beschließen, dass Spielplätze wieder geöffnet werden können. Außerdem stellte Ramelow in Aussicht, dass zu Pfingsten erste Bereiche des Gastgewerbes öffnen könnten.

18:11 Uhr | Polen lockert Auflagen für Pendler

Polen lockert die Auflagen für Pendler an der Grenze. Ab dem 4. Mai müssten polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne, schrieb Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Donnerstag auf Facebook. Entsprechende Regelungen habe man mit den Nachbarländern getroffen.

17:53 Uhr | Schleswig-Holstein will Gastgewerbe beleben

In Schleswig-Holstein soll es in der zweiten Mai-Hälfte – noch vor Pfingsten – erste Lockerungen für Gaststätten geben. Entschieden sei noch nichts, aber es solle am 6. Mai bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz "ein konkreter Perspektivplan" beschlossen werden, sagte Ministerpräsident Daniel Günther nach der Schalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Merkel.

17:28 Uhr | Entscheidung über Lockerungen bei Schulen & Kitas vertagt

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich bei ihrer heutigen Videoschalte auf geringfügige Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen geeinigt. So sollen Spielplätze sowie Zoos, Museen und Ausstellungen unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Schalte am Nachmittag mit. Zudem dürfen wieder gemeinschaftliche Gottesdienste und religiöse Feste in kleinem Kreis stattfinden.

Vertagt haben Bund und Länder die Entscheidung über die weitere Öffnung von Schulen und Kitas. Hierfür soll bis zur nächsten Schalte am 6. Mai eine Beschlussvorlage erarbeitet werden. Das betrifft auch die Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung des Spielbetriebs im Profifußball in Form von Geisterspielen. Auch zu diesem Thema soll es am kommenden Mittwoch einen Beschluss geben.

17:24 Uhr | Fußballsaison in Frankreich abgebrochen

Die französische Fußball-Liga hat ihre Saison wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen und Paris Saint-Germain mit Trainer Thomas Tuchel zum Meister erklärt. Das teilte der französische Ligaverband LFP am Donnerstag mit.

17:05 Uhr | 800-Quadratmeter-Regel in Berlin gekippt

Die Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin dürfen nach einer Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts wieder auf ganzer Fläche öffnen. Das hat ein Gerichtssprecher bestätigt. Kurz zuvor hatte dasselbe Gericht auch im Falle des Berliner Kaufhauses KaDeWe die Öffnung der gesamten Verkaufsfläche in einem Eilverfahren ermöglicht. In Nordrhein-Westfalen war der Warenhaus-Konzern zuvor vor dem Oberverwaltungsgericht mit seiner Klage gegen die sogenannte 800-Quadratmetern-Regel gescheitert. Auch in Hamburg erklärte das dortige OVG die umstrittene Regel für rechtens.

16:57 Uhr | Drosten-Studie zu Corona-Ansteckung durch Kinder

16:16 Uhr | NRW will alle Grundschüler ab 11. Mai wieder tageweise unterrichten

In Nordrhein-Westfalen sollen Grundschüler ab dem 11. Mai wieder tageweise in die Schule gehen. Das kündigte das NRW-Schulministerium in einer Mail an die Schulen des Landes an.

16:10 Uhr | Keine beschleunigte Corona-Ausbreitung trotz Öffnungen in Dänemark

In Dänemark hat sich die Ausbreitung des Coronavirus nach den ersten Öffnungen nicht beschleunigt. Wie das für die Kontrolle der Pandemie zuständige Statens Serum Institut mitteilte, ist der Ansteckungsfaktor in den vergangenen Tagen zwar etwas gestiegen, liege aber weiterhin unter eins. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Covid-19-Epidemie an Fahrt aufnimmt." In Dänemark sind seit Mitte April die ersten Lockerungen in Kraft. Unter anderem sind Kindertagesstätten und Grundschulen geöffnet, zudem dürfen Friseure, Schönheitssalons und Fahrschulen wieder öffnen.

16:06 Uhr | Warenhaus-Konzern mit Klage gegen 800-Quadratmeter-Regel gescheitert

Der Warenhaus-Konzern Galeria Karstadt Kaufhof ist in Nordrhein-Westfalen mit dem Versuch gescheitert, die Begrenzung von Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter zu kippen. Das Oberverwaltungsgericht des Landes in Münster wies einen entsprechenden Eilantrag des Unternehmens ab. Ein Überwiegen der von dem Konzern geltend gemachten wirtschaftlichen Belange gegenüber den vom Land vorgetragenen Interessen des Gesundheitsschutzes sei nicht anzunehmen, so das Gericht. In NRW dürfen Einzelhändler bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche öffnen, aber auch Filialen, die ihre Größe auf 800 Quadratmeter reduzieren. Ausnahmen gibt es etwa für Möbelmärkte und Autohändler. Gegen diese Ungleichbehandlung hatte Galeria Karstadt Kaufhof geklagt.

15:52 Uhr | Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August - mindestens

Bund und Länder wollen mindestens bis Ende August am Verbot von Großveranstaltungen wie Volksfesten, größeren Sportveranstaltungen mit Zuschauern sowie Konzerten festhalten. Darüber haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer heutigen Schaltkonferenz geeinigt. Ab wann und unter welchen Bedingungen kleinere öffentliche und private Feiern oder Veranstaltungen wieder stattfinden können, sei wegen der besonders hohen Infektionsgefahr noch nicht abzusehen, hieß es weiter.

15:36 Uhr | Neustart für Thüringer Hotel- und Gastgewerbe bis Pfingsten

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee will das Hotel- und Gaststättengewerbe im Freistaat spätestens Pfingsten aus dem Totalstillstand holen. Das Wirtschaftsministerium habe dafür einen Drei-Stufen-Plan vorgelegt, teilte der SPD-Politiker mit. Dieser sehe vor, zunächst Campingplätze für Wohnwagen und Reisemobile zu öffnen. Zwei bis drei Wochen später könnten Restaurants, Cafés und Kneipen unter strengen Hygieneregeln wieder Gäste empfangen. Hotels und Pensionen sollten zunächst mit der Hälfte der verfügbaren Zimmer öffnen, vorrangig für Thüringer. In Stufe 3 könnten dann auch Ferienhausanlagen, Ferienlager oder Schullandheime wieder den Betrieb aufnehmen. Der Plan diene als Diskussionsgrundlage, so Tiefensee. Wenn man noch lange warte, werde es trotz staatlicher Hilfen bald nicht mehr viel geben, was noch geöffnet werden könne.

15:17 Uhr | Mehr als 30 Millionen Arbeitslose in USA wegen Corona

In den USA haben sich seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie im März mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, gingen in der Woche bis einschließlich 25. April 3,8 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ein. In den fünf Wochen zuvor hatten bereits 26,4 Millionen US-Bürger ihren Job verloren.

15:08 Uhr | Bund will Spielplätze wieder öffnen

Die Bundesregierung will sich mit den Ministerpräsidenten der Länder auf weitere Lockerungen verständigen. Das geht aus der Beschlussvorlage hervor, aus der die Deutsche Presse-Agentur zitiert. Danach sollen Spielplätze wieder geöffnet werden. Eltern sollten darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten würden. Auch Gottesdienste sollten wieder erlaubt werden sowie Museen und Zoos wieder öffnen. Aus der Vorlage geht auch hervor, dass erst bei der nächsten Bund-Länder-Schaltkonferenz über das Vorgehen zur Öffnung von Schulen und Kitas beraten werden soll. Sie ist für den 6. Mai angesetzt.

14:11 Uhr | Soforthilfen für sächsische Sportvereine

In Sachsen können nun auch Sportvereine Soforthilfen beantragen und damit finanzielle Engpässe überbrücken. Wie die Sächsische Aufbaubank mitteilte, handelt es sich um zinslose Darlehen. Die Summe könne maximal fünf Prozent des Jahresumsatzes 2019 betragen - jedoch minimal 5.000 Euro und höchstens 350.000 Euro. Das Darlehensprogramm läuft bis zum 31. Dezember 2020.

13:56 Uhr | Warnung vor übertriebenem Einsatz von Desinfektionsmitteln

Regal mit Flaschen voller Desinfektionsmittel
Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist nicht immer notwendig. Bildrechte: Sonnenapotheke Bischofswerda

Das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt warnt vor übertriebenem Einsatz von Desinfektionsmitteln gegen das Corona-Virus. Das Ministerium teilte mit, ein übermäßiger und regelmäßiger Gebrauch fördere Resistenzen des Erregers. Außerdem begünstige er die Entstehung von Allergien und belaste die Umwelt. Zwar sei es grundsätzlich wichtig, gründlich und regelmäßig Hände und häufig benutzte Flächen oder Gegenstände zu reinigen. Eine Übertragung des Coronavirus durch Oberflächen im öffentlichen Raum sei aber bis jetzt nicht nachgewiesen.

13:53 Uhr | Berliner Corona-Notfall-Klinik fertiggestellt

Das Corona-Notfall-Krankenhaus auf dem Berliner Messegelände ist fertig. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci teilte mit, der Aufbau der Einrichtung habe nur vier Wochen gedauert. Das Krankenhaus soll zunächst Platz für 500 Betten bieten. 100 davon sind mit Beatmungsgeräten ausgestattet. Bei Bedarf kann die Kapazität verdoppelt werden. Laut Kalayci sind in Berlins Krankenhäusern derzeit fast ein Drittel der Intensivbetten frei.

13:45 Uhr | Heil: Kurzarbeit ist Brücke über tiefes Tal

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht in der Kurzarbeit ein bewährtes Mittel in der Corona-Krise. Der SPD-Politiker sagte in Berlin, Kurzarbeit sei die Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal. In einzelnen Branchen stehe der Betrieb still. Auch er wünsche sich Öffnungen nach dem Shutdown. Es dürfe aber gesundheitlich keinen Rückschlag geben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit wurden bis zum 26. April bundesweit 10,1 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. In Mitteldeutschland ist es fast eine Million.

13:28 Uhr | Queen gratuliert "Corona-Captain" zum 100.

Hauptmann Tom Moore gestikuliert, während die Battle of Britain Memorial Flight
Captain Tom Moore Bildrechte: dpa

Königin Elisabeth und der britische Premier Boris Johnson haben dem Weltkriegsveteran Tom Moore zum 100. Geburtstag gratuliert. Moore hatte in den vergangenen Wochen knapp 30 Millionen Pfund Spenden gesammelt. Ursprünglich wollte er 1.000 Pfund zusammenbekommen, indem er 100 Runden mit einem Rollator durch seinen Hinterhof lief. Doch die Spenden hörten nicht auf zu fließen. Das Geld soll dem Nationalen Gesundheitsdienst zugutekommen. Moore steht außerdem auf Platz eins der britischen Charts - mit seiner eigenen Version der Fußball-Hymne "You'll Never Walk Alone".

13:25 Uhr | Fußballprofis werden getestet

Bundesliga-Fußballprofis werden ab heute flächendeckend auf das Coronavirus getestet. Das hat die Deutsche Fußball Liga bestätigt. Die Tests bei den 36 Proficlubs gehören zum Sicherheits- und Hygienekonzept der DFL. Die Liga hofft damit auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs. Sollte die Saison fortgesetzt werden, wäre das nur mit Geisterspielen möglich.

13:14 Uhr | Ermittlungen nach Versammlung auf Marktplatz in Pirna

Nach einer nicht genehmigten Versammlung von etwa 350 Menschen am Mittwochabend in Pirna ermittelt die Polizei wegen Verstößen gegen die sächsische Corona-Schutz-Verordnung. Die Beamten greifen dabei auf Aufnahmen der Versammlung zurück. Die Zahl der Beschuldigten wurde nicht genannt. Laut Polizei war auf Facebook zu einem "Spaziergang" auf dem Marktplatz aufgerufen worden. Die Polizei räumte den Platz binnen einer Viertelstunde.

12:50 | Studie: Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene

Kinder sind bei einer Corona-Infektion vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Das berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité. Sie fanden heraus, dass die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht unterscheidet.

Die Forscher warnen aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland. Bei der Beurteilung der Ansteckungsgefahr in Kindereinrichtungen müssten die gleichen Annahmen zugrunde gelegt werden wie bei Erwachsenen.

Es handelt sich um eine vorab veröffentlichte Studie. Sie wurde noch nicht von unabhängigen Experten geprüft. Den Angaben zufolge wurden die Proben von rund 3.700 Infizierten ausgewertet. Die Abstriche waren zwischen Januar und dem 26. April genommen worden.

12:32 Uhr | Zinslose Darlehen für Studenten

Studenten, die durch die Corona-Krise in finanzielle Nöte geraten, sollen ein zinsfreies Darlehen bekommen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte in Berlin, das Darlehen könne ab 8. Mai bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragt werden. Die Betroffenen bekämen dann bis zu 650 Euro im Monat. Das Darlehen soll bis zu einem Jahr laufen. Auch ausländische Studierende könnten es nutzen. Wegen der Corona-Krise haben viele Studierende ihre Nebenjobs verloren. Karliczek sagte, es müsse verhindert werden, dass junge Menschen ihr Studium abbrächen.

11:44 Uhr | Dutzende Leichen in Lastern in New York entdeckt

In New York sind in der Nähe eines Bestattungsunternehmens Dutzende Leichen in Transportern gefunden worden. Wie die "New York Times" schreibt, hatte das Unternehmen die Fahrzeuge aus Platzgründen wegen der vielen Toten angemietet. Zudem sei der Kühlraum des Bestatters ausgefallen. Der Sender "CNN" berichtete von bis zu 60 Leichen in vier Transportern, der Sender "ABC" von bis zu 100 Toten. Sie hätten in Leichensäcken auf Eis gestapelt gelegen und sollten eingeäschert werden. Unklar sei, wie viele tatsächlich nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben seien. New York hat es Bestattern erlaubt, Tote in Kühllastern aufzubahren.

11:40 Uhr | Konjunktureinbruch in der Euro-Zone

Die Konjunktur in der Euro-Zone ist zu Jahresbeginn im Rekordtempo eingebrochen. Wie das Europäische Statistikamt mitteilte, verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März zum Vorquartal um 3,8 Prozent. Das sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Datenerfassung 1995. Die Wirtschaft im Euro-Raum war bereits angeschlagen in die Corona-Krise gegangen und steuert nun auf eine Rezession zu. Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn das BIP in zwei aufeinander folgenden Quartalen sinkt. Im vierten Quartal 2019 gab es nur ein minimales Wachstum von 0,1 Prozent.

11:22 Uhr | RKI-Chef vorerst gegen Immunitätspässe

Lothar Wieler
RKI-Chef Lothar Wieler Bildrechte: dpa

Das Robert Koch-Institut hält die Zeit für sogenannte Immunitätspässe noch nicht für gekommen. RKI-Chef Lothar Wieler sagte, es gebe noch zu viele offene Fragen, wann ein Mensch wirklich immun sei. Verschiedene Länder erwägen die Einführung von Immunitätspässe. Damit sollen Einreisen von Ausländern wieder ermöglicht werden. Allerdings ist weiter unklar, ob ehemalige Infizierte tatsächlich vor einer nochmaligen Ansteckung mit dem Coronavirus gefeit sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO betont, dass es dafür noch keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt.

Das RKI geht inzwischen davon aus, dass in Deutschland mehr Menschen an Covid-19 gestorben sind als eigentlich gemeldet. Wieler sagte, es gebe dazu noch keine belastbaren Zahlen. Aber das RKI beobachtet, dass die Übersterblichkeit in Deutschland steige.

RKI-Präsident Wieler appellierte zudem an die Bevölkerung, sich weiter an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Dann werde es gelingen, das Coronavirus in Schach zu halten. "Es wird uns so gelingen, wenn wir weiter durchhalten." Masken würden das Risiko senken, das Virus weiter zu verbreiten. Mit Blick auf die Schulen sagte Wieler, es sei gar keine Frage, dass diese wieder öffnen müssten. Wichtig sei aber, dass es Konzepte gebe, um Infektionen zu verhindern.

Laut Wieler sind die Corona-Infizierten durchschnittlich 50 Jahre alt. Männer und Frauen seien in etwa zu gleichen Teilen betroffen. Der RKI-Präsident appellierte an Eltern, die Impfungen ihrer Kinder nicht zu vernachlässigen. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Impfungen zur Grundimmunisierung negativ im Zusammenhang mit Corona auswirkten.

11:10 Uhr | Kanzleramtschef: Kontaktbeschränkungen werden verlängert

Kanzleramtschef Helge Braun geht davon aus, dass die meisten Kontakt-Beschränkungen in Deutschland zunächst bis 10. Mai verlängert werden. Braun sagte dem Sender n-tv, das wesentliche Paket bleibe in Kraft. Eine größere Diskussion über weitere Schritte werde es bei der nächsten Beratung von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am 6. Mai geben. Merkel und die Länderchefs wollen heute in einer Videokonferenz über das Weitere beraten. Themen sind unter anderem Kitas und Schulen sowie der Sport.

10:39 Uhr | Südkorea erstmals ohne Neuinfektionen

Südkorea hat zum ersten Mal seit langem keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Präsident Moon Jae In schrieb auf Facebook, es gebe im Inland erstmals seit 72 Tagen keine neuen Fälle. Das Coronavirus war in Südkorea erstmals Mitte Februar aufgetreten. Seitdem wurde das Virus bei 10.800 Menschen nachgewiesen. 247 Menschen starben an der Lungenkrankheit Covid-19.

10:23 Uhr | Italien beschließt Einsatz von Corona-App

Die italienische Regierung hat grünes Licht für den Einsatz einer Corona-App gegeben. Im Beschluss heißt es, jeder Bürger könne selbst entscheiden, ob er die App zur Eindämmung des Coronavirus auf sein Smartphone herunterlade.Die Daten würden anonymisiert. Eine Geo-Lokalisierung werde es nicht geben. Die App soll informieren, ob man sich in der Nähe eines Corona-Infizierten aufgehalten hat. In Deutschland wird noch darüber diskutiert.

10:13 Uhr | Wirtschaft in Euro-Staaten bricht ein

Nach Frankreich melden auch andere Euro-Staaten starke wirtschaftliche Einbrüche. In Spanien schrumpfte die Wirtschaftskraft von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 5,2 Prozent. In Österreich beträgt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 2,7 Prozent. Zuvor hatten die französischen Statistiker ein Minus von 5,8 Prozent gemeldet.

10:00 Uhr | Mehr als zehn Millionen Kurzarbeiter in Deutschland

Die Unternehmen in Deutschland haben in der Corona-Krise für 10,1 Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Das sind die Zahlen für Mitteldeutschland:

  • Sachsen - 520.000
  • Sachsen-Anhalt - 190.000
  • Thüringen - 262.000

Zugleich ist die Arbeitslosigkeit im April kräftig gestiegen. Die Behörde zählte 308.000 Arbeitssuchende mehr als im März. Insgesamt waren 2,644 Millionen Menschen auf Arbeitssuche. Damit stieg die Arbeitslosenquote saisonuntypisch um 0,7 Punkte auf 5,8 Prozent.

Ähnlich stark ist der Anstieg auch in Mitteldeutschland. Das sind die Zahlen:

  • Sachsen - 129.9000 Arbeitslose (+12.600) | 6,1% (+0,6)
  • Sachsen-Anhalt - 87.900 Arbeitslose (+8.100) | 7,8% (+0,7)
  • Thüringen - 67.500 Arbeitslose (+7.000) | 6,0% (+0,6)

09:42 Uhr | Einzelhandel mit größtem Umsatzminus seit 2007

Die deutschen Einzelhändler haben im März so starke Einbußen erlitten wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr. Ihr Umsatz fiel im Vergleich zum Vormonat laut Statistischem Bundesamt um 5,6 Prozent. Grund ist die Schließung vieler Geschäfte im März. Die Lebensmitteläden blieben dagegen geöffnet und erlebten eine steigende Nachfrage bei Gütern des täglichen Bedarfs. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren wuchs im Vergleich zum März 2019 um 11,8 Prozent.

09:35 Uhr | Merkel und Ministerpräsidenten beraten

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten beraten heute über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Themen sind unter anderem Kitas und Schulen. Auch könnte es darum gehen, ob die Fußball-Bundesliga ihren Spielbetrieb ohne Publikum wiederaufnehmen darf. Die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, kündigte an, sich bei der nächsten Konferenz im Mai für die Öffnung der Gastronomie einzusetzen. Sie schloss einen Sonderweg für ihr Bundesland nicht aus.

09:15 Uhr | Ja zu Biergarten, Nein zu Geisterspielen

Die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wünschen sich von der Politik weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Das ergab eine Befragung von mdrFRAGT, dem Meinungsbarometer für Mitteldeutschland. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Tagesreisen sowie die Gastronomie im Freien. Fußballspiele ohne Zuschauer dagegen lehnen die meisten ab. Zu den vollständigen Ergebnissen:

08:27 Uhr | Stärkster Wirtschaftseinbruch in Frankreich seit 1949

Die französische Wirtschaft hat im ersten Quartal den stärksten Konjunktureinbruch seit mehr als 70 Jahren erlitten. Wie die nationale Statistikbehörde mitteilte, ging die Wirtschaftsleistung von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 5,8 Prozent zurück. Der Rückgang sei der stärkste seit 1949. Als Grund für den Einbruch gelten die harten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Frankreichs Wirtschafts war Mitte März heruntergefahren worden.

Auch die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr eine schwere Rezession. Die gestern veröffentlichte Prognose sieht einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 Prozent voraus. Wirtschaftsminiser Peter Altmaier rechnet damit, dass die Wirtschaft sich erst 2022 von der Corona-Krise erholt haben wird.

08:19 | Bund unterstützt Museen mit zehn Millionen Euro

Der Bund will Museen und Gedenkstätten in der Corona-Krise mit zehn Millionen Euro unterstützen. Mit dem Geld sollen Schutzvorrichtungen eingebaut, Hygiene-Maßnahmen ergriffen und die Steuerung der Besucher optimiert werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte den Funke-Medien, es sei wichtig, Museen und Gedenkstätten wieder zu öffnen. Sie stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Regelungen in den Bundesländern sind unterschiedlich.

08:04 | Giffey: Kinder wichtiger als Bundesligaspiele

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich dafür ausgesprochen, die Bedürfnisse von Kindern in der Corona-Krise stärker zu berücksichtigen. Sie sagte der "Süddeutschen Zeitung", man könne nicht Kindern die Schaukel verwehren und gleichzeitig darüber nachdenken, wie man schnellstmöglich die Bundesliga wieder stattfinden lasse.

Wir können nicht in einem Atemzug den Kindern die Schaukel verwehren und gleichzeitig darüber nachdenken, wie wir schnellstmöglich wieder Bundesliga-Spiele stattfinden lassen.

Franziska Giffey, SPD

Bei den Lockerungen der Maßnahmen werde vor allem über Dinge gesprochen, die Erwachsenen wichtig seien wie Baumärkte, Friseure oder Geschäfte. Das zeigt laut Giffey die Prioritätensetzung in der Gesellschaft. Dabei gehörten die Kinder zu den größten Leidtragenden der Krise.

07:50 Uhr | Bartsch warnt vor "Lockerungswettlauf"

Linken-Fraktionschef Bartsch hat vor einem "Lockerungswettlauf" bei den Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. Bartsch sagte MDR AKTUELL, es gehe nicht darum, wer am lautesten rufe. Maßgeblich für die nächsten Schritte sollten wissenschaftliche Grundlagen sein. Bartsch betonte, es dürfe nicht nur um die Wirtschaft gehen. Kinder und Familien dürften nicht Verlierer der Krise werden.

Zuvor hatte FDP-Chef Lindner bei MDR AKTUELL gefordert, die Lockerungen deutlich auszuweiten. Wo Abstand gehalten werden könne, sollte geöffnet werden - egal ob Restaurant oder Schule und unabhängig von der Fläche.

07:37 Uhr | Corona-Sommersemester und Regelstudienzeit

Linke, SPD und Grüne in Thüringen sind dafür, das laufende Sommersemester nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur meldet, wollen die drei Fraktionen diesen Vorschlag im Landtag einbringen. Unklar sei noch, ob das Semester pauschal nicht angerechnet werden solle oder ob Studierende einen Antrag stellen müssten. Der SPD-Hochschulpolitiker Lutz Liebscher sagte, die Maßgabe sei, dass die Studenten keinen Nachteil aus der Corona-Krise hätten.

In Thüringen sollen die Hochschulen spätestens am Montag mit ihren Vorlesungen beginnen - zunächst nur in digitaler Form. Offizieller Start für das Sommersemester war der 1. April.

06:54 Uhr | Lindner fordert mehr Lockerungen

FDP-Chef Christian Lindner fordert, die Lockerungen im öffentlichen Leben deutlich auszuweiten. Er sagte MDR AKTUELL, man müsse sich an den Hygiene-Regeln orientieren. Wo Abstand gehalten werden könne, sollte geöffnet werden – egal ob Restaurant oder Schule und unabhängig von der Fläche. Lindner erklärte, die Zahl der Neuinfektionen sei deutlich zurückgegangen. Die Einschränkungen seien nicht mehr verhältnismäßig und hätten weitreichende Folgen.

Die Corona-Reproduktionszahl liegt derzeit in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 0,75. Das bedeutet, dass zehn Corona-Infizierte im Schnitt 7,5 Menschen anstecken. Laut RKI muss die Reproduktionszahl unter 1 liegen, damit die Epidemie abflaut. Für die Ermittlung der Zahl nutzt das RKI seit Mittwoch ein sogenanntes Vier-Tage-Mittel und nicht mehr ein Drei-Tage-Mittel.

06:37 Uhr | Versicherung vieler Gastwirte greift nicht

Viele Gastronomen sind in der Corona-Krise trotz einer Versicherung gegen Betriebsausfall nicht abgesichert. Der Gesamtverband der Versicherer teilte MDR AKTUELL mit, die Versicherung greife nicht, wenn Behörden Restaurants nur präventiv schlössen. Viele Anbieter seien aber kompromissbereit und würden 15 Prozent der Schadenssumme begleichen. Der Gesamtverband sprach von einem fairen Angebot. Wirtschaftliche Einbußen würden teilweise bereits durch staatliche Leistungen aufgefangen.

05:20 | China gegen internationale Untersuchung

China lehnt jegliche internationale Untersuchung der Coronavirus-Pandemie ab. Das chinesische Außenministerium erklärte auf seiner Website, die Regierung in Peking lehne eine "politisierte" internationale Untersuchung zur Stigmatisierung Chinas "vehement" ab. Die Corona-Pandemie hat ihren Ursprung in China.

In Deutschland mehren sich die Rufe nach einer internationalen Untersuchung. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sagte der "Augsburger Allgemeinen", Ziel müsse nicht nur eine Aufklärung der Ursachen sein, sondern auch die Entwicklung und Durchsetzung von internationalen Hygienestandards – gerade auch für Tiermärkte. Auch der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff ist für eine Aufklärung der Gerüchte, wonach das Virus Sars-CoV-2 einem Labor in Wuhan entstamme. China habe ein Interesse daran, diese Gerüchte zu widerlegen. Das beste Mittel dazu sei, eine unabhängige internationale Untersuchung über die Herkunft des Virus zuzulassen.

04:30 Uhr | Jedem Zweiten geht Lockerung zu schnell

Jedem zweiten Deutschen geht die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu schnell. In einer Umfrage des Online-Meinungsforschers YouGov im Auftrag vertraten 49 Prozent diese Meinung. Nur 15 Prozent sagten dagegen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden zu langsam zurückgenommen. 28 Prozent sind mit dem eingeschlagenen Tempo zufrieden, acht Prozent machten keine Angaben.

01:10 Uhr | Karliczek: Schulbetrieb bis ins nächste Schuljahr beschränkt

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek rechnet mit Einschränkungen bis weit in das nächste Schuljahr. Das sagte die CDU-Politiker den Funke-Medien. Erst wenn große Bevölkerungsgruppen geimpft seien, würden die Schulen zum gewohnten Unterricht zurückkehren. So lange werde es eine Mischform von Präsenzunterricht und digitalem Unterricht geben.

Um versäumten Stoff nachzuholen, schlug Karliczek Sommercamps in den Ferien vor. Denkbar sei auch eine Unterstützung der Schüler durch engagierte Bürgerinnen und Bürger außerhalb des regulären Unterrichts – etwa an Samstagen.

00:40 Uhr | Microsoft meldet Rekordumsätze

Der Software-Riese Microsoft hat im ersten Quartal von der Corona-Krise profitiert. Grund ist die florierenden Nachfrage nach Software für das Arbeiten zu Hause und Cloud-Lösungen. Deshalb kletterte der Umsatz von Microsoft um 15 Prozent auf 35 Milliarden Dollar. Microsoft-Chef Satya Nadella sagte, in zwei Monaten habe man eine digitale Transformation erlebt, die sonst zwei Jahre gedauert hätte.

Microsoft punktet in der Krise mit seinem Betriebssystem Windows und dem Programm "Teams" für standortübergreifende Teamarbeit. Im März verzeichnet "Teams" einen Anstieg der Videoanrufe um 1.000 Prozent. Das Konkurrenz-Produkt "Zoom" kommt inzwischen auf 300 Millionen Nutzer.

00:30 Uhr | Positive Wirkstofftests in den USA

Der Berater des US-Präsidenten und Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bewertet die ersten Ergebnisse einer klinischen Studie zum Wirkstoff Remdesivir positiv. Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus Remdesivir bekommen hätten, seien nach durchschnittlich elf Tagen wieder genesen. Bei Patienten ohne die Einnahme des Medikaments habe die Genesung 15 Tage gedauert. Auch die Sterblichkeitsrate sei mit Remdesivir etwas geringer gewesen als ohne. Das Ergebnis sei aber bislang nicht statistisch signifikant.

00:05 Uhr | Leipziger Virologe zu Verfügbarkeit von Tests

Immer wieder berichten Menschen, ihnen sei ein Corona-Test verweigert worden. Stimmt das? Und wer bestimmt, wer getestet wird? Wir fragen Prof. Dr. Uwe Gerd Liebert von der Uniklinik Leipzig.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 29. April 2020 | 06:00 Uhr